Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI: Test
K4 Sportswagon im Test: Kia kämpft für den Kombi

Der Kia K4 Sportswagon will Familien, Vielfahrer und Dienstreisende vom klassischen Kombi-Konzept überzeugen. AUTO BILD macht den Test.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Für flotte Vertreter, für Familien mit Stauraumbedarf oder für Menschen mit Hobbys, die mehr Platz brauchen, sind Kombis jahrzehntelang die Allzweckwaffe für jeglichen Einsatz gewesen.
- Für Familien: Der K4 Sportswagon bietet ein großzügiges Platzangebot in beiden Sitzreihen. Sein Kofferraum fasst zwischen 604 und 1433 Liter, hat eine niedrige Ladekante und eine weit öffnende Klappe.
- Für Vielfahrer und Pendler: Dank komfortabler Sitze und einem auch bei hohen Geschwindigkeiten ruhigen Innenraum empfiehlt sich der K4 Sportwagen auch für die Langstrecke.
K4 Sportswagon mit eigenständigem Auftritt
In der Länge misst er 4,69 Meter, ist also bis auf ein paar Millimeter so groß wie der Bestseller in dem mittlerweile kleinen Kombi-Reigen, der Skoda Octavia Combi. Optisch hingegen ist der Koreaner ein ganz anderes Kaliber. Lang gestreckt und deutlich kantiger wirkt er sehr eigenständig, was durch die schmalen, bis in die Kotflügel gezogenen LED-Lichtleisten an Front und Heck noch unterstrichen wird.

Die einst viel gelobte Tigernase von Kia wird zwar immer noch beschworen, ist aber im neuen Frontdesign der Marke kaum noch zu erkennen
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Angeboten wird der koreanische Kombi mit vier Motorvarianten. Zum Test bei AUTO BILD haben wir den leistungsstärksten 1.6 T-GDI gebeten. Aus 1598 Kubikzentimeter Hubraum werden hier 180 PS gekitzelt, das maximale Drehmoment von 265 Newtonmetern wird von einem über sieben Stufen schaltenden Doppelkupplungsgetriebe (DCT7) an die Vorderräder übertragen.
Fahrzeugdaten
Modell | Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette |
Hubraum | 1598 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 132 (180)/6000 |
Nm bei 1/min | 265/1500 |
Vmax | 210 km/h |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 235/40 R 18 W |
Reifentyp | Continental EcoContact 7 S |
Radgröße | 8 x 18" |
Abgas CO2 | 162 g/km |
Verbrauch* | 7,1 l/100 km |
Tankinhalt | 47 l |
Kraftstoffsorte | Super |
Partikelfilter | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 64 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1410/600 kg |
Stützlast | 75 kg |
Kofferraumvolumen | 604–1439 l |
Länge/Breite/Höhe | 4695/1850–k. A.**/1435 mm |
Radstand | 2720 mm |
Grundpreis | 38.490 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 43.550 Euro |
Für den ambitionierten Ampelstart ergibt das nach unseren Messungen eine Zeit von 8,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Wer dem K4 auf der Autobahn die Sporen gibt, kann es sogar bis auf Tempo 210 bringen. Hier muss man also nicht mitschwimmen, sondern kann beherzt den Blinker setzen, um auf die linke Spur zu wechseln.

Zu unentschlossen: Das Doppelkupplungsgetriebe missfällt mit unnötigen Gangwechseln, was mit Zugkraftunterbrechungen verbunden ist.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Ärgerlich ist nur, dass das DCT7 so entscheidungsunfreudig ist. Das gilt gleichsam für die unteren als auch die oberen Gänge. Anders gesagt: In der langsamen Gangart hüpft es zwischen eins und zwei, im Galopp zwischen sechs und sieben, was in beiden Bereichen mit zwar kurzen, aber unerwartet deutlichen Zugkraftunterbrechungen verbunden ist.
Fahrwerk ist straff ausgelegt
Abseits dieses gelegentlichen Gehoppels darf sich der Fahrer des K4 Sportswagon über ein straff abgestimmtes Fahrwerk, das Unebenheiten gut ausgleicht, und eine etwas synthetische, aber nicht unangenehme Lenkung mit ausreichend Handmoment freuen. Hinzu kommt, wie schon gesagt, dass der K4 gut am Gas hängt und kein Schleicher auf der Autobahn ist.

