VW T-Cross (2018)

VW T-Cross (2018)

VW T-Cross: Test

Alle Infos zum VW T-Cross

Der VW T-Cross dürfte ein echter Verkaufsschlager werden. Das Polo-SUV bietet viel Platz, eine gute Ausstattung und kostet unter 18.000 Euro. AUTO BILD hat alle Infos!

Vorstellung und Preis: Unter 20.000 Euro geht's los

VW bringt das nächste SUV! Auf T-Roc, Tiguan und Touareg folgt der ganz neue T-Cross, ein kleines SUV, das ab 17.975 Euro zu haben ist. Kleinwagen-SUV unter 20.000 Euro sind extrem beliebt. Klar also, dass VW in diesem Segment vertreten sein will. Ab April 2019 tritt der T-Cross gegen Renault Captur, Ford Ecosport, Opel Crossland X, Seat Arona und mehr an!
Auf der MQB-A0-Plattform ist das Polo-SUV mit nur 4,11 Metern Länge deutlich kompakter als ein Tiguan (4,43 Meter), aber gerade mal 5,4 Zentimeter länger als ein Polo. Der Radstand ist mit 2,56 Metern sogar identisch, dafür überragt der T-Cross mit 1,56 Metern Höhe den Polo um satte elf Zentimeter. Zum Marktstart im April 2019 bieten den Wolfsburger das Polo-SUV in drei Ausstattungsvarianten (Basis, Life und Style) an. Den Einstieg macht der T-Cross 1.0 mit 95 PS, der bei 17.975 Euro startet – das sind gerade mal gut 600 Euro mehr als ein vergleichbarer Polo mit 95-PS-Benziner kostet, und für den Kleinwagen steht noch eine moderate Preiserhöhung aus. Den gleichen Einliter-Dreizylinder gibt es im T-Cross auch noch mit 115 PS, als einziger Diesel wird ein 1,6-Liter mit 95 PS (natürlich mit SCR-Kat und Ad-blue-Einspritzung) angeboten. Gegen Ende 2019 kommt das vorläufige Topmodell, der T-Cross 1.5 TSI mit 150 PS. VW verspricht, dass alle Motoren Euro 6d-Temp schaffen. Bestellbar ist der T-Cross ab sofort, die ersten Kundenfahrzeuge werden ab April 2019 ausgeliefert.

Design: T-Cross sieht aus wie ein kleiner Tiguan

Die Front erinnert an die großen Brüder Tiguan und Touareg – speziell mit dem aufpreispflichtigen R-Line-Paket.

Auf den ersten Blick wirkt der T-Cross vertraut und doch neu. Die Front erinnert an die großen Brüder Tiguan und Touareg – speziell mit dem aufpreispflichtigen R-Line-Exterieurpaket. Die Nebelscheinwerfer sind eckig eingefasst und ähneln den LED-Blinkern des T-Roc. Die Markenverwandschaft ist also deutlich zu erkennen. Im Profil fallen vor allem die markanten schwarzen Radhausverkleidungen auf. Der untere Teil der Türverkleidung ist nur in der Topausstattung Style lackiert. Im direkten Vergleich mit dem Polo unterscheidet sich der T-Cross trotz gleicher Position von Motor und Achsen und somit auch dem gleichen Radstand ganz deutlich vom Kleinwagen. Durch elf Zentimeter mehr Höhe fallen vor allem die größeren Türen und üppigen Glasflächen auf.
Das Heck ist besonders eigenständig. Der Hauptgrund: Die serienmäßigen LED-Rückleuchten sind von einer schwarzen Blende eingerahmt und durch ein Reflektorband verbunden – das hat so kein anderes VW-Modell. Den schwarzen Dachkantenspoiler gibt es ab Werk genauso wie den mittigen T-Cross-Schriftzug. Diese auffällige Modellkennzeichnung haben auch Arteon, T-Roc und Touareg.

VW Polo VI (2017): Vorstellung

Innenraum: Leichter Einstieg, modernes Cockpit

Einsteigen ist dank der großen Türen gar kein Problem. Im Innenraum fühlt man sich sofort wohl, die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Nicht optimal ist die Klimabedienung, die etwas zu tief angebracht ist. Das digitale Cockpit kostet im Polo 400 Euro und muss auch beim T-Cross extra bestellt werden.

