Es wird nicht einfacher. Der Enyaq – quasi der ID.4 von Skoda – ist nicht mehr ganz leicht vom kleineren, kürzlich erschienenen Elroq zu unterscheiden. Zugunsten der Familienähnlichkeit hat Skoda die Frontansichten angeglichen.
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Enyaq 85x

Enyaq 85x SKODA
Nebenbei gleitet das immerhin 1,88 Meter breite E-Auto nun noch widerstandsärmer durch die Luft – wichtig bei einer Antriebsart, die bei deutschen Autobahntempi viel Energie frisst.

Bei den Kunden kommt der Enyaq gut an

Mit gut 1700 Neuzulassungen im September 2025 ist der Enyaq im Elektro-Segment noch immer ein Bestseller – wobei hierzulande vom Golf im selben Monat 7500 Einheiten neu zugelassen wurden.
Skoda Enyaq 85x
Bestseller: Unter den Elektroautos ist der Skoda Enyaq mit 1700 verkauften Einheiten im September 2025 eine große Nummer.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Bietet der geliftete Enyaq also mehr als nur eine geänderte Front? Und: Ist der seit viereinhalb Jahren erhältliche Enyaq mit seinem 400-Volt-Bordsystem noch auf der Höhe der Zeit, wo Koreaner und Chinesen nun einen 800-Volt-Stromer nach dem anderen bringen? Dem gehen wir nach in diesem Test des aktualisierten Enyaq 85x mit 286 PS, 82-kWh-Akku und Allradantrieb.

Serienausstattung jetzt umfangreicher

Seit seinem Start im April 2021 hat Skoda den Enyaq stetig aktualisiert; dies hier ist die zweite Auffrischung in kurzer Zeit. Neben der neuen Front gibt es mehr Serienausstattung: heizbare Vordersitze, Schlüssellos-Zugang, Dreizonen-Klimaautomatik, Abstandstempomat mit Tempolimit-Übernahme, Stau-, Spurwechsel- und Auspark-Assistent sowie Ausstiegswarner.
Skoda Enyaq 85x
Deutlich mehr drin: Nach dem jüngsten Modellpflegeprogramm bietet der Enyaq eine deutlich bessere Serienausstattung.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Bereits das kleine Facelift von 2024 brachte neu gestaffelte Akkugrößen (63 kWh beim Enyaq 60 und 82 kWh bei Enyaq 85 und 85x). Unverändert: Das dank der großen Türausschnitte gute Gefühl großzügiger Weite beim Einstieg und das insgesamt luftige Raumgefühl – der Enyaq soll ja so etwas sein wie die Elektro-Alternative zum Kodiaq, dem von den Maßen her ähnlichen Verbrenner-SUV. Ebenfalls unverändert: der gut zugängliche wie geräumige Laderaum mit bis zu 1710 Liter Volumen, bei angenehmen 685 Millimetern Ladekantenhöhe.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart vorn 
Asynchronelektromotor 
Motor Bauart hinten 
Synchronelektromotor 
Spitzenleistung kombiniert 
210 kW (286 PS) 
Dauerleistung 
77 kW (105 PS) 
max. Drehmoment 
545 Nm 
Vmax
180 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Trommel 
Testwagenbereifung 
235/50–255/45 R 20 T 
Reifentyp 
Hankook Ventus S1 Evo 3 EV 
Radgröße 
8–9 x 20" 
Reichweite* 
531 km 
Verbrauch* 
16,4 kWh 
Batteriekapazität brutto/netto 
82/77 kWh 
Ladeleistung AC/DC 
11/175 kW 
Ladezeit (10-80 %; DC-Ladung) 
28 Minuten 
Ladeanschluss 
hinten rechts 
Fach unter Frontklappe 
– 
Vorbeifahrgeräusch 
k. A. 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1200/750 kg 
Stützlast 
75 kg 
Kofferraumvolumen 
585–1710 l 
Länge/Breite/Höhe 
4658/1879–2147**/1622 mm 
Radstand 
2773 mm 
Grundpreis
51.500 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
60.170 Euro
Beim Fahren fällt auf, wie gut die adaptiven, im Individual-Programm in nicht weniger als 15 Dämpferhärte-Stufen einstellbaren Adaptivdämpfer (DCC-Fahrwerk) mit den großen 20-Zoll-Rädern harmonieren. Das DCC ist in unserem Testexemplar im Maxx-Paket (3350 Euro) enthalten, zusammen mit Progressivlenkung, Parkassistent und elektrisch einstellbaren Lordosenstützen samt Massagefunktion in beiden Vordersitzen. Sportfahrer dürften den Comfort-Modus als unterdämpft empfinden, aber bei einer solch großen Härte-Spreizung findet jeder eine passende Einstellung.

