Das kann ja kein Zufall sein: Der Tesla hat eine drei im Namen, der BMW eine vier und der Nio eine fünf. Ist damit vielleicht schon die Reihenfolge für den Vergleich vorgegeben? Wir werden sehen. Zum Dreikampf treten an: Tesla Model 3 Performance mit 534 PS, BMW i4 M50 mit 544 PS und Nio ET5 mit 490 PS.

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Nio ist – wie Aiways, BYD, Great Wall (mit der Marke Ora) und Lynk & Co – einer der chinesischen Hersteller, die gerade auf dem deutschen Markt starten. Das erst 2014 gegründete Start-up aus Shanghai gilt so ein bisschen als das chinesische Tesla. Der ET5 ist nach der Fünf-Meter-Limousine ET7 und dem ähnlich großen SUV EL7 das dritte Auto von Nio bei uns.
Nio ET5 (100 kWh)
Strömungsgünstig gestaltet: Der Nio ET5 setzt auf einen glatten Look und ähnelt damit dem Vorbild Tesla.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Mit einer Front im glatten Tesla-Stil, sehr schmalen Scheinwerfern, bündigen Türgriffen, rahmenlosen Scheiben und großem Panoramadach. Ein Stilmittel bei Nio sind die auffälligen Sensoren über der Frontscheibe, mit dem großen Lidar in der Mitte. 
Das Model 3 vom Vorbild Tesla ist bei uns seit 2019 unterwegs. Mit besonders tief heruntergezogener Front, sehr großer Frontscheibe, ebenfalls bündigen Türgriffen, Panoramadach und rahmenlosen Scheiben. Glatt und schnörkellos.

BMW bleibt bei der großen Doppel-Niere

Während man Tesla und Nio die ausgeprägte Aerodynamik ansieht, fährt der seit 2021 gebaute BMW i4 auf einer anderen Linie. Die große Doppel-Niere steht traditionell aufrecht, der i4 wirkt mit dem sanft auslaufenden Dach fein geschliffen und elegant, eher klassisch. Aber klar, rahmenlose Scheiben und versenkte Türgriffe kennt er ebenfalls.
BMW i4 M50
Eher konventionelles Design: Auch beim BMW i4 steht die markentypische Niere aufrecht im Fahrtwind.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Und auch das Interieur ist vergleichsweise konventionell gestaltet. Mit dem großen, sanft gebogenen Curved Display und der Mittelkonsole mit klassischem Wählhebel sowie iDrive-Controller. Damit lässt sich die komplizierter gewordene achte iDrive-Generation ganz gut steuern, und zur Sicherheit gibt es ja noch den klugen, auch in Umgangssprache erfahrenen Sprachassistenten.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart vorn 
Synchronelektromotor 
Asynchronelektromotor 
Induktionselektromotor 
Leistung vorn 
190 kW (258 PS) 
150 kW (204 PS) 
158 kW (215 PS) 
Motor Bauart hinten 
Synchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
Leistung hinten 
230 kW (313 PS) 
210 kW (286 PS) 
235 kW (320 PS) 
max. Drehmoment vorn/hinten/gesamt 
365/430/795 Nm 
280/420/700 Nm 
240/420/660 Nm 
Spitzenleistung gesamt 
400 kW (544 PS) 
360 kW (490 PS) 
393 kW (534 PS) 
Dauerleistung 
125 kW (170 PS) 
100 kW (136 PS) 
155 kW (211 PS) 
Vmax
225 km/h 
200 km/h 
261 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Allradradantrieb 
Allradradantrieb 
Allradradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
255/35–285/30 R 20 Y 
245/40 R 20 W 
235/35 R 20 Y 
Reifentyp 
Pirelli P Zero Elect 
Pirelli P Zero Elect 
Pirelli P Zero Elect 
Radgröße 
8,5–10 x 20" 
k. A. 
9 x 20" 
Reichweite* 
429 km 
540 km 
547 km 
Verbrauch* 
21,9 kWh/100 km 
20,4 kWh/100 km 
16,5 kWh/100 km 
Ladeanschluss 
hinten rechts 
hinten links 
hinten links 
Batteriekapazität 
80,7 kWh 
100 kWh 
ca. 80 kWh 
Ladeleistung AC/DC 
bis 11/205 kW 
bis 11/125 kW 
bis 11/250 kW 
Vorbeifahrgeräusch 
66 dB(A) 
65 dB(A) 
70 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1600/750 kg 
1400/750 kg 
–/–*** 
Stützlast 
75 kg 
75 kg 
–*** 
Kofferraumvolumen 
470-1290 l 
386 l 
561 l + 88 l vorn 
Länge/Breite/Höhe 
4783/1852–2073**/1448 mm 
4790/1960–2178**/1499 mm 
4694/1850–2088**/1443 mm 
Radstand 
2856 mm 
2888 mm 
2875 mm 
Grundpreis (vor Förderung)
71.100 Euro
68.500 Euro (inkl. Batterie)
58.560 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
77.970 Euro
71.600 Euro
58.560 Euro

