Mercedes versilbert uns die vollelektrische Zukunft. Die Schwaben zeigen auf der CES in Las Vegas ihre brandneue Studie Vision EQXX und die kann im Gegensatz zu den meisten Konzeptstudien auch tatsächlich fahren. Mehr als 1000 Kilometer, um genau zu sein und das vollelektrisch und ohne zusätzlichen Ladestopp. Hier trifft Design auf Aerodynamik, Leichtbau auf innovative Fertigung und Showcar auf Prototyp. Die Entwicklungszeit? Gerade einmal 18 Monate! Das macht den EQXX schon jetzt zur wohl spannendsten Studie des Jahres!
Vattenfall-Wallbox
Vattenfall-Wallbox

Vattenfall-Wallbox + Ökostrom

Das exklusive Ladepaket in der AUTO BILD-Edition: Charge Amps Halo™ für 299 Euro statt 1189 Euro UVP.

In Kooperation mit

Vattenfall-Logo

Optik: Der EQXX gibt einen Ausblick auf kommende EQ-Modelle

Allein optisch macht der Vision EQXX einiges her, die aerodynamische Form lässt den Wagen elegant auf den Rädern stehen und verleiht ihm eine gewisse Leichtigkeit. Die größtenteils geschlossene Front trägt Scheinwerfer, die selbstverständlich an die EQ-Familie erinnern und einen Ausblick auf die kommende Leuchtengrafik bei Mercedes geben. Der kleine Lufteinlass ist meistens geschlossen und wird nur bei Bedarf geöffnet. An der Seite fallen aerodynamisch optimierte Felgen und spezielle Reifen auf, die Luftverwirbelungen auf ein Minimum reduzieren sollen.
Mercedes Vision EQXX
Das Heck erinnert an die IAA-Studie von 2015. Beim EQXX ist der Abschluss aber deutlich eleganter gelöst. Der aktive Diffusor sorgt für die richtigen Druckverhältnisse.
Die einziehbaren Türgriffe sind Serienteile aus EQS, S-Klasse und SL. Die Spiegelgehäuse und Glas sind ein Bauteil, das erinnert an Polestar und hilft ebenfalls der Aerodynamik. Am Heck läuft der EQXX nicht nur optisch zusammen, auch die Spur ist schmaler als vorne. Am Heck sorgt ein ausfahrbarer Diffusor für die richtigen Druckverhältnisse und eine möglichst geschmeidige Strömung. Das Heck erinnert an das Concept IAA von 2015, wirkt hier aber deutlich praxisnäher.

Aerodynamik: Das Design kam nach der Funktion des Mercedes

Die Designabteilung durfte aber erst in der zweiten Instanz an den Wagen heran. Zuerst waren die Aerodynamiker an der Reihe. Sie definierten viele Bereiche des Fahrzeugs bereits vor der optischen Entwicklung des EQXX. Neben der Karosserie wurden deshalb auch eigene Felgen und sogar spezielle Reifen entworfen, alles im Dienste einer möglichst ruhigen Luftführung.
Mercedes Vision EQXX
Der EQXX ist auf maximale Aerodynamik getrimmt. Das zeigt auch die Luftführung an der Front.
Heraus kam ein cw-Wert von gerade einmal 0.17. Solche Werte erreichte man bei Mercedes auch schon 1978 mit dem C111 III Versuchsfahrzeug (0.18). Der große Unterschied: Der EQXX ist straßentauglich und kommt ohne verkleidete Radkästen aus. Sogar eine Fahrgestellnummer trägt die Studie bereits, um später mit regulärem Kennzeichen sein Können unter realen Bedingungen unter Beweis zu stellen.
Auto-ABO
AUTO ABO

ID.3, Golf, Multivan, Ateca und weitere Modelle von VW, Seat und Skoda im Auto-Abo

Flatrate, kurze Mindestlaufzeiten und monatliche Kündbarkeit: ID.3 ab 499 Euro/Monat, Seat Ateca ab 499 Euro/Monat. Jetzt Preise vergleichen!

In Kooperation mit

AUTO ABO

Antrieb und Akku: Mehr als 1000 km elektrische Reichweite im EQXX

Der EQXX ist nämlich alles andere als ein reines Showcar. Mercedes möchte mit der Studie über 1000 km mit einer Akkuladung fahren und das bei Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen. Möglich soll das ein Mix aus der bereits genannten besonders windschlüpfrigen Karosserie und einem sehr effizienten Antrieb machen. Unterstützung bei der Anpassung der bis zu 150 kW (204 PS) starken E-Maschine im Heck bekamen die Entwickler dabei aus den hauseigenen Formel 1- und Formel E-Rennställen. Sie soll eine Effizienz von 95 Prozent besitzen. Auch die Betriebsspannung des Systems liegt mit mehr als 900 Volt ungewöhnlich hoch. Das Akkupaket ist nur halb so groß wie das eines EQS, 30 Prozent leichter und weist dabei mit rund 100 kWh beinahe die gleiche Kapazität auf.
Mercedes Vision EQXX
Mehr als 1000 km soll der EQXX mit einer Akkuladung schaffen.


