Der Zweitakt-Motor ist weitgehend von deutschen Straßen verschwunden – doch nun könnte der Technik aus Trabi, Wartburg und Vespa ein unerwartetes Comeback bevorstehen: Der US-Autohersteller General Motors (GM) hat nämlich ein neues Zweitakt-Patent angemeldet.
Lange galt dieses Motor-Prinzip als nicht mehr zeitgemäß: zu ineffizient, zu schmutzig, zu laut. In Deutschland kennt man es vor allem von Autos der 50er-Jahre und aus der DDR. Dabei bietet es auch Vorteile: geringes Gewicht gepaart mit hoher Leistung, dazu einfache Wartung und hohe Zuverlässigkeit. In Geländemotorrädern, Außenbordmotoren und Kettensägen knattern daher aktuell noch viele Zweitakter – ebenso in einigen Klassikern. Die heißesten Zweitakt-Oldtimer zeigen wir hier.
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Dank GM könnten es auch bald wieder mehr auf den Straßen werden! Der US-Hersteller will mit seinem Patent US 2025/0354528 A1 wesentliche Schwachstellen des Zweitakt-Prinzips beseitigen und den Motor damit zukunftsfähig machen, berichtet das Zweirad-Portal motorcycle.news.

Patent macht Zweitakter sauberer und effizienter

Der Plan: ein bewegliches, elektronisch gesteuertes Ventilelement zwischen Kolben und Zylinderwand. Es soll verhindern, dass die Kolbenringe an den Ein- und Auslassöffnungen im Zylinder anschlagen. Damit ließe sich der Verschleiß verringern, die Effizienz erhöhen und der Schadstoffausstoß reduzieren. Außerdem wäre eine deutlich präzisere Steuerung des Gaswechsels möglich.
Die Patentzeichnung für das GM-Zweitaktpatent
Mit Patent-Skizzen veranschaulicht General Motors seine Technik-Pläne für eine Neuauflage des Zweitakters.
Bild: GM-Authority
Laut Patent könnte GM damit auch die Produktionskosten senken. Zudem verspricht sich der Hersteller Vorteile durch geringere Baugrößen und ein besseres Leistungsgewicht im Vergleich zum Viertaktmotor. Einsatzgebiete sieht GM unter anderem in Motorrädern, Baumaschinen oder sogar Luftfahrzeugen.

Einsatz als Range-Extender möglich

Wofür der Aufwand? Im Patent wird eine mögliche Nutzung in Hybridfahrzeugen erwähnt, also in Autos mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotor. Das deutet auf einen Einsatz als sogenannten Range-Extender hin. Dabei handelt es sich um kleine Verbrennungsmotoren, die an Bord eines Elektroautos Strom erzeugen, um die Reichweite zu erhöhen. Auch Mazda liebäugelt in diesem Bereich mit einer Wiederbelebung des Wankelmotors, und BMW will ebenfalls Range-Extender einsetzen.
Range-Extender liegen auf dem wegweisenden China-Automarkt aktuell im Trend: Sie ermöglichen alltagstaugliche Reichweiten auch dort, wo die Ladeinfrastruktur für E-Autos noch schwach ausgebaut ist.
Wann und ob die "Trabi-Technik" zurück auf die Straße kommt, ist bislang allerdings noch unklar. Zu einem möglichen Einsatz in Serienfahrzeugen hat sich General Motors bislang nicht geäußert.