Beinahe amerikanisch einschüchternd tritt Hyundais größter Stromer auf. Dabei bedeckt der Ioniq 9 nur minimal mehr Fläche als ein BMW 5er Touring. Wegen der 1,79 Meter Höhe entsteht aber ein riesig voluminöser Eindruck.

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Drei Sitzreihen sind Serie, wahlweise ist die zweite mit Relax-Sitzen zu haben – mit Beinauflage im Stile eines Transatlantikfliegers – oder mit drehbaren Swivel Seats, die gehandicapten Passagieren den Einstieg erleichtern dürften (jeweils 1000 Euro extra).

Ioniq 9 macht sich richtig groß

Die Breite von 1,98 m erschwert die Parkplatzsuche, die Länge von 5,06 m sprengt Garagen-Normen. Schon die Variabilität des Autos signalisiert: mehr Van als SUV. So ist etwa die Mittelkonsole um 19 Zentimeter längs verschiebbar – nicht gewichtstreibend elektrisch wie im Nissan Ariya, sondern mechanisch.
Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance
Elektro-Trumm: Der Hyundai Ioniq 9 macht sich 1,98 Meter breit und streckt sich bei 3,13 Metern Radstand auf 5,06 Meter.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Ist die Konsole nach hinten gefahren, entsteht ein luftig-wohnzimmerähnlicher Eindruck. Und stets sind sechs USB-C-Buchsen über die Kabine verteilt. Trotz der aerodynamischen Form bietet der Koreaner nach dem Plätten der Sitzreihen drei und zwei 2494 Liter Ladevolumen, zuzüglich 52 Liter Frunk vorn.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor/Bauart
je ein Elektromotor vorn und hinten
Spitzenleistung ges.
315 kW (428 PS)
Systemdrehmoment
700 Nm
Batteriekapazität
110,3 kWh
Ladeleistung (AC/DC)
11/233 kW
DC-Ladezeit (10-80 %)
24 Minuten
0-100 km/h
5,2 s
Vmax
200 km/h
Testverbrauch
20,8 kWh/100 km
Reichweite
565 km
Länge/Breite/Höhe
5060/1980/1790 mm
Radstand 
3130 mm
Bodenfreiheit
174 mm
Dachlast
100 kg
Kofferraumvolumen
338-908-2494 l
Leergewicht
2747 kg
Zuladung
573 kg
Anhängelast
2500 kg
Garantie
5 Jahre
Preis
ab 86.750 Euro
Der 110-kWh-Akku (Serie) vom koreanischen Zulieferer SK On lässt sich flott wieder füllen: Die angegebenen 233 kW Maximal-Ladeleistung hält auch er nur kurz durch, aber die von uns abgelesene Durchschnitts-Ladeleistung von 174 kW liegt ebenfalls weit über dem Durchschnitt.

Performance-Paket für noch mehr Dampf

Ist der reguläre Allradler mit 307 PS schon kein Langweiler (0–100 km/h in 6,7 Sekunden), so ist er mit Performance-Paket (428 PS) richtig schnell: 0–100 km/h in 5,2 Sekunden. Wobei das hohe Gewicht den Eindruck heftiger Spurtkraft subjektiv etwas relativiert.
Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance
Erstaunlich spurtstark: Als Performance-Modell mit Allrad geht der 2,7 Tonnen schwere Ioniq 9 in 5,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Angesichts der oberklassigen Doppelverglasung erwartet man ein flüsterleises Auto. An unserem Vorserien-Exemplar traten aber ab 140 km/h Windgeräusche auf. Auf Kopfsteinpflaster hingegen ist er sehr leise, trotz all des Rappelpotenzials im Innenraum.

Eine Akkuladung für weit über 500 Kilometer

Sehr entspannend gerade auf Langstrecken ist der Adaptiv-Tempomat mit Verkehrszeichenübernahme, die aber erst ab 80 km/h arbeitet. Weniger euphorisch als der niedrige Gesamt-Testverbrauch von 20,8 kWh/100 km stimmt der Autobahn-Testverbrauch bei konstant 130 km/h: 27,5 kWh/100 km – was aber noch immer eine Reichweite von 401 Kilometern ergibt.
Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance
Sehr ordentlich: Bei einem Testverbrauch von 20,8 kWh auf 100 Kilometer reicht der 110,3 kWh große Akku für 565 Kilometer.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das von Hyundai verwendete 800-Volt-Bordsystem lässt die Zeit, die ein Langstreckenfahrer an der Schnellladesäule verbummeln muss, von den üblichen 35 Minuten (10 bis 80 Prozent) bei kleineren Stromern auf die Hälfte schrumpfen. Beim Ioniq 9 aber ist der Akku so groß, dass man bis 80 Prozent doch wieder 24 Minuten braucht. Schade, dass er die stärkeren 22-kW-Wallboxen nicht ausschöpfen kann. An der 11-kW-Stromquelle dauert's so volle zehn Stunden von zehn auf 100 Prozent.

Eher Firmen- als Familienwagen

Als Reiseauto für die Familie wäre er eine Top-Besetzung, aber angesichts einer Monats-Leasingrate von 599 Euro ist er für die meisten Familien zu teuer. Der Ioniq 9 ist preislich oberhalb des Konzernbruders Kia EV9 (ab 63.199 Euro) angesiedelt. Der Startpreis liegt bei 68.500 Euro für den 218 PS starken Hecktriebler, Allrad ab 81.500 Euro.
Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance
Teuer: Den Hyundai Ioniq 9 als 218 PS starken Hecktriebler gibt es ab 68.500 Euro. Mit 428 PS und Allrad werden 81.500 Euro fällig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Serie sind Wärmepumpe, Niveauregulierung hinten, E-Heckklappe, Einparkhilfe vorn und Rückfahrkamera. Zum Vergleich: Der lange VW ID.Buzz legt bei 62.900 Euro los, Reichweite und Ladeleistung sind aber unterlegen. Teuer sind auch die Kaskoklassen (TK 28, VK 29). Die Garantie: fünf Jahre ohne Kilometerlimit, acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf die Batterie.

Bildergalerie

Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance
Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance
Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance
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Hyundai Ioniq 9 Allrad Performance im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Der riesige Ioniq 9 zielt klar auf den US-Markt, wo er dem VW ID.Buzz aus Gründen das Leben schwer macht: Die Eckdaten wie Reichweite und Ladetempo sind überlegen. Billiger ist er leider nicht, im Gegenteil. Wegen des Preises eher etwas für Firmen als für Familien. AUTO BILD-Testnote: 2