Im Fußball wären wir wohl der Mittelstürmer. Das Ressort Nachrichten/Reportage (später Investigativ) ist regelmäßig dorthin gegangen, wo es wehtut. Mühsal bereitete uns die Recherche, Schmerzen fügte das Ergebnis den Autoherstellern zu. So manche Rückrufaktion, die aus unserer Arbeit folgte, verschlang dreistellige Millionensummen. Oder mehr. Am Ende war es immer ein heilsamer Prozess. Das verstanden die weitsichtigen Entscheider der Branche, die Car Guys.
AUTO BILD war Stethoskop am Puls vieler Millionen Autofahrer, Sparringspartner der Industrie bei wichtigen Weichenstellungen und Leitplanke, wenn die Fuhre ins Schlingern geriet. Diese Art des Journalismus machte sonst niemand, weder die Tageszeitungen noch die Magazine, das Fernsehen oder die Mitbewerber der Fachpresse. Eine Umfrage der Axel Springer-Marktforschung wollte einmal wissen, was dem AUTO BILD-Leser "äußerst wichtig" oder "sehr wichtig" ist. Ergebnis: "eine echte Hilfe beim Autokauf sein", sagten 62 Prozent, "kompetente Fachjournalisten beschäftigen" 71 Prozent, "unabhängig testen" 78 Prozent. Auf Platz 1 mit 85 Prozent: "Missstände aufdecken".

Opel (1995): Am Anfang war das Feuer

An meinen ersten Rückruf erinnere ich mich genau. Im Februar 1995 – ich war Volontär – rufe ich den damaligen Chefredakteur an: "Opel hat sich gemeldet, sie rufen zurück." – "Wie viele?", fragt er. "Alle Astra, die je gebaut wurden", antworte ich. "2,3 Millionen Autos – der größte Rückruf der Firmengeschichte." Ich zittere. Und bekomme eine Ahnung davon, welche Verantwortung Journalisten bei ihrer Arbeit tragen. Vorausgegangen war der Artikel "Tankverbot für Opels Astra!" Und das kam so: An einer Tankstelle in Bedburg bei Köln hatten binnen weniger Tage zwei Opel Astra Feuer gefangen. Beim Einführen der Zapfpistole schoss eine Stichflamme aus dem Tank. Rosemarie und Friedhelm Gill, Pächter-Ehepaar der betroffenen SB-Station, schickten Opel-Astra-Fahrer fortan vom Hof. Die Recherche ergab: Der TÜV war schon vor Ort gewesen und hatte keine Fehler an der Zapfanlage finden können. Endgültige Klarheit über die Brandursache sollte eine Expertise der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) bringen. Auch Opel-Ingenieure hätten sich angekündigt, erzählt Rosemarie Gill am Telefon. Das klingt spannend. Ich fahre zum Ortstermin nach Bedburg – unangemeldet. Noch vor Ort erfahre ich vom PTB-Experten, dass die Erdung des Tankeinfüllstutzens beim Astra extrem unglücklich ist. An dem Kunststoffteil kann es infolge elektrostatischer Aufladung zu Funkenbildung kommen. Wir finden heraus: Es haben weitere Astra gebrannt. Außerdem wusste Opel bereits seit Mitte 1993 von dem Problem. Bei dem Riesenrückruf wird nun ein Erdungsring nachgerüstet. Ein Pfennigartikel.

Audi (1999): Bremst bei Nässe schlecht

Besorgte Audi-Fahrer alarmieren AUTO BILD: Bei Fahrten im Regen spricht die Bremse nur stark verzögert an. Noch deutlicher tritt das Phänomen offenbar in Verbindung mit Streusalz auf. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen. Audi unternimmt Testreihen mit A4 und A6 und montiert schließlich ein Ableitblech an der Bremsscheibe.

