Der Irankrieg hat die Spritpreise in die Höhe getrieben: Im Vergleich zum Freitag vor Kriegsbeginn ist der Literpreis für Benzin E10 um 6,1 Cent und für Diesel um 7,0 Cent geklettert. In Berlin zahlt man aktuell 1,84 Euro für Benzin E10 und 1,85 Euro für Diesel (Stand: 3. März, 10.25 Uhr). Wie entwickelt sich der Spritpreis weiter? Dazu sagt Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken (Partner von AUTO BILD): "Das ist schwer sagen, die Entwicklungen werden wahrscheinlich schnell kommen, und wir reden hier über die nächsten Tage. Ich könnte mir weitere fünf bis zehn Cent pro Liter vorstellen."
Wie kann man trotzdem Geld sparen? Vor allem durch den richtigen Zeitpunkt zum Tanken und die richtige Fahrweise. Wer sich vor dem Ansteuern der Zapfsäule informiert, kann bei jedem Tankstopp (bei einer Modellrechnung von 50 getankten Litern Sprit) mehrere Euro sparen. Das summiert sich, vor allem für Vielfahrer. Hier sind elf wertvolle Spartipps für Autofahrer!
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Minutengenauer Spritpreis-Check

So steht der Spritpreis an Tankstellen in der Umgebung!

Preis-Check

1. Tanken Sie zur richtigen Zeit

Um Geld für Kraftstoff zu sparen, sollten Autofahrer zum optimalen Zeitpunkt tanken. Die richtige Zeit zum Tanken ist üblicherweise abends zwischen 20 und 22 Uhr. Weitere günstige Tankzeiten sind 8 bis 10 Uhr morgens sowie mittags von 12 bis 13 Uhr. Auch der Zeitraum von 18 bis 19 Uhr ist empfehlenswert. Keinesfalls sollte man im morgendlichen Berufsverkehr kurz nach 7 Uhr oder in der Nacht die Zapfsäule ansteuern.
Tankstellen-Preise Baden-Württemberg
Aktuell kostet Superbenzin in der Spitze 1,90 Euro/Liter – mit dem richtigen Zeitpunkt beim Tanken kann man hohe Spritpreise an der Tankstelle umfahren.
Bild: dpa
Mancherorts gibt es bis zu sechs Preisspitzen am Tag – insbesondere an den Markentankstellen. An ein und derselben Tankstelle kommt es schon mal zu Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Tag. Innerhalb einer Stadt können es bis zu 22 Cent sein.

2. So spart man beim Tanken dank Internet, Navi oder App

Der wichtigste Rat von Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer des Vergleichsportals Clever Tanken (gehört wie BILD zu Axel Springer): "Behalten Sie die Kraftstoffpreise an häufig genutzten Tankstellen genau im Blick. Über Apps, das Navigationsgerät oder das Internet lassen sich die günstigsten Tankstellen der Umgebung ermitteln. Zudem können Tankstellen in der App von Clever Tanken als Favoriten angelegt werden."

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Hilfe beim Spritsparen gibt es auch bei billig-tanken.de oder beim ADAC sowie in Navigationssystemen oder Apps für Smartphone, Tablet und Apple Watch. Wer sein Smartphone im Auto nutzt – sinnvollerweise über eine Handyhalterung –, der findet die günstigste Zapfsäule auch per Spracheingabe.

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Komplette Liste: Die besten Handyhalterungen fürs Auto

3. Fahren Sie zum Tanken von der Autobahn ab!

Reisende, die an einer Autobahntankstelle haltmachen, müssen meist besonders tief in die Tasche greifen. Der ADAC ermittelte 2025 in einer deutschlandweiten Preisanalyse an über 14.000 Tankstellen einen durchschnittlichen Preisaufschlag von 44 Cent je Liter Super E10 und 43 Cent für Diesel im Vergleich zum übrigen Straßennetz.
Tankstelle
Planung ist alles: Autobahntankstellen mit deutlich höheren Preisen sollten Reisende unbedingt meiden – das spart viel Geld.
Bild: Sven Krieger
Anders ausgedrückt: Zehn Minuten mehr Zeit können beim Volltanken locker 20 Euro einbringen. Das gilt auch für Tankstellen im Umkreis von Autobahnausfahrten, obwohl die Spritpreise hier noch um gut zwei Cent höher liegen als im restlichen Straßennetz abseits der Schnellstraßen. Zwischen einzelnen Wochentagen stellte der ADAC allerdings nur geringe Preisunterschiede fest. (Ist das Bunkern von Sprit erlaubt? Regeln für Reservekanister!)