Modernes Cockpit im T-Cross. Das Hartplastik an Armaturenbrett und Türtafeln wirkt billig.

Es ist sehr übersichtlich und lässt sich leicht über das Multifunktionslenkrad bedienen. Für das Hartplastik auf dem Armaturenbrett und an den Türtafeln gibt es Punktabzug. Der T-Cross ist zwar ein kostenbewusstes Kleinwagen-SUV, aber besonders im R-Line-Trim passt das schnöde Hartplastik nicht zum restlichen Innenraum. Geschmacksache sind die gemusterten Zierleisten unseres Fotoautos. Alternativ gibt es knallige Zierleisten im Rahmen der Designpakete. Das soll hipp wirken und vor allem junge Leute ansprechen.

Hohe Sitzposition und gutes Raumgefühl im T-Cross

Die Sitze stammen aus dem T-Roc und sind bequem, die Sitzposition ist gefühlt eine Etage höher als im Polo. Dass das nicht nur subjektive Wahrnehmung ist, belegen die Zahlen. Fahrer und Beifahrer sitzen rund zehn Zentimeter höher im Vergleich zum Polo. Es ist überraschend, was für ein gutes Raumgefühl der nur 4,11 Meter lange T-Cross bietet. Das gilt auch für den Fond: Bei einer Körpergröße von 1,83 Metern genießt unser Redakteur genügend Kopf- und Beinfreiheit – da kneift nichts. Im T-Cross können vier Erwachsene bequem längere Reisen antreten, zu fünft sollte man es aber lieber sein lassen. Gut: Die hinteren Seitenscheiben lassen sich komplett versenken.

Verschiebbare Rücksitzbank ist Serie

Nicht nur der Fahrgastraum bietet für ein so kleines Auto üppige Platzverhältnisse, auch der Kofferraum packt ordentlich was weg. Mit 385 Litern passen beim T-Cross im Vergleich zum Polo immerhin 34 Liter mehr rein. Mit 400 Litern hat der spanische Bruder Seat Arona zwar minimal mehr Platz, aber der T-Cross kann noch nachlegen: Serienmäßig lässt sich die Rückbank mit einem einfachen Handgriff um bis zu 14 Zentimeter verschieben – und schwupp stehen 455 Liter Kofferraum zur Verfügung. In dieser Stellung können allerdings maximal kleine Kinder auf der Rückbank sitzen, zudem entsteht ein Spalt zwischen Ladeboden und Rückbank, in den kleinere Gegenstände fallen können. Trotzdem ist das Feature praktisch, allerdings kein Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse. Auch der Renault Captur hat eine verschiebbare Rücksitzbank.

Neue SUVs: Kleinwagen (2018, 2019, 2020, 2021, 2022 und 2023)

Audi eQ1
Bei komplett umgeklappter Rücksitzbank passen auch größere Gegenstände in den T-Cross. So stehen – wie auch im Arona – bis zu 1281 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Der VW hat zudem einen variablen Ladeboden, aber nur wenn nicht das Beats-Soundsystem mit separatem Subwoofer im Kofferraum geordert wurde.