VW (2002): Motoren sterben Kältetod

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Der 1,0- und 1,4-Liter-Alumotor von VW zeigte bei Kälte gravierende Schwächen im Ölmanagement.
Bild: Frank Stange

Schwerer Konstruktionsfehler bei den 1,0- und 1,4-Liter-Alumotoren von Volkswagen. Bei Temperaturen unterhalb von zehn Grad minus kann gefrorenes Kondenswasser den Ölkreislauf lahmlegen. VW beschwichtigt und schiebt das Problem dem Kunden zu (Kurzstreckenverkehr, überaltertes Öl). Trotz Tausender kollabierter Motoren werden betroffene Fahrzeughalter nicht aktiv vom Hersteller informiert. Nur wer die Informationen in AUTO BILD gelesen hat und sich beschwert, bekommt in der Werkstatt einen beheizbaren Kurbelgehäuse-Entlüftungsschlauch nachgerüstet. Von den Frostmotoren sind auch Modelle der Konzernmarken Seat und Skoda betroffen.

Peugeot (2003): Mauschelei mit Mängelauto

Der Wagen klappert, ächzt, zieht schief und hatte laut Gutachten bereits ab Werk den "Zustand eines Unfallwagens". Vor Gericht erzwingt Nicole Ehrke aus Todendorf in Schleswig-Holstein die Rücknahme ihres grünen 206 CC. Wenige Wochen später spürt AUTO BILD den Wagen bei einem Peugeot-Händler in Osnabrück auf. Das Mängelmobil wird dort als fehlerfrei angeboten.

Mercedes (2004): Superbremse versagt

Gefeiert als Wunderwerk der Elektronik, als Vorbote des Drive-by-Wire, gerät die Sensotronic Brake Control (SBC) für Daimler zum Desaster. AUTO BILD deckt Ausfälle auf und dokumentiert, wie sich bei der E-Klasse (W 211) der Bremsweg aus Tempo 100 auf 78 Meter verlängert. Nach mehreren AUTO BILD-Artikeln, darunter einer Titelgeschichte, startet Mercedes-Chef Eckhard Cordes die größte und teuerste Rückholaktion der Firmengeschichte. Betroffen sind 1,3 Millionen Autos, bei denen neben der SBC-Bremse weitere Elektronikmacken nachgebessert werden.

BMW (2004): Achse reißt aus dem Blech

Beim BMW 3er deuten mysteriöse Brüche am Achsträger auf einen Konstruktionsfehler hin. Die Reparaturkosten betragen oft mehr als 4000 Euro. Trotz eindeutiger Beweislage spielt BMW das Problem herunter: Betroffen seien angeblich nur Fahrzeuge, die besonders gelitten hätten – zum Beispiel, weil sie Wohnwagen ziehen müssen oder als Fahrschulwagen im Stadtverkehr dauernd über Bordsteine rumpeln. Stimmt alles nicht. Mit Gutachterhilfe und aufwendiger Messtechnik weist AUTO BILD den Serienfehler nach.

Mercedes (2005): CDI gerät in Brand

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Der E 220 CDI der Baureihe W 210 gehört zu den Modellen mit dokumentierten Schäden.
Bild: AUTO BILD Syndication

Bei älteren Common-Rail-Dieseln können Löcher im Kolbenboden entstehen. Folge: Aus dem Kurbelgehäuse entweicht Öl und entzündet sich am Abgaskrümmer oder Turbolader. AUTO BILD dokumentiert diverse Fälle.

Peugeot (2005): Feuergefahr beim 307

Die ersten Fälle werden aus Nordeuropa gemeldet, dann fackeln auch bei uns immer mehr Peugeot 307 ab, setzen reihenweise Carports und Garagen in Brand. Skandinavische Fährgesellschaften verweigern dem kompakten Franzosen die Überfahrt, die dänische Verkehrssicherheitsbehörde rät, den Wagen fernab von Haus und Hof zu parken. Peugeot Deutschland wehrt sich anfangs gegen einen Rückruf. Der kommt erst, nachdem AUTO BILD mehrfach berichtet hat und auch das Kraftfahrt-Bundesamt ermittelt. Brandursache sind korrodierte Stecker im Motorraum. Im Februar 2006 brennt in Prag die Parlamentsgarage – mutmaßlich wegen eines 307.

