Gebrauchtwagen Fiat Panda 4x4 II (ab 2004)

Die kleine Bergziege

Der ultrakompakte Fiat ist sehr zuverlässig und hält verblüffend lange durch. Dennoch gibt es Problemzonen, auf die man achten sollte. Etwa auf defekte Stoßdämpfer, Korrosionsprobleme, Ölverlust und rostanfällige Auspuffanlagen.
Ein mutiges Minimalauto ist der aktuelle und seit 2003 angebotene Panda nicht mehr. Er bietet erheblich mehr Komfort und Sicherheit als der Ur-Panda, der von Stardesigner Giorgio Giugiaro gezeichnet und von 1983 an unglaubliche 20 Jahre lang als rustikale Allradversion verkauft wurde. Während der Ur-Panda 4x4 noch mit rostendem Dünnblech, ABS-losen Bremsen und schlicht zuschaltbarem Hinterradantrieb schwere Zugeständnisse bei Sicherheit und Komfort verlangte, fühlt man sich im im polnischen Fiat-Werk Tichy produzierten Panda II (intern Tipo 169) auch im heutigen Verkehr gut aufgehoben. Das liegt auch am erstaunlichen Raumangebot auf nur 3,58 Meter Länge. Selbst auf der Rücksitzbank nehmen Erwachsene Platz, ohne zu murren; der Gepäckraum fällt dann allerdings mit nur 200 Liter Fassungsvermögen klein aus. 

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Der kleine 1.3-Turbodiesel mit vier Zylindern hat ein Turboloch, hält aber auf Dauer gut durch.

Den Lesern dient der Allrad-Panda meist als Zweitwagen (82 Prozent). Es gibt aber auch hartgesottene Vielfahrer; einer beispielsweise spult pro Jahr 43.000 Kilometer mit seinem Panda Cross ab. Nicht der Federungskomfort schränkt die Langstreckentauglichkeit des Fiat ein, sondern das störend hohe Geräuschniveau. Dafür loben die Besitzer die erstaunliche Geländetauglichkeit. Das relativ geringe Gewicht hilft vor allem auf rutschigem und verschneitem Untergrund. Nur die Bodenfreiheit ist zu knapp bemessen. Zentrale Schwachstelle des Panda ist die vordere Radaufhängung; sie verschleißt überdurchschnittlich schnell. Dabei spielt es den Lesererfahrungen zufolge jedoch überhaupt keine Rolle, ob der Panda auch im Gelände bewegt wird. Im Übrigen besteht bei den Frontantriebs-Panda offenbar ein ähnliches Problem. Für nicht wenige Besitzer ist deshalb bereits der erste Termin für die Hauptuntersuchung nach drei Jahren ein Schock. Denn bei der Prüfung kommt übermäßiger Verschleiß an den Koppelstangen des Stabilisators und den Traggelenken ans Licht. Selbst Wenigfahrer können sich da nicht beruhigt zurücklehnen, wie die Lesererfahrungen zeigen.

Die Vorderachse bereitet auffällig häufig Probleme

Die Vorderachse ist der zentrale Schwachpunkt aller Panda, auch der Frontantriebsmodelle.

Es gibt Pandas, bei denen bereits nach drei Jahren, aber nur 25.000 Kilometer Laufleistung bei der Hauptuntersuchung die Vorderachse moniert wird. Vorzeitig defekte Stoßdämpfer komplettieren das düstere Bild von der vorderen Radaufhängung. Hier scheint es Korrosionsprobleme mit den Kolbenstangen der Dämpfer zu geben, die zu erhöhter Reibung, Ölverlust oder gar zum Bruch des Dämpfers führen können. Noch dazu sind die Dämpfer vergleichsweise teuer. Gerade bei Wenigfahrern beanstanden die TÜV-Prüfer oft schon bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren die mangelhafte Wirkung der vorderen Bremsen. Bei Vielfahrern tritt dieses Problem wesentlich seltener in Erscheinung. Bliebe abschließend noch, die rostanfällige Auspuffanlage zu erwähnen. Damit sind die Problemzonen aber auch schon abgehakt. Richtig teure Aggregate wie Motor, Getriebe oder Allradantrieb halten lange durch. Einige Besitzer haben bereits mehr als 200.000 Kilometer abgespult. Ab und an eine Reparatur an der berüchtigten vorderen Radaufhängung, dann und wann die vorderen Bremsen erneuert, aber das war es dann auch schon.
Unterm Strich sind die Panda- 4x4-Besitzer recht zufrieden. In erster Linie kritisieren sie das hohe Geräuschniveau und den kleinen Gepäckraum, beim 1,2-Liter-Benziner auch die geringe Durchzugskraft. Die Fiat-Werkstätten erhalten sehr gute Noten. Neun von zehn Panda-Besitzern sind zufrieden, auch mit dem durchschnittlichen Inspektionspreis von 380 Euro. Insofern verwundert auch die hohe Wiederkaufquote nicht. Panda-4x4-Fahrer haben zuvor die unterschiedlichsten Allradfahrzeuge besessen. Von entnervten Land-Rover-Fahrern bis zu Umsteigern aus VW Golf 4Motion ist alles dabei. Und immerhin 56 Prozent wollen auch beim nächsten Kauf wieder einen Allrad-Panda nehmen. Unter den Vorderachs-Geplagten gibt es aber Umsteigwillige: auf Toyota Urban Cruiser oder Skoda Yeti.

Auch als Benziner zu haben: der Allrad-Panda ohne Cross

Den Unterschied zum oben gezeigten Panda Cross machen die Reifen in 185/65 R 14 statt 175/65 R 15 aus, zudem die anderen Leuchten und Stoßfänger. Die Differenz bei der Geländetauglichkeit ist jedoch nicht groß, da die Bodenfreiheit nur minimal geringer ist. Der normale Panda 4x4 ist erheblich billiger, oft aber auch mit weniger Extras bestückt.

Praxistipp: Panda 4x4 prüfen

• Wegen des übermäßigen Verschleißes an der Vorderachse sollte man einen Panda nur mit frischer HU-Plakette kaufen. Denn damit ist eine Prüfung der Vorderachse verbunden.
• Für die vorderen Bremsen gilt das Gleiche: Bei der Hauptuntersuchung fällt die häufig zu schwache Wirkung auf, gerade bei Panda, die wenig gefahren werden.

Die Konkurrenten

Wer einen Diesel will, hat kaum Alternativen zum Allrad-Panda. Beim Benziner schon: Ein Suzuki Ignis 1.3 (94 PS) wird immerhin zehn Prozent billiger gehandelt als ein entsprechender Panda 4x4 1.2 mit nur 60 PS. Ähnlich schmal wie der Fiat, aber länger und geräumiger ist der Daihatsu Terios I bis 2006: Er ist allerdings zehn Prozent teurer als der Fiat.

Autor: Martin Braun

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