Fürs Verreisen im E-Auto oder auf Fernfahrten ist eine hohe Ladegeschwindigkeit entscheidend. Bislang war in Deutschland beim sogenannten HPC-Laden (400 kW Ladeleistung) nach oben Schluss. Der Schnellladeanbieter Ionity plant jetzt mit neuartigen Ladestationen im Megawatt-Bereich: In der zweiten Jahreshälfte 2025 werden an ersten Standorten spezielle Ladesäulen aufgestellt, die das Laden mit 600 kW erlauben.
Damit wird es möglich sein, geeignete Elektromobile in unter acht Minuten für weitere 300 Kilometer Fahrt aufzuladen. Dies werden in der Regel Fahrzeuge sein, die auf einer 800-Volt-Plattform stehen und solch eine hohe Ladeleistung verarbeiten können. Die fahrzeugseitige Schnellladefähigkeit ist entscheidend dafür, ob mit diesem hohen Tempo geladen werden kann. Es wären in Deutschland die ersten Schnellladestationen, die in den Megawattbereich tendieren.

Vergleich der HPC-Stationsbetreiber

Testsieger/Größtes Schnellladenetz
Günstigster Ladetarif
Höchste Ladeleistung
Geringstes Wartezeitrisiko
Größter Nutzerkomfort
Zuverlässigstes Schnellladen
Günstigster Ad-hoc-Preis
EnBW
EnBW mobility+
EWE
EWE Go
Ionity
Ionity
Citywatt
Citywatt
Aral
Aral Pulse
Shell
Shell Recharge
Allego
Allego
E.ON Drive
E.on
Fastned
Fastned
Vattenfall
Vattenfall
Mer
Mer
Pfalzwerke
Pfalzwerke
Total Energies
Total Energies
Tesla
Tesla Supercharger (Teslafahrer)1
Tesla
Tesla Supercharger (Fremdmarken)
sehr gut
befriedigend
befriedigend
ausreichend
gut
gut
gut
befriedigend
ausreichend
ausreichend
ausreichend
befriedigend
ausreichend
gut
gut
gut
gut
befriedigend
sehr gut
befriedigend
gut
befriedigend
befriedigend
befriedigend
sehr gut
befriedigend
ausreichend
ausreichend
sehr gut
sehr gut
gut
gut
sehr gut
gut
gut
befriedigend
befriedigend
gut
sehr gut
befriedigend
gut
gut
gut
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78/100
71/100
71/100
70/100
69/100
69/100
67/100
67/100
66/100
66/100
64/100
64/100
60/100
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1In diesem Check ist das Tesla-Angebot nur bedingt vergleichbar, da die Konditionen nur für Tesla-Fahrer und Fahrerinnen gelten und fürs Laden ein Vertrag vorliegt

Gerade erst hat der chinesische Akkuhersteller CATL einen Akku vorgestellt, der sich in der Spitze mit bis zu 1,3 Megawatt laden lässt. Damit zeigt sich auf der Akkuseite, dass Industrie und Technik bereit sind für ultraschnelles Laden. Auch die Liste der Autos, die sich superschnell laden lassen, wird immer länger.
Nun stellt Ionity, ein Zusammenschluss von BMW und Mini, Ford, Hyundai, Mercedes, VW mit Audi und Porsche sowie dem Finanzinvestor BlackRock, spezielle Ladesäulen auf. Der Schnellladeanbieter setzt künftig für sein Netzwerk auf Ladegeräte vom Typ HYC1000 des renommierten Herstellers Alpitronic.
Bereits jetzt erlaubt eine ganze Reihe von Anbietern das Schnellladen mit bis zu 400 kW. Zu ihnen gehören neben Ionity auch Aral Pulse und EnBW. Mit einer voraussichtlichen Ladeleistung von 600 kW würde sich Ionity an die Spitze der Anbieter setzen.

Schnellladen reduziert die Wartezeit bei Fernreisen

Der Ausbau des Schnellladenetzes an Fernstraßen gilt als entscheidend für den Ausbau der Elektromobilität in Europa und insbesondere in Deutschland. Gerade in Urlaubs- und Spitzenzeiten kann es zu Engpässen an hochfrequentierten Ladeparks kommen. Wenn das Tempo beim Laden erhöht wird, reduziert sich die individuelle Ladezeit, die jeweilige Ladestation wird schneller wieder frei. Nebenbei verringert sich auch die Wartezeit für die Elektromobilisten am Ladepunkt.
Laut Ionity werden die ersten der ultraschnellen Ladestationen ab Mai 2025 auf dem firmeneigenen Testgelände bei München getestet und später flächendeckend eingesetzt. Aktuell betreibt der Anbieter 700 Ladeparks mit rund 4800 Ladepunkten in 24 europäischen Ländern.