Der Winter frisst die Reichweite von Elektroautos. Bei niedrigen Temperaturen unter +10 Grad Celsius fließt weniger Strom aus den Akkus. Wie stark schränkt die Kälte einzelne Modelle ein? Eine Antwort gibt der härteste Reichweiten-Test für E-Autos. Er findet jeden Januar in Norwegen statt, und stets werden die neuesten Elektroauto-Modelle geprüft.
Bei "El Prix", durchgeführt vom Automobilclub NAF (Norwegian Automobile Federation) und dem norwegischen Magazin "Motor.no", geht es von der Hauptstadt Oslo bis in Gebirgslagen knapp unter tausend Meter. Also zumeist aufwärts. Alle Autos fahren am selben Tag dieselbe Route – daher sind die Bedingungen identisch und somit vergleichbar. Vorteil für E-Autos: In Norwegen gilt 100 km/h Tempolimit auf Autobahnen, 80 auf Landstraßen. Beim aktuellen Test fielen die Temperaturen bis minus drei Grad Celsius.
Polestar 3
Das Elektro-SUV Polestar 3 gibt es ab 78.590 Euro, das getestete Topmodell mit Performance-Paket (bis zu 517 PS) kostet ab 92.190 Euro.
Bild: Polestar

Geringster Winter-Einfluss beim Polestar 3

Besonders gut schnitt ein Skandinavier ab: Das Elektro-SUV Polestar 3 der E-Tochter von Volvo/Geely, lag beim Winter-Reichweitentest in Norwegen nur 4,1 Prozent unter der offiziellen Reichweiten-Angabe, die nach der internationalen Prüfnorm WLTP gemessen wird. Die realen Verbrauchs- bzw. Reichweiten-Werte liegen meist darunter, WLTP dient vor allem der Vergleichbarkeit bei Kaufentscheidungen. Das getestete "Performance"-Modell kommt laut WLPT 560 Kilometer weit. Beim Wintertest in Norwegen reichte sein Akku für 537 Kilometer, also ganze 23 km weniger als gemäß Prüfnorm.

So viel Reichweite laden Mittelklasse-E-Autos in 20 Minuten

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Am unteren Ende der Reichweitenskala fährt der chinesische Minibus Voyah Dreamer. Sein winterlicher Reichweitenverlust liegt bei fast 30 Prozent: Statt nach 482 km war der Akku schon bei 340 km leer. Die 5,31 Meter lange Großraumlimousine, die gegenüber dem VW T7 (je nach Ausführung) bis zu 30 cm länger ist, soll demnächst auf dem deutschen Markt starten.
VW ID.7 Pro (77 kWh)
Der VW ID.7 kam im norwegischen Winter-Reichweitentest 434 km weit. Laut WLTP hätte die Energie für 571 km langen müssen. Winterkälte, Geografie und Gegenwind kosteten also 24 Prozent Kapazität.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auch VW ID.7 und Tesla Model 3 blieben weit hinter den Erwartungen: Der Akku vom Tesla war 166 km vorher leer, das entspricht einem Minus von fast einem Viertel (23,6 Prozent). Beim VW ging bereits 137 km vor dem WLTP-Limit der Saft aus, bedeutet: 24 Prozent unter dem Normwert. Von den getesteten Elektroauto-Modellen lagen 16 im Bereich zwischen 14 und 22 Prozent Kapazitätsverlust. Weit mehr als die Hälfte aller Testwagen (14 Modelle) lag unter 20 Prozent Kapazitätsverlust.

