Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance: Test
Watt ein Wagen: Elektro-SUV Ioniq 9 beeindruckt mit Kraft und Größe
Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance im Test
Der Hyundai Ioniq 9 ist der größte Stromer der Marke. AUTO BILD hat das mächtige E-SUV in der stärksten Allradversion mit 428 PS getestet.
Bild: Hyundai Ioniq 9
Drei Sitzreihen sind Serie, wahlweise ist die zweite mit Relax-Sitzen zu haben – mit Beinauflage im Stile eines Transatlantikfliegers – oder mit drehbaren Swivel Seats, die gehandicapten Passagieren den Einstieg erleichtern dürften (jeweils 1000 Euro extra).
Ioniq 9 macht sich richtig groß
Die Breite von 1,98 m erschwert die Parkplatzsuche, die Länge von 5,06 m sprengt Garagen-Normen. Schon die Variabilität des Autos signalisiert: mehr Van als SUV. So ist etwa die Mittelkonsole um 19 Zentimeter längs verschiebbar – nicht gewichtstreibend elektrisch wie im Nissan Ariya, sondern mechanisch.

Elektro-Trumm: Der Hyundai Ioniq 9 macht sich 1,98 Meter breit und streckt sich bei 3,13 Metern Radstand auf 5,06 Meter.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Ist die Konsole nach hinten gefahren, entsteht ein luftig-wohnzimmerähnlicher Eindruck. Und stets sind sechs USB-C-Buchsen über die Kabine verteilt. Trotz der aerodynamischen Form bietet der Koreaner nach dem Plätten der Sitzreihen drei und zwei 2494 Liter Ladevolumen, zuzüglich 52 Liter Frunk vorn.
Fahrzeugdaten
Modell | Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance |
|---|---|
Motor/Bauart | je ein Elektromotor vorn und hinten |
Spitzenleistung ges. | 315 kW (428 PS) |
Systemdrehmoment | 700 Nm |
Batteriekapazität | 110,3 kWh |
Ladeleistung (AC/DC) | 11/233 kW |
DC-Ladezeit (10-80 %) | 24 Minuten |
0-100 km/h | 5,2 s |
Vmax | 200 km/h |
Testverbrauch | 20,8 kWh/100 km |
Reichweite | 565 km |
Länge/Breite/Höhe | 5060/1980/1790 mm |
Radstand | 3130 mm |
Bodenfreiheit | 174 mm |
Dachlast | 100 kg |
Kofferraumvolumen | 338-908-2494 l |
Leergewicht | 2747 kg |
Zuladung | 573 kg |
Anhängelast | 2500 kg |
Garantie | 5 Jahre |
Preis | ab 86.750 Euro |
Der 110-kWh-Akku (Serie) vom koreanischen Zulieferer SK On lässt sich flott wieder füllen: Die angegebenen 233 kW Maximal-Ladeleistung hält auch er nur kurz durch, aber die von uns abgelesene Durchschnitts-Ladeleistung von 174 kW liegt ebenfalls weit über dem Durchschnitt.
Performance-Paket für noch mehr Dampf
Ist der reguläre Allradler mit 307 PS schon kein Langweiler (0–100 km/h in 6,7 Sekunden), so ist er mit Performance-Paket (428 PS) richtig schnell: 0–100 km/h in 5,2 Sekunden. Wobei das hohe Gewicht den Eindruck heftiger Spurtkraft subjektiv etwas relativiert.

Erstaunlich spurtstark: Als Performance-Modell mit Allrad geht der 2,7 Tonnen schwere Ioniq 9 in 5,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Angesichts der oberklassigen Doppelverglasung erwartet man ein flüsterleises Auto. An unserem Vorserien-Exemplar traten aber ab 140 km/h Windgeräusche auf. Auf Kopfsteinpflaster hingegen ist er sehr leise, trotz all des Rappelpotenzials im Innenraum.
Eine Akkuladung für weit über 500 Kilometer
Sehr entspannend gerade auf Langstrecken ist der Adaptiv-Tempomat mit Verkehrszeichenübernahme, die aber erst ab 80 km/h arbeitet. Weniger euphorisch als der niedrige Gesamt-Testverbrauch von 20,8 kWh/100 km stimmt der Autobahn-Testverbrauch bei konstant 130 km/h: 27,5 kWh/100 km – was aber noch immer eine Reichweite von 401 Kilometern ergibt.

Sehr ordentlich: Bei einem Testverbrauch von 20,8 kWh auf 100 Kilometer reicht der 110,3 kWh große Akku für 565 Kilometer.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das von Hyundai verwendete 800-Volt-Bordsystem lässt die Zeit, die ein Langstreckenfahrer an der Schnellladesäule verbummeln muss, von den üblichen 35 Minuten (10 bis 80 Prozent) bei kleineren Stromern auf die Hälfte schrumpfen. Beim Ioniq 9 aber ist der Akku so groß, dass man bis 80 Prozent doch wieder 24 Minuten braucht. Schade, dass er die stärkeren 22-kW-Wallboxen nicht ausschöpfen kann. An der 11-kW-Stromquelle dauert's so volle zehn Stunden von zehn auf 100 Prozent.
Eher Firmen- als Familienwagen
Als Reiseauto für die Familie wäre er eine Top-Besetzung, aber angesichts einer Monats-Leasingrate von 599 Euro ist er für die meisten Familien zu teuer. Der Ioniq 9 ist preislich oberhalb des Konzernbruders Kia EV9 (ab 63.199 Euro) angesiedelt. Der Startpreis liegt bei 68.500 Euro für den 218 PS starken Hecktriebler, Allrad ab 81.500 Euro.

Teuer: Den Hyundai Ioniq 9 als 218 PS starken Hecktriebler gibt es ab 68.500 Euro. Mit 428 PS und Allrad werden 81.500 Euro fällig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Serie sind Wärmepumpe, Niveauregulierung hinten, E-Heckklappe, Einparkhilfe vorn und Rückfahrkamera. Zum Vergleich: Der lange VW ID.Buzz legt bei 62.900 Euro los, Reichweite und Ladeleistung sind aber unterlegen. Teuer sind auch die Kaskoklassen (TK 28, VK 29). Die Garantie: fünf Jahre ohne Kilometerlimit, acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf die Batterie.
Service-Links




















