Keine Geschichte von AUTO BILD wäre komplett ohne die seltsamen Kreationen (oder Kreaturen) auf Rädern, die unsere Redakteure selbst erschaffen haben. Um den chronisch kreativ schraubenden Kollegen Jan Horn zu zitieren: "Wir bei AUTO BILD haben schon Autos angezündet, Dächer abgeflext, Reifen verraucht und schräge Kisten erfunden, da wurde Top Gear noch von Buster Keaton und Maggie Smith moderiert."

Der kleinste Monster-Pick-up-Truck für – na ja – Erwachsene

Die Nummer mit dem Pick-up-Turm oben im Foto zum Beispiel: Für das 30-jährige AUTO BILD-Jubiläum suchten wir ein 80er-Jahre-Thema, fanden den Colt für alle Fälle und fertigten (O-Ton Chef: "Mach mal, Mittwoch muss das Ding laufen") den passenden Pick-up. Den Maßstab bezeichnet Jan "Frankenstein" Horn als "1:irgendwasjedenfallsvielkleiner".
Basis des 20-PS-Winzlings ist ein vierrädriges Motorrad, ein Quad von Kawasaki. Einzylindermotor, Motocrossfederung, Bereifung eines Polaris ATV – im Mini-Pick-up steckt ein bunter Technikmix. Wichtigste Änderung: Die Lenkung wurde auf "Autoprinzip" umgestrickt, arbeitet per Kette.
"Eigentlich", so Horn, "ist das hier mein Blech gewordener Jugendtraum." Ein Pick-up, wie ihn einst Colt Seavers fuhr. Als 1986 die erste AUTO BILD erschien, war der Stuntman Star der Fernsehserie "Ein Colt für alle Fälle".
Mini-Pick-up fahrend schräg von vorn
Die Fantasie-Karosserie von Jan Horns Minimonstertruck sitzt auf dem Fahrgestell eines Quads. Fahrer und Beifahrer sitzen seitlich des Quad-Rahmens.
Bild: Martin Meiners / AUTO BILD
Das Ergebnis ist ein winziger Monstertruck zum Liebhaben, ein Riesenspaß auf YouTube, ein Löchlein in der Axel-Springer-Portokasse und ein typischer Moment in der AUTO BILD-Karriere von Jan Horn.
Das große Foto ganz oben ist übrigens kein KI-Bildchen! Den Pick-up-Turm stellten wir 2016 wirklich so zusammen. Aus Toyota Hilux, dem AUTO BILD-Minimonstertruck, Kinder-Elektromobil "Ford Raptor" und RC-Car "Razor". Ganz oben (genau hinsehen): ein Modellauto im Maßstab 1:43 mit Rückzugmotor.

Ein Mercedes MB 100 als königliches Landaulet

Das Sinnbild schlechthin für eine Staatskarosse, in der Präsidenten, Diktatoren und Könige chauffiert werden, ist der Mercedes 600 der Baureihe W 100. Wer seinem Volke huldvoll und sichtbar winken möchte und den Jubel ungefiltert hören mag, entscheidet sich für die Variante mit Stoffklappdach über den Hintersitzen: das Landaulet. Oder, wie Mercedes es nannte: Halbcabriolet.
Allerdings: Bei geschlossenem Verdeck durch die niedrigen Türen zu krabbeln – das wirkt wenig majestätisch. Da wäre ein hohes Fahrzeug doch viel geeigneter!
Ein neuer Fall für AUTO BILD. Einmarsch der Landaulatoren: Jan Horn, Bernd Volkens, Stefan Novitski, Ulrich Safferling und Joachim Staat bauen die bessere Staatslimousine.
Grundfrage: Wer braucht ein W 100 Landaulet, wenn es doch auch ein MB 100 Landaulet tut? Also kapern die Jungs einen Mercedes MB 100 als Wohnmobil und schwingen die Winkelschleifer.
Zwei Mann arbeiten mit Winkelschleifern an einem Mercedes MB 100, Funken sprühen
Die schwierigste Aufgabe war, überhaupt einen fahrbereiten Mercedes MB 100 zu finden. Und die Irren von AUTO BILD zerschnipseln ihn auch noch!
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Hinten kommt das Dach ab, ein altes Sofa rein, schwarzer Stoff simuliert eine Verdeck-Persenning, schwarze Baumarktfarbe eine edle Lackierung. Die Weißwandreifen tragen elastische Abziehfarbe, die Chrom-Radläufe sind aus Alu-Klebeband.
Umgebauter Mercedes-Benz MB100 im Still eines Mercedes 600 Landaulet – und ein Mercedes 600 Landaulet
Fast noch beeindruckender als der originale Mercedes 600 (W 100) rechts ist der Mercedes MB 100 links. Chromstoßstange und Standarten verleihen ihm Würde. (Bis man merkt, dass die Stoßstangen mit Klebeband aus dem Dachdeckerbedarf gepimpt sind und die Papier-Standarten im Fahrtwind zerfetzen.)
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Eins aber haben wir vergessen: die "Anstrahler", die es im W 100 gibt – Leuchten, die den prominenten Fahrgast sanft erhellen. Spätestens mit Verschwinden des Tageslichts hockt Jan Horn auf unserem schaukelnden Zweiersofa im Dunkeln, und keine Sau huldigt.

