Der T-Roc der ersten Generation von 2017 war schon ein Phänomen: relativ hochpreisig, aber innen Hartplastik im Stile des Polo, nicht aus Wolfsburg, sondern aus Palmela/Portugal – gekauft wurde er dennoch.
Fahrzeug-Deals

VW

T-Roc 1.5 eTSI OPF DSG

VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
Und wie: Zeitweise setzte VW mehr T-Roc ab als Golf, als dieser um 2021 einen Durchhänger hatte. Die Kundschaft will offenbar etwas erhöht sitzen, braucht aber nicht immer den Platz des gewachsenen Tiguan.

T-Roc passt für viele Autokäufer

Der T-Roc trat wohl auch die Nachfolge des Golf Plus an, den ältere Fahrer gern kauften: Auf dem Gebrauchtmarkt tauchen immer wieder T-Roc mit auffallend geringen Laufleistungen auf. Aber bitte kein Rentnerauto-Gespött: Vom ersten T-Roc gab es wilde Versionen mit bis zu 300 PS.
VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
Für viele eine gute Wahl: Der neue T-Roc ist ein "One size fits all"-SUV – mit überschaubaren Abmessungen und angenehmer Sitzhöhe.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Wir testen die neue Generation dieses kompakten "One size fits all"-SUV mit dem vermutlich meistgeorderten Antrieb, dem stärkeren 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS, Frontantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsautomatik – und neuerdings mit Zylinderabschaltung sowie 18 PS Unterstützung vom 48-Volt-Startergenerator.
Der Neue ist mit 4,37 Meter Länge nicht mehr ganz so knackig-kurz wie der Erstling (4,23 Meter), aber immer noch angenehm kompakt. Angenehm ist bereits der Einstieg: Ein Zug am klassischen Bügelgriff, und es lässt sich ohne Herabsteigen oder Hinaufklettern Platz nehmen auf für so viele Menschen angenehmen 60 Zentimeter Sitzhöhe – eine halbhohe Sitzposition, die fast immer passt.

Platzangebot in Reihe zwei ist gewachsen

Der T-Roc wurde 14 Zentimeter länger und neun Millimeter breiter. Kommen die gewachsenen Abmessungen innen an? Ja, schon: Der knapp vier Zentimeter längere Radstand kommt der Beinfreiheit in Reihe zwei zugute. Auch das Maximal-Ladevolumen wuchs, von 1290 auf 1350 Liter.
VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
Im Fond bietet die zweite T-Roc-Generation mehr Platz für die Beine, keine zu starken Dacheinzüge und eine angenehme Lehnenneigung.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die zweite Sitzreihe bietet zwar keine besondere Variabilität, aber die Entfernung der Sitzfläche vom Wagenboden (immerhin 37 Zentimeter) ist so angenehm wie die Lehnenneigung und die nicht zu starken Dacheinzüge.

Viel Hartplastik unterhalb der Sichtlinie

Die der Preisklasse unangemessene Hartplastik-Anmutung der Anfangstage hat VW bereits mit dem Facelift der ersten Generation 2021 abgearbeitet. Hartplastik ist unterhalb der Sichtlinie und hinter der B-Säule noch immer das dominierende Material, aber die teils LED-hinterleuchteten Recyclingstoffe und die geschäumten Materialien obenauf retten den Gesamteindruck. Und die Kunststoffe der etwas breit geratenen, raumgreifenden Mittelkonsole wirken robust – kein kratzempfindlicher Klavierlack-Unsinn.
VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
Der T-Roc hat das typische VW-Cockpit mit aufpreispflichtigem 12,9-Zoll-Touchscreen. Die Mittelkonsole ist arg breit geraten, nimmt den Beinen viel Platz.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Generell ohne Bedienungsschrullen, schickt der T-Roc Neulinge anfangs doch auf die Suche nach zwei Dingen: erstens dem Startknopf (zwischen den Sitzen) und zweitens dem ungewöhnlich nach oben aufklappenden Türöffner, den man aber irgendwann in der Tür-Armlehne ertastet.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzyl., Turbo, Mildhybrid 
Einbaulage 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Zahnriemen 
Hubraum 
1498 cm³ 
Systemleistung kW (PS) bei 1/min
110 (150)/5000 
Nm bei 1/min
250/3500 
Vmax
212 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
225/45 R 19 W 
Reifentyp 
Bridgestone Potenza Sport 
Radgröße 
8 x 19" 
Abgas CO2 
132 g/km 
Verbrauch* 
5,8 l/100 km 
Tankinhalt 
50 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Partikelfilter 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1500/730 kg 
Stützlast 
80 kg 
Kofferraumvolumen 
475–1350 l 
Länge/Breite/Höhe 
4372/1828–2044**/1573 mm 
Radstand 
2629 mm 
Grundpreis
36.755 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
45.965 Euro
Temperatur und Audiolautstärke müssen zwar wie bei anderen VW-Modellen weiterhin mit Slidern am Bildschirm eingestellt werden, aber in den Lenkradspeichen ist wieder die Vernunft eingekehrt in Form echter Tasten – keine zappeligen Sensortasten mehr. Unser Exemplar ist zudem ausgestattet mit dem erstmals im T-Roc erhältlichen Head-up-Display (1090 Euro, im Paket mit Verkehrszeichenübernahme und Ringsum-Kameraüberwachung). Nervige Assistenten lassen sich via Schnellzugriffsleiste am oberen Bildschirmrand aufrufen und auf der ersten Menüseite abschalten.

