Marktstart im Herbst 2021

Nach sieben Jahren bringt Peugeot einen neuen 308. Die dritte Generation mit der internen Bezeichnung P51 geht vieles anders an als der Vorgänger. Das macht schon die komplett neu gestaltete Karosserie deutlich. Dank der neuen EMP2-Plattform, auf der auch der kommende Opel Astra L basieren wird, werden erstmals zwei Plug-in-Hybride angeboten. Das Cockpit wird fast vollständig digital, und als Zeichen für den Aufbruch darf der neue 308 als erster Peugeot das neue Markenlogo tragen. Marktstart für den französischen Golf-Konkurrenten ist Ende September 2021, dann auch gleich für die Kombi-Version SW. Die Preise dürften bei rund 23.000 Euro starten.
Peugeot 308 Hybrid
Auch von hinten ist der neue 308 ein echter Blickfang. Die angedeuteten Auspuffrohre sind Geschmackssache.

Abmessungen und Proportionen ändern sich

Optisch ist der neue 308 nicht wiederzuerkennen, er hat deutlich an Charakter gewonnen. Die Haube wurde länger, die Kabine ist weiter nach hinten gerückt. Grimmig blickende LED-Scheinwerfer mit den Reißzahn-Tagfahrleuchten sind Serie, optional gibt es Matrix-Licht. Im gewachsenen Grill prangt das neue Peugeot-Emblem, das auch gleich die Radar-Technik versteckt. Das Logo ist jetzt auch an den vorderen Kotflügeln zu finden. Am Heck sitzen stark ausgeformte LED-Leuchten. Sie sind durch einen schwarzen Balken verbunden, der gleichzeitig als Griffmulde für die Kofferraumklappe dient. Das Nummernschild wandert in die Schürze, wo neuerdings zwei Chromzierleisten die Auspuffrohre andeuten. Die auffällige Präsentationsfarbe namens "Vert Olivine" wird aufpreisfrei zu haben sein.
Hinweis
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Abmessungen:
Länge: 4,36 m (+10 cm)
Breite: 1,8 m
Höhe: 1,43 m (-2 cm)
Radstand: 2,68 m (+5,5 cm)
Laut Peugeot wurde bei der Gestaltung des Fahrzeugs besonders auf die Aerodynamik geachtet. Hinter dem Frontgrill sitzen Lamellen, die sich je nach Kühlluftbedarf öffnen oder schließen können. Die seitlichen horizontalen Falze in der Heckschürze bilden eine aerodynamische Einheit mit dem Dachspoiler, was eine Art Luftabrisskante ergibt. Dazu ist fast der komplette Unterboden verkleidet, um den Cw-Wert weiter zu verbessern. Insgesamt soll der CO2-Ausstoß alleine durch Aerodynamik-Tricks um bis zu zwei Gramm pro Kilometer reduziert worden sein. Konkrete Zahlen gibt Peugeot bislang allerdings noch nicht bekannt.
Peugeot 308 Hybrid
Schon beim Vorserien-Fahrzeug war ein deutlicher Qualitätssprung in Sachen Verarbeitung und Materialien auszumachen.

