Als Volvo uns 2015 den S60 Cross Country präsentiert hat, waren wir zunächst etwas irritiert. Denn eine aufgebockte Stufenheck-Limousine im Offroad-Trimm wollte nicht so recht in unser automobiles Weltbild passen. Deshalb haben wir den Schweden als Sonderling in der Exoten-Ecke für Irrungen und Wirrungen geparkt.
Zehn Jahre später werden wir jedoch eines Besseren belehrt. Denn wenn Volvo zum Jahreswechsel für 71.990 Euro aufwärts sein neues Elektro-Flaggschiff ES90 an den Start bringt, ist das wie die Fortschreibung des S60 Cross Country mit anderen Mitteln.

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Die rustikalen Plastikplanken sind dann zwar weg, weil sich das in der Oberklasse nun wirklich nicht geziemt. Und der strenge Stufenschnitt ist mit Rücksicht auf die Reichweite einem strömungsgünstigen Schrägheck gewichen.
Volvo ES90: neues Elektro-Flaggschiff aus Schweden
Mit bis zu 680 PS und dennoch entspanntem Fahrgefühl zeigt der ES90, wie Elektromobilität auf Schwedisch funktioniert.
Bild: Volvo
Aber es bleibt bei der üppigen Bodenfreiheit. Sie ist exakt gleich wie beim technisch identischen SUV-Vetter EX90 und hebt den neuen König der Schweden buchstäblich heraus aus dem Kreis der Konkurrenten wie dem Audi A6 e-tron, dem BMW i5, dem Mercedes EQE oder dem Tesla Model S.

Volvo ES90: Mischung aus Gelassenheit und Souveränität

Das mag vielleicht ungewöhnlich aussehen, bietet aber zwei entscheidende Vorteile: Man kommt leichter rein und sieht besser raus. Und ganz nebenbei fühlt man sich genauso erhaben wie in einem SUV und steht ein bisschen über den Dingen – ohne dass man gleich einen ganz so großen Koloss durch die Gegend kutschiert, ohne dass Nachbarn oder Neider die Nase rümpfen und ohne dafür allzu tief in die Tasche greifen zu müssen. Schließlich ist das S im Typenkürzel schlanke 14.000 Euro billiger als das X. Nennenswerte Unterschiede sind dabei kaum erlebbar.
Volvo ES90: neues Elektro-Flaggschiff aus Schweden
Im Cockpit des ES90 verschmelzen wohnliche Materialien mit smarter Google-Technologie.
Bild: Volvo
Im Gegenteil: Das Fahrgefühl ist eine ähnlich gefällige Mischung aus Gelassenheit und Souveränität, die typisch ist für die Schweden. Selbst wenn schon das Basismodell 333 PS hat und das Topmodell mit AMG-tauglichen 680 PS in 4,0 Sekunden auf Tempo 100 schnellt, fährt man einen Volvo nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen. Nicht umsonst ist in jeder Version bei 180 Sachen schon wieder Schluss. Sollen sie doch bei Polestar um die Pole-Position fahren, bei Volvo lässt man es etwas locker angehen, freut sich an einer samtenen Luftfederung und einer softeren Lenkung und kommt vielleicht später, aber dafür entspannter ans Ziel.
Und das Ambiente ist nahezu identisch mit dem des EX90 – zumindest in der ersten Reihe. Denn genau wie im SUV sitzt man in einem Cockpit, das noch Platz lässt für Lack und Leder und nicht nur mit Bildschirmen zugepflastert ist. Man nickt anerkennend über den turbinengleichen Hochtöner des High-End-Soundsystems, schmunzelt über die schwedische Flagge, die sie in die Zierleiste graviert haben, und streicht sanft über die wohnlichen Oberflächen drumherum.
Volvo ES90: neues Elektro-Flaggschiff aus Schweden
Mehr Lounge als Ladefläche: Statt dritter Sitzreihe gibt's im ES90 großzügige Kniefreiheit und 424 Liter Gepäckraum.
Bild: Volvo
Trotzdem kommen Digital Natives natürlich auch auf ihre Kosten – mit einem vertikalen XXL-Tablet vor der Mittelkonsole, auf dem die eingängige Google-Software läuft, mit einem kleinen Screen hinter dem Lenkrad und mit einem Head-up-Display, das die Blickabwendung minimieren will.