VW (2005): Schwungrad lässt Touran brennen

VW hat ein brennendes Problem. Beim Touran mit 2.0 TDI (140 PS) und Sechsganggetriebe kann es zu schweren Schäden im Bereich Kupplung/Getriebe kommen und sogar zum Ausbruch eines Feuers. Bricht eine Feder im Zweimassenschwungrad, schleift sie wie ein Sägezahn das Getriebegehäuse auf. Folge: Öl tritt aus und entzündet sich an heißen Motorteilen. AUTO BILD dokumentiert diverse Fälle abgefackelter VW.

Audi (2005): Multitronic mit Macken

Audis stufenlose Automatik, die anfangs hochgelobte Multitronic, wird für den aufstrebenden Hersteller zum Störfall. Es gibt zwar einige konstruktive Änderungen sowie Versuche mit Ölwechseln, dennoch klagen Kunden immer wieder über lästiges Anfahrruckeln. Obwohl der Mangel bekannt ist, beteiligt sich Audi nur anteilig an den Reparaturkosten. Und die betragen oft mehrere Tausend Euro. Die Kunden sind erbost, vor allem, wenn die Garantiezeit für den Wagen gerade erst abgelaufen ist. Im AUTO BILD-Kummerkasten macht sich das Problem durch überproportional viele Zuschriften bemerkbar.

BMW (2007): Lohndumping bei Leiharbeitern

Frank Winkler ist Leiharbeiter im BMW-Werk Leipzig. Es ist eine harte, taktgebundene Arbeit für 8,15 Euro die Stunde. Sein festangestellter Nebenmann am Band bekommt doppelt so viel. Das führt zu Verstimmungen im Betrieb. Auf die Empörung infolge der AUTO BILD-Berichterstattung reagiert BMW schließlich und bezahlt seine Leiharbeiter nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie.

Ford (2007): Die Ölwanne gammelt

Ford ist nicht als sonderlich rostauffälliger Hersteller bekannt. Aber die Ölwanne des Ka ist so anfällig für Korrosion, dass es zu Durchrostungen und damit zum Austritt von Motoröl kommen kann – eine Umweltsauerei. Infolge des AUTO BILD-Berichts beschäftigt sich der Bundestag im Rahmen einer kleinen Anfrage mit dem Thema. Ergebnis: Ölwannen haben dicht zu sein.

Renault (2007): Federn brechen Reihenweise

An das eine oder andere Wehwehchen haben sich die Liebhaber französischer Autos gewöhnen müssen. Aber irgendwann wird die Gleichgültigkeit der Hersteller gegenüber Qualitätsmängeln dann doch nervig. Renault zum Beispiel verbaut jahrelang mangelhafte, weil frühzeitig brechende Federn. Betroffen sind etwa die Modelle Twingo, Modus und Scénic.

Nissan (2006): Der Note ist in Not

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Im Ausweichtest zeigt der Nissan Note deutliche Schwächen im Heckbereich.
Bild: Toni Bader

Nissans neuer Kleinwagen Note zeigt eklatante Fahrwerksschwächen im Grenzbereich. Schnelle Ausweichmanöver lassen das Heck schwänzeln. Und die Anti-Schleuder-Hilfe ESP ist nicht Serie. Nissan reagiert auf die Kritik und verändert das Fahrwerk: Es kommen längere, progressiv stauchende Anschlaggummis an der hinteren Federung zum Einsatz, außerdem wird der Reifendruck hinten bei Beladung um 0,8 Bar erhöht. So wird das Fahrverhalten zwar verbessert, doch ESP ist vorerst nicht serienmäßig bei allen Versionen an Bord.

Alfa Romeo (2007): Spider zu fett

Der Spider von Alfa-Fahrer Gerd Wiertelarz hat Übergewicht. 1790 kg bringt der Zweisitzer vollgetankt auf die Waage, 1960 kg beträgt das zulässige Gesamtgewicht. Zweimetermann Wiertelarz wiegt 115 kg – bleiben mickrige 55 kg für Gepäck oder Beifahrer(in) übrig. "Ist die Zuladungsmöglichkeit so beschränkt, dass sie für den gewöhnlichen Gebrauch nicht ausreicht, liegt ein Sachmangel vor", sagt AUTO BILD-Rechtsexperte Uwe Lenhart.

