VW T-Roc 1.5 eTSI (110 kW): Test
Einer für alle: neuer VW T-Roc mit Mildhybrid im Test

Der VW T-Roc der zweiten Serie soll an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen, bietet von allem etwas mehr. Wir waren gespannt auf den Verbrauch des Mildhybrid-Benziners.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
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T-Roc passt für viele Autokäufer
Der T-Roc trat wohl auch die Nachfolge des Golf Plus an, den ältere Fahrer gern kauften: Auf dem Gebrauchtmarkt tauchen immer wieder T-Roc mit auffallend geringen Laufleistungen auf. Aber bitte kein Rentnerauto-Gespött: Vom ersten T-Roc gab es wilde Versionen mit bis zu 300 PS.

Für viele eine gute Wahl: Der neue T-Roc ist ein "One size fits all"-SUV – mit überschaubaren Abmessungen und angenehmer Sitzhöhe.
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Wir testen die neue Generation dieses kompakten "One size fits all"-SUV mit dem vermutlich meistgeorderten Antrieb, dem stärkeren 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS, Frontantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsautomatik – und neuerdings mit Zylinderabschaltung sowie 18 PS Unterstützung vom 48-Volt-Startergenerator.
Der Neue ist mit 4,37 Meter Länge nicht mehr ganz so knackig-kurz wie der Erstling (4,23 Meter), aber immer noch angenehm kompakt. Angenehm ist bereits der Einstieg: Ein Zug am klassischen Bügelgriff, und es lässt sich ohne Herabsteigen oder Hinaufklettern Platz nehmen auf für so viele Menschen angenehmen 60 Zentimeter Sitzhöhe – eine halbhohe Sitzposition, die fast immer passt.
Platzangebot in Reihe zwei ist gewachsen
Der T-Roc wurde 14 Zentimeter länger und neun Millimeter breiter. Kommen die gewachsenen Abmessungen innen an? Ja, schon: Der knapp vier Zentimeter längere Radstand kommt der Beinfreiheit in Reihe zwei zugute. Auch das Maximal-Ladevolumen wuchs, von 1290 auf 1350 Liter.

Im Fond bietet die zweite T-Roc-Generation mehr Platz für die Beine, keine zu starken Dacheinzüge und eine angenehme Lehnenneigung.
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Die zweite Sitzreihe bietet zwar keine besondere Variabilität, aber die Entfernung der Sitzfläche vom Wagenboden (immerhin 37 Zentimeter) ist so angenehm wie die Lehnenneigung und die nicht zu starken Dacheinzüge.
Viel Hartplastik unterhalb der Sichtlinie
Die der Preisklasse unangemessene Hartplastik-Anmutung der Anfangstage hat VW bereits mit dem Facelift der ersten Generation 2021 abgearbeitet. Hartplastik ist unterhalb der Sichtlinie und hinter der B-Säule noch immer das dominierende Material, aber die teils LED-hinterleuchteten Recyclingstoffe und die geschäumten Materialien obenauf retten den Gesamteindruck. Und die Kunststoffe der etwas breit geratenen, raumgreifenden Mittelkonsole wirken robust – kein kratzempfindlicher Klavierlack-Unsinn.