Gut abgestimmt: Der K4 Sportswagon hat ein straffes Fahrwerk, das Fahrbahnunebenheiten aber noch gut ausgleicht. Auch der Testverbrauch geht in Ordnung.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Dabei bleibt der Turbobenziner relativ sparsam. Auf unserer Testrunde über 155 Kilometer in einem Mix aus Landstraße, Stadtverkehr und Autobahn ergibt sich ein Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern auf 100 Kilometer. Das geht in Ordnung.
Messwerte
Modell | Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,3 s |
0–80 km/h | 6,0 s |
0–100 km/h | 8,3 s |
0–130 km/h | 13,0 s |
0–160 km/h | 19,9 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 4,2 s |
80–120 km/h | 5,2 s |
Leergewicht/Zuladung | 1535/445 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 59/41 % |
Wendekreis links/rechts | 11,3/11,4 m |
Sitzhöhe | 545 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 34,0 m |
aus 100 km/h warm | 34,4 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 58 dB(A) |
bei 100 km/h | 65 dB(A) |
bei 130 km/h | 69 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 5,8 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 7,2 l S/100 km (+17 %) |
Sportverbrauch | 8,0 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 171 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 652 km |
Angenehm ist, dass bis Tempo 170 kaum Außengeräusche in den Innenraum dringen. Mit zunehmender Geschwindigkeit werden Roll- und Motorgeräusche dann aber deutlich wahrnehmbar, sodass sensiblere Fahrer die Reisegeschwindigkeit eher bei 160 km/h als bei Tempo 200 suchen dürften.
Für Reisende gibt es viel Platz
Dennoch hat Kia beim K4 vor allem an die Reisenden gedacht. Das Raumgefühl ist großzügig, und selbst in der zweiten Reihe finden hochgewachsene Passagiere ausreichend Platz. Allerdings werden sie so niedrig platziert, dass sie die Knie in einem recht spitzen Winkel anstellen müssen, was auf Dauer nicht wirklich bequem ist.

Licht und Schatten: Auch in Reihe zwei ist das Platzangebot großzügig, aber die niedrige Rücksitzbank sorgt für einen spitzen Kniewinkel – das ist auf Dauer unbequem.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das gute Platzangebot für die Insassen geht im Vergleich mit dem schon erwähnten Skoda Octavia Combi oder selbst einem VW Golf Variant zulasten des Kofferraums. Hinter der Heckklappe bietet der K4 Sportswagon mit 604 bis 1439 Liter Stauraum deutlich weniger Platz als die oben genannten.
Im Sportswagon steckt auch Transporttalent
Das heißt aber nicht, dass die Koreaner nicht verstanden haben, worauf es bei einem Kombi ankommt: niedrige Ladekante, weit aufschwingende Heckklappe, vom Kofferraum entriegelbare Rücksitzlehnen sowie ein Schienensystem zur Ladungssicherung sind hier die Minimalanforderung.

Rückenschonend: Gepäck ist nur über eine nur 615 mm hohe Ladekante in den 604 bis 1439 Liter fassenden Kofferraum zu hieven.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Und wirklich einschränken muss man sich im Alltagsbetrieb bei der genannten Kofferraumgröße dann auch nicht. Bei aufrechter Rückbanklehne fasst das Gepäckabteil locker sechs Bierkästen (20 x 0,5 l). Was auch für eine größere Party reichen sollte.
Infotainmentdisplay ist nicht optimal platziert
Egal ob auf dem Weg zum Discounter, in den Urlaub oder auf der Dienstreise, der Fahrer beobachtet bei unserem GT alles aus hervorragend ausgeformten Sportsitzen mit straffen Seitenwangen. Die stützen den Rücken bis in die Schultern und lassen dank elektrischer Einstellung, Lordosenstütze, Sitzkühlung und -heizung auch auf längeren Strecken nichts vermissen.

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Dabei blickt der Pilot auf ein breites Displayband, in dessen Mitte sich – wie bei anderen Kia-Modellen auch – das 5,3 Zoll messende Feld für die Klimabedienung befindet. Das ist aber hier wie da so blöd platziert, dass der Lenkradkranz permanent einen Teil der Informationen überdeckt und man mit den Fingern gar nicht an die Bedienfelder heranreicht. Umso besser, dass die Koreaner noch manuelle Tasten bereitstellen, über die sich die Temperatur im Fahrzeug regeln lässt.
Auch der 12,3 Zoll messende Touchscreen ist nicht optimal zu erreichen. Um in die äußersten rechten Ecken zu kommen, muss sich der Fahrer aus dem Sitz nach vorn beugen. Die Anordnung der Kacheln ist bekannt und schnell erlernt, das Navi ist immer noch etwas schlicht in der Grafik, was aber nicht weiter schlimm ist, denn die Smartphones lassen sich problemlos und ohne Kabel via Apple CarPlay oder Android Auto spiegeln.
Aufmerksamkeitsassistent ist zu aufmerksam
Auch über die Assistenzsysteme kann nicht wirklich etwas Negatives gesagt werden. Sie arbeiten recht unauffällig, und wem das lästige Rupfen des Spurhalters am Lenkrad zu viel wird, der kann das Ganze schnell über einen langen Druck auf die entsprechende Lenkradtaste beenden.