4. Autogewicht verringern, Reifendruck erhöhen

Je 100 Kilogramm Mehrgewicht im Auto erhöht sich der Verbrauch um einen halben Liter. Grund genug, das Auto von unnützen Dingen zu befreien. Wer noch einen vollwertigen Ersatzreifen (mindestens 20 Kilogramm) im Auto transportiert, sollte diesen durch ein sogenanntes Tirefit-Set mit Mini-Kompressor (gibt es für rund 20 Euro) ersetzen. Auch schwere Taschen oder Koffer, Getränkekisten oder Kindersitze gehören auf Dauer nicht ins Auto.
Wer es auf die Spitze treiben möchte, kann auch die hinteren Kopfstützen der ungenutzten Rückbank, den doppelten Ladeboden oder die Kofferraumabdeckung in der Garage parken. Alles, was nicht benötigt wird: raus damit! Aber: Warndreieck, Warnwesten und Verbandskasten müssen drinbleiben!
Reifendruck
Prüfen Sie alle 14 Tage den Druck in den Reifen. Sie können auch einen etwas höheren Wert wählen als vom Hersteller empfohlen.
Bild: Thomas Ruddies
Auch der richtige Reifendruck spielt beim Verbrauch eine große Rolle. Bereits 0,5 Bar weniger in den Pneus als vom Hersteller empfohlen steigern den Verbrauch um fünf Prozent. Prüfen Sie deshalb rund alle 14 Tage den Druck in den Reifen. Sie können auch einen leicht höheren Druck als vom Hersteller empfohlen wählen. Maximal 0,5 Bar mehr verringern zwar den Fahrkomfort, sparen aber bis zu 0,2 Liter Sprit auf 100 Kilometer.

5. Den Luftwiderstand möglichst reduzieren!

Je windschnittiger ein Fahrzeug ist, desto besser schneidet es beim Verbrauch ab. Wer seine Fahrräder auf dem Dach transportiert, muss mit rund 40 Prozent mehr Verbrauch rechnen. Am Heck fällt der höhere Verbrauch hingegen deutlich geringer aus – um 20 Prozent.
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Wer Fahrrad- und Gepäckträger nicht braucht, sollte sie vom Dach abmontieren. Das verringert Gewicht und Luftwiderstand.
Bild: KAMEI
Wer also gerade nichts auf dem Dach transportieren muss, sollte auch den Träger abmontieren, denn auf 100 Kilometer frisst er zwischen 0,5 und 1 Liter Kraftstoff.

6. Gut gewartete Autos verbrauchen weniger Sprit

Achten Sie auf regelmäßige Wartung und den Einsatz wertiger Schmiermittel wie beispielsweise Leichtlauföl: Optimierte Motoröle (so finden Sie das richtige Öl für Ihr Auto) können bis zu drei Prozent Kraftstoff sparen. Auch die Zündanlage verdient Aufmerksamkeit: Verschleiß der Zündanlage (Zündkerzen und auch Zündkerzenstecker) und falsche Motoreinstellung kosten Sprit.
Zudem sollte der Luftfilter in regelmäßigen Abständen kontrolliert und rechtzeitig gewechselt werden. Ein verdreckter Filter reduziert die Motorleistung und lässt den Verbrauch ansteigen. Und letztlich spart auch der Kauf von Leichtlaufreifen Kraftstoff: Jeweils fünf Prozent weniger Rollwiderstand sparen einen Prozent Treibstoff.

7. Wie die richtige Fahrweise beim Spritsparen hilft

Wer sein Auto langsam auf Touren bringt, spart dementsprechend Sprit: Das ist eine Fehlannahme! Sie führt zu höherem Verbrauch. Schalten Sie zum Kraftstoffsparen nach dem Losfahren direkt in den zweiten Gang, beschleunigen Sie das Fahrzeug danach zügig durch, und schalten Sie so früh wie möglich hoch. Vermeiden Sie innerstädtisch allerdings hohe Drehzahlen: In der Stadt reichen meist 2000 Motorumdrehungen aus.
Symbolfoto Tankanzeige
Der Tank ist leer? Beherzigt man ein diese Tipps, dann sind pro Tankfüllung einige Euro Ersparnis drin!
Bild: DPA
Ähnlich verhält es sich auf Landstraße und Autobahn. Hier gilt: je niedriger Drehzahl und Tempo, desto niedriger der Verbrauch. Auch hier lässt sich der Verbrauch durch langsameres Fahren reduzieren. Denn bei hohem Tempo steigt nicht nur der Durst, sondern auch der Luftwiderstand.
Beispiel: Mit 160 km/h auf der Autobahn liegt der Verbrauch um die Hälfte über dem bei Tempo 100. Ein Fahrzeug, das bei 100 km/h 6,5 Liter verbraucht, benötigt bei 160 km/h schon fast 10 Liter Kraftstoff. Wer auf der Landstraße mit 80 km/h unterwegs ist und auf der Autobahn nicht schneller als 120 km/h fährt, kommt minimal später am Ziel an, hat aber am Ende mehr Sprit im Tank als ein Schnellfahrer.
Die runden, roten Temposchilder in Deutschland zeigen die Höchstgeschwindigkeit an und sind keine Pflichtgeschwindigkeit! Niemand muss bei 130 km/h auch wirklich dieses Tempo fahren. Weniger geht immer, mehr allerdings nicht!

