Egal, in welchen Teil der Welt man blickt, jeder große Autobauer hat es sich scheinbar zum Ziel gesetzt, möglichst viele und große Bildschirme und möglichst wenige Tasten und Knöpfe im Auto unterzubringen. Doch mehr und mehr scheint aktuell ein Umdenken stattzufinden.

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Mercedes-Benz CLA EQ

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Bereits Hersteller wie Volkswagen, Audi, Hyundai oder auch Ferrari haben erkannt, dass Kunden nicht unbedingt von immer mehr Touchoberflächen angetan sind. Und so wurden in jüngsten Modellen wie dem VW ID.Cross oder dem Ferrari Luce wieder mehr klassische Knöpfe integriert. Jetzt räumt auch Mercedes-Chef Ola Källenius in einem Interview mit dem britischen Magazin "Autocar" ein, dass man mit dem Wegfall physischer Bedienelemente wohl etwas zu weit gegangen ist.

Tasten dort einsetzen, wo sie sinnvoll sind

Schaut man auf die jüngsten Generationen vieler Mercedes-Modelle, bleibt kein Zweifel daran, dass die Stuttgarter ganz vorne bei der Integration riesiger Screens mitspielen. GLC, CLA, S-Klasse, C-Klasse und der gerade erst vorgestellte GLA sind allesamt Paradebeispiele dafür, wie viele Bildschirme im Cockpit zur Benutzeroberfläche werden können – auch wenn ein drittes Display teilweise nur optional erhältlich ist.
Källenius sagt, man investiere unglaublich viel Zeit in die Entwicklung, damit auch ein fünfjähriges Kind einen Mercedes bedienen könne. Gleichzeitig räumt er ein, dass man sich im Prozess auch mal in Details verliere und so Technologien entwickle, bei denen die Bedürfnisse der Kunden mitunter aus dem Blick geraten. Man sei wohl etwas zu forsch gewesen.
Innenraum Mercedes C-Klasse mit EQ-Technologie
In der neuen Mercedes C-Klasse kommt der fast einen Meter lange "Hyperscreen" zum Einsatz.
Bild: Mercedes-Benz AG
Aus diesem Grund bestätigt der Mercedes-Chef, dass künftig wieder mehr physische Bedienelemente dort ins Auto zurückkehren werden, wo sie sinnvoll sind. So kehrte Mercedes bereits den Touchslidern am Lenkrad den Rücken und führte stattdessen wieder haptische Tasten ein.
Das heißt aber nicht, dass der Wettlauf um die besten Bildschirme beendet ist. Auf die Frage, ob die Branche das Maximum an Displays erreicht habe, antwortete Källenius gegenüber "Autocar": "Ich weiß nicht, ob wir den Bildschirm-Höhepunkt erreicht haben, aber wir haben den Tiefpunkt bei den Tasten erreicht." Klingt so, als ob wir eher mit parallel existierenden Bildschirmen und Schaltern rechnen sollten, als dass eines das andere ersetzt.

Fazit

Wer jetzt jedoch als Fan der vielen Screens bereits Kummer bekommt, den können wir beruhigen: Die Rückkehr der Knöpfe soll Hyperscreen und Superscreen keinen Abbruch tun. Es bleibt also spannend, welche Mischung aus Bildschirmen und klassischen Bedienelementen Mercedes künftig im Innenraum präsentieren wird.