Mit Einführung der "Neuen Klasse" setzt BMW auf ein neues Innenraumkonzept: Die Bedienung findet fast ausschließlich über Touchflächen und Sprachbedienung statt, Knöpfe gibt es kaum noch. Dabei wünschen sich viele Kunden haptische Bedienelemente zurück – doch BMW will an seinem Konzept festhalten. Das gab Vikram Pawah, Geschäftsführer der BMW-Gruppe Australien, in einem Interview mit dem australischen Magazin "CarExpert" bekannt.

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Der Hauptgrund dafür liege demnach "in der jüngeren Zielgruppe und der Entwicklung der Gesellschaft". BMW nehme wahr, dass "Sprach- und Touchbedienung immer gängiger werden". Laut Pawah finden sich "45-Jährige und Jüngere schneller in neue Technologien ein", sie wollten Dinge schnell erledigen und seien multitaskingfähig. "Dem müssen wir uns bewusst sein. So entwickeln sich unsere Kunden", argumentiert Pawah. Blickt man jedoch auf konkurrierende Marken wie Audi und Mercedes, wirken diese Aussagen aus BMW-Kreisen durchaus überraschend.

Andere Hersteller kehren zu Knöpfen zurück

Mercedes-CEO Ola Källenius räumte vor Kurzem ein, dass die Stuttgarter ihr aktuelles Bedienkonzept am Kunden vorbei entwickelt hätten. Künftig werde man wieder mehr physische Bedienelemente verbauen. Auch Audis technischer Leiter Rouven Mohr bestätigte im Juli 2026, dass die Ingolstädter ein neues Cockpit-Konzept mit mehr Tasten planen. Weitere Hersteller wie VW, Hyundai oder Ferrari kündigten ebenfalls an, in Zukunft wieder mehr Knöpfe in ihren Autos zu verbauen.
BMW fährt nun eine andere Strategie und beruft sich dabei auf die Vergangenheit. Einst galten die Münchner nämlich als Pioniere in Sachen Innenraumbedienung. 2001 wurde im 7er (E65) der Dreh-Drück-Steller zur Bedienung des Infotainments eingeführt. Zunächst wurde das Element kontrovers betrachtet, doch schnell entwickelte sich das intuitiv bedienbare Rädchen zum beliebten Feature.
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Die Bedieneinheit mit Dreh-Drück-Steller (r.) und zusätzlichen Tasten galt bei BMW jahrelang als bewährte Infotainmentsteuerung.
Bild: BMW Group
Zahlreiche Hersteller zogen nach und verbauten auch in ihren Autos Dreh-Drück-Steller. Trotzdem gehörten auch Tasten, die zum Beispiel zur Bedienung von Klimatisierung oder Radios genutzt werden konnten, bis in die frühen 2020er Jahre zum BMW-Standard.

BMW setzt auf "Panoramic Vision"

Anders sieht das beim "Panoramic Vision"-Cockpit aus, das die Bayern mit dem neuen iX3 auf den Markt gebracht haben. In der Mitte gibt es einen 17,9 Zoll großen Bildschirm fürs Infotainment. Unterhalb der Frontscheibe sitzt ein 110 Zentimeter breites Display, auf dem etwa die Geschwindigkeit angezeigt wird.
BMW i3
Das "Panoramic Vision" von BMW debütierte im neuen BMW iX3. Auch im Innenraum des neuen i3 (Foto) gibt es die Kombination aus zentralem Bildschirm und breitem Display unterhalb der Frontscheibe.
Bild: BMW
Künftig soll sich das Design durch alle neuen BMW-Modelle ziehen. Ob dieses Bedienkonzept einen ähnlichen Erfolg feiern wird wie der Dreh-Drück-Steller, wird sich zeigen.