Das Opel Corsa SUV-Cabrio

Erst wollten wir ihn Opel Flex nennen, weil schon wieder ein Winkelschleifer wütete. Am Ende hieß er AUTO BILD Corsa CC: Cross-Cabriolet!
Umbau Opel Corsa B als SUV-Cabriolet
Marke Eigenbau? Nein, Marke AUTO BILD – stolz prangt das Logo am Kühler des AUTO BILD Corsa CC.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Wieder war es Jan Horn, der ein Monster gebar. Einen schrottreifen Opel Corsa B für 150 Euro überführte er in eine neue Fahrzeuggattung. 2014 war das, im Jahr, bevor das Range Rover Evoque Cabrio vorgestellt wurde.
Im Prinzip baute Jan genau das: ein kleines SUV-Cabrio für vier Personen. Und schloss damit diese entsetzliche Lücke im Auto-Angebot.
Er verlängerte per Schweißgerät die Spurstangen, versetzte Federbeinlager, baute starre Hinterachslenker ein und versteifte die Cabrio-Zelle mit zwei Vierkantprofilen.
Die Räder sind geliehen – von einem Porsche Panamera, der als Testwagen bei AUTO BILD war.
Jan Horn zeigt den Adapter zum Anbau der Räder
Wichtige Verbindung: Lochkreisadapter von H&R zwischen Vierloch- und Porsches Fünfloch-Befestigung.
Bild: Ralf Timm / AUTO BILD
Den Fahreindruck schildert er so: "Die starre Hinterachse lässt das SÜVchen hoppeln wie ein Karnickel auf Crystal Meth. Geradeauslauf? Wie ein Raddampfer. Geräuschkulisse? Stellen Sie sich einen zwei Meter breiten Omnibus in einem 1,98 Meter schmalen Tunnel vor. Ohne Dach fehlt Stabilität, die viel zu breite Spur zerrt an den Radträgern, nur wenige Grad lässt sich die Lenkung einschlagen. Und gleich rutschen die klackernden Antriebswellen aus dem Getriebe – so sehr sind deren Gelenke durch die Höherlegung überdehnt."
Opel Corsa B Cabrio-Umbau fahrend schräg von hinten
Die Optik ist schon mal überraschend bärig. Der Schriftzug "CC" hinter "Corsa" ist feinfühlig per Edding aufgetragen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Andererseits: Nur 473,94 Euro hat das Material für die Flex-Aktion gekostet. Hier können Sie das ganze Projekt im Video ansehen.

