Fahrbericht VW T-Cross Breeze Concept

VW T-Cross Breeze Concept: Test

So fährt VWs SUV-Cabrio

2020 bringt VW das T-Roc-Cabrio. Wie es sich fährt, haben wir am Steuer des kleineren T-Cross Breeze Concept erlebt.

Video: VW T-Roc Cabrio (2020)

Frische "Breeze" bei VW

Was haben Kröten und  Cabrios gemeinsam? Sie stehen auf der Liste bedrohter Arten, genießen Schonzeit im Winter und treten selbst im Sommer immer seltener in Erscheinung. Noch in den 80ern schwang sich in der "Schwarzwaldklinik" Chefarztsohn Sascha Hehn in sein Golf I Cabriolet, ohne die Tür zu öffnen. Da fuhr die Zahnarztgattin mit dem Oben-ohne-Auto zum Tennisplatz. Da träumten wir vom offenen Elfer. Und heute? Alles SUV! Verbinden wir doch einfach das Gute von heute (SUV) mit dem Schönen von gestern (Cabrio). VW hat verstanden, VW macht das. Im Frühjahr 2020 kommt ein offener Crossover, der sich in Form und Konzept an der T-Cross-Breeze-Studie vom Genfer Salon 2017 orientiert.

Die Studie T-Cross Breeze hat es uns auf Anhieb angetan

Dass wir uns nicht falsch verstehen: Der T-Cross Breeze ist ein Showcar, wird so vermutlich nicht gebaut.

Wir haben Käppi und Sonnenbrille hervorgekramt, sind den Luftikus vorab exklusiv gefahren. Und waren angetan! Tür auf? Derzeit noch Knöpfchen drücken, später geht das dann auf Wunsch auch schlüssellos. Dach öffnen? Taste in der Mittelkonsole ziehen und halten, halten, halten. Ein mechanisches Verdeck wird es nicht geben. Motor starten? Adlerauge + Zeigefinger = Treffer. Losfahren? Den Wählhebel in Drive ziehen und Gas geben. Der offene T-Roc steht aber auch als Handschalter in der Projektliste. Und was steckt hinter dem niedersächsischen Kürzelsalat? Beginnen wir ganz unten. T-Cross ist ein kompaktes SUV auf Polo-Basis, das 2019 in Serie geht. Der etwas längere T-Roc (4,23 Meter) parkt ein zwischen dem kleinen T-Cross und dem kompakten Tiguan (4,49 Meter). Breeze ist VW-Sprech für Cabrio. Während der kleinere Breeze auf der Polo-Plattform aufbaut, hat man für den größeren den Radstand des T-Roc verkürzt. Das schafft ausgewogenere Proportionen, ohne die Beinfreiheit im Fond ganz wegzuretuschieren.

Im Kofferraum gibt es mehr Platz als beim letzten Golf Cabrio

Bewährte Technik: Das Faltdach kommt vom gleichen Zulieferer, der auch das 911 Cabrio aussrüstet.

Das Dach kommt vom gleichen Zulieferer wie das Verdeck des Porsche 911 Cabrio. Auch die Technik unterscheidet sich nur im Detail. Die beiden zusammenklappbaren Leichtbau-Hälften sind mit abriebfestem Material bespannt, das nach Stoff aussieht, aber kein Stoff ist. Die Heckscheibe besteht aus Glas und ist beheizbar. Die elektrischen Seitenfenster öffnen und schließen auf Wunsch im Gleichschritt. Nach Porsche-Vorbild verzichtet auch VW auf einen Deckel für den Verdeckkasten. Das spart Bauhöhe und Gewicht, lässt allerdings Spielraum für diverse ungeschützte Nischen und Fugen. Während das seitlich leicht übergreifende Verdeck das Cockpit trocken hält, dämmt das dreilagige Verdeck die Windgeräusche. Auch diese Kapuze krankt leider an der arttypisch schlechten Sicht nach schräg hinten. Cabriodach und Kofferraum stehen ja oft auf Kriegsfuß. Deckel zu klein, Öffnung zu flach, Ladefläche zu kurz.
Wir erinnern uns nur an das Golf I Cabrio, das Erdbeerkörbchen. Wissen Sie, wie Fans das Gepäckfach nennen? Richtig, Backofen! In das Cabrio-SUV passen gefühlt zwei Reisetaschen mehr als in den letzten offenen Golf. Das Staufach ist eben, bietet genug Platz für Kleinzeug und lässt sich durch Vorklappen der Rücksitzlehnen stufenweise vergrößern.

Auch in Fahrt macht der Breeze einen ausgereiften Eindruck

Gut abgestimmt: Lenkung, Bremse und Fahrwerk funktionieren ohne böse Überraschungen.

Apropos Sitze: Hinten wird es schnell knapp für lange Beine und hohe Häupter. Perückenträger und frisch Ondulierte sollten in jedem Fall vorn sitzen. Dort schaffen die SUV-Abmessungen eine bessere Rundumsicht und eine entspanntere Körperhaltung. Die Kopffreiheit entspricht dem T-Roc mit Blechdach. Die Stoßfängergrafik wird für das Cabrio nur leicht verändert, der kontrovers diskutierte silbern lackierte Scheibenrahmen könnte sich bis in die Aufpreisliste durchkämpfen, bunte Blenden bringen auf Wunsch mehr Farbe ins Cockpit. Der T-Cross Breeze ist ein fetziger Open-Air-Flitzer. Der Mix aus Cabrio und Crossover trifft Sonnenanbeter mitten ins Herz, der Vierzylinder hat mit dem Leichtgewicht keine Mühe, die Polo-Architektur wirkt auch ohne Dach ausreichend gefestigt. Lenkung, Bremse und Fahrwerk funktionieren ohne böse Überraschungen. Das alles kann beim künftigen T-Roc Breeze kaum schlechter sein, denn mehr Radstand bedeutet noch mehr Stabilität, mehr Power (bis 150 PS mit Frontantrieb, bis 220 PS mit Allradantrieb) bedeutet mehr Fahrfreude, mehr Platz bedeutet mehr Komfort.
Die Benziner werden dem Diesel den Rang ablaufen, die Elektrifizierung beschränkt sich allenfalls auf einen Mildhybrid, die Verselbstständigung der Assistenzsysteme macht auch um dieses Modell keinen Bogen. Der Preis? Selbst der günstigste Platz unter Wolfsburgs Sonne dürfte kaum unter 26.500 Euro zu haben sein.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Am unteren Ende der Preis- und Prestigeskala wollen immer mehr ein festes Dach. Diesen Trend will VW mit dem T-Roc Breeze stoppen. Die Mischung aus Cabrio und Crossover ist eine Nische in der Nische.

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