Der T-Roc hat das typische VW-Cockpit mit aufpreispflichtigem 12,9-Zoll-Touchscreen. Die Mittelkonsole ist arg breit geraten, nimmt den Beinen viel Platz.
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Generell ohne Bedienungsschrullen, schickt der T-Roc Neulinge anfangs doch auf die Suche nach zwei Dingen: erstens dem Startknopf (zwischen den Sitzen) und zweitens dem ungewöhnlich nach oben aufklappenden Türöffner, den man aber irgendwann in der Tür-Armlehne ertastet.
Fahrzeugdaten
Modell | VW T-Roc 1.5 eTSI |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzyl., Turbo, Mildhybrid |
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Zahnriemen |
Hubraum | 1498 cm³ |
Systemleistung kW (PS) bei 1/min | 110 (150)/5000 |
Nm bei 1/min | 250/3500 |
Vmax | 212 km/h |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 225/45 R 19 W |
Reifentyp | Bridgestone Potenza Sport |
Radgröße | 8 x 19" |
Abgas CO2 | 132 g/km |
Verbrauch* | 5,8 l/100 km |
Tankinhalt | 50 l |
Kraftstoffsorte | Super |
Partikelfilter | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 67 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1500/730 kg |
Stützlast | 80 kg |
Kofferraumvolumen | 475–1350 l |
Länge/Breite/Höhe | 4372/1828–2044**/1573 mm |
Radstand | 2629 mm |
Grundpreis | 36.755 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 45.965 Euro |
Temperatur und Audiolautstärke müssen zwar wie bei anderen VW-Modellen weiterhin mit Slidern am Bildschirm eingestellt werden, aber in den Lenkradspeichen ist wieder die Vernunft eingekehrt in Form echter Tasten – keine zappeligen Sensortasten mehr. Unser Exemplar ist zudem ausgestattet mit dem erstmals im T-Roc erhältlichen Head-up-Display (1090 Euro, im Paket mit Verkehrszeichenübernahme und Ringsum-Kameraüberwachung). Nervige Assistenten lassen sich via Schnellzugriffsleiste am oberen Bildschirmrand aufrufen und auf der ersten Menüseite abschalten.
Fahrleistungen sind absolut ausreichend
Beim Beschleunigen spricht der 1,5-Liter-Vierzylinder mit VTG-Lader (variable Einlassgeometrie) trotz leichter elektrischer Unterstützung etwas verzögert an, und er lässt noch Luft für kräftigere Motorisierungen. Trotz des unspektakulären Drehmoments von 250 Nm reichen die Fahrleistungen (0–100 km/h in 8,9 s, Höchsttempo 212 km/h) dennoch für alle erdenklichen Verkehrslagen.

Das reicht: Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 braucht der getestete T-Roc 8,9 Sekunden. Maximal sind 212 km/h drin.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Es lässt sich ahnen, dass der 1,5-Liter an sich kein Leisetreter ist, sein gelegentlich angestrengter Tonfall ist aber ordentlich weggedämmt. Überhaupt ist der T-Roc trotz des Hartplastik-lastigen Interieurs ein eher leises Auto. Windgeräusche erst ab etwa 170 km/h; auch auf Kopfsteinpflaster bleibt das Interieur weitgehend stumm.
Messwerte
Modell | VW T-Roc 1.5 eTSI |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,2 s |
0–100 km/h | 8,9 s |
0–130 km/h | 14,9 s |
0–160 km/h | 24,3 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 4,6 s |
80–120 km/h | 5,9 s |
Leergewicht/Zuladung | 1449/531 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 61/39 % |
Wendekreis links/rechts | 10,9/11,0 m |
Sitzhöhe | 600 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 35,0 m |
aus 100 km/h warm | 34,5 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 58 dB(A) |
bei 100 km/h | 66 dB(A) |
bei 130 km/h | 69 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 5,3 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 6,5 l S/100 km (+12 %) |
Sportverbrauch | 8,3 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 154 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 769 km |
Wie von VW gewohnt, fallen die Lenkung (direkt, mit angenehm-ausgewogener Handkraft) und die Federung tadellos aus. Unser Testwagen kam mit den verstellbaren Dämpfern (sie heißen DCC bei VW). Man bekommt sie ohne Paketbindung, als Einzelextra zu 880 Euro – empfehlenswert, denn bei 15 Verstellstufen findet jeder Fahrer eine Dämpferhärte nach seinem Geschmack. In der softesten Einstellung fallen auch die 19-Zoll-Optionsräder nicht negativ auf. Im Test verwendeten wir auch 17-Zoll-Räder mit Winterreifen – richtig komfortabel. Dem Fahrkomfort wie der -präzision kommt zugute, dass die hintere Verbundlenkerachse nun auch bei den Frontantriebsversionen aufs Altenteil gewandert ist; alle haben jetzt Mehrlenker.
Mildhybrid senkt den Verbrauch deutlich
Der Testverbrauch von 6,5 Liter Super/100 km (bei Temperaturen um den Gefrierpunkt) belegt, dass das Mildhybridsystem tatsächlich spart. Der alte T-Roc, ebenfalls mit 1,5-Liter-Benziner und 150 PS, aber eben ohne 48-Volt-Startergenerator, hatte bei uns in einem Test von März 2022 7,7 Liter/100 km geschluckt – und er war das kleinere, leichtere Auto.