Im Volvo kann man lässig lümmeln

Am größten sind die Unterschiede zum EX90 deshalb in der zweiten Reihe. Weil dahinter nur noch 424 Liter Kofferraum kommen statt einer dritten Bank, kann man bei glatten fünf Metern Länge und stolzen 3,10 Metern Radstand auf einer breiteren Bank mit bequemerer Lehne lässig lümmeln, genießt mehr Kniefreiheit und sitzt entspannter, ohne dass der Raumeindruck leiden würde. Schließlich gibt's zumindest gegen Aufpreis ein großes Panoramadach, das sich auf Knopfdruck allerdings auch wieder eintrübt.
Volvo ES90: neues Elektro-Flaggschiff aus Schweden
Der Volvo ES90 vereint skandinavisches Design mit souveräner Fahrdynamik – ganz ohne SUV-Allüren.
Bild: Volvo
Technisch nutzt der in Schweden entwickelte und in China gebaute ES90 die jüngste Evolutionsstufe der großen Akku-Plattform aus der Geely-Familie, die vorbereitet ist fürs autonome Fahren und jetzt dann auch mit 800 Volt verdrahtet wurde. Deshalb liegt die Ladeleistung je nach Akku bei bis zu 350 kW. Und der ES90 macht beim Boxenstopp all jene Zeit wieder gut, die er mit seiner in dieser Klasse mäßigen Höchstgeschwindigkeit vielleicht verloren hat. Er zieht in zehn Minuten die Energie für 300 Kilometer, und in 22 Minuten springt der Ladestand von 10 auf 80 Prozent. Während die E-Fahrer aus dem deutschen Süden da noch Däumchen drehen, geben die Schweden schon wieder Strumpfgas. Nur zu Hause lässt es der ES90 gemütlich angehen: Am Wechselstrom ist mit 11 kW schon wieder Schluss.

Bis zu 700 Kilometer Reichweite

Dabei haben die Kunden zunächst die Wahl zwischen drei Konfigurationen: Das Basismodell fährt mit Heckantrieb und einem 92 kWh-Akku für 651 Norm-Kilometer, in der Mitte steht der 456 PS starke Twin-Motor mit 106 kWh und 700 Kilometern Aktionsradius und an der Spitze der "Performance", bei dem die beiden Motoren dann sogar auf 680 PS kommen und trotzdem die gleiche Reichweite schaffen.
Volvo ES90: neues Elektro-Flaggschiff aus Schweden
Der ES90 bietet SUV-Komfort ohne SUV-Größe – stilvoll, effizient und überraschend alltagstauglich.
Bild: Volvo
Der ES90 bietet Platz ohne Ende, trägt den Anforderungen der Generation E unter anderem mit seinem Frunk Rechnung sowie mit der Option aufs One-Pedal-Fahren, fährt trotz seiner üppigen Leistung wunderbar gelassen, und was ihm an Spitzentempo fehlt, macht er dank der 800-Volt-Architektur an der Ladesäule wieder wett – so lässt der Schwede insbesondere die deutsche Konkurrenz in dieser Klasse links liegen.
Und dass EQE oder i5 auf dem Papier ein bisschen billiger sind, relativiert sich beim zweiten Blick – etwa auf die Akkukapazität – ganz schnell wieder. Nur an die ungewöhnliche Optik muss man sich erst gewöhnen und daran, dass es ausgerechnet bei Volvo keinen Kombi mehr gibt. Der ist auch für die Zukunft nicht geplant. Sondern wer mehr Platz und mehr Plätze braucht, der kann den teureren EX90 bestellen. Oder hofft darauf, dass sie auch in Göteborg die deutschen Sprichwörter kennen und als einen der ersten elektrischen Luxusvans noch vor dem Debüt von Mercedes VLE und VLS endlich den EM90 zu uns holen. Schließlich sind doch aller guten Dinge angeblich drei.
Die Form ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber das Einsteigen fällt um so leichter. Und wenn man erst einmal drin ist im Volvo ES90, gibt's ohnehin nichts mehr zu meckern. Denn das Ambiente wirkt viel wohnlicher als bei Audi, BMW oder Mercedes und lange nicht so nüchtern wie bei Tesla. Und mal abgesehen von der mageren Höchstgeschwindigkeit fährt der stattliche Schwede genauso souverän und seriös, wie man es von einer großen Limousine erwartet. Selbst wenn er auf Stelzen steht und sich einen schrägen Abgang erlaubt.