Niro EV Test: So überzeugt der Kia Niro EV im täglichen Gebrauch
Der Kia Niro EV hat das Zeug zum perfekten Familienauto
Bild: Kia Motors
Inhaltsverzeichnis
Wenn ich in eines der E-Autos in der AUTO BILD-Testwagengarage steige, stört mich meist irgendwas. Entweder fühlt sich das Auto top an, aber Platz und Reichweite sind zu klein (Mini Cooper SE). Oder Reichweite und Schnellladefähigkeit sind super, aber das Auto wäre mir zu groß (Kia EV6). Oder das Auto hat die richtige Größe und bietet ausreichend Reichweite, aber der fehlende Tacho und die zu nachlässige Verarbeitung stören mich (Tesla Model 3). Beim Kia Niro EV ist das alles anders, denn das Auto fühlt sich genau richtig an.
Das beginnt bei der Größe und endet bei der alltagstauglichen Reichweite. Denn schon beim Einsteigen in den voll geladenen Niro macht eine dreistellige Zahl im Display gute Laune: 463 Kilometer sind drin in dem nicht mal randvollen Akku, das beruhigt. Auch wenn niemand mehr die Ladestopps vor der Fahrt suchen und sie gezielt ansteuern muss, über 400 Kilometer am Stück fahren zu können, ändert die Sichtweise aufs E-Auto.
| Aktuelle Angebote | Preis | |
|---|---|---|
UVP 40.335 EUR/Ersparnis bis zu 3970 EUR | ||
UVP 48.900 EUR/Ersparnis bis zu 10.840 EUR | ||
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UVP 48.400 EUR/Ersparnis bis zu 10.686 EUR |
Auf der ersten Teilstrecke habe ich nur 160 Kilometer vor mir. Die 320 km würde ich also theoretisch hin und zurück kommen, ohne einmal nachzuladen. Das mache ich natürlich nicht, denn der kluge E-Autofahrer lädt nicht, wenn er muss, sondern wenn er kann. In großen Städten kann man sich darauf verlassen, dass schon eine Ladesäule frei ist. Eine Lade-App verrät die Details, mein 13-jähriger Filius übernimmt bereitwillig die Handy-Navigation. Gern lade ich an 11-kW-Stationen und nicht zwingend am Schnelllader, denn zum einen ist das Schnellladen meist eine Ecke teurer, zudem ist langsames Laden auf Dauer sanfter zum Akku und erhöht dessen Lebensdauer.
Mit dem Frontlader ist man auf nachsichtige Ordnungshüter angewiesen, wenn man zum Laden mal entgegen der Fahrtrichtung parken muss
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Für meine zwei Ladestopps auf der 700-km-Tour habe ich zwei Ladestopps eingelegt: Ein Shopping-Stopp dauerte knapp drei Stunden und brachte 30 kWh, 48 Minuten an einem Schnellladestopp weitere 31 kWh bei einer Leistung von 46,7 kW. Insofern stört mich auch nicht, dass die Schnellladeleistung des Niro EV bei 80 kW stoppt, nur auf einer Urlaubsfahrt mit wenig Zeit zum Laden könnte das begrenzte Ladetempo die Fahrt behindern. Für mich wäre das kein Killerkriterium zum Kauf des Niro, ich hab nichts zu nölen.
Diese Zahl beruhigt ungemein: Am Stück ist eine 463-km-Strecke drin, reicht für mich
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Insbesondere weil das E-SUV für ein Auto dieser Größe recht sparsam mit Strom umgeht. In der Stadt sind bei moderatem Tempo im Eco-Modus 12 kWh/ 100 km Verbrauch drin. Bei Autobahntempo kommt man mit 20 kWh aus, das ist akzeptabel. Vier nicht allzu große Personen haben massig Platz, der Kofferraum reicht aus für drei Fechttaschen oder einen ganzen Kotflügel. Test bestanden, Niro, du kannst Familien- wie auch Schrauberauto sein! Allerdings finde ich die elektrisch betätigte Heckklappe bei einem Auto dieser Größe unnötig.
Mir gefällt ganz viel am Niro, nicht ganz so sehr sein Abrollverhalten. Die 17-Zöller mit 55er-Querschnitt lassen ihn grobschlächtig laufen. Der Kia Niro EV würde sich gut als fünftes Familienmitglied bei uns einfügen. Ist er nun das perfekte Familienauto? Kia, wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre es ein Auto im Niro-Stil – aber als Kombi.
Pfiffiges Detail: Die auf den ersten Blick billig gemachte Kofferraumablage lässt sich klein falten, wenn man sie dreimal dreht. Sehr clever!
Bild: AUTO BILD / Matthias Brügge
Beziehungsstatus
Pendeln: Fürs Alleinfahren zu groß, aber geringer Verbrauch. Punkte: 4 von 5
Langstreckehfahrt: Gute Reichweite, Schnellladen ginge schneller. Punkte: 3 von 5
Hobby: Wer keinen Hochdachkombi braucht, kommt klar. Punkte: 4 von 5
Familienleben: Das Votum aller vier Brügges: Daumen hoch! Punkte: 5 von 5

Zweifacher Familienvater und E-Auto-Fan: AUTO BILD-Redakteur Matthias Brügge.
Bild: AUTO BILD Montage / Matthias Brügge
Kurz gesagt
Warum würde ich das Auto meinem besten Freund empfehlen? Der hat, was du brauchst, was er nicht hat, brauchst du nicht
Was bleibt mir im Gedächtnis? Die unaufdringliche Art des Autos wie auch das etwas zu ruppige Fahrgefühl.
Technische Daten und Preis: Kia Niro EV Inspiration
• Leistung 150 kW (204 PS)
• Akkukapazität 64,8 kWh
• L/B/H 4420/1825/1585 mm
• Kofferraum 475–1392 l
• 0–100 km/h 7,8 s
• Spitze 167 km/h
• Verbrauch (WLTP) 16,2 kWh/100 km
• Preis ab 47.590 Euro
• Akkukapazität 64,8 kWh
• L/B/H 4420/1825/1585 mm
• Kofferraum 475–1392 l
• 0–100 km/h 7,8 s
• Spitze 167 km/h
• Verbrauch (WLTP) 16,2 kWh/100 km
• Preis ab 47.590 Euro
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