Um es kurz zu machen: Nein, der BMW M8 ist kein Supersportwagen! Aber das ist auch gar nicht schlimm, denn der M8 ist viel mehr! Bevor sich die M-Fans jetzt aufregen kommt hier die ausführliche Erklärung.
Seit der ersten Ankündigung spricht BMW davon, dass die Neuauflage des 8er ein echter Sportwagen ist und es mit Porsche, Aston Martin und Co aufnehmen kann. Ganz konkret soll das BMW M850i Coupé Porsche 911 und Aston Martin Vantage ins Visier nehmen. Ein Beleg dafür: In der Pressemitteilung zum 8er Coupé erwähnt BMW ganze 17 Mal das Wort Sportwagen, im Pressetext des M8 immerhin noch zehn Mal! Ist der M8 Competition also ein echter Sportwagen-Killer?

Wären ohne Vmax-Begrenzung 330 km/h möglich?

Der BMW M8 ist kein Supersportwagen
Der BMW M8 Competition ist 4,87 Meter lang und damit rund 35 Zentimeter länger als ein Porsche 911 (992).
Auf dem Papier ist das mit Sicherheit so. Schließlich holt das neue Topmodell 625 PS und 750 Nm aus dem 4,4-Liter-V8 und beschleunigt in unfassbar schnellen 3,2 Sekunden auf Tempo 100 und in nur 10,6 Sekunden auf 200 km/h. Mit M Driver’s Package sind 305 km/h möglich, ohne elektronische Begrenzung würde der M8 wahrscheinlich ohne Probleme 330 km/h knacken. So liegt er fast auf Augenhöhe mit einem 580 PS starken Porsche 911 Turbo S, der nach 2,9 Sekunden Landstraßentempo erreicht. Gleichzeitig ist der deutlich schneller als ein Aston Martin V8 Vantage (510 PS) und ein Mercedes-AMG GT S (522 PS).
Schauen wir uns aber die restlichen technischen Daten an, gibt es deutliche Unterschiede: Der 4,87 Meter lange M8 wiegt mit 1960 Kilo immerhin knapp zwei Tonnen, während die vermeintlichen Gegner allesamt zwischen 1500 und 1600 Kilo wiegen und somit deutlich leichter sind. Auch bei den Abmessungen sind die selbst ausgewählten Gegner deutlich kompakter.

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Bildergalerie BMW M8 (2019)
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Der M8 ist minimal länger als ein Bentley Continental GT

Der BMW M8 ist kein Supersportwagen
Ist das Mercedes-AMG S 63 Coupé ein direkter Konkurrent des BMW M8? AUTO BILD-Redakteur Jan Götze findet: ja!
Betrachtet man die reinen Werte, konkurriert der M8 also mit einem Bentley Continental GT (2240 Kilo bei 4,85 Metern Länge) oder einem Mercedes-AMG S 63 (2080 Kilo bei 5,05 Metern Länge). Ist der M8 also eher in der Klasse der Luxus-GT zu Hause? Auf diese konkrete Frage gibt ein Verantwortlicher bei BMW zu, dass der M8 in der Tat irgendwo zwischen diesen beiden Fahrzeugklassen angesiedelt ist. Gleichzeitig wird versprochen, dass der M8 Competition vor allem auf der Rennstrecke noch einmal deutlich agiler sein soll als ein M5 Competition, von dem das Coupé den Antrieb übernimmt.
Und wissen Sie was? Das ist doch eigentlich der absolute Hammer: Als Kunde bekommt man ein Fahrzeug, das auf dem Papier schneller als so mancher Aston Martin und fast auf Augenhöhe mit dem Porsche 911 Turbo S ist, aber gleichzeitig jede Menge Luxus und Komfort bietet. Im M8 gibt es beispielsweise Softclose (haben kaum Supersportwagen mit Ausnahme von McLaren), absolut ausgereifte Assistenzsysteme und viele Features, die es sonst nur in der Luxusklasse gibt.

Klappt der Kompromiss aus Sportwagen und GT?

Der BMW M8 ist kein Supersportwagen
Das Cockpit des M8 ist deutlich mehr Luxus-GT als reinrassiger Sportwagen.
Wie schnell der BMW M8 wirklich ist und wie gut er sich um Kurven jagen lässt, wird der erste Test auf der Rennstrecke zeigen. Auf dem Papier jedenfalls verspricht der M8 Competition das Beste aus Sportwagen und Luxus-GT zu kombinieren – deutlich agiler als ein über zwei Tonnen schwerer Bentley GT, dabei fast genauso gut ausgestattet und beinahe so schnell wie ein Porsche 911 Turbo S. Genau diese Vielseitigkeit wollen viele Kunden, wenn sie ein Auto für 168.000 Euro in der Basis kaufen. Und seien wir mal ehrlich: Wie viele M8 Competition werden wir letztendlich regelmäßig auf Trackdays sehen? Vielen Besitzern reicht das Wissen, dass sie könnten, wenn sie wollten!