Alles wird ständig teurer. Kein Erbarmen gibt es auch bei den Autos – die Preise liegen in vielen Klassen inzwischen irgendwo zwischen Unverschämtheit und Wahnsinn. Doch es gibt noch Ausnahmen. Autos, für die zumindest ein Kleinkredit reicht. Hier sind zwei: Dacia Sandero und Suzuki Swift. Beide traditionell günstig, der Sandero TCe 90 steht ab 12.550 Euro in der Liste, der Swift ab 17.640 Euro.

Zwei günstige Kleinwagen im Test

#Getestete ProduktePreis
1.
Testsieger
Dacia Sandero TCe 90
Dacia Sandero TCe 90
UVP 12.550,00 EUR
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2.
Suzuki Swift 1.2 Dualjet Hybrid
Suzuki Swift 1.2 Dualjet Hybrid
UVP 17.640,00 EUR
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Beide kommen in ansehnlichem Design, besonders Dacia hat ja in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Der seit 2021 gebaute und vor einem Jahr leicht renovierte, 4,10 Meter lange Sandero tritt modern, adrett und unaufgeregt auf. Der Suzuki ist mit 3,85 Meter noch mal kürzer, wird seit 2017 gebaut, 2020 gab es ein Facelift. Eine sympathische Erscheinung mit freundlichem Gesicht.
Dacia Sandero TCe 90  Suzuki Swift 1.2 Dualjet Hybrid
Klassenüblich: Vorn sind Swift und Sandero in etwa gleich groß, in Reihe zwei hat der Dacia allerdings spürbar mehr Platz.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD

Vorne haben Swift und Sandero ordentlich Platz

Beim Platzangebot nehmen sich die beiden vorn nicht viel – das ist klassenüblich ganz ordentlich. Im Fond bietet der Dacia spürbar mehr Raum als der Suzuki, ist vor allem vier Zentimeter breiter. Und man sitzt hier angenehmer als auf der tief liegenden Rückbank im Swift.

Dacia ist einfach und schnörkellos

Vorn hat Dacia die Sitze gemütlich ausgelegt, mit weichen Polstern. Eingerichtet ist der Sandero schnörkellos, funktional – und mit Formgefühl. Alles wirkt einfach – aber nie billig. Für die Bedienung brauchst du kein Studium und auch keine Online-Datenbank.
Dacia Sandero TCe 90
Einfach und funktional: Die Innenraum-Gestaltung des Sandero ist schnörkellos, ohne billig zu wirken. Die Bedienung ist leicht.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD

In den Kofferraum passen 328 bis 1108 Liter, allerdings stört beim Beladen eine 26 Zentimeter hohe Ladekante innen – da muss man das Gepäck erst mal drüberwuchten.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Dreizylinder, Turbo 
Vierzylinder 
Einbaulage 
vorn quer 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Kette 
Hubraum 
999 cm³ 
1197 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
67 (91)/4600 
61 (83)/6000 
Nm bei 1/min
160/2100 
107/2800 
Vmax
178 km/h 
175 km/h 
Getriebe 
Fünfgang manuell 
Fünfgang manuell 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Trommel 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
195/55 R 16 H 
185/55 R 16 V 
Reifentyp 
Michelin Primacy 4 
Bridgestone Ecopia EP 150 
Radgröße 
6 x 16" 
6 x 16" 
Abgas CO2 
119 g/km 
106 g/km 
Verbrauch* 
5,3 l 
4,7 l 
Tankinhalt 
50 l 
37 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Super 
Partikelfilter 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
70 dB(A) 
67 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1100/570 kg 
1000/400 kg 
Stützlast 
75 kg 
60 kg 
Kofferraumvolumen 
328–1108 l 
265–947 l 
Länge/Breite/Höhe 
4088/1758–2007**/1490 mm 
3845/1735–1875**/1480 mm 
Radstand 
2604 mm 
2450 mm 
Grundpreis
12.550 Euro
17.640 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
15.400 Euro
19.940 Euro

Der Suzuki fällt bei Stil und Qualität im Vergleich ein bisschen ab. Das Cockpit ist arg nüchtern gemacht, mit viel Hartplastik in unterschiedlichen Grautönen. Die Sitze sind gut ausgeformt – aber schwammig gepolstert. Größere Fragen zur Bedienung gibt es hier auch nicht. Der Kofferraum schluckt 265 bis maximal 957 Liter. Eine 25 Zentimeter hohe Ladekante innen nervt aber auch hier.

