Im Handelsstreit mit der EU akzeptiert China eine Drosselung seiner Exporte von Hybridautos nach Europa. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll die Zahl der aus China in die EU importierten Hybrid-Pkw im Jahr 2027 die Marke von 350.000 Fahrzeugen nicht übersteigen. Die Übereinkunft soll ‌vier Jahre lang gelten, zugleich sei ‌eine jährliche Steigerung von sechs Prozent vereinbart worden.
Erste Maßnahmen zur Begrenzung des Imports von Hybriden ‌seien ab Anfang ⁠Dezember 2026 zu ⁠erwarten. Konkret erklärte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic, im Fall der Hybrid- und Plug-in-Hybridautos werde sich die Zahl der von China nach Europa exportierten Fahrzeuge über die kommenden vier Jahre um "einige Millionen Fahrzeuge" reduzieren.

Jeder dritte Plug-in-Hybrid aus China

Die Regelung könnte für die deutschen Autobauer den Druck durch die chinesische Konkurrenz etwas senken: Hybride sind inzwischen das größte Marktsegment in der EU. Im August waren mehr als 44 Prozent der neu zugelassenen Autos Hybride oder Plug-in-Hybride – also Autos, die einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und einer Batterie kombinieren, teils auch mit Ladeanschluss (Plug-in-Hybride).
BYD Seal U DM-i
Der BYD Seal U DM-i war mit 1867 Fahrzeugen im September 2026 der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Deutschland.
Bild: Hersteller
Wie bei reinen Elektroautos – die inzwischen Einfuhrzöllen unterliegen – haben chinesische Hersteller auch im Hybrid-Segment in Europa zugelegt. Im zweiten Quartal 2026 war jeder dritte verkaufte Plug-in-Hybrid in Europa von einem chinesischen Hersteller, meistverkaufter Plug-in-Hybrid in Deutschland war im September der BYD Seal U DM-i. Zusätzlich drücken chinesische Hersteller mit kräftigen Rabatten auf den Markt – Experten sprechen von einem "Preiskrieg".

EU will Handelsdefizit ausgleichen

Die Ergebnisse der Verhandlungen würden nun EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und den EU-Mitgliedstaaten vorgelegt, sagte Sefcovic. Dort liege die finale Entscheidung. Die EU führte im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 360 Milliarden Euro mehr aus China ein als sie dorthin exportierte.
Unternehmen wie VW, aber auch die niedersächsische Landesregierung hatten gefordert, dass die EU Importzölle auf chinesische Hybride wie bei den E-Autos verhängen sollte. Brüssel wirft Peking vor, mit staatlichen Subventionen für die eigene Autobranche für unfairen Wettbewerb zu sorgen. China warnt dagegen vor protektionistischen Maßnahmen der EU.