Peugeot 308: Kaufberatung
Auf Beutezug

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Neue Plattform, neue Formensprache, neue Motoren – eine neue Chance für Peugeot. Der krisengebeutelte Autobauer lässt mit der zweiten 308-Generation einen hungrigen Jäger von der Leine, der im Revier von Golf & Co. wildert.
Das wurde auch Zeit. Nach miesen Verkaufszahlen, drastischem Stellenabbau und folglich schlechter Stimmung im Konzern weht mit dem neuen 308 nun frischer Wind ins Haus. Günstiger, besser und selbstbewusster als der Vorgänger geht der 308 seit 21. September in Deutschland auf Kundenfang. Die Ausbeute sollte reichlich geraten, denn bislang gehören Peugeots Kompakte im Hoheitsgebiet des Golf aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit und Qualität nicht gerade zu den Bestsellern – und das ist noch schmeichelhaft ausgedrückt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres belegte der 308 in der Zulassungsstatistik der Kompaktwagen lediglich Rang 16 mit knapp 6000 verkauften Exemplaren. Kia cee'd, Hyundai i30, Toyota Auris und sogar Dacia Sandero landeten weit davor, fanden jeweils gut die doppelte Anzahl Käufer. Doch mit dem Abwärtstrend soll jetzt Schluss sein.
Peugeot hat sämtliche Register gezogen und den 308 radikal verändert. So basiert er jetzt auf einer komplett neuen Plattform namens EMP2 (Efficient Modular Platform 2), die Citroën bereits im Juni mit der dritten Generation des C4 Picasso eingeführt hat. Sie soll – analog zum modularen Querbaukasten von VW – eine kostengünstige Produktion über alle Baureihen des PSA-Konzerns ermöglichen. Zudem macht sie den 308 70 Kilogramm leichter. Die gleiche Ersparnis bringt noch einmal der Einsatz von Leichtbaumaterialien beim Aufbau. So sind etwa die vorderen Kotflügel und die Motorhaube aus Aluminium gefertigt. Doch auch im Umfang hat der Franzose aufgrund der neuen Plattform abgespeckt. Mit 4,25 Metern misst er nun gut zwei Zentimeter weniger als der Vorgänger und ist zudem vier Zentimeter flacher. Gleichzeitig fallen die Überhänge vorn und hinten kürzer aus. In Verbindung mit einer völlig ebenen Unterbodenverkleidung und einem gecleanten Design wird so der Luftwiderstand reduziert.
Ausreichend Platz trotz geschrumpfter Außenmaße

Kürzer, flacher, leichter: Peugeot hat den 308 radikal verändert.
Bild: Werk
Auch die Sitze haben komfortable Ausmaße, dürften aber etwas weicher gepolstert sein. Das Platzangebot im Fond ist dagegen weniger fürstlich. Größere Personen haben's schwer: Die Kopfstützen lassen sich nicht weit genug ausfahren, und auch die Beinfreiheit fällt im Vergleich zur Konkurrenz dürftig aus. Dafür hat Peugeot beim Kofferraumvolumen ordentlich draufgepackt. Mit 420 Litern fasst der 308 im Normalzustand 40 Liter mehr als der Golf – eine Hausnummer in dem Segment. Allerdings entsteht beim Umklappen der Rückbank eine Kante im Frachtraum. Nicht ideal, aber immerhin passen so bis zu 1228 Liter ins Heckabteil. Punkten kann auch das übersichtliche Cockpit mit dem Peugeot-typisch kleinen Lenkrad. Darüber angeordnet sind Drehzahlmesser, Tacho und Multifunktionsdisplay.
Die Verarbeitung überzeugt voll und ganz

Blick in den Innenraum: Das Cockpit ist übersichtlich, die Verarbeitung überzeugt.
Bild: Toni Bader
Die Verarbeitung überzeugt indes voll und ganz. Nichts klappert, nichts knarzt. Zudem zeigen weich unterschäumte Kunststoffe und hochwertige Schalter den Aufwärtstrend, der sich bei den Ausstattungen fortsetzt. So gibt es für den 308 erstmals ein Sicherheitspaket mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung, Frontkollisionswarner und Notbremsfunktion (450 Euro bei Allure) sowie einen Totwinkelassistenten (250 Euro bei Allure). Auch eine Rückfahrkamera ist jetzt ab Active verfügbar. Das entsprechende Paket mit elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, akustischer und visueller Einparkhilfe vorn und hinten, Navigationssystem Plus und Nebelscheinwerfern kostet 1150 Euro. Wer das in Betracht zieht, sollte gleich überlegen, zur 1850 Euro teureren Allure-Version zu greifen, denn hier sind zusätzlich dynamisch designte Sitze, Durchladeklappe im Fond und LED-Scheinwerfer Serie. Unserer Meinung nach erfüllt jedoch ein reiner Active-308 mit Radio, Zwei-Zonen-Klima, Multifunktionslederlenkrad und Leichtmetallrädern die meisten Ansprüche.
Mit dem stärksten Benziner macht das Fahren Spaß

Der 1.6 THP mit 156 PS ist derzeit die stärkste Variante des Peugeot 308.
Bild: Werk
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Zugeschnürt gibt sich der Vierzylinder dagegen bei nachdrücklicherer Leistungsabfrage. Hier geht der Selbstzünder mit 40 Newtonmetern mehr, zusätzlichen 23 PS und sechstem Gang energischer ans Werk. Er schnurrt eifrig, spurtet schneller, gibt sich geschmeidiger und schluckt dabei nicht mehr als die 92-PS-Variante. Das serienmäßige Start-Stopp-System hilft, einen Normverbrauch von 3,8 Litern zu erreichen. Noch weniger sollen die umweltfreundlichen Blue HDi-Versionen verbrauchen, die im nächsten Jahr eingeführt werden – darunter ein 1,6- Liter-Diesel mit 120 PS, der sich laut Peugeot mit 3,1 Litern im Durchschnitt begnügen soll und es analog dazu bei 82 Gramm CO2 pro Kilometer bewenden lässt. Daneben werden ein 150 PS leistender 2,0-Liter-Selbstzünder sowie ein neuer 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 110 und 130 PS debütieren. Die stärksten Versionen sind dann jeweils mit einer Sechsstufen-Wandlerautomatik kombinierbar. Wer nicht selbst schalten möchte, muss sich also noch gedulden. Die neuen Motoren, die allesamt die Euro-6-Norm erfüllen, dürften mit der Kombiversion im Frühjahr 2014 vorgestellt werden. Dann setzt Peugeot seinen Beutezug fort.
Weitere Infos zum Peugeot 308 finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.
Fazit
Der 308 hat sich zu einer ernsthaften Alternative entwickelt. Nicht nur äußerlich ist er gereift, er bietet auch ein komfortabel abgestimmtes Fahrwerk mit Hang zur Sportlichkeit. Der 125 PS starke Turbobenziner und die Active-Ausstattung machen den Franzosen zu einem soliden Allrounder, der mit guter Qualität zum vergleichsweise günstigen Preis aufwartet. Unser Tipp!
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