Alle E-Autos im Reichweiten-Kältetest in Norwegen 2025

Gewinner und Verlierer im Winter-Reichweitentest 2025

Gewinner und Verlierer im Winter-Reichweitentest 2025
Polestar 3 (LR mit Performance Pack)
560
537
-4,1 %
BYD Tang
530
479
-9,6 %
Mini Countryman
399
358
-10,3 %
Lotus Emeya
500
429
-14,2 %
BYD Sealion 7
502
429
-14,5 %
Kia EV3
590
504
-14,6 %
Mercedes G 580 mit EQ-Technologie
443
378
-14,7 %
Porsche Taycan
592
499
-15,1 %
BYD Seal U
500
418
-16,4 %
Hongqi EHS7
540
450
-16,7%
Nio EL8
503
414
-17,7 %
Smart #3
415
341
-17,8 %
Ford Explorer EV
525
430
-18,1 %
Hyundai Ioniq 5
546
440
-19,4 %
XPeng G6 (AWD Performance)
550
429
-22 %
BMW i5 M60
497
387
-22,1 %
Audi Q6 e-tron
616
477
-22,6 %
Porsche Macan
552
429
-22,3 %
Volvo EX30
472
368
-22,3 %
Tesla Model 3 (LR mit Hinterradantrieb)
702
536
-23,6 %
VW ID.7
571
434
-24 %
Peugeot E-5008
488
353
-27,7 %
Peugeot E-3008
510
364
-28,6 %
Voyah Dream
482
340
-29,5 %
Die getesteten E-Autos schneiden damit besser ab als bei früheren Tests. So verloren beim El Prix 2023 rund drei Viertel der getesteten E-Autos unter winterlichen Bedingungen mehr als 20 Prozent an Reichweite. Das aktuelle Ergebnis zeigt also – neben unerfreulichen Resultaten für einige Hersteller – eine Tendenz zu besseren Akkus. Das erreichen die Hersteller durch bessere Isolierung, Akkuheizungen und Wärmepumpen sowie Fortschritten in der Akkutechnologie.

Welche E-Autos nahmen 2024 in Norwegen teil?

Auch im vergangenen Januar 2024 führten NAF und "Motor.no" ihren Winter-Kältetest durch, mit 23 Elektroauto-Modellen. Die Temperatur während der Testfahrten bewegte sich zwischen minus zwei und plus zehn Grad Celsius. Das Ergebnis: Einige Elektroautos kamen auf Reichweiten-Resultate, die nur ein paar Prozentpunkte unter dem WLTP-Wert lagen. Allen voran der chinesische Crossover HiPhi Z: Er hatte nur 5,9 Prozent weniger Reichweite als beim Normverbrauch.

Winter-Reichweitentest 2024 in Norwegen

Winter-Reichweitentest 2024 in Norwegen
HiPhi Z
555 km
522 km (-5,9 Prozent)
BMW i5 (eDrive 40)
505 km
443,6 km (-12,2 Prozent)
Lotus Eletre
530 km
464,6 km (-12,3 Prozent)
Kia EV9
505 km
441,5 km (-12,5 Prozent)
Xpeng G9
520 km
451,8 km (-13,1 Prozent)
Nio EL6 (ES6)
529 km
456 km (-13,8 Prozent)
Nio ET5
560 km
481,4 km (-14 Prozent)
Mercedes EQE SUV
491 km
399 km (-18,7 Prozent)
Audi Q8 e-tron Sportback
515 km
411,4 km (-20,1 Prozent)
BYD Dolphin
427 km
339,2 km (-20,6 Prozent)
Ford F-150 Lightning
429 km
337,5 km (-21,3 Prozent)
MG4 Trophy Long Range
520 km
399,6 km (-23,2 Prozent)
Hyundai Ioniq 6
614 km
467,8 km (-23,8 Prozent)
Hyundai Kona Electric
454 km
341,3 km (-24,8 Prozent)
Nissan Ariya
498 km
369,4 km (-25,8 Prozent)
Peugeot E-308
409 km
297 km (-27,4 Prozent)
Jeep Avenger
395 km
286 km (-27,6 Prozent)
Opel Astra Electric
413 km
296 km (-28,3 Prozent)
Tesla Model 3
629 km
441 km (-29,9 Prozent)
Polestar 2 Long Range
614 km
430 km (-30 Prozent)
Volvo C40
572 km
395 km (-30,9 Prozent)
Toyota bZ4X
460 km
313,3 km (-31,8 Prozent)
VW ID.7
608 km
414 km (-31,9 Prozent)
Zweitbestes E-Auto im Winter-Reichweitentest 2024 war nach diesen Parametern der BMW i5: Die elektrische Oberklasse kam auf 443 km Reichweite, das sind 12,2 Prozent weniger als laut Norm möglich (505 km). Der dritte Platz ging an das SUV Lotus Eletre, das erste Elektroauto der britischen Sportwagenmarke, die seit 2017 zu Geely gehört. Der Eletre kam auf 464 km, also 12,3 Prozent weniger als laut WLTP-Prüfnorm (530 km).
Tesla Model S P85
Der Tesla Model S schlug sich im Reichweiten-Test bei winterlichen Temperaturen gut.
Bild: Toni Bader

Warum schrumpft die Reichweite von E-Autos im Winter?