Unterschiede zum Polo

Der T-Cross wird oft auch Polo-SUV genannt. Beide basieren auf der gleichen Plattform MQB-A0 – da stellt sich also die Frage nach den Unterschieden. Neben dem eigenständigen, bulligeren Design des T-Cross unterscheiden sich auch die Abmessungen voneinander:
● T-Cross Länge: 4107 mm / T-Cross Höhe: 1558 mm
● Polo Länge: 4053 mm / Polo Höhe: 1446 mm
Der Radstand ist mit 2563 mm bei beiden identisch, das liegt an der gleichen Position von Motor und Achsen. So weit die nackten Zahlen. Im ersten Test fühlt sich der Innenraum des T-Cross aber deutlich geräumiger an als der des Polo. Das gleiche Bild auch beim Kofferraum: Während der Polo 351 Liter zu bieten hat, fasst der T-Cross schon in der Normalstellung 385 Liter – das ist Golf-Niveau. Der Platzgewinn ist natürlich vor allem auf die Höhe zurückzuführen. Außerdem lässt sich das Ladeabteil des T-Cross durch die verschiebbare Rücksitzbank auf 455 Liter erweitern. Dieses Feature gibt es im Polo auch nicht gegen Aufpreis. Auch Spurhalteassistent und Designpakete sind nicht für den Polo erhältlich. Bei den Motorisierungen hat dafür der Polo die Nase vorn: Vom 65 PS starken Basis-Benziner (ab 13.025 Euro) bis zum GTI mit 200 PS (ab 23.950 Euro) gibt es für den Polo zahlreiche Motor-/Getriebekombinationen. Der T-Cross wird vorerst mit vier verschiedenen Motoren vom 95-PS-Benziner bis zum 150-PS-Benziner angeboten. Später könnten und dürften durchaus noch weitere Motoren folgen. Stichwort: T-Cross GTI.
Mit einem Basispreis von 13.025 Euro für den Trendline (65 PS) ist der Polo 4950 Euro günstiger als die Basisversion des T-Cross (ab 17.975 Euro). Nimmt man allerdings einen vergleichbaren Polo Comfortline mit Einliter-Dreizylinder (95 PS), schmilzt die Preisdifferenz auf mickrige 625 Euro. Wer kauft da noch einen Polo? Felix Kaschützke, Projektleiter Vertrieb T-Cross, erklärt, dass der Polo eher Singles als Zielgruppe anspreche und damit eine konservative Kundenschaft. Zudem gehe ein nicht unerheblicher Teil auch an Flottenkunden. Hinzu kommt, dass Polo-Modelle in der Regel nicht so gut ausgestattet würden und somit nicht allzu häufig in die Preisregionen des T-Cross vorstoßen. Eine gewisse Überschneidung lasse sich natürlich nicht von der Hand weisen. Dafür soll der T-Cross mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem junge Familien, aber auch ältere Leute, die gerne hoch sitzen, ansprechen.

Fahren: Komfortable Fahrt im Prototyp

AUTO BILD ist bereits einen Prototyp des VW T-Cross gefahren.

AUTO BILD ist den VW T-Cross schon gefahren! Die Lenkung hat noch nicht die Serienabstimmung, entschuldigt sich ein Entwickler. Und der Prototyp, den Volkswagen uns neun Monate vor Auslieferung in die Hände gibt, wiegt noch zu viel. Trotzdem lässt sich auf unserer ersten Fahrt schon erahnen: Dieser T-Cross könnte den Golf vom Thron stoßen. Zu riskant, die Prognose? Dann gehen wir doch mal Schritt für Schritt vor. Die hohe Nase und der SUV-Look wirken frischer als der immer gleiche Golf, der auch beim Modellwechsel 2019 ein Golf bleibt. Im T-Cross sitzt man eine halbe Etage höher als im Golf, gut für die "Generation Rücken". Technik und Motoren (95 bis 150 PS) stammen weitgehend vom Polo. Im T-Cross hat der Einliter-Benziner 95 Kilogramm mehr zu schleppen, was bei 115 PS kaum auffällt. Leise schnatternd zieht der Dreizylinder los, das Doppelkupplungsgetriebe legt zum Spritsparen bald die hohen Gänge ein. Nur beim Vollgas-Anfahren in Kurven zerren 200 Nm Drehmoment in der Lenkung, weil das Fahrwerk eher komfortabel als sportlich federt. Gut so!

Ausstattung: Spurhalteassistent serienmäßig

Die bunten Sitze gibt es im Rahmen der Designpakete. Dazu gehören auch orangefarbene Felgen und Zierteile im Innenraum.

Den T-Cross gibt es in drei Ausstattungsvarianten: Basis, Life und Style. Hinzu kommen verschiedene Designpakete sowie das R-Line-Paket für innen und außen. Beim Kleinwagen-SUV versucht VW die Optionen für den Kunden überschaubar zu halten und gleichzeitig nicht zu viel in Paketen zu bündeln. Das ist ein schwieriger Kompromiss, weshalb sich die Wolfsburger bewusst für die drei Ausstattungslinien entschieden haben.
Serienmäßig kommt der T-Cross mit einem 6,5-Zoll-Display, der um 14 Zentimeter verschiebbaren Rücksitzbank, vier elektrischen Fensterhebern, LED-Rückleuchten, Front Assist mit City-Notbremsfunktion, Spurhalteassistent, 16-Zoll-Stahlfelgen mit Radkappen und elektrischen Außenspiegeln. Kleiner Makel: Eine Klimaanlage kostet Aufpreis.

