Viermal sportliche Mittelklasse im Vergleich
Sport Light

Angebertypen können direkt weiterklicken. Denn für die große Show vor dem Café taugen diese vier Mittelklassesportler sicher nicht. Dafür fehlt es ihnen an markigen Details: dicke Spoiler, fett ausgestellte Radhäuser, allzu böse Frontpartien – Fehlanzeige. Die vier Kontrahenten aus hiesigen Gefilden haben mit einem martialischen Auftritt nichts am Hut. Im Gegenteil: Zurückhaltung ist das Gebot der Stunde. Spaß an einem flotten Ritt über die Landstraße? Aber immer. Den Nachbarn neidisch machen? Wozu das denn? Vorhang auf für die vier Unscheinbaren, die nur der Kenner auf den ersten Blick als das erkennt, was sie sind: hochpotente Limousinen mit mehr oder minder ausgeprägten sportlichen Genen, keine unter 250 km/h schnell und keine unter 300 PS stark.
Der jüngste Vertreter der sportlichen Mittelklasse-Elite ist der Audi S4

Bild: Lena Barthelmeß
Volkswagen verzichtet beim Passat R36 auf jegliche Zwangsbeatmung

Bild: Lena Barthelmeß
Erster Teil des Messprogramms: die Ermittlung von Fahr- und Bremsleistungen auf dem Flughafen in Rothenburg. Wie bei der Leistungsverteilung zu erwarten, kann der Alpina B3 Biturbo seinen Vorteil mühelos umsetzen. Nach 4,6 Sekunden passiert er als Schnellster die 100-km/h-Marke, gefolgt vom Audi S4 (5,1 Sekunden), dem BMW 335i (5,4 Sekunden) und dem Passat R36 (5,6 Sekunden). Bei VW und Audi hilft eine über das DSG gesteuerte Launch-Control, die optimale Anfahrdrehzahl einzuregeln und maximal zu beschleunigen. Beim Audi S4 funktionierte die Prozedur allerdings auch nach mehreren Anläufen nicht korrekt. Die Werksangabe für den Sprint auf 100 km/h von 5,3 Sekunden wurde dennoch unterboten. Erfreulicherweise keine Überraschungen beim Messen der Bremswege: Kaltbremswege zwischen 35,5 (BMW) und 36,6 Meter (Audi) liegen im grünen Bereich; nach der zehnten Messung mit warmen Bremsen steigern sich B3, S4 und 335i noch, nur der Passat zeigt mit 38,2 Metern leichtes Fading.
Der Alpina B3 Biturbo erscheint wie geschaffen für die Autobahn

Bild: Lena Barthelmeß
Noch ein Stück unruhiger geht der R36 zur Sache. Er ist der Straffste im Vergleich, seine Lenkung indirekter ausgelegt, was bei schneller Fahrt keineswegs störend ist. Angenehm: das tiefe Auspuffgrollen. Perfekt: das Sechsgang-DSG. Eine leichte Schwäche zeigt der Motor: Bei hohen Drehzahlen geht dem von unten druckvoll agierenden VR6 etwas die Puste aus. Sein Verbrauch: 11,1 Liter Super Plus. Mit hohem Fahrkomfort wartet der BMW 335i auf. Auch sein Aggregat arbeitet bereits bei niedrigen Drehzahlen mit großem Druck, die Automatik agiert tadellos. Verglichen mit den anderen Testteilnehmern lässt der BMW die stärksten Karosseriebewegungen zu. Mit 10,5 Liter Super Plus ist er der Genügsamste im Vergleich.
Wie sich die vier sportlichen Limousinen auf der Rennstrecke geschlagen haben, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Tabellen und technischen Daten gibt es als Download im Heftarchiv.
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