VW Tiguan, Seat Ateca, Skoda Kodiaq: Kaufberatung

VW Tiguan Skoa Kodiaq Seat Ateca

VW Tiguan, Seat Ateca, Skoda Kodiaq: Kaufberatung

— 26.10.2016

Es muss nicht immer Tiguan sein

VW macht seinem Bestseller-SUV Tiguan künftig mit zwei spannenden Schwestermodellen Konkurrenz: Seat Ateca und Skoda Kodiaq haben viel zu bieten. Die Kaufberatung.

Wer im VW-Konzern Kompakt-SUV sagt, meint bisher immer Tiguan. Der Hochsitz ist bei den Kunden beliebt, fuhr im August 2016 als erstes SUV überhaupt auf Platz zwei der deutschen Zulassungsstatistik. Läuft also. Umso erstaunlicher, dass sich Volkswagen im eigenen Haus gerade mächtig Konkurrenz macht. Von unten drängt der Seat Ateca ins Tiguan-Gehege. Mit einer Länge von 4,36 Metern eine Handbreit kürzer und mit einem Einstiegspreis von 19.990 Euro deutlich günstiger. Und als smarte Alternative rollt sich grade der Skoda Kodiaq warm. Er basiert auf der gleichen Plattform wie Ateca und Tiguan, fällt mit einer Länge von 4,70 Metern allerdings deutlich größer aus – ohne beim Preis abzuheben. Denn der Tscheche wird bei rund 26.000 Euro starten – also auf dem Niveau des kleineren Tiguan. Spannende Frage also: Muss es immer Tiguan sein?

Der Seat Ateca dampft den Respektabstand zu VW ein

Video: Kommentar Seat Ateca (2016)

SUV von Seat

Klare Antwort: nein! Schon der Kleinste im Vergleich erfüllt die meisten Bedürfnisse. Kein Wunder, füllt er doch die Lücke, die der beim jüngsten Modellwechsel gewachsene VW Tiguan hinterlassen hat. Platzangebot und Kofferraum jedenfalls liegen exakt auf dem Niveau des alten Tiguan. Im Fond sitzen zumindest zwei Erwachsene erstaunlich bequem, der Kofferraum schluckt 485 Liter – also einen großen Koffer mehr als ein normaler Kompakter. In Reihe eins unterscheidet sich der Seat zudem deutlich weniger von den Wolfsburgern, als es bisher der Fall war. Materialien, Verarbeitung und technische Lösungen zeigen, dass es kaum mehr einen Respektabstand zu VW gibt – allerdings nur gegen Aufpreis. Denn der günstige Einstiegspreis des Ateca von 19.990 Euro ist nur die halbe Wahrheit. Sobald der Käufer das große Navigationssystem, LED-Scheinwerfer oder andere Annehmlichkeiten bestellen will, muss es schon die mittlere Ausstattungsvariante "Style" sein. Aufpreis: gut 3000 Euro. Darin enthalten sind Nettigkeiten wie eine Klimaautomatik, Leichtmetallräder und ein Radio. Außerdem schränkt Seat das Motorenprogramm künstlich ein. Momentan sind zwei Benziner mit 115 und 150 PS sowie drei Diesel mit einer Leistung von 115, 150 und 190 PS erhältlich.
Überblick Alle News und Tests zum Seat Ateca, VW Tiguan und Skoda Kodiaq

Der VW Tiguan soll es allen recht machen

Video: VW Tiguan (2016)

