Dacia Sandero und Suzuki Swift im Vergleich
Preiswerte, praktische & vernünftige Kleinwagen – Sandero vs. Swift!

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Alles wird ständig teurer. Kein Erbarmen gibt es auch bei den Autos – die Preise liegen in vielen Klassen inzwischen irgendwo zwischen Unverschämtheit und Wahnsinn. Doch es gibt noch Ausnahmen. Autos, für die zumindest ein Kleinkredit reicht. Hier sind zwei: Dacia Sandero und Suzuki Swift. Beide traditionell günstig, der Sandero TCe 90 steht ab 12.550 Euro in der Liste, der Swift ab 17.640 Euro.
Beide kommen in ansehnlichem Design, besonders Dacia hat ja in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Der seit 2021 gebaute und vor einem Jahr leicht renovierte, 4,10 Meter lange Sandero tritt modern, adrett und unaufgeregt auf. Der Suzuki ist mit 3,85 Meter noch mal kürzer, wird seit 2017 gebaut, 2020 gab es ein Facelift. Eine sympathische Erscheinung mit freundlichem Gesicht.

Klassenüblich: Vorn sind Swift und Sandero in etwa gleich groß, in Reihe zwei hat der Dacia allerdings spürbar mehr Platz.
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Vorne haben Swift und Sandero ordentlich Platz
Beim Platzangebot nehmen sich die beiden vorn nicht viel – das ist klassenüblich ganz ordentlich. Im Fond bietet der Dacia spürbar mehr Raum als der Suzuki, ist vor allem vier Zentimeter breiter. Und man sitzt hier angenehmer als auf der tief liegenden Rückbank im Swift.
Dacia ist einfach und schnörkellos
Vorn hat Dacia die Sitze gemütlich ausgelegt, mit weichen Polstern. Eingerichtet ist der Sandero schnörkellos, funktional – und mit Formgefühl. Alles wirkt einfach – aber nie billig. Für die Bedienung brauchst du kein Studium und auch keine Online-Datenbank.

Einfach und funktional: Die Innenraum-Gestaltung des Sandero ist schnörkellos, ohne billig zu wirken. Die Bedienung ist leicht.
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In den Kofferraum passen 328 bis 1108 Liter, allerdings stört beim Beladen eine 26 Zentimeter hohe Ladekante innen – da muss man das Gepäck erst mal drüberwuchten.
Fahrzeugdaten
Modell | Dacia Sandero TCe 90 | Suzuki Swift 1.2 Dualjet Hybrid |
|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Dreizylinder, Turbo | Vierzylinder |
Einbaulage | vorn quer | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
Hubraum | 999 cm³ | 1197 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 67 (91)/4600 | 61 (83)/6000 |
Nm bei 1/min | 160/2100 | 107/2800 |
Vmax | 178 km/h | 175 km/h |
Getriebe | Fünfgang manuell | Fünfgang manuell |
Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Trommel | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 195/55 R 16 H | 185/55 R 16 V |
Reifentyp | Michelin Primacy 4 | Bridgestone Ecopia EP 150 |
Radgröße | 6 x 16" | 6 x 16" |
Abgas CO2 | 119 g/km | 106 g/km |
Verbrauch* | 5,3 l | 4,7 l |
Tankinhalt | 50 l | 37 l |
Kraftstoffsorte | Super | Super |
Partikelfilter | Serie | - |
Vorbeifahrgeräusch | 70 dB(A) | 67 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1100/570 kg | 1000/400 kg |
Stützlast | 75 kg | 60 kg |
Kofferraumvolumen | 328–1108 l | 265–947 l |
Länge/Breite/Höhe | 4088/1758–2007**/1490 mm | 3845/1735–1875**/1480 mm |
Radstand | 2604 mm | 2450 mm |
Grundpreis | 12.550 Euro | 17.640 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 15.400 Euro | 19.940 Euro |
Der Suzuki fällt bei Stil und Qualität im Vergleich ein bisschen ab. Das Cockpit ist arg nüchtern gemacht, mit viel Hartplastik in unterschiedlichen Grautönen. Die Sitze sind gut ausgeformt – aber schwammig gepolstert. Größere Fragen zur Bedienung gibt es hier auch nicht. Der Kofferraum schluckt 265 bis maximal 957 Liter. Eine 25 Zentimeter hohe Ladekante innen nervt aber auch hier.
Suzuki-Motor braucht höhere Drehzahl
Angetrieben wird der Suzuki von einem 1,2-Liter-Vierzylinder mit 83 PS. Der ist als Mildhybrid ausgelegt, mit Riemen-Starter-Generator und kleiner Batterie. Beim Anfahren und Beschleunigen sollte das eigentlich einen Extraschub geben – davon ist aber nicht viel zu spüren.