Vorausschauend fahren und Benzin sparen

Wer weniger abbremst, muss weniger stark beschleunigen und spart damit Kraftstoff. Ist eine rote Ampel in Sicht: Gang rausnehmen und rollen lassen. Muss nur wenig gebremst werden, reicht oft auch die Motorbremse (nicht auskuppeln, Gang drin lassen und vom Gas gehen). Dank Schubabschaltung verbrauchen moderne Motoren dann kein Benzin. Nebenbei werden auch die Bremsen geschont.
Auch das "Lückenspringen" ist nicht ratsam: Was im Reißverschlussverfahren gewollt ist, lohnt sich bei fließendem Verkehr nicht und kostet bis zu 30 Prozent mehr Kraftstoff.

Sprit und Geld sparen auf Reisen

Die Fahrt regelmäßig zu unterbrechen, ist wichtig, vor allem auf langen Touren. Dennoch kostet jedes neue Anfahren extra Benzin. Daher am besten rechtzeitig festlegen. Auf der Autobahn gilt: Je weniger abrupt der Spurwechsel, desto mehr Vortrieb bleibt erhalten – und der Fuß muss nicht wieder aufs Gas.

8. Wie viel Sprit die Klimaanlage und andere Verbraucher fressen

Ein berüchtigter Spritfresser ist die Klimaanlage, denn sie zapft Bewegungsenergie vom Motor ab. Das steigert den Verbrauch im Stadtverkehr um rund 1,8 Liter auf 100 Kilometer. Auch zugeschaltete elektrische Verbraucher erhöhen den Verbrauch, die Lichtmaschine wird stärker gefordert. So nuckeln auch kleine Verbraucher wie die Heckscheibenheizung an der Benzinleitung. In der Stunde muss man mit rund 0,1 Liter Sprit rechnen.

9. Schalten Sie den Motor öfter mal aus

Wer an einem Bahnübergang länger steht, der sollte nicht nur im Sinne des Umweltschutzes den Motor ausstellen – denn auch im Leerlauf verbraucht der Motor Sprit – zwischen 0,8 und 1,5 Litern pro Stunde. Gleiches gilt für eine längere Rotphase an einer Ampel. Viele moderne Autos machen das dank Start-Stopp-Automatik automatisch.

10. Vermeiden Sie Kurzstreckenfahrten

Große Spritfresser sind Kurzstrecken. Gleich nach Motorstart liegt der Verbrauch bei bis zu 40 Litern auf 100 Kilometer. Nach einem Kilometer Fahrt sinkt er schon bei 20 Litern. Nach rund vier Kilometern ist der Motor warm, der Verbrauch normalisiert sich. Wer also nur mal eben zum Bäcker um die Ecke will, der sollte das Auto stehen lassen und lieber zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Und nebenher hält das Auto auch länger: Die meisten Kilometerriesen sind Langstreckenautos.

11. Lassen Sie das Auto mal stehen

Zu guter Letzt: Bilden Sie Fahrgemeinschaften, und lassen das eigene Auto nach Möglichkeit stehen. Wer gemeinsam statt einzeln fährt, schont die Umwelt und spart Geld für Kraftstoff inklusive CO2-Preis – das gilt für Fahrer und Mitfahrer. Vielleicht lohnt für Städter der Blick aufs Angebot im öffentlichen Personenverkehr, sprich: Bus und Bahn, die dank Deutschlandticket in vielen Metropolen konkurrenzfähig sind.
Gegen hohe Spritpreise ist nichts zu machen – gegen überhöhten Spritverbrauch schon! Neben dem günstigen Effekt, Geld zu sparen, entlastet ein geringerer Spritverbrauch auch die Umwelt.