Ende 2020 hat unser Dauertest Mercedes C 180 Kompressor die 500.000-Kilometer-Marke geknackt. Gut 13 Jahre hat die Reise bis hierhin gedauert und sie ist noch lange nicht vorbei, denn der W 204 sammelt fleißig weiter Kilometer. In den USA hat ein Toyota Tacoma in ziemlich genau der gleichen Zeit fast fünf Mal (!) so viele Kilometer zurückgelegt. Der erste Motor hielt dabei unglaubliche 1,4 Millionen Kilometer. Die irre Geschichte eines unzerstörbaren Pick-ups!
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Der Amerikaner Mike Neal ist Toyota-Fan durch und durch, sein Job ist es, Arzneimittel (Nuklearmedizin) auszuliefern. Durchschnittlich legt er am Tag rund 800 Kilometer zurück. Als er den Job 2007 annahm, brauchte er ein zuverlässiges Auto mit einer großen Ladefläche. Er entschied sich für einen dunkelblauen Toyota Tacoma mit 2,7-Liter-Vierzylinder-Benziner und 162 PS. Damaliger Neupreis: Umgerechnet rund 21.000 Euro (23.000 US-Dollar). 13 1/2 Jahre später besitzt Mike den Toyota noch immer, hat inzwischen fast 2,5 Millionen Kilometer (über 1.520.000 Meilen) zurückgelegt und der Tacoma fährt und fährt unaufhaltsam weiter. Auch interessant: Nissan Frontier mit 1,6 Millionen Kilometern
Bei etwa 60 Weltumrundungen bleiben ein paar Blessuren nicht aus und so hat der Pick-up über die Jahre die ein oder andere Kampfspur wie beispielsweise eine große Schramme in der Frontschürze abbekommen. Auch der Innenraum geht nicht mehr als neuwertig durch, hier gibt es Abnutzungserscheinungen beispielsweise an der Mittelkonsole oder den Türtafeln. Doch ehrlicherweise sehen viele Gebrauchtwagen mit Laufleistungen von 200.000 oder 300.000 Kilometern deutlich runtergerockter aus als der Toyota.

1,4 Millionen Kilometer mit dem ersten Motor

Nachdem wir die Optik abgehakt haben, widmen wir uns der Technik des Tacoma. Da Mike lebensnotwendige Nuklearmedizin ausliefert, ist es für ihn essentiell, sich auf sein Auto verlassen zu können, erklärt er im Video. Seitdem er den Pick-up im November 2007 neu gekauft hat, hat ihn der Toyota nie im Stich gelassen. Der erste Motor hielt unglaubliche 1,4 Millionen Kilometer (880.000 Meilen), bevor eine defekte Zylinderkopfdichtung diagnostiziert wurde. Daraufhin ließ Mike einen Austauschmotor mit etwa 160.000 Kilometern (100.000 Meilen) einbauen. Peanuts im Vergleich zu der Laufleistung von gut einer Million Kilometer (640.000 Meilen), die Mike seitdem auf den gebrauchten Motor gefahren hat. Auch das Getriebe ist nicht mehr original, bei Kilometerstand 2.100.000 war der Drehmomentwandler defekt und Mike wurde nahegelegt, bei dieser Gelegenheit das Sechsgang-Automatikgetriebe als gesamte Einheit zu tauschen. Seitdem fährt der Toyota stoisch weiter. (Lesenswert: Honda Legend mit 920.000 Kilometern und 177 Ölwechseln)

Der Tacoma hat nur ein Problem

Doch ein Problem gibt es tatsächlich: Der digitale Kilometerzähler des Tacoma reicht nur bis 999.999 Meilen (etwa 1,6 Millionen Kilometer). Um die genaue Laufleistung zu dokumentieren, nutzt Mike den Tageskilometerzähler. Hierfür hat er seine ganz eigene Methode entwickelt: Trip A wird bei jedem Tankstopp genullt, um den Verbrauch zu ermitteln. Trip B wird alle 10.000 Meilen (16.000 Kilometer) zurückgesetzt und anschließend wird das Datum mit dem entsprechenden Kilometerstand penibel im Fahrtenbuch notiert. Zudem hat Mike sich einen kleinen Gag ausgedacht und auf der Heckklappe einen Aufkleber mit dem aktuellen Kilometerstand angebracht, den er alle 10.000 Meilen aktualisiert. 

Aller Voraussicht nach wird es den Aufkleber noch oft erneuern, denn aktuell sieht es nicht so aus, als würde der Tacoma zeitnah ersetzt werden. Auf die Frage, ob er schon jemals drüber nachgedacht habe, den Pick-up gegen ein neueres Modell zu tauschen wirkt Mike fast schon beleidigt und erklärt, dass auch seine Frau bereits versucht habe ihn davon zu überzeugen den Tacoma in Rente zu schicken, doch er hänge einfach zu sehr an seinem Auto. Dass Mike eine emotionale Bindung zum Tacoma hat, ist offensichtlich. Doch auch mit der Marke Toyota fühlt er sich verbunden, denn in seiner Garage stehen noch 2018er Highlander und ein 2006er RAV4. Seine Tochter fährt einen 2006er Corolla. Mike ist eben Toyota-Fan durch und durch!