Alpina XB7 trifft auf drei Auto-Ikonen

Alpina XB7, VW T3, Mercedes G-Klasse, Porsche 911: Test, SUV

Bulli, G-Klasse und Elfer – der Alpina XB7 trifft auf drei Auto-Ikonen

Der ultimative Alpina XB7 will Platz bieten wie ein VW Bus, wühlen wie die G-Klasse und rennen wie der 911. Schlägt er die Originale? Ein Vergleich!
Früher war alles klar geregelt. Wer in den 80er-Jahren viel Platz brauchte, griff zum VW Bus. Für höchste Geländeansprüche stand das Mercedes G-Modell, und auf der linken Spur der Autobahn warst du im 911er der King. Heute gibt es den Alpina XB7. Das 5,15 Meter lange Fullsize-SUV bietet Platz für bis zu sieben Personen, rennt bis zu 290 Sachen und soll dank Verstellfahrwerk und Allrad auch im Gelände nicht so schnell schlapp machen. In Blech gepresstes Selbstbewusstsein mit 4,4-Liter-V8, 621 PS und dem Schub aus 800 Newtonmetern.

Der VW T3 erfüllt den Traum von individueller Mobilität

Individualist: Mit dem Um- und Ausbau eines T3 haben sich viele einen Traum erfüllt. Der XB7 ist, wie er ist.

©Tom Salt / AUTO BILD

Ein von der Edelmanufaktur Alpina auf die Spitze raffinierter BMW X7, der Maßstäbe setzt. Okay, am Rande von Klima-Demos sollte dieser Dinosaurier vielleicht nicht geparkt werden, aber immerhin ist er drei Autos in einem und damit doch auch irgendwie fortschrittlich. Höchste Zeit also für eine Gegenüberstellung mit den Ikonen ihrer Zunft. Wenn es etwas mehr Raum sein soll, wird in Deutschland seit Generationen zum Bulli gegriffen. Einer der beliebtesten ist der T3. Ein Multitalent, das es in zahlreichen Ausbauvarianten für alle Zwecke gab. Die beliebteste ist heute der Camper mit Aufstelldach. Neben den Branchengrößen wie Westfalia versuchten sich über die vergangenen Jahrzehnte unzählige private Bastler am Aufbau ihres perfekten Bulli. Der T3 ist ein rollendes Starterkit, auf dem jeder seinen eigenen Traum von individueller Mobilität kreieren kann. Ein rechteckiges Mandala zum Ausmalen, ein Tobezimmer für Blechschere und Laubsäge. Die Resultate sind immer rustikal, fast immer aber auch gemütlich.

Die Fahrleistungen des Alpina sind ganz nah am Fliegen

Alpina XB7 (2020): Test - BMW - Motor - SUV - Preis - Info

Wir waren mit dem 290 km/h schnellen Alpina XB7 auf der Rennstrecke

Auf jeden Fall auch gemütlich, wenn auch eher mit dem kühlen Charme einer Businesslounge, ist der XB7. In drei Reihen gegliedert finden Mitfahrer hier alles, was das Autofahren heute versüßt. Drückt sich beim Beschleunigen der Hinterkopf in das weiche Kopfkissen des Einzelsitzes, gibt es nur noch zwei Fragen: Warum sind so viele Autos auf dem Rollfeld. Und wann heben wir endlich ab?! Selten war Autofahren so dicht am Fliegen. Ein Gefühl, das T3-Piloten so nicht kennen. Sie sind froh, wenn sie mit 100 Sachen dahindieseln und der 1,6-Liter einfach nur hält. Das Aggregat stammt noch aus dem Golf I und bekundet seinen Alltagsstress mit häufigen Totalausfällen. Der Geräuschpegel ist so hoch, dass alle, die vielleicht keinen Bernhardiner als Dämmmatte haben, besser per Textnachricht kommunizieren, als sich anzubrüllen. Schließt sich aber abends die Schiebetür mit einem lauten Rumms, und die Dämmerung bricht über dem Aufstelldach herein, sind alle wieder versöhnt.
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Romantik, die dem Alpina abgeht. Schließlich eignen sich gerade die späten Abendstunden zum Abgehen. Und zum Porschefahrer-Ärgern. Lädt der Biturbo-V8 durch, schießt der 2,7-Tonnen-Koloss in wahnwitzigen 4,2 Sekunden auf 100. So schnell hat die 911er-Besatzung nicht mal die knorpeligen Gänge sortiert. Klappt es doch, sind mit dem 204-PS-Boxer von 1981 auch nur 6,6 Sekunden drin. Damals sensationell, heute völlig normal.