Fahrleistungen sind absolut ausreichend

Beim Beschleunigen spricht der 1,5-Liter-Vierzylinder mit VTG-Lader (variable Einlassgeometrie) trotz leichter elektrischer Unterstützung etwas verzögert an, und er lässt noch Luft für kräftigere Motorisierungen. Trotz des unspektakulären Drehmoments von 250 Nm reichen die Fahrleistungen (0–100 km/h in 8,9 s, Höchsttempo 212 km/h) dennoch für alle erdenklichen Verkehrslagen.
VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
Das reicht: Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 braucht der getestete T-Roc 8,9 Sekunden. Maximal sind 212 km/h drin.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Es lässt sich ahnen, dass der 1,5-Liter an sich kein Leisetreter ist, sein gelegentlich angestrengter Tonfall ist aber ordentlich weggedämmt. Überhaupt ist der T-Roc trotz des Hartplastik-lastigen Interieurs ein eher leises Auto. Windgeräusche erst ab etwa 170 km/h; auch auf Kopfsteinpflaster bleibt das Interieur weitgehend stumm.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,2 s 
0–100 km/h 
8,9 s 
0–130 km/h 
14,9 s 
0–160 km/h 
24,3 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,6 s 
80–120 km/h 
5,9 s 
Leergewicht/Zuladung 
1449/531 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
61/39 % 
Wendekreis links/rechts 
10,9/11,0 m 
Sitzhöhe 
600 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
35,0 m 
aus 100 km/h warm 
34,5 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A) 
bei 100 km/h 
66 dB(A) 
bei 130 km/h 
69 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
5,3 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,5 l S/100 km
(+12 %)
Sportverbrauch 
8,3 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
154 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
769 km 
Wie von VW gewohnt, fallen die Lenkung (direkt, mit angenehm-ausgewogener Handkraft) und die Federung tadellos aus. Unser Testwagen kam mit den verstellbaren Dämpfern (sie heißen DCC bei VW). Man bekommt sie ohne Paketbindung, als Einzelextra zu 880 Euro – empfehlenswert, denn bei 15 Verstellstufen findet jeder Fahrer eine Dämpferhärte nach seinem Geschmack. In der softesten Einstellung fallen auch die 19-Zoll-Optionsräder nicht negativ auf. Im Test verwendeten wir auch 17-Zoll-Räder mit Winterreifen – richtig komfortabel. Dem Fahrkomfort wie der -präzision kommt zugute, dass die hintere Verbundlenkerachse nun auch bei den Frontantriebsversionen aufs Altenteil gewandert ist; alle haben jetzt Mehrlenker.

