Saisonkennzeichen

Saisonkennzeichen

— 30.04.2014

So funktioniert das Sommer-Kennzeichen

Im Frühling fahren viele Cabrios, Young- und Oldtimer aus ihren Garagen.
AUTO BILD sagt, was die kleinen Zahlen in den Nummernschildern bedeuten.

Ob Cabrio mit Stoffdach oder Youngtimer, Wohnmobil oder Motorrad – manche Fahrzeuge überwintern am besten in der Garage. Wenn Sie so ein Schätzchen besitzen und es niemals im Winter fahren wollen, sollten Sie es mit Saisonkennzeichen zulassen. Damit sparen Sie Zeit und Geld.

Wie funktioniert ein Saisonkennzeichen? Ein Auto mit Saisonkennzeichen darf nur in dem Zeitraum auf die Straße, für den es zugelassen ist. Die Saison erkennen Sie an den Ziffern, die am rechten Rand des Kfz-Kennzeichens übereinander stehen. Oben vier und unten zehn heißt: angemeldet von April bis Oktober.

Seit wann gibt es das Saisonkennzeichen? Seit dem 1. März 1997.

Wann genau ist Saison? Wann und so lange, wie der Halter will. Wenigstens zwei Monate Zulassungszeitraum müssen sein, maximal sind elf Monate drin. Der Zeitraum wird im Fahrzeugschein, in der Versicherungskarte und auf dem/den Kennzeichen vermerkt.  

Was passiert mit dem Auto in der restlichen Zeit? Es steht in der Garage oder auf Privatgrund, in einem sogenannten 'befriedeten Bereich', es darf nicht auf der Straße parken. Ein Verstoß kostet 40 Euro Bußgeld, Punkte in Flensburg und teures Abschleppen.

Darf ich mit meinem Auto außerhalb des Zulassungszeitraums zum TÜV fahren? Nein. Liegt der Termin für die Hauptuntersuchung außerhalb der Saison, muss ein Fahrzeug mit Saisonkennzeichen im ersten Monat nach der Betriebspause zur HU. Passiert bei einer Fahrt mit abgelaufenen Kennzeichen ein Unfall, braucht die Versicherung nicht zu zahlen. Der Besitzer haftet dann mit seinem gesamten Vermögen.

Saisonkennzeichen von vier bis zwölf: Das Auto darf erst ab April zum TÜV, auch wenn der Termin früher fällig wäre.

Was kostet die Zulassung mit Saisonkennzeichen? Meldet ein Halter sein Auto regelmäßig im Frühjahr an und im Herbst wieder ab, kostet ihn das Jahr für Jahr 17 Euro. Nimmt er dagegen ein Saisonkennzeichen, kostet ihn die Anmeldung zum Beispiel in Hamburg einmalig rund 27 Euro. Weitere Vorteile: Die Rennerei zum Amt entfällt, die Schilder können auch in der Betriebspause am Fahrzeug bleiben.

Sind Wunschkennzeichen möglich? Ja, Saisonkennzeichen werden auch als Wunschkennzeichen vergeben. Einfach mit der Zulassungsstelle Kontakt aufnehmen.

Hat der Halter beim Saisonkennzeichen Vorteile bei Steuer und Versicherung? In der Regel nicht. In beiden Fällen zahlt man nur für den Betriebszeitraum. Es gibt inzwischen aber auch Versicherungen, die für Saisonkennzeichen einen Rabatt auf die Prämie bieten. Sie sollten die üblichen Rabattmerkmale wie Garage, Allein- und/oder Wenigfahrer in die Verhandlung einfließen lassen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, das Saisonkennzeichen für mehr als sechs Monate zu beantragen. Viele Versicherungen belohnen das mit einer besseren Einstufung bei der Schadenfreiheit.

Ist ein Kurzzeit-Versicherungstarif immer der günstigste? Nicht unbedingt! Lassen Sie sich auf jeden Fall alle Alternativen vor dem Abschluss durchrechnen. Beziehen Sie in die Kostenrechnung auch den Aufwand für einen Stellplatz mit ein. Oft lohnt sich das Saisonkennzeichen nur, wenn ein entsprechender Stellplatz schon vorhanden ist.

Welche Vorteile hat ein Saisonkennzeichen gegenüber dem An- und Abmelden noch? Haftpflicht und Kasko laufen auch in der Betriebspause weiter. Wird das Fahrzeug gestohlen, zahlt die Versicherung. Das Gleiche gilt z.B. bei einem Brand. Bei der Abmeldung endet die Kasko, sie zahlt dann weder bei Diebstahl noch bei Beschädigung. Die Haftpflicht läuft als sogenannte Ruheversicherung ein Jahr ohne Prämie weiter.

Wie ändert man den Nutzungszeitraum? Um die Zeit, in der das Fahrzeug auf die Straße darf, zu ändern, braucht man eine neue Versicherungsbestätigung und neue Kennzeichen.

Gibt es eine Alternative zum Saisonkennzeichen? Wer zum Saisonende auf ein Winterauto umsteigt, für den könnte sich das Wechselkennzeichen lohnen. So lassen sich übers Jahr zwei Fahrzeuge betreiben, allerdings ausschließlich im Wechsel.
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Kfz-Kennzeichen



Stefan Szych

Stefan Szych

Fazit

Wer ein Auto mit Saisonkennzeichen fährt, kann nicht nur die Lauferei fürs Ab- und Anmelden, sondern auch Geld bei der Versicherung sparen. Ein Versicherungs-Vergleichsrechner findet Policen, bei denen die Prämie für Autos mit Saisonkennzeichen fast zehn Prozent günstiger ist als bei normalen Versicherungsverträgen.

Autoren: Stefan Szych,

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