Xpeng X9 AWD Performance: Fahrbericht
Kann dieser Elektrovan die SUV-Fans zurückgewinnen?

Die einst so erfolgreichen Vans sind zumindest in Europa aus den Portfolios der meisten Marken verschwunden. Doch so langsam kommen einige Vans zurück – wie der neue Xpeng X9. Dessen Komfortqualitäten sind beeindruckend.
Bild: S. Grundhoff
- Stefan Grundhoff
Der SUV-Boom schickte die meisten Vans in Europa in den frühen 2000ern in Rente. Jetzt sorgt speziell der chinesische Markt mit seinen Luxusvans für eine zumindest leichte Renaissance. Bestes Beispiel ist der Xpeng X9, der mit seiner Mischung aus gefälligem Design, modernem Elektroantrieb und einem exzellenten Komfortniveau vielleicht auch bei uns wieder Nutzer eines SUV ins Vanlager herüberlocken kann.
Die Ladeleistung setzt Maßstäbe
Die Rahmendaten sind dabei ein Schock für die internationale Konkurrenz, denn Größe, Platzangebot und Komfortniveau sind das eine. Doch die Antriebstechnik setzt Maßstäbe, denn die 800-Volt-Plattform des X9 ermöglicht Ladegeschwindigkeiten bis 540 kW – in Zeiten, da viele Volumenmarken noch unterhalb der 200-kW-Marke dümpeln und selbst Premiumfirmen kaum mehr als 350 kW aus der Ladesäule ziehen können.

Mit 5,32 Metern Länge zählt der Xpeng X9 zu den größten und luxuriösesten Elektro-Vans auf dem Markt.
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Allradlenkung, Allradantrieb, Reichweiten bis über 600 Kilometer – zusammen mit dem Komfortniveau für bis zu sieben Personen allemal ansehnlich. Die teuerste Variante des Xpeng X9 AWD Performance kostet – im Verhältnis – nur 86.600 Euro. Die Einstiegsversion mit einem 235 kW/320 PS starken Monoachsantrieb liegt kaum schlechter ausstaffiert bei 77.600 Euro.

Mit bis zu sieben Sitzplätzen und einem variablen Innenraum richtet sich der Xpeng X9 an Familien und Geschäftsreisende.
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Wie es sich für einen 5,32 Meter langen Luxusvan gehört, sitzt es sich nicht allein in der ersten Reihe exzellent, sondern besser denn je auch in der zweiten Reihe auf elektrisch verstellbaren und klimatisierten Einzelsesseln, die auch in einem schicken Privatjet verbaut sein könnten.
Wer auf langen Fahrten entspannen will, öffnet das Tor zum Fond über die großen Schiebetüren, fährt den klimatisierten Sitz in eine Liegeposition nach Wahl und lässt sich vom Chauffeur seines Vertrauens ans Ziel seiner Wünsche bringen – das alles in einer geräuscharmen Kabine und mit allem nur erdenklichen Komfort.
Auf dem zentralen 21,4-Zoll-Bildschirm können sich die Fondinsassen auch abseits der eigenen Tablets beschäftigen oder nach Gusto unterhalten lassen. Auf Knopfdruck wird in Reihe eins und zwei angenehm massiert, was die Fahrt nochmals angenehm verkürzt.
Viel Platz für Passagiere und Gepäck
Wer die dritte Sitzreihe nicht benötigt, kann diese mit einem zweistufigen Hin und Her erst um- und dann flach nach hinten klappen, was den Laderaum von 721 auf mehr als 2200 Liter üppig erweitert. Falls doch einmal jemand in der dritten Reihe sitzen sollte, wird das Ein- und Aussteigen durch eine elektrische Komfortfunktion maximal erleichtert.

Filme, Serien oder Videokonferenzen: Der große Fondbildschirm erweitert den Luxusanspruch des Xpeng X9.
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Der Fahrer blickt auf zwei große Displays für Instrumente und Entertainment und kann sich die wichtigsten Informationen per Head-up-Modul noch ins eigene Sichtfeld projizieren lassen, während die beiden belüfteten Ladeschalen in der Mittelkonsole das eigene Smartphone erstarken lassen. Wirklich eingängig ist die Bedienung allerdings nicht, weil Direktwahltasten für Klima, Sound oder Sitzverstellung fehlen.
Zwei Antriebe zur Wahl
Der Xpeng X9 ist mit zwei Antrieben und zwei Batteriegrößen zu bekommen. Angesichts der Größe und insbesondere des Gewichts von fast 2,8 Tonnen ist die Topversion mit einem 370 kW/503 PS starken Allradantrieb die bessere Wahl, um den Familienkoloss adäquat zu motorisieren. Der 110 kWh große Akku sorgt für eine WLTP-Reichweite von 580 Kilometern, ehe der Allradler an der Schnellladesäule in Rekordzeit wieder erstarkt. Ist die Ladesäule schnell genug, sind mehr als 540 kW drin, und die im Fahrzeugboden verbaute Batterie erstarkt von 10 auf 80 Prozent in zehn Minuten – spektakulär.

Der bis zu 503 PS starke Allradantrieb bewegt den fast 2,8 Tonnen schweren Van souverän voran.
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Nicht ganz so einzigartig, aber allemal ordentlich präsentiert sich das Fahrverhalten. Die variable Luftfederung sorgt für das üppige Komfortniveau, während die beiden Elektromotoren für den entsprechenden Schub sorgen, ohne wirklich imposant anzuschieben.
Die weichen Materialien in der Luxuskabine, die gute Geräuschdämmung und die sehr indirekte Lenkung sorgen dafür, dass nicht allein die Passagiere, sondern auch der Fahrer entkoppelt wirkt. Dabei sollte man es nicht zu dynamisch angehen lassen, denn wenn es in Kurven flotter wird, wankt der Chinese für ein derart schweres Auto mit einem entsprechenden Akkupaket im Bauch beträchtlich, selbst wenn die Radien üppig bleiben. Komfort geht beim Xpeng X9 eben über alles. Damit muss sich auch der Fahrer arrangieren. Die Passagiere werden es zu schätzen wissen, wenn es der Fahrer nicht zu engagiert angehen lässt.

Der Xpeng X9 kombiniert die Raumökonomie eines Vans mit modernem Elektroantrieb und auffälligem Design.
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Technische Daten: Xpeng X9 AWD Performance
- Motor: Elektro, vorn/hinten
- Leistung: 370 kW/503 PS
- Max. Drehmoment: 640 Nm
- Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
- Beschleunigung 0 – 100 km/h: 5,9 Sekunden
- Batterie: 110 kWh
- Normverbrauch: 20,8 kWh/100 km
- Ladegeschwindigkeit: 542 kW
- Leergewicht: 2.745 kg/575 kg Zuladung
- Laderaum: 721 – 2.250 Liter
- Preis: 86.600 Euro
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