Vorn sind die Platzverhältnisse angenehm, man sitzt im Vergleich noch am tiefsten, auf sehr gut ausgeformten, straffen Sitzen (M-Sportsitze 990 Euro). Hinten ist es weniger gemütlich, sondern verdammt eng. Man hockt flach über dem Boden, Größere müssen den Kopf einziehen.
Gebrauchtwagensuche: BMW i4
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4.900 km
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Mit Abstand den meisten Platz im Fond bietet der Nio ET5 – er ist vor allem breiter als die beiden anderen. Übermäßig bequem sitzt man trotzdem nicht, sondern ähnlich flach wie im BMW und mit ähnlich eingeschränkter Kopffreiheit. Vorn ist man dagegen ziemlich hoch untergebracht, nicht optimal. Die Sitze (aus dem Comfort-Package für 1500 Euro) ähneln denen im Tesla, bieten aber etwas mehr Struktur und mehr Seitenhalt.
Apropos, das Vorbild bei der Interieur-Gestaltung ist klar erkennbar, ähnlich wie im Model 3 wird auch im Nio (fast) alles und jedes über den Touchscreen in der Mitte gesteuert, Aufbau und Optik ähneln sich sehr. Doch anders als bei Tesla gibt es ein zusätzliches Display für den Fahrer mit vielen Infos – sehr verdienstvoll.

Nio-Sprachassistenz hat ein Gesicht

Und Nomi, die Sprachassistentin – gegen 600 Euro mit freundlich blinkerndem Display-Gesicht in einer Kugel auf dem Armaturenbrett – zeigt sich gegenüber früheren Testwagen deutlich verbessert, wacher und schlauer. Auf die Frage nach dem Wetter in Hamburg etwa empfahl sie, einen Regenschirm mitzunehmen.
Nio ET5 (100 kWh)
Aufrpeispflichtig: Die Kugel mit dem Kulleraugen-Display für Nomi, die Sprachassistentin, kostet 600 Euro extra.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Im Tesla konzentriert sich die wirklich komplette Bedienung im Touchscreen. Na gut, die beiden Scroll-Tasten im und die beiden Hebel am Lenkrad kommen noch dazu. Am Anfang ungewohnt, aber hat man dann mal verinnerlicht, dass selbst Handschuhfach, Scheibenwischer und so weiter hier betätigt werden, kein Problem.