Auf unserer Testrunde genehmigte sich der T-Roc 1.5e TSI 6,5 l/100 km – das sind 1,2 Liter weniger als beim Vorgänger ohne Mildhybrid.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Wem der Mildhybrid noch immer zu durstig erscheint, sollte auf den Vollhybrid warten, den VW im dritten Quartal 2026 nachreichen will. Einen Diesel gibt es für den T-Roc nicht mehr – schade! Für Gummistiefelprofis ist übrigens auch ein T-Roc mit Allrad das falsche Auto: 17 Zentimeter Bodenfreiheit reichen nicht.
Preisliste startet bei 36.755 Euro
Wie erwartet ist auch ein in Portugal gebauter VW eher am oberen Rand des Preissegments zu finden. Ein T-Roc Life, bescheidener ausgestattet als unser Testwagen, aber mit gleicher Motorisierung, startet bei 36.755 Euro. Die R-Line-Ausstattung unseres Testwagens geht ins Geld: 5705 Euro. Auch der hochtrabend "Fahrerlebnisschalter" genannte Drehdrückknopf für Fahrmodi und Audio-Lautstärke kostet extra, 920 Euro im Paket.

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Es gibt billigere Wettbewerber mit Automatik und vergleichbarer Motorisierung wie den Nissan Qashqai (ab 35.780 Euro), den Mazda CX-30 (ab 31.990 Euro) und sehr viel billigere wie den Hyundai Kona ab 30.300 Euro. Der Wiederverkaufswert ebnet die Unterschiede zumindest teilweise ein.
Wertung VW T-Roc 1.5 eTSI
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Übersichtlichkeit, Platzangebot, Zuladung (531 kg), Zuglast (1,5 t) – keine echten Schwächen hier. | 3,5 / 5 |
Antrieb | Getriebe, Dosierbarkeit, Zwischenspurt, Reichweite – passt alles. Laufkultur okay, aber nicht top. | 4 / 5 |
Fahrdynamik | Fahrsicherheit, Geradeauslauf, Lenkung – alles ohne Schwächen. Wendekreis könnte kleiner sein. | 4 / 5 |
Connected Car | Online-Sprachsteuerung kann Sitz- und Lenkradheizung, Klima, Fahrprofil, Ambientelicht und mehr. | 4 / 5 |
Umwelt | Für SUV-Verhältnisse nicht zu groß, nicht zu schwer. CO2-Ausstoß typisch für Mildhybride. | 3 / 5 |
Komfort | Einstieg, Sitzposition, Federung – alles ausgewogen. Geräuschkomfort gut, aber Luft nach oben. | 4 / 5 |
Kosten | Kaufpreis wie Wiederverkaufswert hoch. Typklassen im Mittelfeld. Wartung günstig, Garantie knausrig. | 3 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 1,9 |
Letztendlich bleibt ein Eindruck der Ausgewogenheit und Angemessenheit – ohne langweilig zu sein, denn Fahrwerk und Lenkung vermitteln ja genügend Dynamik. Der T-Roc fühlt sich ein wenig an wie die Schnittmenge aller VW der letzten drei Jahre: Schon bei der Erstbegegnung hat man das Gefühl, ihn bereits x-mal gefahren zu haben. Und das ist im Zeitalter der Bedienungsschrullen so ziemlich das Beste, was man über ein Auto sagen kann. Der Schlüssel zu seinem Erfolg dürfte nicht zuletzt dieses Daheim-Gefühl sein.
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