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Einzig der wirklich permanent zur Aufmerksamkeit mahnende Assistent gleichen Namens ist eine Zumutung. Wenn der Blick nur eine Zehntelsekunde von der Straße abweicht, geht das Geplärre los. Bereits fünf Minuten nach Fahrtbeginn fordert er dazu auf, eine Pause einzulegen, weil man unaufmerksam ist.
Wertung Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Gutes Platzangebot, angenehmes Raumgefühl, Kofferraum okay, ordentliche Verarbeitung. | 4 / 5 |
Antrieb | Unentschlossener Doppelkuppler, etwas rauer Motor, Fahrleistungen voll ausreichend. | 3,5 / 5 |
Fahrdynamik | Passable Lenkung, großer Wendekreis, solider Bremsweg, sehr fahrsicher, gute Traktion. | 3,5 / 5 |
Connected Car | Perfekte Smartphone-Anbindung, simple Navi-Darstellung, viele Apps, passable Sprachsteuerung. | 4 / 5 |
Umwelt | Geringes Außengeräusch, vergleichsweise leichtes Auto, keinerlei E-Unterstützung. | 2 / 5 |
Komfort | Gute Abstimmung, geringes Innengeräusch, viele Assistenzsysteme, üppige Komfortausstattung. | 3,5 / 5 |
Kosten | Fairer Preis, hoher Wiederverkaufswert, sieben Jahre Garantie, sehr hohe Wartungskosten. | 3 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 2,2 |
Natürlich hat die Digitalisierung auch ihre Sonnenseiten. Im Vergleich zum abgelösten Kia Ceed wirkt der K4 viel moderner, nicht mehr so reduziert und in den Menüs lange nicht mehr so verschachtelt. Die Software kommt over the Air auf den neuesten Stand, und auf Wunsch öffnet und schließt der Sportswagon via App auch über das Handy oder gar die Smartwatch.
Einstieg ab 29.890 Euro
Bleibt an dieser Stelle wie immer zu klären, was das alles kostet. Knauserwillige Rechner können beim K4 Sportswagon bereits ab 29.890 Euro einsteigen. Bekommen dafür in der Ausstattungslinie Core aber auch nur 116 PS, ein manuelles Sechsganggetriebe, Navi, eine manuelle Klimaanlage und die wichtigsten Fahrassistenten.

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Wer wie wir im Test mit der Topversion unterwegs sein will, muss zur GT-Line greifen. Hier gibt es neben Klimaautomatik und digitalem Cockpit auch noch Schaltwippen und einen schwarzen Dachhimmel. Head-up-Display, ein Soundsystem von Harman/Kardon, Glasschiebedach oder klimatisierte Sitze kosten extra und können den Preis eines voll ausgestatteten K4 Sportswagon locker auf 45.000 Euro treiben.
Wer wirklich nur einen Kombi mit viel Platz, ordentlichem Komfort und sieben Jahren Garantie sucht, ist mit dem 150 PS starken K4 Sportswagon Vision mit großer Sicherheit am besten bedient. Kostenpunkt für den Einstieg sind hier: 35.490 Euro. Das lässt dann auch den finanziellen Spielraum für Freizeitaktivitäten oder Familienausflüge.
Die wichtigsten Fragen zum Kia K4 Sportswagon
Wie fährt sich der Kia K4 Sportswagon?
Der Kombi überzeugt mit einem komfortablen, straff abgestimmten Fahrwerk, einer angenehmen Lenkung und guten Autobahneigenschaften. Der getestete 180-PS-Turbobenziner beschleunigt in 8,3 Sekunden auf 100 km/h und erreicht bis zu 210 km/h.
Welche Ausstattung bietet der K4 Sportswagon?
Zwei Displays, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, Over-the-Air-Updates sowie zahlreiche Assistenzsysteme sind im K4 Sportswagon serienmäßig an Bord. Je nach Ausstattung sind auch klimatisierte Sitze, ein Head-up-Display oder ein Harman/Kardon-Soundsystem erhältlich.
Welche Motorsierung ist besonders empfehlenswert?
Der Kia K4 Sportswagon mit 150 PS in der Ausstattungsvariante Vision bietet den besten Kompromiss aus Preis, Komfort und Ausstattung. Er kostet ab 35.490 Euro und eignet sich besonders für Familien und Vielfahrer, die Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legen.
Wie hoch ist die Anhängelast des K4 Sportswagon?
Der Kia K4 Sportswagon darf je nach Motorisierung gebremste Anhänger mit bis zu 1410 kg ziehen. Die ungebremste Anhängelast beträgt 500 bis 600 kg, die Stützlast liegt bei 75 kg. Damit eignet sich der Kombi für kleinere Wohnwagen, Motorradanhänger oder Freizeit- und Transportanhänger.
Service-Links