Drei Ausstattungslinien für den T-Cross

Die mittlere Linie "Life" hat zusätzlich PDC vorne und hinten, ein Multifunktionslenkrad, 16-Zoll-Alufelgen, einen variablen Ladeboden und eine manuelle Klimaanlage an Bord. LED-Scheinwerfer, Multifunktions-Lederlenkrad, Sport-/Komfortsitze, Klimaautomatik und 17-Zöller gibt es serienmäßig im Topmodell "Style". Für junge Leute und Junggebliebene haben die Wolfsburger für die Ausstattungslinien "Life" und "Style" Designpakete im Angebot. So gibt es den T-Cross wahlweise in Orange oder Türkis – bunte Felgen und Akzente im Cockpit inklusive.

VW T-Cross (2018)

Für einen sportlichen Look sorgt das R-Line-Paket, das dem T-Cross gut steht, aber vermutlich nicht ganz günstig ist. Beim Polo kostet es immerhin 2125 Euro Aufpreis. AUTO BILD geht davon aus, dass sich die Aufpreis-Gestaltung des T-Cross an der des Polo orientieren wird. Besonders viel Wert legt VW auf die zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten – so stehen insgesamt zwölf Außen- und mehrere Felgenfarben zur Wahl. Das schwarz abgesetzte Dach, dass VW ursprünglich anbieten wolte, wurde eingespart und ist nicht erhältlich.

Connectivity: Digitales Cockpit gegen Aufpreis

Serienmäßig ist es um die Konnektivität eher mau bestellt. Immerhin, der T-Cross kommt auch in der Basis mit einem 6,5-Zoll-Display. Gegen Aufpreis gibt es den bekannten Acht-Zoll-Touchscreen inklusive Apple CarPlay, Android Auto und mehr. Das Smartphone lässt sich induktiv laden, und es sind insgesamt vier USB-Anschlüsse (zwei vorne, zwei hinten) an Bord.

Viele Assistenzsysteme

Beim Thema Assistenzsysteme ist der T-Cross gut aufgestellt. Ab Werk kommt das kleine SUV mit Front Assist inklusive Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion, Spurhalte-, Spurwechsel- und Ausparkassistent. In der Optionenliste gibt es zusätzlich Müdigkeitserkennung, Abstandsregelung ACC und den Einparkassistenten. Zudem verspricht VW "ausgezeichnete Crasheigenschaften" und "vorbildlichen Insassenschutz". So soll der T-Cross eines der sichersten Autos seiner Klasse sein.

Motoren: Vier Motorisierungen, kein Allrad

Zum Marktstart im April gibt es drei Motorisierungen. Der 1,5-Liter TSI mit 150 PS kommt Ende 2019.

Zum aktuellen Zeitpunkt sind vier Motoren für den T-Cross geplant: drei Benziner und ein Diesel. Los geht's mit dem 1.0-TSI-Dreizylinder mit 95 PS, 175 Nm und Fünfgang-Handschaltung. Darüber rangiert der gleiche Motor mit 115 PS und 200 Nm maximalem Drehmoment, der dank Sechsgang-Handschaltung in 9,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen soll. Optional gibt es ein Siebengang-DSG. Die vorläufige Topmotorisierung im T-Cross ist der ab Ende 2019 erhältliche 1.5-TSI-Vierzylinder mit 150 PS und 250 Nm, der nur in Kombination mit dem Siebengang-DSG bestellt werden kann und den T-Cross auf 220 km/h pusht. Der einzige Diesel ist ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 95 PS und 250 Nm. VW betont, dass alle Motoren die aktuelle Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen.
 
Die Wolfsburger gehen davon aus, dass sich rund 50 Prozent der Kunden für den 115-PS-Benziner entscheiden werden. Der T-Cross ist trotz des robusten Looks nicht mit Allrad erhältlich. Zu einem späteren Zeitpunkt sind auch weitere Motorisierungen denkbar.

Jan Götze

Fazit

Endlich wieder gute Nachrichten aus Wolfsburg: Mit dem T-Cross könnte VW ein echter Verkaufsschlager gelingen. Viel Platz bei kompakten Abmessungen und ein top Preis-/Leistungsverhältnis. Der T-Cross bietet verdammt viel Auto für weniger als 20.000 Euro.

Autoren: Jan Götze, Joachim Staat

Stichworte:

Kompakt-SUV

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.