Der Hot Rod für Kinder

Ganz nach dem Baumuster amerikanischer Hot Rods hat sein Vater – ja, wieder mal AUTO BILD-Redakteur Jan Horn – ihm die Kindergartenversion eines Ford Deuce zusammengedengelt – stilecht mit roten Rädern und mattschwarzer Lackierung inklusive rotem Flammendekor rund um die aufrechte Kühlernase.
AUTO BILD-Kinder-Rennwagen zum Selberbauen, Hot Rod für Kinder, Johann Horn am Hot-Rod
Gemisch tanken, und los geht's mit Johann Horns 1:2-Modell eines Ford-Hot-Rods mit Zündapp-Motor.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Die Miniatur entstand anhand eines Maßstabmodells aus Pappe, ein trapezförmiger Rahmen aus verschweißten Rechteckprofilen trägt die dreiteilige Karosserie aus 0,7-Millimeter-Stahlblech. Die hinteren Rundungen formen zersägte Käfer-Kotflügel. Sitze und Armaturenbrett sind mit Schaumstoff und Kunstleder bezogene Tischlerplatten.
Anstelle von Achsschenkeln führen Fahrrad-Steuerrohre die Vorderräder, ein Käfer-Lenkgetriebe erledigt die Richtungswechsel. An der – wie beim großen Vorbild – starren Hinterachse sind das Kettenrad (aus einem Rohling gedreht) und eine Bremsscheibe vom Mountainbike verschweißt.
Unter der Haube des Eigenbaus sitzt ein richtiger Motor. Wenn auch kein Flat-V8 wie die echten US-Cars. Ein Mokick-Motörchen aus Vatterns Werkstatt-Fundus reicht allemal: Der 50-Kubik-Zweitaktmotor stammt aus einer Zündapp C50 von 1972.
Die Schaltung und der Kickstarter wurden nach außen verlegt, die Kette führt in einem Tunnel nach hinten.
Selbstgebauter Hinter-Hot-Rod fahrend von der Seite
Die Fuhre ist 80 Kilogramm schwer, aber kinderleicht zu fahren.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Die erste Fahrt findet 2010 statt, Johann ist gerade sechs Jahre alt und 1,35 Meter groß.
Die Kupplung fasst, der Hotrod rumpelt los, und der Nachwuchs-Racer reckt den Daumen. "Coole Karre, oder?" Johann drückt das Gaspedal – ein umfunktioniertes Blechscharnier aus dem Baumarkt – bis auf die Bodenplatte aus Leimholz durch, der Zweitakter kreischt, die Räder eiern, die Fuhre vibriert wie ein Presslufthammer. Authentisch, qualmend, ruckelnd.
Rotznase Johann kurbelt wie ein Weltmeister an der indirekten Lenkung, die aus einem VW-Käfer stammt. Aufgeregt nimmt er das zunehmende Scheppern und Schnarren aus dem Antrieb als Höllentempo wahr.
Mit Tempo 40,6 semmelt er durch die Lichtschranke – möglich wären sogar ca. 60 km/h. Jetzt ist aber genug! Das war eine einmalige Ausnahme. Papi erlaubt sonst nur gedrosselte Fahrten im ersten Gang.
Hat's dem kleinen Johann geschadet? Sagen wir mal so: Heute arbeitet auch er bei AUTO BILD.

Technische Daten Hot Rod J-3

  • Motor Einzylinder-Zweitaktmotor
  • Hubraum 49 cm3
  • Leistung 2,1 kW (2,9 PS)
  • Höchstgeschwindigkeit circa 60 km/h
  • Antrieb Dreigang-Hebelschaltung, Hinterradantrieb
  • Bremse Einscheibenbremse
  • Aufbau Stahlprofil-Rahmen, Stahlblechkarosserie
  • Kosten rund 400 Euro

Ein Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+ als Polizeiauto

Gangster jagen im Opel Corsa? Clanchefs beeindrucken mit Polizei-E-Bikes? Nee, Leute, da muss was Richtiges her.
Mercedes E 63 AMG als Polizeiauto im Drift
Trotz Allradantrieb – der Mercedes E 63 AMG kann auch quer. Eine Driftfunktion innerhalb der Kraftverteilung macht es möglich.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
So was wie dieser Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+. Der hat 612 PS im Holster, holt sagenhafte 850 Nm Drehmoment aus einem mächtigen 4,0-Liter-V8.
Wir haben aus diesem Bullen von einem Auto den brachialsten Einsatzwagen Deutschlands gestrickt. Besser gesagt: geklebt. Auf die 1980 Euro teure Lackierung in "Diamantweiß bright" des Serienwagens haben wir sogenannte Oracalfolie in "Verkehrsblau 5017" gepappt. Dazu Schriftzug, reflektierende Markierungen und Blaulicht.
Mit so etwas auf öffentlichen Straßen zu fahren, wäre illegal. Nicht nur deshalb haben wir die furiose Funkstreife auf dem Contidrom getestet. Fazit: Dieser Wagen ist eine echte Waffe!
Allerdings hätte das AMG-Einsatzkommando einen entscheidenden Haken. Beim Preis von rund 136.000 Euro sowie 260 Euro für jeden einzelnen Hinterreifen (!) hätte ein Polizeipräsident den Fuhrparketat ruck, zuck aufgeraucht.