Wir kennen das vom Smartphone: Draußen bei winterlichen Temperaturen gibt der Energiespeicher aktuell weit weniger Leistung her und ist viel schneller leer, als wenn 20 oder mehr Grad herrschen. Bei E-Autos ist die Einschränkung nicht ganz so schlimm, denn ihre Akkus sind größer, besser geschützt und bei modernen Modellen sogar mit einer Heizung versehen. Dennoch sackt auch hier der Energielevel erkennbar ab. Warum passiert das?

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Das Hauptproblem ist nicht, dass sich die Akkus von E-Autos bei niedrigen Temperaturen schneller selbst entladen und die Energieabgabe insgesamt zähflüssiger von sich geht. Schuld sind überwiegend die zusätzlichen Nebenaggregate und Verbraucher: Sie knabbern massiv an der Reichweite. Allen voran die Heizung.
Da die Abwärme eines Verbrennungsmotors im Betrieb fehlt, um die Heizung zu speisen, muss eine elektrische Heizung zum Einsatz kommen. Die zieht Strom aus dem Akku, um den Innenraum für die Insassen aufzuwärmen. Etwas energiesparend wirkt da eine Wärmepumpe, aber auch die braucht Strom. Der Fahrakku muss ebenfalls beheizt werden, auch das kostet etwas Energie.

Kommen E-Autos mit Wärmepumpe im Winter weiter?

Nicht alle Elektroautos haben eine Wärmepumpe an Bord – und nicht alle verfügen über einen großen Akku. Bei solchen Modellen kommt der grundsätzliche Nachteil des Elektroautos zum Tragen: Der Motor produziert keine Abwärme, sodass zum Heizen der Fahrakku belastet wird – Energie, die eigentlich für den Vortrieb reserviert ist. In einem Test erzielte der Audi Q8 e-tron einen Reichweitenverlust von nur 16 Prozent. Dabei half auch die serienmäßig installierte Wärmepumpe, die bis zu 3 kW aus der Abwärme des Motors nutzen kann.
Der Leistungsbedarf der Autoheizung liegt bei 1,5 bis 2 Kilowatt, je nach Fahrzeugtyp. Damit nicht genug: Auch die Fahrzeugelektronik mit Lade- und Batteriemanagement zieht permanent Strom (Leistungsbedarf ca. 0,5 kW). Front- und Heckscheibenheizung liegen bei etwa 0,8 kW Leistungsbedarf! Sind all diese Verbraucher aktiviert, kann ein 20-kWh-Akku ohne Wärmepumpe bereits nach einigen Stunden leer sein. Daher sollten Elektroautofahrer im Winter grundsätzlich sparsam mit zusätzlichen Verbrauchern wie Heckscheibenheizung, Musikanlage oder (Heizungs-)Gebläse sein. Wer viel im Winter fährt und keine beheizte Garage hat, der sollte sich für ein Elektroauto mit Wärmepumpe entscheiden.

Tipps gegen Reichweitenverlust im Winter bei E-Autos

Es gibt ein paar Tricks, mit denen die Reichweite von E-Autos im Winter gesteigert werden kann. Wer kann, der sollte den Innenraum über eine App vorheizen, wenn das Auto noch am Stromnetz hängt. Ein Platz in einer warmen Garage verlängert ebenfalls die Reichweite, ebenso der richtige Fahrmodus und eine vorausschauende Fahrweise.

Tipps zum E-Auto-Fahren im Winter

Wie heizt man das E-Auto vor der Fahrt auf?