Untenrum etwas schlapp: Unter 3000 Touren geht beim Swift nicht viel. In höheren Drehzahlregionen wird es dann ganz schön laut.
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Der Saugmotor lässt es eher gemächlich angehen, unter 3000 Touren passiert nicht so richtig viel. Darüber beginnt dann der Wohlfühlbereich, es wird lebendiger. Und gleichzeitig auch ganz schön laut.
Hält man den Motor bei Laune, fährt sich der nur 919 Kilogramm leichte Swift flott und flink, im Wortsinn leichtfüßig. Die hakelige Schaltung und die mit sehr wenig Rückstellkräften arbeitende Lenkung stören da gar nicht weiter.
Messwerte
Modell | Dacia Sandero TCe 90 | Suzuki Swift 1.2 Dualjet Hybrid |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50 km/h | 4,0 s | 3,5 s |
0–100 km/h | 11,7 s | 11,4 s |
0–130 km/h | 19,3 s | 18,3 s |
0–160 km/h | 36,8 s | 37,1 s |
Elastizität | ||
60–100 km/h (4. Gang) | 11,4 s | 13,8 s |
60–100 km/h (5. Gang) | 20,8 s | 21,3 s |
80–120 km/h (5. Gang) | 21,2 s | 25,6 s |
Leergewicht/Zuladung | 1112/449 kg | 919/446 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 62/38 % | 63/37 % |
Wendekreis links/rechts | 11,0/10,9 m | 10,3/10,5 m |
Sitzhöhe | 570 mm | 570 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 33,8 m | 37,4 m |
aus 100 km/h warm | 34,8 m | 38,5 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 61 dB(A) | 62 dB(A) |
bei 100 km/h | 68 dB(A) | 69 dB(A) |
bei 130 km/h | 72 dB(A) | 73 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 5,0 l S/100 km | 4,3 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 5,5 l S/100 km (+4 %) | 5,2 l S/100 km (+11 %) |
Sportverbrauch | 7,0 l S/100 km | 6,7 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 131 g/km | 124 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 900 km | 700 km |
Passend dazu hat Suzuki ihn stramm abgestimmt, Querfugen und Ähnliches nimmt er durchaus steif und holprig. Nicht so toll sind die Bremsen: Die 38,5 Meter für den Stopp aus Tempo 100 km/h sind eindeutig zu viel. Gerade noch akzeptabel!
Beim Bremsen liegt der Dacia vorne
Der Sandero stand fast vier Meter früher: Die 34,8 Meter sind sehr ordentlich. Und ein weiterer Beleg dafür, welche Reife und Solidität Dacia inzwischen erreicht hat. Der Sandero steht ja auf der aktuellen CMF-Plattform (CMF-B) von Renault/Nissan/Mitsubishi. Kommt also nicht etwa mit gut abgehangener Technik älterer Renault-Modelle, das war früher mal.

Vorteil Sandero: Der Dacia kommt aus Tempo 100 fast vier Meter früher zum Stehen als der Suzuki. 34,8 Meter sind sehr ordentlich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Für den Antrieb ist ein 1,0-Liter-Turbo mit 91 PS zuständig. Der Dreizylinder bringt den 1,1 Tonnen wiegenden Sandero mühelos in Schwung, bei den Fahrleistungen liegt er mit dem Suzuki praktisch gleichauf – abgesehen vom viel besseren Durchzug im fünften Gang.
Sandero mit etwas mehr Verbrauch
Ein Leisetreter ist auch der Dreizylinder nicht, bei höheren Touren macht er einiges Getöse. Beim Verbrauch liegt dann der Suzuki knapp vorn, er begnügte sich im Test mit 5,2 Litern/100 km, der Sandero kam auf 5,5 Liter.

Etwas durstiger: Im Testdurchschnitt begnügte sich der Sandero mit 5,5 l/100 km. Der Swift kam mit 0,3 Litern weniger aus.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Abgestimmt hat Dacia den Sandero gemütlich bis entspannt. Mit komplett gefühlloser Lenkung, einer leichtgängigen Schaltung mit langen Wegen und kräftigen Aufbaubewegungen in schnellen Kurven. Im Vergleich fährt der Swift lebendiger und agiler – und der Dacia bringt eine kleine Prise Gelassenheit in den Alltag.
In der Eigenschaftswertung liegen beide fast gleichauf, die Preise entscheiden. Und der Sandero kostet – mit der bewerteten Testausstattung – um die 4500 Euro weniger als der Swift. War ja klar – die Preise, wir sprachen darüber.
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