Hyundai Tucson Hybrid im Test

Hyundai Tucson Hybrid im Test

Hyundai Tucson (2020): Test, Motor, Preis, Hybrid

Der neue Hyundai Tucson wird dem VW Tiguan gefährlich

Hyundai hat den Tucson neu erfunden. AUTO BILD macht eine erste Testfahrt mit dem koreanischen Kompakt-SUV als Hybridmodell mit 230 PS.
Bislang war der Hyundai Tucson eher was für Vernünftige, tat optisch nicht weh, war gut und günstig, fünf Jahre Garantie. Die vierte Generation macht jetzt einiges anders. Schauen wir ihr mal in die Augen: riesiger Kühler, Licht und Grill gehen ineinander über. Sind die LED-Leuchten des Tagfahrlichts aus, integrieren sie sich in den Grill. Sind sie an, werden die teilverspiegelten Lichter sichtbar. Und an der Seite ist der Kerl jetzt auf Kante genäht, in den Türen erkennen wir vorn und hinten ein Z, die Radhäuser sind nicht mehr rund, sondern eckig. Auf jeden Fall steht der neue Tucson stämmig da, fast schon kraftvoll-brachial. Erst recht mit 19-Zöllern

Hyundai setzt auf reine Touch-Mittelkonsole

Aufgeräumt: Im Tucson 2020 gibt es keine Knöpfe, das Infotainment ist in die Mittelkonsole gewandert.

©Hyundai Motor

Er ist um zwei Zentimeter auf 4,50 Meter gewachsen, hat in der Breite zugelegt, aber nur marginal in der Höhe. Mal sehen, wie das bei den meist älteren Kunden ankommt. Und mal sehen, was sie zum Innenraum sagen. Bislang haben sie den Touch-Bildschirm oben auf den Armaturenträger montiert, also schön im Sichtfeld. Jetzt ist alles eine Etage tiefer gerutscht, integriert in eine reine Touch-Mittelkonsole. Oben Navi, darunter Klima-Einheit, aber keine Knöpfe und Drehregler mehr. Leider auch nicht für laut und leise, dafür müssen wir jetzt tippen, das kann Skoda besser. Doof auch, dass die Ablagen in den Türen nicht mit Filz ausgelegt sind und die Koreaner in den Cupholdern soften Kunststoff eingespart haben, hier wird der Schlüssel hin- und herfliegen.

Mit der starken Antriebseinheit kann man viel Spaß haben

Als Hybride liefert der Tucson 230 PS und 350 Nm. Das reicht für 8,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100.

©Hyundai Motor

Wollen wir meckern? Nee, erstens, weil die Sprachbedienung besser funktioniert als bei vielen Konkurrenzmodellen: Ziel ansagen, zwei Sekunden warten, losfahren. Zweitens ist Ein- und Aussteigen vor allem auf den hinteren Plätzen ein Vergnügen, so viel Bein- und Kopffreiheit, so viel Raumgefühl. Und drittens ist der Kofferraum gewachsen, je nach Antriebsstrang um 33 bis 107 Liter, bis zu 620 Liter als Fünfsitzer und 1799 Liter bei dreifach umgelegter Rückbank sind eine Ansage. Jetzt müsste die Koreaner die Seiten nur noch mit Teppich statt mit kratzempfindlichem Kunststoff auskleiden. Unser Testwagen ist ein Tucson Hybrid, einer ohne Stecker, also ohne E im Kennzeichen, der Plug-in kommt erst im Frühling 2021 mit 265 PS. Wir nehmen den Hybrid mit 230 PS Systemleistung, der aus einem 1.6er-Turbobenziner und einem 60-PS-Elektromotor und einer 1,49-kWh-Batterie besteht, 350 Nm abliefert und damit eine Menge Fahrspaß.

Das Fahrwerk haben die Koreaner richtig gut abgestimmt

Beeindruckend: Der Tucson zeigt wenig Wankaufbau, aber guten Komfort, die Lenkung ist verbindlich.

©Hyundai Motor

Sie haben die Sechsstufenautomatik so wunderbar mit dem Elektrosystem verschliffen, dass du es fast nicht merkst, wenn nach dem elektrischen (ruckelfreien!) Anfahren der Verbrenner übernimmt. Auch in Sachen Fahrwerk und Lenkung setzt Hyundai neue Maßstäbe. Das Auto fährt ziemlich deutsch, die Lenkung ist leichtgängig, exakt, gibt eine gute Rückmeldung. Das Fahrwerk hat uns richtig beeindruckt: wenig Wankaufbau, dafür guter Komfort selbst mit 19-Zoll-Alus. Mensch, Hyundai wächst über sich hinaus! Günstig ist das alles nicht mehr. Der 1.6er-Turbobenziner mit 150 PS startet bei 26.124 Euro, es gibt ihn aber nur in Rot und ohne Zubehör. Wenn es der 230-PS-Hybrid sein soll, empfehlen wir die Trend-Ausstattung. So kostet der Fronttriebler knappe 38.000 Euro. Klingt viel, dafür ist da aber auch schon (fast) alles drin, was glücklich macht, also Navi, Sitzheizung vorn, Lenkradheizung, Parkpiepser, 18-Zoll-Alus. Übrigens: Nach unserer Testfahrt standen auf dem Bordcomputer glatte sechs Liter Verbrauch. Und das bei bei einem 230-PS-SUV mit Turbobenziner. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)
Das Fazit: Geht's dem VW Tiguan jetzt ans Blech? Ja, denn Hyundai hat den Tucson ganz neu gedacht, setzt bei den Motoren auf 48-Volt-Bordnetz oder auf Hybride. Das SUV fährt klasse, hat viel Platz, gute Ausstattung – und fünf Jahre Garantie. AUTO BILD-Testurteil: 2+
Technische Daten Hyundai Tucson 1.6 HEV 4WD • Motor: Vierzylinder, Turbo, Hybrid, vorn quer • Hubraum: 1598 cm³ • Systemleistung: 169 kW (230 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment: 350 Nm bei 1500/min • Antrieb: Allradantrieb, Sechsstufenautomatik • Länge/Breite/Höhe: 4500/1865/1650 mm • Leergewicht 1709 kg • Kofferraum: 620-1799 l • 0-100 km/h: 8,3 s • Vmax: 193 km/h • Verbrauch: 5,6 l/100 km (WLTP) • Abgas CO2: 127 g/ km (WLTP) • Preis: ab 36.457 Euro.

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Autor:

Fotos: Hyundai Motor

Stichworte:

SUV Allradantrieb

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