Energiekosten für Elektroautos deutlich günstiger als für Verbrenner
Stromkosten 2025 nur halb so hoch wie Sprit für Verbrenner

Strom fürs Elektroauto kostete im vergangenen Jahr im Schnitt nur halb so viel wie Benzin für den Verbrenner, hat ein Vergleichsportal ermittelt. Diesel-Autos fuhren rund ein Drittel teurer. Es gab jedoch eine wichtige Bedingung.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Wie fühlte sich der Strompreis im vergangenen Jahr an? Zweifellos nicht mehr so teuer wie Mitte 2022, unmittelbar nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine – aber dennoch auf hohem Niveau. So jedenfalls empfinden es viele Verbraucher. Tatsächlich kostete die Kilowattstunde Strom in Deutschland 2025 für Bestandskunden durchschnittlich 34,6 Cent, wie das Vergleichsportal Verivox errechnet hat. Vor Ende 2021 war Strom damit noch nie so teuer gewesen.
Dennoch war das vergangene Jahr für Elektroautos vergleichsweise günstig. Wer ein Mittel- oder Oberklasse-Elektroauto fuhr, zahlte bei einer Jahresfahrleistung von 12.000 Kilometern mehr als die Hälfte weniger an Energiekosten als mit einem vergleichbar großen Benziner.
Maßstab: Mittel- und Oberklasse-Autos
So hat Verivox gerechnet: Als Grundlage diente der durchschnittliche Stromverbrauch von Mittel- und Oberklasse-Elektroautos wie VW ID.7 oder BMW i4 von 16,86 kWh pro 100 Kilometer. Daraus ergeben sich bei dem genannten Strompreis rechnerische Kosten von 5,86 Euro je 100 Kilometer. Bei einer Jahresfahrleistung von 12.000 Kilometern summieren sich die Energiekosten damit auf rund 703 Euro.

Als Grundlage für die Berechnung dienten die gemittelten Verbrauchsangaben von Mittel- und Oberklasseautos. Das entspricht in etwa dem VW ID.7.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Benziner der gleichen Fahrzeugklasse verbrauchen im Durchschnitt (laut Verivox) 7,9 Liter auf 100 km. Bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von 1,688 Euro pro Liter übers Jahr kosteten 100 km im Mittel 13,34 Euro. Damit summieren sich die Energiekosten bei einer Jahresfahrleistung von 12.000 km auf rund 1600 Euro – mehr als doppelt so viel wie beim Elektroauto.
Dieselantrieb war rund ein Drittel teurer
Beim Diesel fällt die Differenz bei den reinen Energiekosten weniger deutlich aus, da der Kraftstoff im Jahresverlauf mit durchschnittlich 1,611 Euro pro Liter günstiger war – spürbar bleibt sie dennoch. Ein durchschnittlicher Verbrauch von 5,2 Litern auf 100 Kilometer führt bei einer Jahresfahrleistung von 12.000 Kilometern zu Energiekosten von rund 1005 Euro.

Wer das Elektroauto mit Gleichstrom an einer öffentlichen Ladesäule betankt, muss deutlich höhere Energiekosten berappen.
Bild: BMW AG
Auch für Klein- und Kompaktwagen hat Verivox die jeweiligen Energiekosten berechnet. Demnach verbrauchen Elektroautos dieser Klassen im Schnitt 15,9 kWh pro 100 Kilometer, während vergleichbare Verbrenner auf 6,0 Liter Super E10 beziehungsweise 4,8 Liter Diesel kommen (WLTP-Durchschnittswerte). Auch hier fuhren Elektroautos 2025 günstiger – wenngleich mit geringerem Abstand: Die Energiekosten lagen 45 Prozent unter denen von Benzinern und 29 Prozent unter denen von Dieselmodellen.
Wer das E-Auto öffentlich lädt, zahlt drauf
Deutlich teurer wird es für alle, die den Akku weder zu Hause noch am Arbeitsplatz günstig laden können. Wer auf öffentliches Laden angewiesen ist, zahlt mancherorts mehr als das Doppelte. Verivox trägt diesem Umstand Rechnung und setzt für diese Fälle einen durchschnittlichen Strompreis von 52 Cent pro Kilowattstunde beim Wechselstromladen (AC) beziehungsweise 60 Cent beim schnellen Gleichstromladen (DC) an.
Dann ist für viele der finanzielle Vorteil dahin. Der Dieselantrieb ist – bezogen auf die reinen Energiekosten – so gerechnet bis zu fünf Prozent günstiger als der Elektroantrieb: Die jährlichen Stromkosten lagen hier bei rund 1052 Euro, beim DC-Schnellladen sogar bei etwa 1214 Euro. Gegenüber Benzin bleibt der Elektroantrieb mit öffentlichem AC-Laden zwar günstiger, doch der Vorsprung schrumpft auf rund ein Drittel (34 Prozent).
Beim teuren Schnellladen lag der Preisvorteil gegenüber dem Benzinantrieb bei nur noch 24 Prozent. Diesel war entsprechend sogar ein Fünftel (21 Prozent) günstiger. Unter diesen Voraussetzungen lohnt sich ein Elektroauto weniger. Allerdings ist zu berücksichtigen: Verglichen wurden ausschließlich die Energiekosten. Bezieht man weitere Aufwendungen für Kauf, Steuern, Versicherung und Wartung hinzu, schwingt das Pendel beim Kosten-Verhältnis zwischen E-Auto und Verbrenner in Richtung Elektroauto.
Verivox griff für die Berechnung auf mehrere Quellen zurück: Basis der Ladestrompreise waren Erhebungen des Ökostromanbieters LichtBlick. Die durchschnittlichen Benzin- und Dieselpreise von 2025 stammen vom ADAC. Die Verbrauchswerte entnahm Verivox dem Energiekostenvergleich des Bundeswirtschaftsministeriums, der auf der internationalen Messgröße WLTP basiert.
Fazit
Der Vergleich ist bemerkenswert, gerade weil er hinkt: Niemand wird den Autokauf nur auf Grundlage von Energiekosten entscheiden. Dennoch setzen schon diese ein deutliches Gewicht zugunsten von Elektroautos – sofern man an der eigenen Wallbox Strom zapfen kann. Rechnet man zusätzlich die Kfz-Steuer (bis 2035 befreit, danach günstig) und die niedrigeren Wartungskosten ein, sollte die Wahl leicht fallen. Dumm nur, dass längst nicht alle Menschen zu Hause laden können. Und dann sieht die (finanzielle) Sache leider ganz anders aus.
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