Leser-Geschichte: Mein Autoleben, Mietwagenfirma, Skoda Karoq
Früher weiße Socken, heute schwarzer Skoda Karoq

Im Grunde war es sein Traumjob: Als Rainer Guder (66) am Flughafen für Mietwagenfirmen arbeitete, fuhr er die dicksten Karren. Wenn auch immer nur kurz. Privat mag er es opulent: Käfer mit Fanfare, Karoq mit Fake-Auspuff.
Bild: Holger Karkheck
Ich habe meinen Führerschein 1974 in West-Berlin gemacht. Fahrlehrer Biedermann fuhr, wie sich das in Berlin gehört, mit mir zum Currywurstessen. Das ging zwar von meiner Fahrstunde ab, aber dafür hat er die Wurst bezahlt. Mein Fahrschulwagen war ein grüner Käfer 1302 S, später hatte ich das gleiche Modell – allerdings verziert mit Pernod-Aufkleber statt Fahrschul-Schild.
Außerdem baute mir ein Fußball-Kumpel eine Kompressor-Fanfare an die Stoßstange. Und ich selbst habe ein Sportlenkrad eingebaut. Eine gewisse Individualisierung meiner Fahrzeuge war mir stets wichtig.
Angefangen hat alles mit einem Ford 17M, wo ich den Lack erneuert und den Wagen mit Gewinn verkauft habe. Es folgten Renault 4 und dann der besagte Käfer.

Der erste BMW: Dieser 320i war zitronengelb. Einem Kfz-Meister abgekauft. Später erlitt er einen Motorschade.
Bild: Privat
Aus dem VW-Konzern gab es noch einen senffarbenen Scirocco. Oder wie wir Berliner sagen: mostrichfarben. Danach kamen Golf 2 GTI mit sagenhaften 110 PS und anschließend Golf 4 GTI. Dann BMW (520i, 525i, 323i Coupé, 318d Touring). Ein BMW-Händler ist mir in besonders guter Erinnerung. Beim Kauf des 520i wies er mich darauf hin, dass weiße Socken inzwischen aus der Mode seien. Vermutlich fand er, dass sie nicht zum Firmenimage passten.
"Ich habe nie auch nur eine Felge geschrammt"
Als gelernter Industriekaufmann war ich lange bei Siemens, dann wurde ich arbeitslos. Weil mich immer Autos interessierten, heuerte ich bei einem Mietwagen-Dienstleister am Flughafen an. Meine Aufgabe war es, Autos wieder zurückzunehmen und auf Schäden zu kontrollieren.

Ich hätte gern ein Audi Coupé GT 5E gekauft. Aber der Händler war irgendwie unwillig.
Bild: Privat
Besonders gern habe ich für Avis gearbeitet, die waren nämlich der einzige Vermieter, der Porsche im Fuhrpark hatte. Wer privat Porsche fuhr und die Avis-Karte hatte, konnte das Auto auch bei uns abgeben. Das wurde dann genauso gewaschen und ins Parkhaus gestellt wie ein Mietwagen. Ich erinnere mich an einen jungen Piloten, der regelmäßig mein Kunde war.
Ich habe nie auch nur eine Felge angeschrammt. Im Gegensatz zu einem Kollegen: Der wollte mal einen Miet-Transporter im Parkhaus abstellen. Der hat ordentlich einen auf den Deckel bekommen – also erst der Transporter, dann der Kollege.

Mein Traumauto wäre ein BMW iX. Aber zufrieden wäre ich schon, wenn mein Skoda ordentlich funktionierte.
Bild: Holger Karkheck
Mein 17. und aktuelles Auto ist ein schwarzer Skoda Karoq. Mit 150 PS und Allrad. Ich habe das Fahrzeug ein wenig aufgewertet. Schwarze Alus, schwarze Logos, schwarzer Kühlergrill, Folien an den hinteren Fenstern, Brembo-Bremsscheiben. Leider weigerte sich mein Händler, die von mir gewünschten Dynamik-Blinker einzubauen. Das seien keine Originalteile. (Das sind die interessantesten Kompakt-SUVs unter 30.000 Euro.)
Ein paar Sachen nerven mich – etwa dass die Batterie der Fernbedienung alle sechs Monate leer ist. Und Keyless Go nicht immer funktioniert. Das Navi mag ich auch nicht. Ich würde daher liebend gern den Skoda gegen einen schwarzen Tiguan R-Line eintauschen. Ich würde sogar noch was drauflegen – die KdF-Sparkarte meines Ur-Opas. Der hat, wie so viele, nämlich sein KdF-Auto nie bekommen. Na, wie wär’s, VW?
Aufgezeichnet von H. Karkheck
Mein Autoleben
Rainer Guder: Geboren 1955 in Berlin. Lebt heute in Norderstedt bei Hamburg. Verheiratet, Rentner, Führerschein seit 1974.
Schreiben auch Sie uns!
Sie haben eine interessante Auto-Lebensgeschichte und möchten diese mit uns teilen? Dann schreiben Sie uns an: autoleben@autobild.de.
Schildern Sie kurz Ihre Geschichte, und schicken Sie nach Möglichkeit ein paar Fotos mit. Außerdem nennen Sie bitte Name, Anschrift und Telefonnummer.
Sie haben eine interessante Auto-Lebensgeschichte und möchten diese mit uns teilen? Dann schreiben Sie uns an: autoleben@autobild.de.
Schildern Sie kurz Ihre Geschichte, und schicken Sie nach Möglichkeit ein paar Fotos mit. Außerdem nennen Sie bitte Name, Anschrift und Telefonnummer.
Service-Links