Volvo (2008): Gefahr im Fußraum

Der Fußraum des Volvo C70 ist so ungünstig konstruiert, dass Fahrer mit größeren Füßen beim Wechsel zwischen Brems- und Gaspedal an einer Plastikverkleidung hängen bleiben können. Ein Ingenieur mit Schuhgröße 47 war gegen Volvo vor Gericht gezogen, um eine Nachbesserung oder Rücknahme zu erzwingen. Der Richter folgte weitgehend seiner Argumentation.

VW (2008): Verhagelte Produktion

Am 22. Juni 2008 beschädigt ein Gewitter im Emder Hafen 30.000 VW-Konzern-Fahrzeuge. Vier Monate dauert die Geheimoperation Delle – AUTO BILD ist verdeckt dabei. VW lässt Expertenteams aus Brasilien und Italien einfliegen, die unter speziellem Licht bis zu 300 Dellen pro Auto von Hand entfernen. Mit einer Art Billard-Queue aus Metall massieren sie von innen vorsichtig die Beulen heraus. Zuvor entfernen ungelernte oder branchenfremde Arbeiter die Innenverkleidungen. Dabei geht anfangs einiges zu Bruch. Die Autos verkauft VW der Kundschaft anschließend als Neuwagen, teilweise mit Nachlass.

Mercedes (2009): Lahmender Wunderdiesel

Der neue Motor OM 651 gilt als Wunderdiesel, wird 2009 gar "Engine of the Year". Doch die Freude währt nur kurz: Tausende fast neue C- und E-Klassen sowie der GLK gehen ins Motor-Notprogramm und fahren plötzlich nur noch 70 km/h. Mercedes forscht wochenlang nach den Ursachen und findet schließlich "produktionsbedingte Fehler der Piezo-Injektoren" bei einem Zulieferer.

Mercedes (2008): Der Rost ist zurück

Nach Rostproblemen bei Mercedes C- und E-Klasse (W 202/W 210) sowie dem Vito/Viano kommt 2008 ein Produktionsfehler bei A- und B-Klasse ans Licht: Türen und Hauben rosten an den Falzen, und das teilweise schon bei zweijährigen Autos. Nach wiederholter AUTO BILD-Berichterstattung gewährt Mercedes betroffenen Kunden Kulanz und bessert Autos, die zur Inspektion kommen, nach.

BMW (2010): Die Lenkung klebt

Beim BMW Z4 bis Baujahr 2006 kann die Servounterstützung der Lenkung ausfallen. Das Problem ist temperaturabhängig und tritt bei Temperaturen über 30 Grad oder heiß gefahrenem Motor auf. Ohne Servounterstützung wird nicht nur die Lenkung schwergängig, auch die Rückstellkräfte in die Mittelstellung fehlen komplett.

Mazda (2010): Rost und falsche Versprechen

Weil Kunden immer wieder über Korrosion klagen, sagt Mazda Abhilfe zu: Jeder Wagen, der in die Werkstatt kommt, werde untersucht und, wenn nötig, behandelt. AUTO BILD überprüft das mit dem Mazda6 von Leserin Monika Strey. Ergebnis: Nur einer von vier Mazda-Betrieben weist auf die Rostschäden hin.

R1234YF (2011): Warnung vor Killer-Kältemittel

Seit 40 Jahren: AUTO BILD deckt auf
Laborversuche zeigen, wie aggressiv die Rückstände von R1234yf reagieren können.
Bild: Benno Grieshaber

Die Autolobby versucht mit Macht, die Fluorchemikalie R1234yf von Honeywell und Dupont als Nachfolger des Klimaanlagen-Kältemittels R134a zu etablieren. Noch 2007 hatte sich der VDA für CO2 als neues umweltfreundliches Kältemittel ausgesprochen. Allerdings: An CO2 verdient niemand. AUTO BILD berichtet in rund 100 Artikeln über Gefahren, die von R1234yf ausgehen können. Kollege Frank Rosin demonstriert die ätzende Wirkung in Laborversuchen mit einem Schweinekopf vom Metzger. Erst als Mercedes in Tests die Brandgefahr bestätigt, berichten auch andere Medien über das Killer-Kältemittel.