Technische Daten Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+

  • Motor V8, Biturbo, vorn längs
  • Hubraum 3982 cm3
  • Leistung 450 kW (612 PS) bei 5750/min
  • max. Drehmoment 850 Nm bei 2500/min
  • Antrieb Neunstufenautomatik, Allradantrieb
  • Leergewicht 2036 kg
  • Höchstgeschwindigkeit 300 km/h (Freischaltung gegen Aufpreis)
  • Beschleunigung 0-100/200 km/h 3,3/10,9 s
  • Preis 135.482 Euro (2017)

AUTO BILD Gebrauchtwagenmarkt
Mercedes-Benz E 63 AMG 4Matic+ Final Edition BRD 1.Hand
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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Ein Motorrad zum Tauchen

Das Internet bringt einen auf komische Ideen: Jungs in Asien, die mit ihren Honda Cub im Flussbett umherzischen. Wir staunen, lachen, boxen uns in die Rippen: Können wir auch!
Warum? Weil wir damals gerade neben dem Hauptheft AUTO BILD auch an der nächsten Ausgabe von AUTO BILD MOTORRAD basteln. Und ein Thema für die Rubrik "Motorrad extrem" brauchen.
Und: womit? Mit einem modernen Moped wird das nicht funktionieren. Benzinpumpe, Einspritzanlage, E-Gas – nicht wasserfest, so ein neumodischer Kram.
Also suchen wir nach einem alten Einzylinder, Viertakter, luftgekühlt, Vergasertechnik – und finden eine seltene, aber extrem robuste Suzuki TU 125 X. Der Softchopper aus den 90ern zeigt sich rüstig genug, um derbe Eingriffe in Sachen Seefestigkeit zu überstehen.
Unterwasser-Motorrad Suzuki Umbau
Steuergerät, Vergaser, Tank und Batterie der Suzuki TU 125 X haben wir oben am Lenker montiert, damit sie oberhalb der Wasserlinie bleiben. Den originalen Unterdruckvergaser haben wir durch einen älteren Schiebevergaser ersetzt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Wichtig: Der Einsatz im Freibad bedeutet nicht das Ende der Suzi, sie wird nach dem Tauchgang restauriert.
Motorrad-Meister Artschi aus Dithmarschen hilft dem Kollegen Jan Horn, die Suzuki see- oder zumindest badeanstaltsfest zu machen.
Klar ist: Vergaser, Tank, Steuergerät und Batterie müssen über der Wasseroberfläche bleiben. Und: Kein Tropfen Schmierstoff darf ins Becken des Freibads gelangen.
Mit Waschbenzin und Pressluft schrubbt, entfettet, wischt und sprayt Jan Horn der kleinen Suzuki jedes Tröpfchen Öl vom Gehäuse und jedes Gramm Fett von den Rippen. Dazu spült er den Tank und beschwert ihn mit Leitungswasser, damit der Hobel unter Wasser bleibt.
Der Luftfilterkasten fliegt raus, die Kurbelgehäuseentlüftung erhält eine eigene Leitung, Starterrelais, Batterie, Auspuff und weiteres störendes Material weichen.
Motorrad unter Wasser im Swimmingpool
Hält die alte 125er-Suzuki dicht? Redakteur Jan Horn geht der Sache auf den Grund. Trotz Wasser im Tank produziert das Bike Auftrieb, sodass das Hinterrad beim beherzten Gasgeben wegschmiert.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
An einem traumhaften Sommerabend in Hamburg, als die letzten Badegäste weg sind, lassen wir unsere TU X zu Wasser. Im Nichtschwimmerbecken tuckert sie los. Wie selbstverständlich nimmt die 125er Fahrt auf. Leichtfüßig tapst die Maschine über den Beckenboden. Sie driftet so gar: Ein Gasstoß, und das Heck kommt. Nur halt in Zeitlupe. Die Sitzbank aus Schaumstoff verhindert weiteren Sinkgang. Sensationell, wie wohlig unser Motorrad abatmet. Schlürft sonor Verbrennungsluft, hustet gleichförmig Abgase raus, hängt stabil am Gas.
Brööhhhööö ... Jan klemmt den kleinen LiPo-Akku ab, der die Zündung versorgt. Stille.
Es wird nicht die letzte durchgedrehte Schrauber-Aktion von AUTO BILD gewesen sein. Versprochen.
Die Beispiele hier sind auch längst nicht vollständig. Zum Beispiel hat Jan Horn mal einen Mercedes 190 E nackig gemacht – von allem Ballast befreit, um den Verbrauch zu senken. Die Geschichte und weitere Wahnsinnstaten der Kollegen finden Sie hier.
Wenn Sie sich also fragen, ob die bei AUTO BILD noch ganz dicht sind, dann ist zumindest die Frage berechtigt.