Auf britische Folklore macht der frisch geliftete Mini Countryman mit seinen dreidimensional ausgeformten Union-Jack-Heckleuchten und den Kippschaltern im Cockpit – in Wahrheit handelt es sich um einen als Engländer verkleideten BMW X1, gebaut in den Niederlanden und mit Wandlerautomatik aus Japan.

Im E-Motor steckt jetzt ein bisschen mehr Kraft

Mini Countryman All4 SE
Mehr Dampf: Mit stärkerem E-Motor sprintet der SE in 6,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.
Bild: BMW AG
Heraus kam das vielseitigste Modell der Marke. Die von uns gefahrene SE-Version, der Plug-in-Hybrid darf leider keine Anhänger ziehen, die S-Benziner hingegen bis zu 1,8 Tonnen. Das ist neu am SE: • der Akku mit 9,6 kWh Kapazität, zwei kWh mehr als zuvor • der Elektromotor an der Hinterachse bringt jetzt 70 statt zuvor 65 kW Leistung • gegen 170 Euro Aufpreis schaut der Fahrer auf ein virtuelles, ruhig gezeichnetes Cockpit • das Zentraldisplay mit weniger ausgelagerten Knöpfen, bedienbar sowohl mit Drehdrücksteller als auch per Berührung. Das Interessante am Facelift eines solchen Plug-in-Hybrids ist stets der Fortschritt in Sachen elektrisches Fahren. Also: Fahrregler auf "Max E-Drive", und los geht's.

Die elektrische Reichweite ist wesentlich alltagstauglicher

Mini Countryman All4 SE
Mehr drin: Im Vergleich zum letzten Test kommt der Countryman SE elektrisch jetzt doppelt so weit.
Bild: BMW AG
Während wir den Akku des Vorgängers 2017 in einem Test nach 25 Kilometern geleert hatten (Werksangabe: 41 Kilometer), schafften wir jetzt fast 50 Kilometer (Werksangabe: 55 bis 61 Kilometer), obwohl wir das elektrische Höchsttempo von 135 km/h kurzzeitig ausfuhren. Nichts geändert hat sich am Raumgefühl: Innen ist der Mini Countryman überraschend maxi – er nutzt die Basis des BMW X1, bei gleichem Radstand. Die längs verschiebbare Rückbank kostet (leicht gesenkte) 250 Euro Aufpreis. LED-Beleuchtung ist jetzt Serie, blendfreies Matrix-LED mit Kurvenlicht kostet 335 Euro extra. Der Preis stieg um 416 auf 38.017 Euro (Ersparnis bei carwowo.de bis zu 13.002 Euro) – mehr als 5000 Euro teurer als der ebenfalls dreizylindrige All4-Benziner, überkompensiert von dem SE zustehenden 6750 Euro Umweltbonus. Zum Vergleich: Der technisch identische (deutsche Bruder) BMW X1 25e kostet 44.500 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 15.208 Euro).
Das Fazit: Mehr elektrische Reichweite, mehr Höchsttempo als zentraler Fortschritt. Aber der Preis für den Plug-in-Hybrid ist trotz Umweltbonus hoch – muss man wollen. AUTO BILD-Testnote: 2
Technische Daten Mini Countryman All4 SE: • Motor: Dreizylinder-Turbo vorn, E-Motor hinten • Hubraum: 1499 cm³ • Leistung: 92 kW (125 PS), 70 kW (E-Motor) • max. Drehmoment: 220 Nm (Benziner) +165 Nm (E-Motor) • Getriebe: Sechsstufen-Wandlerautomatik • Antrieb: Benziner vorn, E-Motor hinten • Länge/Breite/Höhe: 4297/1822/1559 mm • Leergewicht/Zuladung: 1790/480 kg • Kofferraum: 405–1275 l • 0-100 km/h: 6,8 s • Vmax: 196 km/h • Abgas (Norm) CO2: 45 g/km • Preis: 38.017 Euro

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