VW (2012): Steuerkette wird zum Pflegefall

Erste Hinweise zu Steuerkettenproblemen bei TSI-Motoren erreichen AUTO BILD im August 2009 – damals noch Einzelfälle. Doch es werden mehr, und Details zu den Fehlerquellen kommen ans Licht: AUTO BILD liegen VW-interne Dokumente vor, die unterschiedliche Ursachen für das Symptom "Klapper-/Rassel-/Scheppergeräusche" (O-Ton) und die leuchtende Motorkontrollleuchte benennen. Weil so viele Fälle den Kummerkasten fluten, wird AUTO BILD zum Krisengipfel nach Wolfsburg eingeladen, mit dabei sind VW-Boss Martin Winterkorn und Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Erfolg: Es gibt eine erweiterte Kulanzregelung, die auch ältere Autos einschließt – aber längst nicht alle betroffenen.

BMW (2012): Schleudergefahr auf nasser Straße

Bei mehreren BMW-Baureihen kann es zu Bremsproblemen auf nasser Fahrbahn kommen. Die Bremswirkung setzt erst mit einigen Sekunden Verzögerung und stark ungleichmäßig ein, sodass das Auto zur Seite zieht. Der Schleuderschutz ESP hilft hier nicht, der Fahrer muss aktiv gegenlenken. Die AUTO BILD vorliegenden Fälle betreffen mehrheitlich X1 und 3er der Baureihen E46 und E90. BMW räumt die Probleme ein und bessert nach: Ein Software-Update soll die automatische Trockenbremsfunktion verbessern, um den Schmierfilm auf der Bremsscheibe zu beseitigen.

VW (2013): Nazi-Aufmarsch beim Autotreffen

Auf dem größten VW-Treffen Deutschlands sollen Neonazis den Ton angeben, erfährt AUTO BILD. Um sich ein Bild zu machen, reisen die Kollegen Henning Hinze und Sven Krieger zum Pfingsttreffen ins ostsächsische Bautzen. Sie finden aufgemotzte Autos, aufgedonnerte Mädchen, Partyzelte, Sprintrennen, gut gelaunte nette Leute – und Nazis. Die sickern in die VW-Szene ein, zeigen dort unverblümt ihre Gesinnung, samt Hassparolen, Hakenkreuz und Hitlergruß.

Audi (2015): TFSI säuft Motoröl

Einige TFSI-Motoren brauchen bis zu zwei Liter Öl auf 1000 Kilometer. "Einzelfälle" beschwichtigt Audi. Die Wahrheit: In den Technischen Produktinformationen (TPI) ist die Rede von "ungünstigen Toleranzlagen an bestimmten Motorbauteilen", die den Tausch von Kolben und Pleuelstangen zur Folge haben können. Ein Fehler ab Werk.

Smart (2015): Der Kleine zieht Schief

Der neue Smart fortwo kann beim Bremsen aus 80 bis 90 km/h gefährlich nach rechts ziehen, finden die Kollegen Claudius Maintz und Jan Horn heraus. Daraufhin ändert Smart in der Fertigung das Ansprechverhalten der Bremsen und die Einbaulage der hinteren Federn. Autos in Kundenhand erhalten die Nachbesserungen nur nach Reklamation. Einen Rückruf aller fehlerhaften fortwo lehnt Daimler ab.

VW (2015): Zeitbombe Erdgastanks

Die Erdgastanks der CNG-Modelle von VW (Touran, Passat) können rosten und beim Befüllen mit 200 Bar Druck bersten. Autos in Schweden und Deutschland fliegen in die Luft, es gibt Schwerverletzte und einen getöteten Blindenhund. Reines Glück, dass kein Mensch ums Leben kommt, doch VW bessert nur halbherzig nach. Als einziges Medium berichtet AUTO BILD fortgesetzt über den Skandal.

