Mazda RX-7 (FC): ein Wiedersehen nach 40 Jahren
Mazda RX‑7: Der Titelheld von 1986 überrascht auch heute

Vor 40 Jahren ging es rund: Die erste Ausgabe von AUTO BILD erschien, und die zweite Generation des Mazda RX-7 ließ ihre Kreiskolben noch wilder fliegen als zuvor.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Früher war ganz sicher nicht alles besser, 1986 aber war die Welt noch in Ordnung. Zumindest in der Bundesrepublik. Helmut Kohl war Bundeskanzler, international standen die Zeichen auf Entspannung, die deutsche Industrie boomte. Auf den Straßen tummelten sich Golf 2, Passat, Kadett E, Corsa A, Escort und Mercedes 190. Japanische Autos waren längst keine Unbekannten mehr, galten als kompakt und günstig.
Das war das Umfeld, als der Mazda RX-7 der Titel-Held der allerersten AUTO BILD wurde. Und das, obwohl die Zeit des Wankelmotors 1986 eigentlich vorbei war. Einzig Mazda hielt unverdrossen am Wankelmotor fest, hat zwischen 1967 (Cosmo Sport 110 S) und 2012 (RX-8) über zwei Millionen Wankel-Wagen verkauft.

Der RX-7 gefällt immer noch als dynamisch designtes Sportcoupé mit stimmigen Proportionen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Den RX-7 gab es seit 1978, 1986 kam dann die in AUTO BILD vorgestellte zweite Modellgeneration. Technisch und konstruktiv war das ein eher modernes Auto. Frontmotor, Hinterradantrieb, 1205 Kilogramm leicht, tiefer Schwerpunkt (wegen des Wankels). Vorn mit MacPherson-Federbeinen, hinten mit Mehrlenker-Einzelradaufhängung mit passivem Mitlenkeffekt. Zahnstangenlenkung, belüftete Scheibenbremsen vorn (Vierkolben-Festsattel) und hinten (Schwimmsattel). Richtig feine Technik, um mit den 150 PS ordentlich Spaß zu haben.
Erster Eindruck von 1986
"Erster Fahreindruck: Der neue RX-7 läuft noch vibrationsfreier als sein 115 PS starker Vorgänger. Beim Tritt aufs Gaspedal setzt sich das japanische Coupé vehement in Bewegung. Die Sprintübung auf die 100er-Marke erledigt es in weniger als neun Sekunden. Echte 215 bis 220 Spitze dürften realistisch sein." So der Test von 1986.

Redakteur Horn (1,86 m) findet im 1986er RX-7 entspannt Platz, genießt den agilen Oldie.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Und heute? Die meistverkauften Autos sind VW Golf, T-Roc, Tiguan, Opel Corsa, BMW X1 und Skoda Octavia. Die japanischen Hersteller sind weiter wichtig, stehen aber unter Druck, etwa aus Südkorea und jetzt auch China. Der Marktanteil ist deutlich gesunken, 1986 lag er bei ca. 15 Prozent, jetzt sind es noch ca. 6,5 Prozent.
Fahrzeugdaten | Mazda RX-7 (FC) |
|---|---|
Motor | Zweischeiben-Wankel, vorn |
Hubraum | 1308 cm3 |
Leistung | 110 kW (150 PS) bei 6500/min |
max. Drehmoment | 183 Nm bei 3000/min |
Antrieb | Hinterrad/Fünfgang manuell |
L/B/H | 4310/1690/1265 mm |
Leergewicht/Zuladung | 1205/495 kg |
Kofferraum | 200 l |
Tank | 63 l |
0–100 km/h | 8,4 s |
Höchstgeschw. | 210 km/h |
Verbrauch | 17,1; 8,4; 11,3 l N/100 km (Stadt; 90 km/h; 130 km/h) |
Preis | ab 40.100 Mark (1986) |
So ist die Lage, als wir dem Mazda RX-7 (FC) begegnen. Und verblüfft feststellen: Seine 40 Jahre sieht man ihm auf keinen Fall an. Im Gegenteil. Flache Schnauze, Klappscheinwerfer, schlanke Silhouette, großzügig verglastes Heck und dazu erstaunlich moderne Details, flächenbündige Stoßfänger zum Beispiel.

Im Profil wird die Designnähe zum Porsche 924 deutlich. Auch der 4,31 Meter lange RX-7 erwies sich als enorm handlich.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der RX-7 wirkt unglaublich schlank und zierlich, was er auch ist: 4,31 Meter kurz, 1,69 schmal und 1,27 flach, Radstand 2,43 Meter, winzig geradezu. Passen wir da rein? Und wie! Der Raum ist knapp, die groß gewachsenen Redakteure Branke und Czajka müssen sich schon etwas falten, bis sie in den für heutige Maßstäbe doch sehr zierlichen Sitzen Platz gefunden haben, alles passt dann aber wie angegossen. Die schönen klassischen Rundinstrumente sind bestens ablesbar – nichts aus dem schnörkellos bis sachlich gebauten Cockpit muss ins Designmuseum. Die allesamt selbsterklärenden mechanischen Tasten, Hebel und Schalter schon gar nicht.
Überraschend gut gealtert
Nein, der RX-7 ist hervorragend gealtert. Was erstaunlicherweise auch fürs Fahren gilt. Du sitzt flach über der Straße, die Übersicht ist hervorragend, was für eine Wohltat. Der Motor ist leicht und liegt weit hinten, die Gewichtsverteilung nahezu ideal.

Der Wankel braucht keine Ventile, keine Pleuelstangen und keine Nockenwellen. Zwei umlaufende Kreiskolben liefern 150 PS, denen Normalbenzin reicht.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Also los. Und der Wankel ist einfach ein Erlebnis. Zugegeben, unten ist nicht viel los, die Leistungscharakteristik seeehr spitz, unter 3500 Touren tut sich nicht viel. Er braucht eben Drehzahlen – prinzipbedingt. Freundlich summend, sehr gleichmäßig und eben sagenhaft vibrationsfrei dreht das Zweikammer-Aggregat dann bis an die 7000 Touren, ganz lässig und entspannt.
Lenkung, Schaltung, Fahrverhalten
Getriebe bauen kann Mazda bekanntlich auch, die sauber übersetzte Fünfgang-Schaltung bedienst du ganz lässig mit einem kleinen Zucken aus dem Handgelenk, kurz und knackig. Die Lenkung ist relativ direkt übersetzt, reagiert schnell, liefert allerdings keine besonders klare Rückmeldung. So fährt sich der Mazda – und zwar auch für heutige Verhältnisse – agil, sehr leichtfüßig und gut kontrollierbar, mit einem leichten Untersteuern. Bei höherem Tempo und sportlicherer Gangart zieht das Heck dann schön mit. Insgesamt fühlt sich das verspielt und lebendig an, ideal fürs kurvig-sportliche Fahren.

Zeitgenössisch: 1986 war das D-Schild Pflicht und ein Doppelrohr Programm. Die optische Ähnlichkeit zum Porsche 944 lässt sich nicht übersehen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Mazda RX-7 mit dem hier gefahrenen Motor, dem 150 PS starken Sauger, kostete vor 40 Jahren 40.100 Mark, den sehr ähnlich aussehenden Porsche 924 S mit 150 PS gab es zu dieser Zeit für 41.950 Mark. Das wären heute nur wenig mehr als 20.000 Euro – war also einiges tatsächlich nicht so schlecht, früher.
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