Die Nachricht lässt aufhorchen: Porsche baut länger als geplant Verbrennerautos. Muss mir das als Autokäufer zu denken geben? Wenn Porsche, der Vorzeigehersteller der Branche, länger auf den Verbrenner setzt, sollte ich mich beim Autokauf daran orientieren und es auch tun?
Natürlich schaut man bei der Nachricht genauer hin. Denn wo Porsche ist, ist oben. Der Hersteller genießt einen überragenden Ruf, Autos wie der Porsche 911 gelten als hochwertig und langlebig. Porsche macht pro verkauftem Auto einen Gewinn, von dem die meisten anderen Hersteller träumen. Und: Wer einen Porsche fährt, hat im Leben nicht nur Erfolg, sondern auch Geld.

Matthias Brügge
Matthias Brügge, passionierter Elektroautofahrer ohne den Anspruch, Fahrer anderer Antriebe zu missionieren.
Bild: Matthias Brügge

Aufgeregte Diskussion um Porsche-Entscheidung

Nun war die Aufregung nach der Porsche-Info groß. Da ist von "Notbremse bei Porsche" die Rede, von einem "falschen Signal", gar von einem "Verbrenner-Comeback". Alles irgendwie richtig. Aber man kann auch unaufgeregter auf die Nachricht reagieren. Zum einen sind die Zuffenhäuser ein eher kleiner Hersteller mit den gerade mal 310.000 neuen Autos, die 2024 weltweit ausgeliefert wurden. Ein Vergleich mit dem größten Autohersteller: Toyota verkaufte im abgelaufenen Jahr 10,2 Millionen Fahrzeuge.

Was die jüngsten Verkaufszahlen bedeuten

Porsche ist eine traditionelle Verbrennermarke, der Löwenanteil der mehr als fünf Millionen je gebauten Porsche sind vor allem Benziner und einige Diesel. Von denen nach Porsche-Aussage noch über 70 Prozent auf der Straße sind. Es ist auch richtig, dass die elektrischen Porsche, also vor allem Taycan und zuletzt der vollelektrische Macan, nur langsam die Herzen der Porschefahrer erobern.

Jeder sollte sich das Auto mit dem Antrieb kaufen, der zu einem passt. Viele kaufen einen Verbrenner, warum nicht. Wer ein E-Auto will, wird eben damit glücklich.

Und es ist auch richtig, dass der seit 2019 gebaute Taycan zuletzt deutlich weniger geordert wurde. Nach vorläufigen Porsche-Zahlen halbierten sich die Verkaufszahlen 2024: Auf 40.629 verkaufte Taycan in 2023 folgten 20.836 Exemplare, ein Absatzminus von 49 Prozent. Der elektrische Macan wurde 18.278 Mal verkauft. Sein Verbrenner-Bruder fand dagegen 64.517 Käufer.

Porsche ändert Elektrokurs – aus gutem Grund

Vermutlich ist Porsche über die Taycan-Zahlen nicht besonders glücklich und hat sich mehr vom E-Macan versprochen. Somit ist es also nur konsequent, dass Porsche den Elektrokurs überdenkt, und vernünftig ist es auch. Denn Autohersteller wollen in erster Linie Autos verkaufen. Und wenn die Kunden Verbrenner wollen, dann sollte deren Bau das Ziel jedes wirtschaftlich denkenden Porsche-Vorstands sein. Da spielt mit hinein: Porsche orientiert sich beim Angebot an der Nachfrage der Kunden. Das ist in jedem Fall ein Erfolgskurs.
Sollte man daraus etwas für das eigene, nächste Auto ableiten? Man kann, muss es aber nicht. Ob Diesel, Benziner oder Elektroauto, es sollte das Auto sein, das am besten zum eigenen Lebensstil und Fahrprofil passt. Nichts anderes ist die Aussage von Hollywood-Superstar Harrison Ford in seinem jüngsten Werbevideo für Jeep.

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Es gibt viele Leute, die wollen weiterhin einen Verbrenner. Die werden ein konventionell getriebenes Auto kaufen, ob von Porsche oder einer anderen Marke. Andere, wie ich selbst, kaufen ein E-Auto und werden damit glücklich. Sollte es nicht genau so sein: Jeder kauft, was er will?