Mercedes hat sich mit seinem Zellen-Zulieferer CATL zusammengeschlossen und den Siliziumanteil in den Akku-Zellen erhöht. Gepaart mit anderen Anpassungen konnte so die Energiedichte der Akkus beinahe verdoppelt werden. Zukunftsmusik? Keineswegs! Die Akkutechnik soll in den kommenden Jahren auch in Serienfahrzeug zum Einsatz kommen. 100 kWh Kapazität und ein Stromverbrauch von unter 10 kWh/100 km, mit diesem Rezept scheint die bislang nur so machen Dieselfahrzeugen vorbehaltene Distanz in greifbarer Nähe zu sein. Einen kleinen Anteil daran haben auch die 117 Solarzellen im Dach, die bei günstigen Bedingungen immerhin 25 km Zusatzreichweite liefern sollen. Rechnet man den Stromverbrauch des Gesamtfahrzeugs grob um, ist der EQXX sogar das erste elektrische Einliter-Auto.

Bionisches Gießen: Steife Konstruktion ohne unnötiges Material

Aber nicht nur der Antrieb oder die Zellchemie erlaubt der Mercedes-Studie diese enorme Reichweite. Mit rund 1750 Kilogramm ist der EQXX für ein E-Auto auch unglaublich leicht. Das erreichen die Ingenieure bei Mercedes mit einer neuartigen Konstruktionsweise der Gussbauteile. Bionisches Gießen nennt sich das und es erlaubt die Fertigung eines möglichst robusten Bauteils mit möglichst wenig Material.
Mercedes Vision EQXX
Der Hinterwagen der Studie wurde mit einem bionischen Gussverfahren hergestellt. Keine Wandstärke ist identisch.
Dabei werden die Gusselemente vollständig von einer Software berechnet, die eigentlich aus dem Gaming-Bereich stammt. Das Resultat: äußerst ästhetische Gussformen, die an keiner Stelle die gleiche Wandstärke haben und zumindest in Simulationen sogar Crashtests standhalten. Im EQXX finden sich so entwickelte Bauteile in den vorderen Federdomen, der Aufnahme des Scheibenwischermotors und bei der Hinterwagenkonstruktion. Bei Mercedes ist die Technik bereits jetzt in der Serienfertigung zu finden, allerdings nur bei sehr kleinen Bauteilen, wie der hinteren Aufnahme des Gurtaufrollers im EQS.
Anzeige
Shell Recharge
Shell Recharge Laden

„Ich fahr mal eben zum Tanken“ bekommt mit dem E-Auto eine ganz neue Bedeutung.

Shell baut sein Schnellladenetz kontinuierlich aus. Die Säulen verkürzen Ladezeiten deutlich.

In Kooperation mit

Shell Logo

Innenraum: Vegane Materialien und die nächste Stufe MBUX

Trotz all der sehr technischen Innovationen hat der EQXX in bester Showcar-Manier auch einen besonders ansprechenden Innenraum. Hier geht es komplett vegan zu, bedeutet, dass tierische Materialien nicht zu finden sind. Stattdessen kommen hier Materialien wie Kaktus- und Pilzleder oder Bambusfasern zum Einsatz. Das Highlight im Innenraum ist der sich über die Fahrzeugbreite erstreckende Monitor im Armaturenbrett. Er ist Kombiinstrument und Infotainmentscreen zugleich und zeigt, wo die Reise für das MBUX-System hingehen soll. Die Sprachsteuerung "Hey Mercedes" bekommt in der MBUX-Zukunftsvision einen menschlicheren Charakter und wird nun im Bildschirm als animierter Kopf dargestellt, die Sprachausgabe klingt ebenfalls mehr nach einer realen Person als bislang.
Mercedes Vision EQXX
Im Gegensatz zu vielen anderen Konzeptstudien ist der EQXX ein richtiges Auto. Es soll sich auf der Straße beweisen können.
Außerdem soll die Benutzeroberfläche deutlich variabler sein und sich auf die jeweiligen Bedürfnisse der Insassen einstellen. Damit jeder Sitzplatz im EQXX das passende Ambiente bekommt, tragen die Sitze Lautsprecher in den Kopfstützen. Während der Fahrer aktivierende Musik hört, kann der Beifahrer zeitgleich entspannen. Aktuatoren im Sitz sollen zudem entweder das Klangerlebnis verstärken oder Warnhinweise haptisch untermauern. Ein Ansatz, der vor allem auf der Langstrecke mehr Individualität in das Fahrzeug bringen soll.

Ausblick: Der EQXX weiß es zu begeistern

Das alles soll ein angenehmes Reisen auf einer Strecke ermöglichen, die bislang für Elektroautos undenkbar war. Neben den technischen Komponenten müssen dabei eben auch die Annehmlichkeiten im Interieur passen. Hier werden in Zukunft, auch mit Blick auf das autonome Fahren, neue Ansprüche entstehen. Ob der EQXX seine 1000 km Reise auch tatsächlich ohne Zwischenstopp bestreiten wird, bleibt abzuwarten. Erfreulich ist aber jetzt schon, wie viele Einzelfunktionen und Bauteile eine Serienreife anstreben. Oder ist der EQXX doch ein konkreter Vorläufer eines Stuttgarter Kompaktmodells? Im Grunde egal, denn eines ist sicher: Der Wettbewerb schaut nach Schwaben und kriegt es gerade mit Sicherheit mit der Angst zu tun.

Fazit

Reichweitenangst? Dieses Wort können sie bald aus ihrem Wortschatz streichen, denn Mercedes zeigt mit dem EQXX, dass auch die E-Mobilität Langstrecke kann. Selten bietet eine Studie so viel Innovation, die bald auf der Straße zu sehen sein wird. Schon jetzt ein Highlight für das ganze Autojahr.