NO2-Belastung (2016): Dicke Luft im Auto

Die Erdgastanks der CNG-Modelle von VW (Touran, Passat) können rosten und beim Befüllen mit 200 Bar Druck bersten. Autos in Schweden und Deutschland fliegen in die Luft, es gibt Schwerverletzte und einen getöteten Blindenhund. Reines Glück, dass kein Mensch ums Leben kommt, doch VW bessert nur halbherzig nach. Als einziges Medium berichtet AUTO BILD fortgesetzt über den Skandal.

BMW (2018): Der Diesel brennt

Bei BMW-Dieselmodellen besteht Brandgefahr durch eine mögliche Glykol-Leckage im Kühler des Abgasrückführungsmoduls (AGR-Kühler). Fahrt kommt in die Sache, als Südkorea 2018 ein Fahrverbot für BMW verhängt. AUTO BILD weist früh nach, dass mehr Autos den Fehler haben, als der Hersteller zugeben mag. Es war – und ist – ein Rückruf auf Raten. Weltweit dürften ca. 1,9 Millionen Autos der Bauzeit 2010 bis 2022 betroffen sein.

China (2018): Crashtests mit lebenden Schweinen

Chinesische Forscher lassen Schweine qualvoll sterben – bei Kindersitztests mit lebenden Tieren. Die jungen Schweine bekommen eine Beruhigungsspritze und fahren auf einem Crashschlitten in den Tod. Die Enthüllung des Kollegen Egon Morawietz findet ein weltweites Echo, sogar Medien in Australien und im Iran berichten. Tierschützer sind entsetzt, deutsche Politiker fordern Konsequenzen.

Tesla (2017): Betrug mit der Förderprämie

Seit 40 Jahren: AUTO BILD deckt auf
Der nominell günstige Einstiegspreis des Model S entpuppte sich als rechnerische Konstruktion.
Bild: AUTO BILD

Im November 2016 senkt Tesla den Basispreis des Model S deutlich. Die deutschen Kunden sollen in den Genuss der 4000 Euro Elektro-Förderprämie kommen. Sofern der Nettopreis eines Grundmodells unter 60.000 Euro liegt, gilt der Umweltbonus auch für die höherpreisigen Versionen. Problem: Das für 69.019 Euro angebotene Basis-Model S lässt sich so nicht kaufen, sondern nur in Verbindung mit einem 13.101 Euro teuren Komfortpaket. Nach Hinweisen von AUTO BILD mahnt die Wettbewerbszentrale Tesla ab, und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ermittelt.

Porsche (2020): Tricks bei der Lärmemission

Verkehrslärm macht krank. Sportwagenbauer Porsche ist seit jeher bekannt als Lärm-Lobbyist. 2020 liegen AUTO BILD zu einem Cayman zwei Gutachten vor, die Manipulation von Prüfverfahren nahelegen – ähnlich wie beim Dieselskandal. Statt sachlich zu argumentieren, diskreditieren Porsches Öffentlichkeitsarbeiter den Cayman-Besitzer. Ziemlich unsportlich.

VW (2021): Heißes Eisen Plug-in-Hybrid

Der VW Golf GTE Plug-in-Hybrid ist erst zwei Tage alt und hat 300 Kilometer gelaufen, als er an einem kalten Februarabend in Hessen mit dumpfem Knall in die Luft fliegt und ausbrennt. Die Insassen werden nur leicht verletzt. Gut ein Jahr später der Rückruf: Gefahr eines Lichtbogens aufgrund einer fehlerhaften Sicherung. Weltweit sollen rund 118.000 Hybridmodelle aus dem VW-Konzern betroffen sein.

VW (2023): Der programmierte Motortod

Dass der Biturbo-Diesel im VW T5 einen schweren Konstruktionsfehler hat, enthüllte AUTO BILD bereits. Doch auch beim neuen T6 häufen sich die Motorschäden, findet Kollege Roland Kontny heraus. Vorboten sind Leistungsverlust und hoher Ölverbrauch, wie beim Bulli-Besitzer Andreas Wienj. Am Ende stehen oft fünfstellige Reparaturkosten.