Neues Infotainment mit Doppel-Bildschirm

Im Innenraum wartet der 308 mit Peugeots neuer i-Cockpit-Generation auf. Die Grundzüge mit kleinem Zweispeichen-Lenkrad und darüberliegenden Instrumenten sind bekannt. Darüber hinaus hat sich aber viel getan. Die Armaturen sind immer digital und optional 3D-fähig. Knöpfe für die Klimabedienung und einen Lautstärkeregler gibt es zwar noch. Statt der bekannten "Klaviatur" sitzt unterhalb des Infotainment-Screens jetzt aber ein zweiter Bildschirm. Dort finden sich ein Homebutton und fünf frei belegbare Touchflächen, von Peugeot "i-Toggles" genannt. Hier kann jeder beliebigen Infotainment-Funktion eine Kurzwahl hinzugefügt werden. Zum Beispiel 23,5 Grad für die Beifahrer-Klimazone oder Massage-Stufe zwei für den Fahrersitz. Bis zu acht Nutzerprofile lassen sich abspeichern.
Peugeot 308 Hybrid
Die "i-Toggles" lassen sich mit beliebigen Schnellwahlen belegen. In der Basis-Ausstattung gibt es statt des Bildschirms noch Knöpfe.
Die iToggles fallen groß aus, wodurch die Bedienung möglichst wenig vom Fahren ablenken soll. Zumindest im Stand geschieht das ziemlich treffsicher. Alternativ kann die überarbeitete Sprachsteuerung genutzt werden. Sie wird über "Hey Peugeot" aktiviert. Dazu gibt es neue Fahrassistenten. Highlight ist der semi-autonome Spurwechselassistent: Bei freier Nebenfahrbahn wechselt der 308 beim Antippen des Blinkerhebels automatisch die Spur.

Mehr Ablagefächer im Innenraum

Die Material- und Verarbeitungsqualität ist schon im Vorserienfahrzeug sehr gut. Im Mitteltunnel finden sich zahlreiche Ablagemöglichkeiten, Becherhalter und ein Induktionsladefeld. Der Fond bietet genügend Platz, aber die Beine müssen zu stark angewinkelt werden. Und wenn der Vordersitz nicht ganz nach oben gefahren ist, passen die Füße nur mit Mühe darunter. Der Kofferraum fasst 412 bis 1323 Liter. Einen doppelten Ladeboden gibt es ebenfalls. Allerdings nur, wenn nicht die Focal-Hifi-Anlage oder einer der Plug-in-Hybride bestellt wurden. Dann sitzen dort nämlich der Subwoofer beziehungsweise der Akku – und die Ladekapazität schrumpft auf 386 Liter.

Erstmals gibt es Plug-in-Hybride im Peugeot 308

Anfangs wird es fünf Antriebsvarianten geben, Vorderradantrieb ist stets Serie. Die beiden 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner leisten 110 und 130 PS, der stärkere ist optional mit einer Achtgang-Automatik zu haben. Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel leistet 130 PS, auch hier ist die Automatik optional. Am interessantesten sind wohl die beiden Plug-in-Hybride. Hier werden ein Vierzylinder-Benziner und ein E-Motor zu 180 beziehungsweise 225 PS Systemleistung kombiniert. Beide sollen mit voller 12,4-kWh-Batterie rund 55 Kilometer rein elektrisch fahren können. Ein vollelektrischer 308 dürfte genauso in der Pipeline sein wie ein PSE-Modell. Der Sport-308 wird einen Plug-in-Hybrid mit Allrad und deutlich über 300 PS bekommen.
Antriebe:
Benziner, 110 PS, manuelle Schaltung
Benziner, 130 PS, manuell/Automatik
Diesel, 130 PS, manuell/Automatik
Plug-in-Hybrid, 180 PS, Automatik
Plug-in-Hybrid, 225 PS, Automatik
Peugeot 308 Hybrid
Der 180-PS-Plug-in-Hybrid ist eine Neuentwicklung. Die 225-PS-Version kennt man schon aus anderen PSA-Modellen.

Zum Marktstart Ende September 2021 wird es neben dem Fünftürer auch wieder einen Kombi namens SW geben. Preise gibt Peugeot noch nicht bekannt. AUTO BILD schätzt, dass sie leicht steigen und der neue 308 ab rund 23.000 Euro zu haben sein wird.
Hinweis
Gebrauchte Peugeot mit Garantie

Fazit

Peugeot hat den 308 vollständig umgekrempelt. Der Auftritt ist eigenständig und hebt sich von der Konkurrenz ab. Dass als stärkere Antriebsvarianten nur Plug-in-Hybride angeboten werden, ist mutig, aber konsequent. Die Fond-Plätze sind leider nur bedingt gelungen, dafür konnte das neue Infotainment bei der ersten Sitzprobe überzeugen. Jetzt muss der Kompakte Franzose im harten Test beweisen, dass er auch im Alltag liefern kann.