So gut ist der neue Tiguan

Womit wir beim Tiguan wären, der goldenen Mitte im SUV-Programm des Volkswagen-Konzerns. Der ist nämlich mit der kompletten Bandbreite an Motoren erhältlich, die für die MQB ("Modularer Querbaukasten") genannte Plattform passen. Bei den Benzinern kann zusätzlich ein 1,8-Liter-Benziner mit 180 PS sowie der aus dem Golf GTI stammende Zweiliter mit 220 PS geordert werden. Zudem ist der aus dem Passat bekannte Biturbo-Diesel mit 240 PS im Angebot. Auch wenn die stärkeren Motorisierungen bei den meisten Käufern nur eine Nebenrolle spielen: Das Angebot zeigt, dass es VW mit dem Tiguan allen recht machen will. Was auf den ersten Blick deutlich wird: Wo sich Seat spürbar um ein sportliches Design bemüht hat, stellen die Wolfsburger so eine Art Golf als SUV auf die Räder. Gefällt den meisten und eckt bei niemandem ernsthaft an. Für den deutlichen Aufpreis gegenüber dem spanischen Bruder gibt es bei VW auch spürbar mehr Auto. Im Cockpit greift VW auf etwas mehr Technik zurück, bietet im Tiguan zum Beispiel digitale Instrumente zum Aufpreis von 510 Euro oder ein Head-up-Display (565 Euro) an. Sonst ähneln Bedienung und Qualität dem Seat. Überraschend ist der hohe Hartplastik-Anteil im VW – im unteren Armaturenbereich passen hier Preis und Material nur schwer zusammen. Immerhin gibt es deutlich mehr Platz als im Seat. Auf der verschiebbaren Rückbank sitzen vor allem Erwachsene entspannter, sowohl für Knie als auch für den Kopf bleibt mehr Raum. Und auch der Kofferraum fasst mit einem Volumen von 615 Litern deutlich mehr Gepäck.

Beim Skoda Kodiaq trauen sich auch Erwachsene in Reihe drei

Video: Sitzprobe Skoda Kodiaq (2016)

Erste Sitzprobe im Kodiaq

Alles nichts im Vergleich zum neuen Skoda Kodiaq. Wie von den Tschechen gewohnt, kommen die zusätzlichen Zentimeter gegenüber der Wolfsburger Basis voll den Passagieren zugute. Egal ob in Reihe zwei oder in der optionalen dritten Sitzreihe: Der Skoda bietet fast schon verschwenderisch viel Platz. Sogar Erwachsene dürfen sich anders als bei vielen Konkurrenten in die dritte Reihe trauen. Wird sie nicht genutzt, passen mindestens 720 Liter in den Kofferraum. Bei komplett umgelegter Rückbank fasst der große Skoda sogar bis zu 2065 Liter. Zum Vergleich: Selbst der eine gute Handbreit längere VW Touareg schluckt gerade mal bis zu 1642 Liter – das sind zwei große Koffer weniger. Übrigens gar nicht so weit hergeholt, der Vergleich mit dem Luxus-SUV aus Wolfsburg. Denn was Skoda im Innenraum des Kodiaq angerichtet hat, steht den konzerninternen Konkurrenten in nichts nach – und sieht sogar viel besser aus als beim Tiguan: weiche Kunststoffe, edle Chromrahmen um Instrumente und Lüftungsdüsen sowie jede Menge Klavierlack. Dazu passt der neue Touchscreen in der Mittelkonsole, der fein entspiegelt an ein iPad erinnert – das hat nicht einmal der VW. Mehr fürs gleiche Geld: Gut möglich, dass es künftig Kodiaq heißt, wenn ein kompaktes SUV aus dem VW-Konzern gemeint ist.

Weitere Details zum der Seat Ateca, VW Tiguan und Skoda Kodiaq finden Sie in der Bildergalerie.

VW Tiguan, Seat Ateca, Skoda Kodiaq: Kaufberatung

VW Tiguan Skoa Kodiaq
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Schlaue Strategie – oder Eigentor? Ich bin gespannt, ob der Plan von Volkswagen bei den kompakten SUVs aufgeht. Wer den alten Tiguan mochte, ist mit dem günstigen Seat Ateca gut beraten. Wer mehr Platz will, greift einfach zum riesigen Skoda Kodiaq, der nicht einmal Aufpreis zum VW kostet. Dem Tiguan bleibt sein guter Name.

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