Testreichweite bei über 400 Kilometern

Generell ein leises Auto, rauscht es auf der Autobahn ab etwa 130 km/h doch aus Richtung Panoramaschiebedach (1100 Euro Aufpreis). Der Enyaq 85x ist abgeregelt bei 180 km/h. Elektroauto-typisch schnurrt die Reichweite bereits bei 130 km/h auf 351 km zusammen, bei eiligen Fahrern noch mehr. Am Schnelllader braucht der Skoda eine knappe halbe Stunde von 10 auf 80 Prozent und lädt mit maximal 175 kW – die er nur kurz durchhält, die Ladekurve sinkt dann aber schön gleichmäßig und nicht zu steil ab.
Skoda Enyaq 85x
Ordentlich: Im Testdurchschnitt reicht der 82-kWh-Akku des Enyaq für 407 Kilometer. Schnelle Autobahnetappen kosten aber Kilometer.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Zum Vergleich: Frühe Enyaq von 2021 schafften gerade mal 125 kW Ladeleistung, und das nur gegen Aufpreis. Allerdings setzen heute die 800-Volt-Stromer der Chinesen und Koreaner die Maßstäbe – bei ihnen verplempert man nur noch zwischen 12 und 18 Minuten am Schnelllader. An der Wallbox bietet der Skoda nichts Besonderes: acht Stunden von leer auf 100 Prozent; die stärkeren 22-kW-Ladesäulen kann er nicht ausschöpfen, Wechselstromladen bleibt auf 11 kW limitiert.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,8 s 
0–100 km/h 
6,7 s 
0–130 km/h 
10,4 s 
0–160 km/h 
15,4 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
3,3 s 
80–120 km/h 
4,2 s 
Leergewicht/Zuladung 
2253/497 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
50/50 % 
Wendekreis links/rechts 
11,5/11,5 m 
Sitzhöhe 
640 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,7 m 
aus 100 km/h warm 
35,1 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A) 
bei 100 km/h 
64 dB(A) 
bei 130 km/h
68 dB(A)
bei 160 km/h
72 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch 
14,5 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
19,5 kWh/100 km
(+19 %)
Sportverbrauch 
24,7 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
Reichweite 
407 km 
Die Verkehrszeichen-Übernahme erkennt Tempolimits zuverlässig. Blind kann man sich auf solche Systeme nie verlassen, dieses hier schont das Flensburg-Punktekonto aber ohne Zweifel. Der assistierte Spurwechsel für Tempi über 90 km/h wechselt nach Antippen des Blinkerhebels die Autobahnspur, wenn die Überholspur frei ist. Wie üblich arbeiten solche Richtung autonomes Fahren gehenden Systeme immer noch eher halbherzig, so muss der Fahrer seine Hände am Lenkrad lassen. Wo die echte Erleichterung für den Fahrer liegen soll, erschließt sich nicht so recht.
Einer der Vorteile der von uns gefahrenen Allradversion liegt in seiner höheren Anhängelast: Sie darf gebremst zumindest 1200 kg an den Haken nehmen, 200 kg mehr als der Hecktriebler. Angesichts des hohen Leistungsniveaus und mehr als 500 Nm Drehmoment sind die 2600 Euro Mehrpreis für den Allrad keine schlechte Investition.

