Hymercar Grand Canyon S Allrad (2016): Fahrbericht

Hymercar Grand Canyon S Allrad (2016): Fahrbericht

Hymercar Grand Canyon S Allrad (2016): Fahrbericht

Schneetest im Allrad-Womo

Camping im Winter? Ist das nicht nur was für Hartgesottene? Von wegen! AUTO BILD REISEMOBIL wagt sich mit dem Hymercar Grand Canyon S Allrad in den Schnee!

Video: Hymer ML-I 580 (2016)

Ein Hymer für alle Fälle

Eis und Schnee sind kein Grund auf Camping-Spaß zu verzichten. Im Gegenteil. Wintercamping wird zum Trend: 2015 gab es rund 1,3 Millionen Übernachtungen alleine auf deutschen Campingplätzen in den Wintermonaten. Und damit die Anfahrt über winterliche Straßen gelingt, gibt es Allrad-Wohnmobile. Reisemobilhersteller Hymer bietet drei Modelle auf Mercedes Sprinter-Basis an, die mit optionalem Allrad zu haben sind: Hymermobil ML-I (580), der teilintegrierte Hymer ML-T (560 und 580) und das Hymercar Grand Canyon S. AUTO BILD REISEMOBIL hat den Kastenwagen im Schnee getestet.

Allrad gibt es für 11.390 Euro extra

Mit Mercedes Sprinter-Basis geht es beim Hymercar Grand Canyon S bei 55.490 Euro los.

Die Basis des Hymercar Grand Canyon S Allrad ist ein Mercedes Sprinter mit 3,66 Metern Radstand. Die 3,5 Tonnen Gesamtgewicht verteilen sich auf 5,93 m Länge und 2,93 m Höhe. Unser Testwagen verfügt über den 190 PS starken 319 CDI-Motor mit Wandler-Automatik, die mit 1790 Euro extra zu Buche schlägt. Apropos Kosten: Der zuschaltbare Allrad-Antrieb steht mit 11.390 Euro in der Sonderausstattungsliste. Immerhin entscheiden sich 20 Prozent der Kunden bei den allradverfügbaren Sprinter-Basisfahrzeugen für den Allradantrieb

Steigungen sind auch auf winterlichen Straßen kein Problem 

Video: Hymer ML-T 580 (2016)

Schicker Allrad-Camper

Allrad hat er, aber trotz allem ist der Grand Canyon S kein Offroader oder Expeditionsmobil. Und dies will er auch gar nicht sein. Vielmehr überrascht der Kastenwagen durch seine Unaufgeregtheit. Nichts scheint das schwäbische Wohnmobil aus der Spur zu bringen. Glatteis? Egal. Schneebedeckte Straße mit zehn Prozent Steigung? Nichts einfacher als das. Aus dem Stand Vollgas geben auf Schnee? Kein Problem. Sollte doch mal ein Rad durchdrehen oder das Heck ausbrechen, reagieren ESP und ABS sofort und bringen das Wohnmobil wieder auf die Fahrspur. Alles, wirklich alles, regelt die Elektronik. Fast schon erschreckend einfach ist es, so ein 3,5 Tonnen schweres Wohnmobil durch die hochalpinen Winterstraßenverhältnisse zu manövieren. Vorausgesetzt die Fahrweise ist den Bedingungen angepasst. Auf dem beheizten Fahrersitz und im wohlig warmen Reisemobil vergisst man schnell die Minusgerade draußen und die dicke Eisplatte unter dem Schnee, auf dem man gerade fährt. Die engen und steilen Kurven der Timmeljochstraße sind geradezu ideal für den schmalen und agilen Campingbus.

Das sind die extremsten Wohnmobile

Mehr Bodenfreiheit

Auch tiefe Schlaglöcher meistert der Camper dank seiner Karosserieerhöhung um 110 bzw. 80 mm anstandslos. Wie selbstverständlich befährt das 3,5 Tonnen schwere Wohnmobil die schneebedeckte Hochalpenstraße auf fast 2500 Meter Höhe. Der 190 PS starke Motor wird durch den Allradantrieb unterstützt, dieser kann im Stand oder bis zu 10 km/h zugeschaltet werden. Aktiviert wird der Allrad durch einen Schalter in der Armaturentafel. Die Antriebskraft verteilt sich 35 Prozent auf Vorderachse und 65 Prozent auf die hintere Achse. Der Grand Canyon S verfügt zudem über den serienmäßigen Seitenwindassistenten gegen plötzlich auftretende Böen.

Mehr Luxus im ML-T und ML-I

Traditionell: Hymer arbeitet seit Jahrzehnten mit Mercedes zusammen.

Das teilintegrierte Reisemobil ML-T und der integrierte ML-I sind ebenfalls mit Sprinter 4x4-Basis zu haben. Wie alle anderen Fahrzeuge von Hymer, sind auch diese beiden Wohnmobile dank guter Isolierung und beheizbaren Wassertanks winterfest. Dabei bieten sie als vollwertige Wohnmobile deutlich mehr Platz und Luxus als der Kastenwagen Grand Canyon S. Angefangen bei den Schlafmöglichkeiten: Hier sind Längseinzelbetten oder Querdoppelbett. Der extra beheizbare Waschraum verfügt über ein Waschbecken, eine Toilette und eine großzügige Dusche. In der Küche befindet sich eine Spüle, ein Dreiflammengasherd und großer Kühlschrank inklusive Gefrierfach. Für angenehme Wärme im Reisemobil sorgt die leistungsstarke Truma-Heizung, eine optionale Warmwasser-Fussbodenheizung und die spezielle Belüftung der Windschutzscheibe. Zwar gibt es die Modelle ML-T und ML-I auch in der 3,5-Tonnen-Variante, doch sinkt die Zuladungsmöglichkeit durch den schweren Allradantrieb sehr stark. Daher empfiehlt sich eine Aufladung, die bis zu 4,2 Tonnen möglich ist. Den ML-I gibt es ab einem Grundpreis von 79.690 Euro. Der ML-T ist ab 66.690 Euro zu haben.

Kultige Wohnmobile von Airstream bis Westfalia

Helene Schmidt

Fazit

Es ist erstaunlich, wie einfach es ist, mit einem Allrad-Wohnmobil eine vereiste Passstraße hoch zu fahren. Die elektronischen Helferlein greifen innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde in brenzligen Situationen ein und unterbinden das Ausbrechen des Fahrzeugs. Fast verliert man das Gefühl von den winterlichen Straßenverhältnissen. Nichtsdestotrotz ist das Wichtigste eine angepasste Geschwindigkeit und vorausschauendes Fahrverhalten. Dann macht Allradfahren richtig Spaß.   

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