Keine gute Idee? VW hat angekündigt, neue Elektromodelle künftig nicht mehr nach der ID-Nomenklatura zu benennen.
Unter VW-Vorstand Herbert Diess (2018 bis 2022) war für Elektroautos eine eigene Modellfamilie mit dem Kürzel "ID" als Typenbezeichnung ins Leben gerufen worden. Den Anfang machte der ID.3, das Pendant zum VW Golf mit Verbrennungsmotor.

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Bei einer Betriebsversammlung im Stammwerk in Wolfsburg hat nun VW-Markenchef Thomas Schäfer angekündigt, dass die Benennung neuer Modelle nach diesem Muster nicht fortgeführt wird. So berichtet die "Wolfsburger Allgemeine".
Bereits der neue Elektro-Kleinwagen, den Volkswagen Ende 2025 auf den Markt bringen will, soll nicht mehr "ID.2" heißen. Wie dann?

"Ikonische Namen dürfen nicht sterben"

Laut der Lokalzeitung habe Schäfer nicht explizit eine Modellbezeichnung genannt, aber darauf hingewiesen, dass "ikonische Namen" nicht sterben dürften.
Wer eins und eins zusammenzählt, kann die Bemerkung als Hinweis interpretieren, dass etablierte Modellnamen als starke Marken weitergeführt werden. Dann würde der ID.2 als Polo oder E-Polo auf den Markt kommen.
VW ID.2
Ende 2025 will VW seinen lang erwarteten E-Kleinwagen vorstellen. Bisher firmierte der als "ID.2" – doch nach der Ankündigung, die ID-Nomenklatura abzuschaffen, könnte er in alter Tradition wieder "Polo" heißen.
Bild: Bernhard Reichel
Werden auch die bereits existierenden Modelle umbenannt? Heißt also der ID.3 in Kürze E-Golf, wird der ID.Buzz demnächst E-Transporter oder E-Bulli heißen, und kommt das elektrische Kompakt-SUV ID.4 als E-Tiguan zu neuen Ehren? Volkswagen hat sich auf Anfrage von AUTO BILD dazu bisher nicht geäußert.

Starker Applaus aus der VW-Belegschaft

Die ID-Familie sollte eine Abgrenzung zum Verbrenner-Programm des Wolfsburger Konzerns darstellen. Dabei war die Buchstabenkombination ID als Abkürzung für "intelligentes Design" oder "Identität" gedacht. Darin seien auch "visionäre Technologien" eingeschlossen, hatte VW 2019 in einer Pressemitteilung erklärt.
VW ID.3 Life (58 kWh)
Die Buchstabenkombination "ID" für die Elektro-Modellreihe war 2018 mit dem kompakten ID.3 eingeführt worden, um die Erneuerung sichtbar zu machen – die Buchstabenkombi steht dabei für "intelligentes Design" und "Identität", sagt VW.
Bild: F. Roschki
Ob es sich darüber hinaus auch um ein sogenanntes Apronym handelt, wie oft angenommen wurde, hat der Konzern nie bestätigt. Ein Apronym ist eine Buchstabenkombination, aus der sich ein eigenes Wort bildet, wenn man sie ausspricht.
Bei der ID-Familie war sinngemäß gemeint, dass sie eine neue "Idee" in der Mobilität ausdrückt und sich damit sichtbar von den konventionellen Verbrenner-Produkten des Herstellers absetzt. Für die Ankündigung soll der VW-Vorstand aus der Belegschaft starken Applaus erhalten haben.

Fazit

Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Nach dem langjährigen Wolfsburger Kompakten ("Golf") ist bekanntlich nicht nur eine eigene Fahrzeug-Klasse, sondern sogar eine ganze Generation benannt worden. Da erscheint es nur vernünftig, eine solche bärenstarke Marke weiterzuführen. Und die anderen auch. Zumal die Kombi aus Buchstaben "ID" und Zahl doch etwas technokratisch klingt – und so gar nicht nach dem, was ein Autohersteller verkaufen möchte, nämlich Leidenschaft & Freiheit. Man stelle sich vor, Tempo würde seine Taschentücher zukünftig H-CZ.1 nennen... Also: Her mit den alten, neuen VW-Modellnamen!