Suzuki-Motor braucht höhere Drehzahl

Angetrieben wird der Suzuki von einem 1,2-Liter-Vierzylinder mit 83 PS. Der ist als Mildhybrid ausgelegt, mit Riemen-Starter-Generator und kleiner Batterie. Beim Anfahren und Beschleunigen sollte das eigentlich einen Extraschub geben – davon ist aber nicht viel zu spüren.
Suzuki Swift 1.2 Dualjet Hybrid
Untenrum etwas schlapp: Unter 3000 Touren geht beim Swift nicht viel. In höheren Drehzahlregionen wird es dann ganz schön laut.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD

Der Saugmotor lässt es eher gemächlich angehen, unter 3000 Touren passiert nicht so richtig viel. Darüber beginnt dann der Wohlfühlbereich, es wird lebendiger. Und gleichzeitig auch ganz schön laut.
Hält man den Motor bei Laune, fährt sich der nur 919 Kilogramm leichte Swift flott und flink, im Wortsinn leichtfüßig. Die hakelige Schaltung und die mit sehr wenig Rückstellkräften arbeitende Lenkung stören da gar nicht weiter.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
4,0 s 
3,5 s 
0–100 km/h 
11,7 s 
11,4 s 
0–130 km/h 
19,3 s 
18,3 s 
0–160 km/h 
36,8 s 
37,1 s 
Elastizität
60–100 km/h (4. Gang)
11,4 s
13,8 s
60–100 km/h (5. Gang)
20,8 s
21,3 s
80–120 km/h (5. Gang)
21,2 s
25,6 s
Leergewicht/Zuladung 
1112/449 kg 
919/446 kg 
Gewichtsverteilung v./h.
62/38 % 
63/37 % 
Wendekreis links/rechts 
11,0/10,9 m 
10,3/10,5 m 
Sitzhöhe 
570 mm 
570 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
33,8 m 
37,4 m 
aus 100 km/h warm 
34,8 m 
38,5 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
61 dB(A) 
62 dB(A) 
bei 100 km/h 
68 dB(A) 
69 dB(A) 
bei 130 km/h 
72 dB(A) 
73 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
5,0 l S/100 km 
4,3 l S/100 km 
Testverbrauch
Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe)
5,5 l S/100 km
(+4 %)
5,2 l S/100 km
(+11 %)
Sportverbrauch 
7,0 l S/100 km 
6,7 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
131 g/km 
124 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
900 km 
700 km 

Passend dazu hat Suzuki ihn stramm abgestimmt, Querfugen und Ähnliches nimmt er durchaus steif und holprig. Nicht so toll sind die Bremsen: Die 38,5 Meter für den Stopp aus Tempo 100 km/h sind eindeutig zu viel. Gerade noch akzeptabel!

Beim Bremsen liegt der Dacia vorne

Der Sandero stand fast vier Meter früher: Die 34,8 Meter sind sehr ordentlich. Und ein weiterer Beleg dafür, welche Reife und Solidität Dacia inzwischen erreicht hat. Der Sandero steht ja auf der aktuellen CMF-Plattform (CMF-B) von Renault/Nissan/Mitsubishi. Kommt also nicht etwa mit gut abgehangener Technik älterer Renault-Modelle, das war früher mal.
Dacia Sandero TCe 90  Suzuki Swift 1.2 Dualjet Hybrid
Vorteil Sandero: Der Dacia kommt aus Tempo 100 fast vier Meter früher zum Stehen als der Suzuki. 34,8 Meter sind sehr ordentlich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD

Für den Antrieb ist ein 1,0-Liter-Turbo mit 91 PS zuständig. Der Dreizylinder bringt den 1,1 Tonnen wiegenden Sandero mühelos in Schwung, bei den Fahrleistungen liegt er mit dem Suzuki praktisch gleichauf – abgesehen vom viel besseren Durchzug im fünften Gang.

Sandero mit etwas mehr Verbrauch

Ein Leisetreter ist auch der Dreizylinder nicht, bei höheren Touren macht er einiges Getöse. Beim Verbrauch liegt dann der Suzuki knapp vorn, er begnügte sich im Test mit 5,2 Litern/100 km, der Sandero kam auf 5,5 Liter.
Dacia Sandero TCe 90
Etwas durstiger: Im Testdurchschnitt begnügte sich der Sandero mit 5,5 l/100 km. Der Swift kam mit 0,3 Litern weniger aus.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD

Abgestimmt hat Dacia den Sandero gemütlich bis entspannt. Mit komplett gefühlloser Lenkung, einer leichtgängigen Schaltung mit langen Wegen und kräftigen Aufbaubewegungen in schnellen Kurven. Im Vergleich fährt der Swift lebendiger und agiler – und der Dacia bringt eine kleine Prise Gelassenheit in den Alltag.
Gebrauchtwagensuche: Dacia Sandero
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In der Eigenschaftswertung liegen beide fast gleichauf, die Preise entscheiden. Und der Sandero kostet – mit der bewerteten Testausstattung – um die 4500 Euro weniger als der Swift. War ja klar – die Preise, wir sprachen darüber.

Bildergalerie

Dacia Sandero TCe 90  Suzuki Swift 1.2 Dualjet Hybrid
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Zwei Kleinwagen im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Dacia Sandero und Suzuki Swift liegen wirklich auf dem richtigen Kurs, sind preiswerte, praktische und vernünftige Kleinwagen. Bei denen der Spaß aber nicht zu kurz kommt. Der Suzuki fährt flink und flott, der Dacia gefällt mit modernem, ansehnlichem Design und seinem gelassenen Wesen.