Viel Spielereien im Tesla Model 3

Nachteil: Da eben auch das Tempo im Bildschirm angezeigt wird – klein und digital oben links in der Ecke –, ist der Blick häufig abgelenkt. Sehr gut dafür die Sprachbedienung, die schnell reagiert und viele Funktionen kennt. Und große Klasse natürlich immer noch das Unterhaltungsprogramm: Netflix, Furzkissen, jede Menge Apps – alles da, Spiel und Spaß sind garantiert.
Tesla Model 3 Performance
Weckt das Spielkind: Das Entertainmentprogramm des Tesla ist außergewöhnlich. Und ein ordentliches Auto ist das Model 3 auch.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Zumal man die Geräusche jeglicher Art auch nach außen abspielen kann ... Allerdings: Apple CarPlay und Android Auto gibt es bei Tesla traditionell nicht – genauso wenig wie bei Nio. Das gibt Abzüge in der Punktwertung für beide.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
1,8 s 
1,7 s 
1,7 s 
0–100 km/h 
3,8 s 
3,8 s 
3,6 s 
0–130 km/h 
5,7 s 
6,1 s 
5,7 s 
0–160 km/h 
8,3 s 
9,7 s 
8,7 s 
0–180 km/h
10,4 s
13,2 s
11,3 s
0-200 km/h
13,1 s
17,9 s
14,9 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
1,8 s 
1,8 s 
1,6 s 
80–120 km/h 
2,2 s 
2,5 s 
2,1 s 
Leergewicht/Zuladung 
2305/430 kg 
2219/471 kg 
1835/397 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
48/52 % 
49/51 % 
50/50 % 
Wendekreis links/rechts 
12,5/12,5 m 
12,2/12,0 m 
12,0/12,0 m 
Sitzhöhe 
555 mm 
590 mm 
560 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,7 m 
34,7 m 
34,3 m 
aus 100 km/h warm 
33,7 m 
35,6 m 
34,3 m 
Innengräusch
bei 50 km/h
53 dB(A) 
53 dB(A) 
54 dB(A) 
bei 100 km/h 
60 dB(A) 
62 dB(A) 
62 dB(A) 
bei 130 km/h
64 dB(A)
66 dB(A)
67 dB(A)
bei 160 km/h
68 dB(A)
70 dB(A)
71 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
19,4 kWh/100 km 
17,4 kWh/100 km 
14,8 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
23,8 kWh/100 km
(+9 %)
22,7 kWh/100 km
(+8 %)
20,6 kWh/100 km
(+25 %)
Sportverbrauch 
29,1 kWh/100 km 
32,0 kWh/100 km 
27,7 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
0 g/km 
0 g/km 
Reichweite 
358 km 
444 km 
410 km 

Nicht so toll haben uns auch die glatten Sitze vorn gefallen, mit wenig Seitenhalt und wenig Unterstützung für den Rücken. Und im Fond ist das Model 3 ähnlich knapp geschnitten wie der BMW, auch hier ist die Rückbank (zu) tief über dem Boden montiert, nicht sehr bequem.
Platz 3 mit 529 von 800 Punkten: Nio ET5 100 kWh. Hat Platz und – mit dem großen Akku – die größte Reichweite. Es fehlt der Feinschliff.
Platz 2 mit 570 von 800 Punkten: Tesla Model 3 Performance. Beim E-Antrieb macht Tesla niemand etwas vor, handlich, effizient. Günstigster.
Platz 1 mit 572 von 800 Punkten: BMW i4 M50. Kultiviert, hochwertig, fährt souverän und komfortabel. Enger Fond, im Vergleich kleinere Reichweite.
Wie die drei Testkandidaten fahren, wie weit sie kommen und weitere Details zum Test finden Sie in der Bildergalerie.

Bildergalerie

BMW i4 M50 Nio ET5 (100 kWh) Tesla Model 3 Performance
Nio ET5 (100 kWh)
Tesla Model 3 Performance
Galerie "Drei starke Elektrolimousinen im Test" mit 38 Bildern öffnen
Drei starke Elektrolimousinen im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Der Nio feiert einen erstaunlichen Einstieg. Doch Tesla und BMW liegen am Ende deutlich vorn, selbst nur durch eine Winzigkeit getrennt. Der Tesla überzeugt vor allem mit seinem E-Antrieb. Und ist mit Abstand der Preiswerteste. Der BMW fährt sich am angenehmsten, wirkt ausgereift und hochwertig.