Preis und Marktstart des Hyundai Kona N

Hyundai bringt den Kona als Sportmodell. Es ist das erste SUV aus der hauseigenen Sportabteilung – und es trägt natürlich den Namenszusatz N. Das Topmodell setzt auf den aus dem gelifteten i30 N bekannten Zweiliter-Vierzylinder mit 280 PS und 392 Nm Drehmoment, der an ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt ist. Ab Sommer 2021 tritt der Hyundai Kona N zu Preisen ab 37.750 Euro gegen Cupra Ateca, VW T-Roc R und Co. an. Damit ist der Kona N gut 3000 Euro teurer als zunächst vermutet.
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Kona N bekommt die dreieckige Bremsleuchte

Optisch macht der sportlichste Kona mit allerlei N-Zierrat auf sich aufmerksam. An der Front markieren vor allem verschiedene größere Lufteinlässe die Sportambitionen des SUVs. Wie beim regulären Kona sind die Scheinwerfer zweigeteilt. Zwischen den hoch positionierten LED-Tagfahrlichtern, direkt unterhalb der Motorhaube, befindet sich ein neuer Lüftungsschlitz. Auch die Lufteinlässe in der Mitte der Schürze und an den Seiten legen ordentlich zu. Letztere sind für die Kühlung der Bremsen verantwortlich. Der Grill wächst nicht, bekommt aber ein neues, grobmaschiges Gitter und natürlich ein N-Badge. Außerdem ist hier jetzt das Hyundai-Logo zu finden, das beim normalen Kona auf der Motorhaube prangt. Am unteren Teil der Schürze sitzt ein vergrößerter Splitter, der für mehr Anpressdruck sorgt. Rote Zierstreifen runden das Ganze ab.
Hyundai Kona N
Der breite Diffusor mit den großen Endrohren steht dem Hyundai Kona N gut. Dreieckige Bremsleuchte wie beim i30 N.

Auch am Heck bekommt der Kona N einige Sportzutaten. Ein in der Mitte geteilter Spoiler an der Dachkante sorgt für mehr Abtrieb, darin integriert ist die dreieckige dritte Bremsleuchte, die wir vom i30 N kennen. In der neuen Schürze mit breitem Diffusor sind zwei große Endrohre eingelassen. Abgesetzt ist das Ganze wieder durch einen roten Zierstreifen. Anders als beim regulären Kona sind Schürzen, Radläufe und Schweller in Wagenfarbe lackiert. Dazu gibt es spezielle 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, hinter denen rote Bremssättel hervorlugen. Eigens für den Kona N hat Hyundai außerdem die neue Lackfarbe namens "Sonic Blue" angemischt.
Abmessungen:
● Länge: 4215 mm (+ 10 mm)
● Breite: 1800 mm
● Höhe: 1565 mm
● Radstand: 2600 mm
● Leergewicht: 1510 kg
● Kofferraumvolumen: 361 Liter

Unterm Blech ein Hyundai i30 N

Der Motor des Kona N stammt vom i30 N Performance. Auch im SUV leistet er unverändert 280 PS und 392 Nm Drehmoment und treibt die Vorderräder an. Die Höchstgeschwindigkeit des Kona N liegt bei 240 km/h. Die nasse Achtgang-Doppelkupplung – im i30 N eine Option – ist hier Serie, eine Handschaltung sei nicht in Planung. Das DKG hat drei verschiedene Schaltmodi, die teilweise selbständig aktiviert werden. Bei Kickdown wird beim Schalten automatisch das Drehmoment überhöht, was im besten Fall zu einer 0-100-Beschleunigung von 5,5 Sekunden führen soll. Zudem soll das Getriebe automatisch erkennen, ob gerade auf einer Rennstrecke gefahren wird und die Schaltcharakteristik entsprechend anpassen. Per Knopfdruck kann man außerdem Motor und Getriebe für 20 Sekunden scharf stellen, um etwa schneller überholen zu können. Im manuellen Modus schaltet das Getriebe laut Hyundai auch am Begrenzer nicht hoch. Um die Fuhre wieder einzufangen, sind Bremsen mit größeren Scheiben und Sportbelägen an Bord.
Hyundai Kona N
Die Doppelkupplung ist auch im i30 N zu haben und kann selbständig in verschiedene Modi wechseln.