Mildhybrid senkt den Verbrauch deutlich

Der Testverbrauch von 6,5 Liter Super/100 km (bei Temperaturen um den Gefrierpunkt) belegt, dass das Mildhybridsystem tatsächlich spart. Der alte T-Roc, ebenfalls mit 1,5-Liter-Benziner und 150 PS, aber eben ohne 48-Volt-Startergenerator, hatte bei uns in einem Test von März 2022 7,7 Liter/100 km geschluckt – und er war das kleinere, leichtere Auto.
VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
Auf unserer Testrunde genehmigte sich der T-Roc 1.5e TSI 6,5 l/100 km – das sind 1,2 Liter weniger als beim Vorgänger ohne Mildhybrid.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Wem der Mildhybrid noch immer zu durstig erscheint, sollte auf den Vollhybrid warten, den VW im dritten Quartal 2026 nachreichen will. Einen Diesel gibt es für den T-Roc nicht mehr – schade! Für Gummistiefelprofis ist übrigens auch ein T-Roc mit Allrad das falsche Auto: 17 Zentimeter Bodenfreiheit reichen nicht.

Preisliste startet bei 36.755 Euro

Wie erwartet ist auch ein in Portugal gebauter VW eher am oberen Rand des Preissegments zu finden. Ein T-Roc Life, bescheidener ausgestattet als unser Testwagen, aber mit gleicher Motorisierung, startet bei 36.755 Euro. Die R-Line-Ausstattung unseres Testwagens geht ins Geld: 5705 Euro. Auch der hochtrabend "Fahrerlebnisschalter" genannte Drehdrückknopf für Fahrmodi und Audio-Lautstärke kostet extra, 920 Euro im Paket.
VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
Teuer: Für einen T-Roc 1.5 eTSI verlangt VW mindestens 36.755 Euro. Unser Testwagen kostete mit allen relevanten Extras 45.965 Euro.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Es gibt billigere Wettbewerber mit Automatik und vergleichbarer Motorisierung wie den Nissan Qashqai (ab 35.780 Euro), den Mazda CX-30 (ab 31.990 Euro) und sehr viel billigere wie den Hyundai Kona ab 30.300 Euro. Der Wiederverkaufswert ebnet die Unterschiede zumindest teilweise ein.

Wertung VW T-Roc 1.5 eTSI

Wertung VW T-Roc 1.5 eTSI
Karosserie
Übersichtlichkeit, Platzangebot, Zuladung (531 kg), Zuglast (1,5 t) – keine echten Schwächen hier.
3,5 / 5
Antrieb
Getriebe, Dosierbarkeit, Zwischenspurt, Reichweite – passt alles. Laufkultur okay, aber nicht top.
4 / 5
Fahrdynamik
Fahrsicherheit, Geradeauslauf, Lenkung – alles ohne Schwächen. Wendekreis könnte kleiner sein.
4 / 5
Connected Car
Online-Sprachsteuerung kann Sitz- und Lenkradheizung, Klima, Fahrprofil, Ambientelicht und mehr.
4 / 5
Umwelt
Für SUV-Verhältnisse nicht zu groß, nicht zu schwer. CO2-Ausstoß typisch für Mildhybride.
3 / 5
Komfort
Einstieg, Sitzposition, Federung – alles ausgewogen. Geräuschkomfort gut, aber Luft nach oben.
4 / 5
Kosten
Kaufpreis wie Wiederverkaufswert hoch. Typklassen im Mittelfeld. Wartung günstig, Garantie knausrig.
3 / 5
AUTO BILD-Testnote
1,9
Letztendlich bleibt ein Eindruck der Ausgewogenheit und Angemessenheit – ohne langweilig zu sein, denn Fahrwerk und Lenkung vermitteln ja genügend Dynamik. Der T-Roc fühlt sich ein wenig an wie die Schnittmenge aller VW der letzten drei Jahre: Schon bei der Erstbegegnung hat man das Gefühl, ihn bereits x-mal gefahren zu haben. Und das ist im Zeitalter der Bedienungsschrullen so ziemlich das Beste, was man über ein Auto sagen kann. Der Schlüssel zu seinem Erfolg dürfte nicht zuletzt dieses Daheim-Gefühl sein.

Bildergalerie

VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW)
Galerie "VW T-Roc 1.5 eTSI im Test" mit 21 Bildern öffnen
VW T-Roc 1.5 eTSI im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Der T-Roc dürfte weiterhin seinen Weg machen mit seiner Ausgewogenheit und Angemessenheit. Nicht zu viel, nicht zu wenig Auto – für so viele passt er exakt. Wie erwartet gibt es Alternativen, die weniger kosten. AUTO BILD-Testnote: 1,9