VW Passat R GT ist der bislang stärkste Passat
Der wohl stärkste VW Passat aller Zeiten

Ein VW Passat mit 575 PS? Den gab es tatsächlich – und zwar schon im Jahr 2005. Das ist die Geschichte des VW Passat R GT!
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Die wilden Zeiten sind vorbei, könnte man meinen. Heute gibt es im Passat B9 maximal 272 PS Systemleistung. Doch in der Vergangenheit ging schon mal mehr: Nicht nur Fans erinnern sich gerne an den legendären W8 (B5), dessen 4,0-Liter-Achtzylinder 275 PS und 370 Nm Drehmoment auf alle vier Räder losließ und der heute ein gesuchtes Sammlerstück ist. Mit dem Passat R36 der Generation B6 setzten die Wolfsburger ab 2008 sogar noch einen drauf, zumindest in Sachen Leistung: Der 3,6-Liter-V6 brachte es auf glatte 300 PS und 360 Nm, war allerdings kein kommerzieller Erfolg. Auch er ist heute ein gesuchtes Modell.

Optisch ist der VW Passat R GT fast schon zurückhaltend. Speziell für ein US-Tuningauto aus dieser Ära.
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Was jedoch kaum jemand weiß: Es gab einen Passat, der noch stärker war – viel stärker, um genau zu sein. Wir springen zurück ins Jahr 2005. Auf der weltbekannten US-Tuningmesse SEMA in Las Vegas sorgen drei wilde VW für Aufsehen. Das R-GT-Trio besteht aus Jetta, Passat und Touareg (über den AUTO BILD bereits berichtet hat) – alle nach demselben Rezept modifiziert. Dabei handelte es sich nicht um die Werke eines Tuners, sondern um offizielle Showcars von VW USA.
Fast schon dezente Optik
Auf Basis eines Passat 3.2 V6 FSI (B6) schuf VW in Zusammenarbeit mit dem Tuner HPA Motorsports ein wahres Monster, wobei die Limousine dabei optisch fast schon zurückhaltend blieb. Erst recht, wenn man bedenkt, dass es sich um ein US-Tuningauto der frühen 2000er-Jahre handelt. Die Schürze mit den extragroßen Lufteinlässen und dem farblich abgesetzten Kühlergrill verrät, dass hier kein 08/15-Passat vor einem steht. Ein dezentes "R GT"-Logo mit orangefarbenem "R" sowie die speziell angefertigten 19-Zoll-Schmiedefelgen und eine Heckschürze mit rechteckigen Endrohren sind weitere Unterscheidungsmerkmale.

Der Innenraum blieb weitestgehend unangetastet. Neu sind die Zierleisten in Wagenfarbe sowie die beiden iPods in der Mittelarmlehne.
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Die Brembo-Bremsanlage mit 365 Millimeter großen Scheiben und ein KW-V3-Fahrwerk dienen nicht nur der Optik, sondern vor allem der Performance. Und die dürfte amtlich gewesen sein, denn der V6 wurde in den USA komplett auf links gedreht. Dank zweier Garrett GT25-Turbolader samt Ladeluftkühler, größerer Downpipes, modifizierter Ansaugung und einer überarbeiteten Spritversorgung stieg die Leistung auf wahnwitzige 575 PS. Auch heute noch erscheinen 575 PS in einem Passat brutal, kaum vorzustellen, wie das vor über 20 Jahren gewesen sein muss. Leider veröffentlichte VW seinerzeit keine Fahrleistungen, doch der optisch unscheinbare Passat dürfte Supersportwagen vom Schlage eines Lamborghini Gallardo oder Porsche 911 Turbo das Fürchten gelehrt haben.
Allrad und DSG
Damit die Leistung überhaupt auf die Straße gebracht werden konnte, wurde das serienmäßige DSG verstärkt und mit einer längeren Übersetzung versehen. Der Allradantrieb 4Motion sollte sein Übriges dazu beitragen, dass der R GT ordentlich nach vorne marschiert.

Ganz ohne Gimmicks ging es dann doch nicht. Also spendierte VW dem Einzelstück zwei Sony PSP – passenderweise in Weiß.
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In puncto Innenraum hielt sich VW USA wiederum (weitestgehend) zurück. Die Zierleisten wurden in Wagenfarbe lackiert, außerdem gibt es schwarzes Serienleder und ein R-Lenkrad. Einen Hauch 2000er-Tuning konnte man sich dann aber doch nicht verkneifen – und so wurden in die Mittelarmlehne zwei iPods und in die Rückseiten der Vordersitze zwei Sony-PSP-Spielekonsolen eingelassen, die immerhin ein bisschen "Pimp My Ride"-Vibe versprühen.
Der Passat R GT blieb ein Einzelstück
Leider war der Passat R GT, genau wie Touareg und Jetta, von Anfang an als funktionstüchtiges Showcar ohne Aussicht auf Serienfertigung konzipiert. Bereits bei der Präsentation im Jahr 2005 stellte ein Sprecher von VW USA klar: "Reine Studien [...], wir wollen uns in der Tuningszene zurückmelden, wo VW früher einen guten Ruf hatte."
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