Vorschau VW Tiguan/Audi Q3/Seat Tribu
Der neue Tiguan wird ein Golf-SUV

Ab 2011 wird der VW Tiguan zum Cross-Golfer. Vom kompakten Bestseller bekommt das SUV sein markantes Gesicht, feines Interieur und neue Motoren. Auf gleicher Basis folgen Audi Q3 (2011) und Seat Tribu (2012).
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- Georg Kacher
Die Letzten werden die Ersten sein. Was schon das Neue Testament wusste, hat VW perfektioniert. Als Letzter in ein Marktsegment vorstoßen – und dann im Handstreich Nummer eins werden. So geschehen zuletzt Ende 2007 bei den kompakten Geländewagen, als der Tiguan kam, sah und siegte. Trotz schlichten Designs, hoher Preise, langer Lieferfristen und lästiger Folge-Diskussionen in Sachen Abgasnorm-Einstufung. Wo früher RAV 4, CR-V und Freelander den Ton angaben, ist seit gut einem Jahr VW mit dem Tiguan Europameister beim Bezwingen steiler Feldwege und verschneiter Alpenstraßen. Mitten in der Wirtschaftskrise kam der Crossover aus Wolfsburg bis Ende Oktober 2009 auf 115.000 produzierte Einheiten. Vom Ford Kuga liefen im gleichen Zeitraum rund 45.000 Stück vom Band. Nur der Nissan Qashqai liegt mit 150.000 Fahrzeugen noch vor dem VW-Erfolgsmodell. Das gibt den VW-Strategen natürlich zu denken, denn Nissan schafft dieses Volumen mithilfe einer zweiten, längeren Karosserievariante.
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2011 wird der Tiguan komplett umgekrempelt
Hinter dem Begriff große Produktaufwertung ab 2011 verbirgt sich diesmal mehr als ein bescheidenes Facelift. Der Wagen wird heftig umgekrempelt. Neu sind Haube, vordere Kotflügel, Stoßfänger, Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, Heckklappe, Räder und Spoiler. Trotz Kritik am uninspirierten Erscheinungsbild bleibt es bei den zwei unterschiedlichen Frontpartien mit 18 und 28 Grad Böschungswinkel. Um die Kopflastigkeit zu reduzieren, wird der vordere Überhang gekürzt. Gleichzeitig sorgt der geänderte Grill für eine bessere Kühlerdurchströmung. Innen gibt es neue Farben und Stoffe, doch auf ein eigenständiges Cockpit müssen wir wohl bis zum Modellwechsel 2014 warten.
Zusätzlich zu den einzeln bestellbaren "BlueMotion Technology"-Bausteinen will VW vom überarbeiteten Tiguan ein besonders sparsames und sauberes BlueMotion-Modell anbieten. Im BM-Paket sind unter anderem enthalten: • verbesserte Aerodynamik. • Leichtlaufreifen. • länger übersetztes Getriebe. • Start-Stopp-System. • Bremsenergie-Rückgewinnung. • Schaltanzeige. • Speicherbatterie. Als Motor für den Blue-Motion-Fronttriebler ist der 143 PS starke Zweiliter-TDI vorgesehen. Beim 1,4-Liter-Benziner soll die Leistung von 150 auf 170 PS steigen. Für den Diesel ist als neue Spitzenmotorisierung ein Zweiliter-Biturbo mit zunächst 204 PS und 450 Nm im Gespräch. Der betagte Sechsstufenautomat wird durch ein modernes DSG mit sieben Gängen ersetzt.

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Fazit
VW ist dabei, den Tiguan neu zu erfinden – und lockt nebenbei mit Audi Q3 und Seat Tribu. Schlau, denn neben Kleinwagen versprechen nur Crossover-Alleskönner gute Verkäufe. Zum perfekten Rundumschlag gehört aber der Tiguan XXL – auch für Europa. Der Respektabstand zum Touareg bleibt allemal groß genug.
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