Apollo Intensa Emozione: Vorstellung

Apollo Intensa Emozione: Vorstellung

Der ├ťber-├ťber-Flieger

Gumpert ad├ę! Mit dem Intensa Emozione stellt Apollo ein Auto der Extreme vor. Mit einer Kombination aus Wahnsinns-Preis, Wahnsinns-Optik und Wahnsinns-Leistung will man auf Kundenfang gehen.

Bei Tempo 300 soll der IE 1350 Kilo Abtrieb erzeugen.

Apollo meldet sich mit dem Intensa Emozione zur├╝ck und verspricht keine halben Sachen. Nach dem Arrow, der noch zusammen mit Firmengr├╝nder Roland Gumpert entstand und der 2016 in Genf vorgestellt wurde, um dann vorerst in der Versenkung zu verschwinden, ist jetzt der IE das neue Aush├Ąngeschild der Firma. Kopf hinter dem Projekt ist der chinesische Investor Norman Choi, der mit viel Herzblut den kompletten Neuanfang in die Wege geleitet hat. Sein Ziel war es, ein Supercar zu bauen, das eine unmittelbare und emotionale Verbindung zwischen Fahrer und Auto herstellt.

Carbon soweit das Auge reicht

Mit dem chinesischen Designer Jowyn Wong wurde nicht nur die Optik spektakul├Ąrer. Auch unter der Oberfl├Ąche aus Sichtcarbon geht der IE mit Kohlefaser-Rahmen (statt Stahl-Gitterrahmen) einen Schritt weiter als andere. Das Monocoque und die gesamte Au├čenhaut bestehen aus Carbon, das Gewicht liegt bei 1250 Kilogramm. Richtige Sitze sucht man im IE vergeblich. D├╝nne Sitzpolster landen direkt auf dem nackten Carbon und sind selbstverst├Ąndlich an die K├Ârperform des Besitzers angepasst. Apollo verspricht einen Anpressdruck von 1350 kg bei 300 km/h, was andere Supersportler weit in den Schatten stellen w├╝rde. Tempo-technisch endet die Fahrt bei knapp 335 km/h. Auf Tempo 100 katapultiert der IE seine Besatzung in 2,7 Sekunden. Die Traktionskontrolle kommt in zw├Âlf Stufen, reicht also vom aggressiven Rennstrecken-Angriff, bis zum geschmeidigen Ritt ├╝ber feuchte Landstra├čen.

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Keine Turbos, kein Hybrid-System

Richtige Sitze? Fehlanzeige. Sitzpolster landen direkt auf dem nackten Carbon.

Der 6,3-Liter-V12 wird von der Turiner Motorenfirma Autotecnica bezogen und leistet 780 PS bei 8500 Touren und 760 Nm bei 6000. Hybrid-Unterst├╝tzung oder Turbo-Boost sucht man bei Apollo vergebens, hier darf noch frei gesaugt werden. Die dreiflutige Auspuffanlage, die aus dem 3D-Drucker kommt, kostet laut Apollo so viel wie ein schmucker BMW M4, also rund 70.000 Euro. Unter der H├╝lle arbeitet feinste Renntechnik: Brembo-Keramikbremsen, adaptive Bilstein-D├Ąmpfer, liegend eingebaut und ├╝ber Kipphebel bet├Ątigt, das sequenzielle Sechsgang-Getriebe soll laut Norman Choi noch durch ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe aus eigener Entwicklung ersetzt werden ÔÇô ein ├Ąu├čerst ehrgeiziges Ziel. Die Gummis bezieht Apollo bei Michelin. F├╝r die Stra├če bekommt der IE Michelin Sport Cup2 und f├╝r die Rennstrecke sitzt er auf Slicks. Wer sich an dieser Stellen ├╝ber die Stra├čen-Reifen wundert: In einigen Regionen der Welt bekommt man mit viel Vitamin B eine Stra├čenzulassung.

Produktion auf zehn Exemplare limitiert

Vorerst gibt es zwei Exemplare zum Anfassen, die bei MAT (Manifattura Automobili Torino) in Italien gebaut wurden und jetzt potenziellen Kunden gezeigt werden. W├Ąhrend zwei weitere Fahrzeuge entstehen, werden die ersten ausgiebig getestet. Apollo will den zuk├╝nftigen Besitzern gr├Â├čtm├Âglichen Spielraum bei der Individualisierung geben. Doch da ist noch nicht Schluss: Wer sich einen IE kl├Ąrt, erh├Ąlt exklusives Vorkaufsrecht auf den Arrow, den Apollo 2019 pr├Ąsentieren will. Dazu d├╝rfen die Besitzer bei der finalen Anpassung des IE mitwirken und bekommen Zugang zum Apollo-Time-Attack-Programm. Dabei haben die Eigner die M├Âglichkeit, ihre IE ├╝ber Europas wichtigste Rennstrecken zu pr├╝geln. Ein ambitioniertes Projekt also, das zun├Ąchst nur als reine Rennversion ohne Stra├čenzulassung ÔÇô bei der Optik nicht verwunderlich ÔÇô f├╝r stolze 2,3 Millionen Euro plus lokaler Steuer die Trackday-L├╝ste betuchter Kunden bedient. Die sollen vorwiegend aus Asien und Europa kommen, ein Marktstart in den USA k├Ânnte folgen. AUTO BILD ist gespannt, ob es der auf zehn St├╝ck limitierte IE auf die Stra├če schafft.

Apollo Intensa Emozione: Vorstellung

Ralf Kund

Fazit

Eine leichte Skepsis angesichts der hohen Ambitionen des IE ist sicher angebracht. Doch das Fahrzeug hinterl├Ąsst keinen schlechten Eindruck und Apollo-Chef Norman Choi wirkt sehr entschlossen, andererseits auch etwas sehr optimistisch, was die Stra├čenzulassungsf├Ąhigkeit des IE in der vorgestellten Form angeht. Nicht wenige vollmundig angek├╝ndigte Supersportler sind leise wieder von der Bildfl├Ąche verschwunden. Wir w├╝nschen Gl├╝ck und freuen uns auf die erste Testfahrt.

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