Parkverbot an Ladestationen aufgehoben
An diesen Elektroauto-Ladesäulen dürfen auch Verbrenner parken

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Vor Ladesäulen gilt ein absolutes Parkverbot für Autos mit Verbrennungsmotor, um die Stromtankstellen für E-Autos freizuhalten. In den Niederlanden wird nun an 150 Ladestationen eine Ausnahme gemacht. Aber wozu?
Bild: fotototo
In Kürze wird bei einem Pilotprojekt das Parken von Verbrennern vor Elektroauto-Ladesäulen ermöglicht, berichtet "Auto Week".
Die Niederlande gehören zu den am weitesten entwickelten Elektroauto-Märkten. Auf mehr als 210.000 öffentliche Ladepunkte kommen über 760.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride. Zum Vergleich: In Deutschland mit mehr als viermal so viel Einwohnern gibt es derzeit etwas weniger öffentliche Lademöglichkeiten.
Doch auch auf dem relativ entspannten Markt unserer Nachbarn – rund 3,5 E-Autos teilen sich eine Ladesäule – galt bisher ein rigoroses Parkverbot: Wer seinen Verbrenner in den Niederlanden auf einem Lade-Platz parkt, zahlt 120 Euro. In Kommunen, wo die Nachfrage nach Ladestationen groß ist, wird übrigens besonders streng kontrolliert.
150 Ladestationen ohne Parkverbot
Dennoch gilt seit dem 1. August 2026 das Parkverbot für einige Ladesäulen in den Niederlanden nicht mehr. Es handelt sich um 150 Ladestationen des schwedischen Ladenetzbetreibers Vattenfall InCharge. Sie werden derzeit in den Provinzen Limburg und Brabant gebaut.
Ziel des Pilotprojekts: Vattenfall will wissen, wie groß das Problem des Ladeplatz-Zuparkens wirklich ist. Dazu werden seit 1. August insgesamt 300 neue Ladestationen errichtet – 150 ohne Parkverbot und 150 als Kontrollgruppe, um vergleichen zu können. Bis Januar 2027 sollen alle Säulen stehen. Dann wird für einige Monate beobachtet, wie oft es zu Konflikten kommt.
Schnellerer Genehmigungsprozess
Der Feldversuch ist für Vattenfall InCharge besonders interessant, weil sich damit das Genehmigungsverfahren zum Bau von Ladesäulen in den Niederlanden zeitlich stark verkürzen lässt. Beim Bau einer Ladesäule mit Parkverbot schreibt das niederländische Recht zwingend eine Anhörung der Anwohner vor. Legen diese Einspruch ein, kann die Bearbeitung den Baubeginn um Monate verzögern.
Der Plan, auf ein Parkverbot zu verzichten, bedeutet also auch den Verzicht auf Einsprüche aus der Nachbarschaft. Geht die Rechnung des Netzbetreibers auf, kann das niederländische Ladenetz stärker wachsen, ohne dass es zu einer Vielzahl von Parkplatz-Streitigkeiten kommt. Bis 2030 soll sich das Ladenetz laut Nationale Agenda Laadinfrastructuur auf bis zu zwei Millionen Ladepunkte nahezu verzehnfachen.
Fazit
Das Projekt unserer westlichen Nachbarn, testweise auf das Parkverbot an Ladesäulen zu verzichten, verspricht interessant zu werden. Im besten Fall stellt sich heraus, dass sowohl die Ladesäulennot von E-Autos als auch die Parkplatznot von Verbrennern in den Niederlanden bei Weitem nicht mehr so groß ist. Nach dem Motto: Stell Dir vor, ein Verbrenner parkt eine Ladesäule zu – und niemand regt sich auf. Aber auf deutsche Verhältnisse lässt sich das vorerst nicht übertragen, denn hierzulande ist das Ladenetz vielerorts noch zu engmaschig.
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