Fahrbericht Porsche 911 GT3 Touring

Fahrbericht Porsche 911 GT3 Touring

Porsche 911 GT3 Touring (992): Test, Sportwagen, Boxer-Motor, Preis

Zentrum der Glückseligkeit: Unterwegs im 911 GT3 mit Touring-Paket

Auffällig unauffällig: Dem Porsche 911 GT3 Touring fehlt der markante Heckflügel, beflügelnd wirkt er dennoch. Das zeigt unsere Probefahrt.
Da stimmt doch was nicht! Die Zahlen versprechen viel. 510 PS, 470 Nm Drehmoment, 3,9 Sekunden auf Landstraßentempo. Was also hindert den neuen 911 GT3 Touring (offiziell 911 GT3 mit Touring-Paket) am Dranbleiben? Voraus fährt ein Wagen, ebenfalls aus Stuttgart-Zuffenhausen. Das Baujahr? 2000. Wie unser GT3 Touring fährt er mit Heckantrieb, auch ihn befeuern sechs Zylinder ohne jegliche Turbounterstützung, die 360 PS nach hinten schicken. Die Gangwechsel erfolgen manuell. (Wichtige Tipps für den Neuwagenkauf im Internet)

Der Boxer im Heck ist besonders drehzahlgierig

Porsche 911 GT3 Touring (2021): Neuvorstellung - Touring - Preis

Porsche 911 GT3 Touring erstmals auch mit PDK erhältlich

Die Technik ist im direkten Vergleich einfacher, die Leistung heutzutage in beinahe jeder sportlich angehauchten Limousine zu erleben. Wie kann es also sein, dass der Neue dem Alten hinterherfährt? Liegt es am Aggregat? Nein, so viel können wir gleich sagen. Der herrlich frei saugende, boxende Sechszylinder gleicht auch in jüngster Form wieder einem Gedicht von Goethe, einer Komposition von Bach, einer Skulptur von Michelangelo. Porsche mischt dem Boxer Komponenten aus GT3 RS und Speedster der abgelösten Baureihe 991 bei. Das Verlangen, den Touring immer über 5000 Umdrehungen zu halten, ist maßlos, beinahe unverschämt, hinterlässt in Anbetracht des Klimawandels fast ein schlechtes Gewissen. Letztlich aber nur ein kleines, denn ein Otto-Partikelfilter steckt drin; das bedeutet Norm 6d. Noch was zum Sound: Porsche bewies bereits Talent beim Speedster, der trotz OPF famos klingt, gleiches gilt für den 992.

Kurvenkünstler mit Fahrwerksteilen aus dem RSR

Grandios: Der GT3 Touring fährt wie auf Schienen, die Lenkung brilliert mit höchster Präzision.

©Porsche AG

Am Antrieb liegt es also nicht, bleibt die Frage, warum sich der knapp zwanzig Jahre ältere Wagen vor uns bei Kurvenein- sowie Ausgang immer wieder absetzt? Mag es am Getriebe liegen? Nein, sechs von Hand zu verwaltende Gänge lassen sich wohl nur bei Porsche mit so viel Leichtigkeit und Präzision durch die Gassen führen. Selbst Schaltmuffel ließen sich wahrscheinlich nach wenigen Hundert Metern auf ewig bekehren. Wir vermissen jedoch eine gewisse mechanische Klangkulisse, wenn der belederte Knauf von Gasse zu Gasse wandert. Die Sache mit dem Gewicht ist vielleicht des Rätsels Lösung. 1418 Kilogramm listet Porsche in den technischen Daten. Nicht wenig, aber auch nicht viel, und vor allem kein Gramm mehr als beim Vorgänger und nur bedingt schwerer als der Frontmann. Die Antwortmöglichkeiten schwinden, möglicherweise gibt es Probleme mit Lenkung oder Fahrwerk. Der Richtungsgeber brilliert, keine Überraschung, wieder mit schienenartiger Präzision, reichlich Feedback und erstklassigem Rückstellmoment. Liegt wahrscheinlich auch an den neuen Doppelquerlenkern, die der GT3 vom RSR borgt.

Allzu viel Komfort sollte man vom Touring nicht erwarten

Kraftpaket: Der herrlich frei saugende Sechszylinder-Boxer mobilisiert 510 PS und 470 Nm Drehmoment.

©Porsche AG

Ebenfalls neu: mehr Federhärte, dabei etwas weichere Stabilisatoren – klingt nicht nach reichlich Komfort. Stimmt, aber wer hier viel erwartet, kauft besser Cayenne oder Panamera. Als Eins-zu-eins-Kopie des GT3 liegt das bevorzugte Terrain abseits von StVO-reglementierten Straßen, ein Komfort- beziehungsweise Touring-Modus wäre aber gerade auf langer Strecke wünschenswert. Frei von jeglicher Kritik: die Schalensitze, die auf den ersten Blick anderes vermuten lassen. Stundenlange Passagen ohne Pause? Eine Kleinigkeit. Bleibt am Ende eigentlich nur der nicht vorhandene Flügel, oder? Nein, ein ausfahrbarer Spoiler gleicht den Flügel in Teilen aus. Mit dem Wagen stimmt also alles, wo ist dann das Problem, der Unterschied zum Vordermann? Ganz einfach. Die Pace macht Rallye-Legende Walter Röhrl, mittlerweile 74, im ersten GT3. Im neuen GT3 Touring sitzt nur ein Bewunderer – von allen dreien. (Unterhaltskosten berechnen? Zum Kfz-Versicherungsvergleich)

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Das Fazit: Porsche zeigt zum wiederholten Male Ingenieurskunst erster Güte. Wer GT3-Performance schätzt, damit aber nicht auffallen will, muss nicht weitersuchen! AUTO BILD-Urteil: 1-
Technische Daten Porsche 911 GT3 Touring • Motor: B6, hinten längs • Hubraum: 3996 cm³ • Leistung: 375 kW (510 PS) bei 8400/min • max. Drehmoment: 470 Nm bei 6100/min • Antrieb Hinterrad, Sechsgang manuell • Länge/Breite/Höhe: 4573/1852/1279 mm • Leergewicht: 1418 kg • Kofferraum: 132 l • 0-100 km/h 3,9 s • Vmax: 320 km/h • Verbrauch: 12,9 l/100 km (Super plus) • Abgas CO2: 292 g/km • Preis 170.969 Euro.

Fahrbericht Porsche 911 GT3 Touring

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*Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist (www.dat.de).

Autor: Christoph Richter

Fotos: Porsche AG

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