Einen 911 kann der XB7 in Sachen Faszination kaum schlagen

Kein Vergleich: Natürlich ist der Alpina schneller, der Porsche 911 bleibt als Ikone allerdings unerreicht.

©Tom Salt / AUTO BILD

Leider überhaupt nicht mehr normal ist die geradezu innige Verbindung, wie sie sich noch im Elfer zwischen Fahrer und Maschine einstellt. Könnte ein Auto sprechen, wäre es der Porsche. Jeder Handgriff funktioniert hart, mechanisch und direkt. Keine Filter, keine Spielereien. Ein unverwechselbarer Klassiker, den man nie mehr loslassen möchte und sollte. Und in Sachen Akustik hat selbst der Alpina-V8 dem luftgekühlten Boxer nicht viel entgegenzusetzen. Eher schon dem Mercedes G-Modell. 1979 vorrangig für militärische Zwecke als reines Nutzfahrzeug vorgestellt, mauserte sich der kastige Mercedes bis zu seinem Produktionsende 2018 zum Luxusgeländegänger. Allerdings ohne sich jemals zum SUV zu verwässern. Unser 1990er 300 GD, intern W 463, machte den ersten Schritt von der Schlammgrube in die Kieseinfahrt. Ein Cockpit wie aus dem 124er. Zebranoholz, lackierte Lampeneinfassungen und eine bessere Geräuschdämmung sollten für Pkw-Ambiente sorgen.

Im Gelände zeigt die G-Klasse dem Alpina die Grenzen auf

Auf der Straße ist die G-Klasse dem Alpina unterlegen, ihre Sternstunde schlägt im Gelände.

©Tom Salt / AUTO BILD

Doch wer vom hohen G-Thron durch die steile Scheibe auf die SUV-Dächer herunterschaut, merkt sofort, dass er es hier mit einem echten Offroader zu tun hat. Mit Leiterrahmen, Untersetzungsgetriebe und Differenzialsperren hält den G nichts auf. Zum Glück, denn mit dem 113-PS-Saugdiesel mit Vierstufenautomatik dauert es laaange, um in Schwung zu kommen. Während der XB7 in 26,7 Sekunden auf 250 donnert, hat der gemütliche Benz dann noch nicht mal Tempo 100 erreicht. Dafür rumpelt der alte Klotz noch wacker über Stock und Stein, wenn sich der Bayer schon seine wunden 23-Zöller leckt. Die Wahrheit des Alpina ist, dass er weder Schlepper noch Heizer oder Kraxler ist. Er ist ein Genießer. Wenn er fast lautlos bei Leerlaufdrehzahl die Landstraße dahinschlenzt und sein feinfühliges Luftfahrwerk ihn über alles hinwegschweben lässt, gelingt es uns sogar, kurz den Preis zu vergessen. 155.200 Euro. Ohne Extras. Die drei Klassiker gibt es schon für rund 100.000 Euro. Alle zusammen wohlgemerkt und mit Wertsteigerung. Einiges war früher vielleicht doch besser.

Alpina XB7 trifft auf drei Auto-Ikonen

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Fotos: Tom Salt / AUTO BILD

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SUV Allradantrieb

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