Der AUTO BILD-Connectivity-Check

Technik: Autonomes Fahren funktioniert nur vernetzt

Gemeinsam sind wir stark

Irgendwann werden Autos alleine fahren. Das funktioniert aber nur, wenn alle Systeme zusammen arbeiten. Auch der Mensch spielt weiterhin eine wichtige Rolle!
Gemeinsam sind wir stark! Was wie der Slogan einer B├╝rgerinitiative klingt, gilt auch beim autonomen Fahren. Denn: Nur wenn alle Sensoren im Fahrzeug zusammen arbeiten, k├Ânnen Sie ein m├Âglichst pr├Ązises Bild von der Umgebung zeichnen, das unserer menschlichen Wahrnehmung ansatzweise nahe kommt. Und das ist die Grundvoraussetzung schlecht hin, damit sich Autos irgendwann ohne unser zutun durch den Stra├čenverkehr bewegen k├Ânnen. Um auf diesem Gebiet m├Âglichst schnell Fortschritte zu erzielen, arbeitet Mercedes inzwischen Hand in Hand mit dem Zulieferer Bosch, von dem ein Gro├čteil der verwendeten Messf├╝hler stammt.

Viele Sensoren, viele Vorteile

Allein durch die H├╝tchen? Das geht nur, wenn alle Sensoren Hand-in-Hand arbeiten.

Radarsensoren, Laserscanner (Lidar), Kameras und Ultraschallger├Ąte ├╝berwachen schon heute viele Autos und sammeln Daten am laufenden Band. Alle haben sie aber ihre spezifischen Schw├Ąchen und St├Ąrken: Der gro├če Pluspunkt der Kamera ist, dass sie Farben erkennen kann, was zum Beispiel an Ampeln unerl├Ąsslich ist. Allerdings hat sie Probleme bei Nebel oder Verschmutzung. Die machen auch den Laser-Scannern zu schaffen, die dazu noch ziemlich teuer sind, daf├╝r k├Ânnen Lidar-Systeme als einzige pr├Ązise 3D-Aufnahmen anfertigen. Und das Radar? Das ist allwetterfest und misst nicht nur den Abstand sondern auch die Geschwindigkeit und sogar die Materialparameter eines Objekts, tut sich aber mit dem genauen Erkennen von Formen schwer und auch die Vibrationen im Auto machen ihm zu schaffen.

Nur wenn alle Sensoren ihre gesammelten Informationen zusammenwerfen und ├╝berlagern, entsteht also eine verl├Ąssliche Datenbasis, an der sich das Auto sprichw├Ârtlich entlang hangeln kann. Und: Durch das Nebeneinander der verschiedenen Systeme ergibt sich automatisch eine Redundanz. Ein Radfahrer auf der Stra├če, der vom Radar nicht erkannt wird, wird eventuell von der Kamera aufgeschnappt, und was der Laser ├╝bersieht, kriegen die anderen beiden vielleicht mit. Dass das einen immensen Rechenaufwand darstellt, ist klar: F├╝r eine erste v├Âllig autonom fahrende Shuttle-Flotte, die Mercedes und Bosch im kommenden Jahr in Kalifornien auf die Stra├če schicken wollen, setzten die deutschen Unternehmen deshalb auf Unterst├╝tzung von Nvidia. Der vor allem f├╝r seine Grafikkarten ber├╝hmte Prozessorhersteller liefert die technische Plattform, um die insgesamt bis zu 100 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde ├╝berhaupt ausf├╝hren zu k├Ânnen.

Ohne Menschen geht es nicht

Radar, Laser und Kameras erkennen zwar einzelne Objekte ÔÇô zuordnen k├Ânnen sie aber nur, was ihnen zuvor beigebracht wurde.

Ganz ohne menschliche Hilfe n├╝tzt aber auch die beste Technik nichts, denn: Die Sensoren k├Ânnen zwar die Umgebung erfassen, was ein Fu├čg├Ąnger, ein Baum, ein Auto, ein Stra├čenschild, ein Motorrad und was sonst noch in der Welt anzutreffen ist, wissen sie aber nicht. Hier kommt die sogenannte k├╝nstliche Intelligenz ins Spiel, die gar nicht so k├╝nstlich ist wie man denkt: Am Ende steckt auch hier der Mensch dahinter, der den Computer ÔÇô wie einem Kleinkind ÔÇô ein ums andere Mal zeigt, was ein Fahrrad ist, oder ein Lkw, oder ein Passant. Zigtausende Bilder werden daf├╝r von sogenannten "Labelern" beschriftet, und damit werden anschlie├čend die Rechner gef├╝ttert ÔÇô bis sie, neuronaler Netze sei Dank, irgendwann selbst in der Lage sind, einzelne Objekte zu klassifizieren. Deep Learning nennen die Wissenschaftler das, was das autonome Fahren am Ende erste m├Âglich machen wird.

Dass die Autos sich in Zukunft auch selber weiterentwickeln und ihre Systeme weiter verbessern, ist dagegen ganz und gar nicht erw├╝nscht. Zwar arbeiten die Wissenschaftler mit Hochdruck an immer besseren Algorithmen, die sollen allerdings weiterhin per Update aufs Auto gespielt werden. W├╝rde der Wagen hingegen selbst lernen, best├╝nde die Gefahr, dass der Hersteller die Kontrolle ├╝ber die Technik verliert. Jedes Auto h├Ątte am Ende einen anderen Wissensstand und der Autobauer k├Ânnte nicht mehr garantieren, was ein Modell beherrscht und was nicht. Der Mensch ist und bleibt also weiterhin ein wichtiger Faktor beim autonomen Fahren ÔÇô getreu dem Motto: Gemeinsam sind wir stark.

Der AUTO BILD-Connectivity-Check

Opel AstraBMW 5er
  


Autor: Michael Gebhardt

Stichworte:

Autonomes Fahren

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