Land Rover Discovery (2016): Fahrbericht

Land Rover Discovery (2016): Fahrbericht

Land Rover Discovery (2016): Fahrbericht

— 12.12.2016

Großraum-Disco im Test

Der neue Land Rover Discovery hat fast eine halbe Tonne abgespeckt und bietet sieben Erwachsenen Platz. So fährt die fünfte Disco-Generation!

Der neue Land Rover Discovery ist ein Offroad-Tausendsassa für bis zu sieben Erwachsene. Ab Ende März 2017 steht er für mindestens 50.500 Euro bei den Händlern. Die Evolution hat Spuren hinterlassen: Das schnittige Design polarisiert nicht mehr, und auch unter dem Blech hat sich beim Landy einiges getan.
Alle Informationen zum neuen Land Rover Discovery

Siebensitzer – wie oft haben wir das schon gehört. Die vollmundig angepriesene Fünf-plus-zwei-Konfiguration ist bei anderen Modellen meist eine unbefriedigende Notlösung: In der dritten Reihe reicht der Platz bestenfalls für Schulkinder, im Gepäckraum ist bei voller Besetzung kaum mehr Raum für Gepäck. Der neue Discovery kann das besser. Nicht die Sache mit dem Gepäck, aber die Siebensitzigkeit. Großes Indianer-Ehrenwort: Sogar ganz hinten sitzt ein Zweimeter-Mann ohne unerwünschten Körperkontakt. Besser noch, dieser lange Lulatsch hat auch in Reihe zwei ausreichend Platz, und ganz vorne sowieso.

Sitze umklappen per App

Die Sitze lassen sich elektrisch umklappen, sogar per Handy-App aus der Ferne.

Genial ist der elektrische Verstellmechanismus, mit dem sich das Gestühl aufrichten und zusammenfalten lässt – per App, Touchscreen oder Knopfdruck. Ohne das Gepäckrollo zurücklassen zu müssen, ohne Einbußen beim Sitzkomfort, ohne Verstellen der Kopfstützen. Trotzdem hat die Sache drei Haken: Der enge Ein- und Ausstieg ist eine Aufnahmeprüfung in den Verein der Schlangenmenschen, die mittlere Sitzbank muss händisch in Position geschoben werden, der Grundpreis für das Verschwindibus-Arrangement liegt inklusive diverser Zwangskombinationen bei 15.000 Euro.

Land Rover Discovery (2017): Vorstellung

480 Kilo leichter dank Alubauweise

Genug Theorie, jetzt wird gefahren. Und zwar die Sechszylinder-Modelle, bei denen die Luftfederung Serie ist. Der Dreiliter-Diesel leistet mit 258 PS nur 18 PS mehr als der stärkere der beiden Zwei-Liter-Vierzylinder. Der V6-Benziner bringt es auf 340 PS, verliert aber das Drehmomentduell klar mit 450 Nm gegen 600 Nm. Die Kraftübertragung besorgt eine Achtgang-Automatik. Die hat mit dem neuen Disco leichtes Spiel, denn der Wechsel zur Alu-Bauweise reduziert das Leergewicht um satte 480 Kilo. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Fahrleistungs- und Verbrauchswerte aus, sondern auch auf das Handling. Der V6-Diesel absolviert den Standard-Sprint in 8,1 Sekunden und begnügt sich mit 7,2 Litern, der Benziner ist eine Sekunde spurtstärker, aber deutlich durstiger (10,9 Liter). In Sachen Höchstgeschwindigkeit erreicht der 2017er Disco mit maximal 215 km/h nicht das Niveau der deutschen Konkurrenz.

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Offroad? Für den Discovery kein Problem!

Der kommt fast überall durch: Die fünfte Generation des Discovery ist wieder ein echter Offroader.

Dank Luftfederung und Alu-Fahrwerk ist man relativ kommod unterwegs, aber auch dieser Land Rover macht am Ende des Tages keinen Hehl daraus, dass er mehr kann als nur cruisen und gleiten. Zum Beispiel mittelschweres Gelände durchpflügen, als wäre es ein schnöder Feldweg, furchterregende Felsformationen mit links überwinden und bis zu 90 Zentimeter tiefe Wasserlöcher meistern, ohne sich dabei zu verschlucken. Die fünfte Generation macht das noch lässiger und souveräner als ihr Vorgänger, trotz knapp fünf Metern Länge und rund 2,2 Tonnen Leergewicht.

Land Rover Discovery (2016): Sitzprobe

Ein Hybrid ist nicht im Angebot

Der Land Rover Discovery ist ein echter Siebensitzer: Auch in der letzten Reihe können Erwachsene bequem sitzen.

Erstmals haben die Engländer jetzt einen von 0 bis 18 km/h in kleinen Schritten kalibrierbaren Tempomat fürs Gelände im Angebot. Echter Mehrwert oder Assistenz-Overkill? Hinterachssperre und Off-Road-Untersetzung kosten beim Vierzylinder Aufpreis. Der neue Discovery macht nicht viel falsch aber auch nicht alles richtig. Der Wendekreis ist mit 12,1 Metern zu groß, der V6-Diesel ist im Konkurrenzvergleich zu schwach, das neue LED-Licht ist weniger talentiert als die Matrixscheinwerfer der Wettbewerber, aktuelle Assistenzsysteme wie Spurführung oder teilautonomes Fahren sucht man vergebens. Dafür macht das Infotainment keine Faxen mehr, das automatisierte Rückwärtsfahren im Hängerbetrieb ist eine Klasse für sich, die Rundumkamera zoomt sogar den Lenkeinschlag der Vorderräder live ins Cockpit. Was noch fehlt, ist jegliche Art der Hybridisierung, eine zumindest optionale handlingbetonte Feder-Dämpfer-Abstimmung und eine größere Bremsanlage.

Land Rover Discovery (2016): Fahrbericht

Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Ein Range Rover ist, egal ob groß oder klein, in erster Linie ein Statussymbol. Ein Land Rover ist dagegen selbst als aufgebrezelte First Edition um 83.900 Euro im Kern immer noch ein Arbeitspferd. Mit der vollwertigen Siebensitzigkeit als funktionalem Alleinstellungsmerkmal hat die fünfte Generation des Discovery durchaus das Zeug, zum neuen Liebling der Stadt-Land-Fluss-Besserverdiener zu avancieren.

Stichworte:

Allradantrieb SUV

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