Bremsgefühl ist irreführend

Um den Energieverbrauch beim Allradler nicht gar zu signifikant zu erhöhen, basiert der 85x auf dem Hecktriebler mit seinem Synchronmotor hinten; die vordere Asynchronmaschine läuft bei gleichmäßiger Fahrweise oft nur passiv mit, um bei Bedarf prompt zur Stelle zu sein. Dieser Allradantrieb erinnert mit seiner Wirkungsweise an den eines heckantriebsbasierten Verbrenner-SUV mit Lamellenkupplungs-Allrad.
Skoda Enyaq 85x
Das Pedalgefühl beim Bremsen ist seltsam weich. Bei Bremswegen von rund 35 Metern aus Tempo 100 gibt es allerdings nichts zu meckern.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Beim Bremsen führt das seltsam weiche Pedalgefühl auf eine falsche Fährte. Die Bremswege um die 35 Meter aus 100 km/h bis zum Stillstand sind ordentlich. Die Reifen vom Typ Hankook Ventus S1 Eco zeigen sich als guter Kompromiss aus Rollwiderstand und Grip. Die gegenüber frühen Enyaq-Versionen gestiegene Testreichweite auf unserer standardisierten 155-Kilometer-Verbrauchsrunde, die anders als der Normverbrauch auch Autobahn-Vollgas enthält, dürften die meisten Nutzer als brauchbar empfinden: 407 Kilometer.

Wertung Skoda Enyaq 85x

Wertung Skoda Enyaq 85x
Karosserie
Viel Platz vorn und hinten, gutes Raumgefühl. Tiefe Ladekante. Rauschen vom Schiebedach ab 130 km/h.
4 / 5
Antrieb
Subjektiv noch flotter als auf dem Papier. Leiser Antrieb. One-Pedal fehlt. Gut 400 km Testreichweite.
4 / 5
Fahrdynamik
Fahrsicher, spurtreu, präzise (Progressiv-)Lenkung. Gewicht aber spürbar. Kurze Bremswege.
3,5 / 5
Connected Car
Software läuft flüssig, Menüs nun logisch gruppiert, aber einige Feineinstellungen tief vergraben.
4 / 5
Umwelt
Großes, schweres Elektro-SUV, lokal emissionsfrei. Auf der Autobahn stromertypisch durstig.
4 / 5
Komfort
Große Türen, bequeme Sitzpositionen. DCC-Fahrwerk harmoniert bestens mit den 20-Zoll-Rädern.
4 / 5
Kosten
Mit Paketen hoher Kaufpreis. Garantie nur zwei Jahre. Haftpflicht günstig. Laut Schwacke wertstabil.
3 / 5
AUTO BILD-Testnote
1,7
Zum Vergleich: Mit dem 2021er Enyaq 80 mit 77-kWh-Akku schafften wir je nach Jahreszeit auf der gleichen Verbrauchsrunde nur 350 bis 375 Kilometer. Das ist ein Fortschritt; für die Zukunft würden wir uns aber ein Ausschöpfen der 22-kW-Ladesäulen wünschen, wie sie in Städten oft als öffentliche Lademöglichkeit stehen. Wer zahlt schon gern Blockiergebühren?

Pakete machen den Enyaq teuer

Der geliftete 85x wurde erfreulicherweise nicht teurer, es bleibt bei 51.500 Euro Basispreis. Bei unserem Exemplar mit Sportline-Paket (Progressivlenkung, Matrix-LED, Sportsitze, Schaltwippen für die Rekuperationseinstellung, Rollos hinten und mehr) und dem erwähnten Maxx-Paket türmt sich der Preis aber auf 60.000 Euro.
Skoda Enyaq 85x
Für den Enyaq 85x verlangt Skoda mindestens 51.500 Euro. Mit allen testrelevanten Extras kam unser Exemplar auf stolze 60.170 Euro.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Leasing über Skoda selbst ist allerdings kaum eine Alternative, 577 Euro pro Monat fürs Grundmodell sind happig (36 Monate, 10.000 km/Jahr, keine Anzahlung).

TESTNOTE

1,7
Skoda Enyaq 85x

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Fazit

von AUTO BILD
Mit dem Facelift liefert der Skoda Enyaq etwas mehr Auto fürs Geld. Die Ladeleistungen sind guter Durchschnitt – nach vier Jahren Bauzeit setzen heute Koreaner und Chinesen die Maßstäbe. Unverändert gut: Fahrwerk, Bremsen und Bedienung. AUTO BILD-Testnote: 1,7