Erinnern Sie sich noch an den VW XL1? Dieses tropfenförmige Auto, das aussah wie ein Experimentalfahrzeug, aber tatsächlich in Kleinserie gebaut wurde und mit seinem Plug-in-Antrieb aus Diesel- und Elektromotor vor mehr als zehn Jahren das sparsamste Serienauto der Welt war?
Jetzt legt VW nach: Mit dem Mission Efficiency haben die Wolfsburger das aktuell sparsamste Elektroauto gebaut. Der Clou daran: Unter der noch mal aerodynamischeren Karosserie steckt Großserientechnik.
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Bleiben wir noch kurz beim nur 200 Mal gefertigten XL1: Dessen cW-Wert von 0,189 galt lange Zeit als Maß der Dinge. Mit dem Mission Efficiency unterbietet VW diesen Bestwert deutlich und drückt den cW-Wert auf sensationelle 0,158. Und auch wenn es sich bei dem stromlinienförmigen Mission Efficiency offiziell (noch?) um eine Studie handelt, so ist diese nicht nur voll fahrbereit, sie erfüllt auch sämtliche Crash-Vorschriften und besitzt eine EU-Straßenzulassung.
VW XL1
13 Jahre nach dem innovativen XL1 (Foto) zeigt VW mit dem Mission Efficiency, was in puncto Aerodynamik heutzutage möglich ist.
Bild: Olaf Tamm

Drei Weltrekorde für den Mission Efficiency

So konnte der Nachfolger des XL1 gleich drei Weltrekorde einheimsen: Denn der Mission Efficiency ist nicht nur offiziell das aerodynamischste Straßenauto der Welt. Er begnügte sich im Rahmen einer sogenannten Idealfahrt (ohne Steigungen und Verbraucher), bei der eine konstante Geschwindigkeit von 68 km/h gefahren wurde, mit einem Durchschnittsverbrauch von sensationellen 6,48 kWh/100 km.
Unter der futuristischen CFK-Aramid-Hülle steckt Großserientechnik vom neuen VW ID.Polo.
Bild: Volkswagen
Doch der Mission Efficiency hat auch unter realistischen Bedingungen abgeliefert: Bei einer 1278 Kilometer langen Verbrauchsfahrt vom VW-Entwicklungszentrum in Wolfsburg bis nach Wien konnte das Elektroauto einen Realverbrauch von 7,51 kWh/100 km erzielen. Wurden hier die Ladeverluste herausgerechnet, landete der Mission Efficiency bei nur 6,89 kWh/100 km. Und das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 67,72 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 138 km/h.

Antrieb aus dem VW ID.Polo

Klingt nach ferner Zukunftstechnik? Nicht wirklich, denn der Mission Efficiency basiert auf der MEB+-Plattform und setzt auf die Antriebstechnik des kürzlich präsentierten ID.Polo.
Konkret besitzt die Studie den gleichen 135 PS (99 kW) starken APP290 getauften Elektromotor, der nur 75 Kilo wiegt und die Vorderräder antreibt. Auch die Batterie (NMC) ist nahezu identisch zum elektrischen Polo, jedoch wurde die maximal nutzbare Energiemenge per Software um 2,9 kWh auf nunmehr 54,9 kWh erhöht. Die maximale Ladegeschwindigkeit liegt bei unveränderten 105 kW.

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Titelbild des Angebotes

VW XL1

Volkswagen XL1 SAMMLERSTÜCK DSG LED Navi Klima Alcantara


Preis:139.000 €


  • Straßen Icon für Kilometerstand71 km
  • Tacho Icon für Leistung35 kW (48 PS)
  • Kalendar Icon für Erstzulassung08/2018
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Statt auf sündhaft teure Hightech-Komponenten zu setzen, zeigt VW, wie effizient der bereits heute im ID.Polo erhältliche Antriebsstrang sein kann. Das Zauberwort heißt Aerodynamik. So setzt der Mission Efficiency auf die typische Tropfenform mit langer Dachlinie, die nah dran am halben Stromlinienkörper ist. Die Front verfügt über drei aktive Kühlluftklappen, die bedarfsgerecht öffnen und den Luftwiderstand so gering wie möglich halten.
Continental hat einen speziellen Reifen auf Basis des EcoContact 7 entwickelt, der einen besonders niedrigen Rollwiderstand haben soll.
Bild: Volkswagen

Mission Efficiency mit konventionellen Außenspiegeln

Auch die verkleideten Hinterräder (wie beim XL1), die bündigen Türgriffe (aus dem Konzernregal), ein nahezu voll verkleideter Unterboden und die Felgen mitsamt speziellen Deflektoren, die verhindern, dass Luft in die Räder eintritt und verwirbelt, helfen dabei, den Rekord-cW-Wert zu erreichen.
Interessanterweise verzichtet VW auf Kameras und setzt stattdessen auf konventionelle Außenspiegel. Denn die Entwickler wollen herausgefunden haben, dass die Kameras kaum effizienter, wohl aber deutlich teurer sind. Beim XL1 kamen noch Kamera-Spiegel zum Einsatz.
Reduzierter Innenraum im Mission Efficiency. Lenkrad und Lenkstockhebel sind dem ID.Polo entliehen, der Rest ist eigenständig. Einen Touchscreen besitzt die Studie nicht, stattdessen fungiert ein integrierbares Tablet als Infotainment.
Bild: Volkswagen

2+2-Sitzer mit großem Kofferraum

Mit einer Außenlänge von 4,78 Metern ist der Mission Efficiency rund 72 Zentimeter länger als der ID.Polo und mit einer Höhe von 1,39 Metern knapp 14 Zentimeter flacher. Die Hinterachse fällt um auffällige 17 Zentimeter schmaler aus, was der Tropfenform geschuldet ist.
Trotz der futuristischen Optik scheint es VW besonders wichtig zu sein, dass der Mission Efficiency nicht als serienfernes Konzept gesehen wird. So soll die Studie ein 2+2-Sitzer sein, bei der im Fond Insassen mit einer Größe von bis zu 1,60 Meter Platz finden sollen.
Gleichzeitig fällt der variable Kofferraum, der bis zu 481 Liter schluckt, sogar geräumiger aus als beim ID.Polo. Und sollte die bei umgeklappten Rücksitzlehnen bis zu 1,80 Meter lange Ladefläche nicht reichen, findet sich in zwei vor den Hinterrädern platzierten Fächern zusätzlicher Platz mit insgesamt 32 Liter Volumen.
Werden die Rücksitze umgeklappt, bietet der Mission Efficiency eine 1,80 Meter lange Ladefläche. Das Kofferraumvolumen fällt mit 481 Litern größer aus als beim ID.Polo.
Bild: Volkswagen
Das Interieur ist ziemlich eigenständig gestaltet. Nur einzelne Komponenten wie das Lenkrad und die Lenkstockhebel stammen aus der Großserie. Auf ein integriertes Infotainment wird verzichtet, stattdessen kann ein Tablet per Halter im Cockpit integriert werden. Besonders clever: Ein in Glasdach und Heckklappe integriertes Solarsystem soll laut VW die Reichweite unter Idealbedingungen um bis zu 30 Kilometer erhöhen.

Wie wahrscheinlich ist eine Serienfertigung?

Offiziell bleibt der Mission Efficiency eine Studie. Doch schon der XL1 schaffte einst den Sprung vom Konzept zur Kleinserie.