Auch in Sachen Querdynamik hat sich etwas getan. Die Lenkung ist einstellbar und wurde direkter abgestimmt. Dank zusätzlicher Schweißpunkte wurde die Karosserie versteift. Auf den 19-Zoll-Leichtmetallfelgen sind Pirelli P-Zeros in den Dimensionen 235/40 aufgezogen. Zu guter Letzt hat Hyundai dem Kona N ein elektronisches Sperrdifferenzial spendiert. Wie beim i30 N wird es auch für den Sport-Kona wieder eine Reihe an Performance-orientierten Upgrades geben.

Head-up-Display mit Performance-Anzeigen

Den Innenraum hat Hyundai ebenfalls überarbeitet. Sportsitze mit Alcantara und blauen Ziernähten, Alu-Pedale und diverse N-Logos sorgen für eine sportliche Atmosphäre. Am Lenkrad sitzen die bekannten blauen Tasten, auf denen individuelle Fahrmodi hinterlegt werden können. Serienmäßig besitzt der Kona N ein 10,25 Zoll großes Digitalcockpit mit N-spezifischen Anzeigen. Als erstes N-Modell findet sich im Kona außerdem ein spezielles Head-up-Display. In den Fahrmodi "Sport" und "N" werden hier performance-orientierte Fahrdaten wie Geschwindigkeit, Drehzahl, Ladedruck oder die Schaltpunkte angezeigt. Es wird allerdings nicht direkt in die Windschutzscheibe, sondern auf eine kleine Plastikscheibe projiziert.
Hyundai Kona N
Ein Digitalcockpit ist Serie. Dahinter sitzt die Scheibe fürs HUD, das Performance-orientierte Fahrinformationen anzeigt.

So fährt sich der Hyundai Kona N

AUTO BILD ist bereits einen noch getarnten Prototyp des Kona N gefahren. Der überarbeitete Turbo-Vierzylinder mit zwei Liter Hubraum spricht besser an, entfaltet seine Leistung breiter über die Schaltstufen. Natürlich trägt auch die Achtgang-Doppelkupplung stark zum agileren Eindruck bei, denn mit zwei Gängen mehr und der damit engeren Abstufung lässt sich das optimale Band effizienter einsetzen. Zudem hat Hyundai das Ansprechverhalten des Turboladers verbessert. Während die längere Leistungsausbeute vor allem im hohen Geschwindigkeitsbereich dafür sorgt, dass dem Motor obenrum nicht – wie in alten Tests des i30 N oft bemängelt – so schnell die Puste ausgeht, kommt der responsivere Turbo vor allem den Zwischenspurtwerten zugute.
Hyundai Kona N
Trotz des höheren Aufbaus und etwas kürzerem Radstand vermissen wir kaum querdynamisches Fahrtalent.

Interessant: Die Hinterachse verliert tendenziell schneller die Contenance, als die Vorderachse ins Untersteuern abschmieren könnte. Das deutet für uns darauf hin, dass der Kona N auch bei trockenen Bedingungen mit einem eher locker sitzenden Heck für Fahrfreude sorgt. Die Lenkung macht auf uns einen etwas zu leichtgängigen Ersteindruck; an Lenkpräzision und -übersetzung haben wir bisher nichts auszusetzen.
Hinweis
Hyundai Kona im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt
Mit reinem Vorderradantrieb spielt der Kona N das klassische Hot-Hatch-Thema bis zum Ende durch, ein schwerer Allrad hätte Fahrdynamik und damit Fahrspaß gekostet – und der ist Hyundai wichtig. So funktioniert die Launch Control nicht nur im Experten-Modus, sondern auch mit Sport-ESP. Hier kommen vielleicht nicht immer perfekte Werte raus, weil die Elektronik ab und an Leistung wegregelt. Aber dafür kommt auch der Durchschnittsfahrer, der sich nicht sofort traut, das ESP auszuschalten, in deren Genuss. Unser Ersteindruck: gelungen!

Fazit

Mit dem Kona N will Hyundai seine spaßig-sportliche N-Philosophie in die Klasse der Kompakt-SUVs überführen. Dass die Richtung stimmt, haben wir in einer ersten Fahrt mit dem Prototyp schon gesehen. Jetzt sind wir auf den ersten harten Test gespannt!