Am besten wärmt man den Innenraum schon vor Fahrtantritt am Ladekabel hängend auf. So senkt das Heizen die Reichweite eines Elektroautos nicht allzu sehr, weil man den Bordakku nicht mit der Heizleistung belastet. Das Auto holt sich dann die benötigte Energie aus dem Stromnetz. Tipp: Das Vorheizen oder Kühlen (im Sommer) am Stecker lässt sich meist per App oder Programmierung steuern. Das gilt auch fürs Schnellladen. Immerhin geht das Heizen schnell, weil keine Abwärme von einer Antriebskomponente benötigt wird.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um im Winter den Akku zu laden?

Elektroautos der neuesten Generation haben ein Batteriemanagement, das für bestmögliche Ladebedingungen sorgt. Das bedeutet: Wird das E-Auto mit eiskaltem Akku an den Ladestrom gehängt, passiert erst mal nichts – der Akku wird nicht geladen, sondern der Ladestrom geht komplett in die Batterieheizung. Sie heizt den Akku auf und bereitet ihn damit aufs Laden vor. Erst bei optimaler Batterietemperatur beginnt der Ladevorgang. Insofern spielt es für die Gesundheit des Fahrakkus ("State of Health") keine Rolle, ob er vor dem Laden kalt oder durch eine vorherige Fahrt noch warm ist. Es spart lediglich Energie. Andererseits ist es nicht gut für den Akku, mit voller Ladung längere Zeit ungenutzt herumzustehen. Am besten: die Ladezeit programmieren, sodass der Energiespeicher unmittelbar vor dem Abfahren voll ist.

Warum sollte man E-Autos in einer Garage parken?

Wer kann, der sollte das E-Auto in der kalten Jahreszeit geschützt abstellen – dann friert es möglicherweise gar nicht oder zumindest nicht so stark zu. Das bedeutet wiederum, dass das Enteisen der Scheiben und das Heizen des Innentraums durch die Standklimatisierung nicht so lange dauert – das spart Energie aus dem Bord-Akku. Außerdem kühlt die Batterie weniger aus, somit ist die Energieausbeute höher – und folglich auch die Reichweite.

Was taugt besser zum Scheiben-Abtauen als die Lüftung?

Steht das E-Auto draußen, kann es bei nächtlichem Frost außen überfrorene und innen beschlagene Scheiben haben. Eiskratzen ist nur der erste Schritt: Bei einem Verbrenner würde man jetzt nach dem Losfahren die Lüftung und Heizung voll aufdrehen, um die Scheiben freizupusten. Beim E-Auto geht das natürlich auch, es verlangt aber einen hohen Energieaufwand zulasten der Reichweite. Besser: Die beheizbare Frontscheibe aktivieren – viele Elektroautos sind serienmäßig damit ausgestattet. So wird die Scheibe in kürzester Zeit frei, und es bleibt mehr elektrische Energie zum Fahren.

Warum ist die Sitzheizung besser als die Autoheizung?

Klimaautomatik, die Heizung für Sitze, Lenkrad, Außenspiegel und Scheiben – in der kalten Jahreszeit schaltet man nur allzu gern alles an, was das Wageninnere heizt oder für gute Sicht sorgt. Aber: Je mehr Verbraucher man zuschaltet, desto mehr reduziert sich die Reichweite des E-Autos. Schließlich zieht der Wagen die meiste Energie aus der Traktionsbatterie. Bei einem Auto, das abends noch 150 Kilometer Reichweite anzeigt, sind es nach erfolgreicher Klimatisierung schnell nur 100 Kilometer oder weniger. Tipp: Wenn Sie alleine fahren, aktivieren Sie lieber nur die Lenkradheizung und die Sitzheizung, statt die Autoheizung voll aufzudrehen. 19 Grad Innentemperatur reichen aus. Kommt die Autoheizung doch zum Einsatz, dann am besten im Umluftmodus.

Wie spart man mit dem Eco-Modus Energie?

Während der Fahrt sollte gerade im Winter die Belastung des Akkus so niedrig wie möglich gehalten werden. Tipp: Dafür ist der Eco-Fahrmodus am besten geeignet, denn durch die geringere Motorleistung reduziert sich der Verbrauch. Außerdem müssen so die Regelsysteme weniger oft eingreifen, was ebenfalls den Energiehunger des Autos reduziert.

Muss man im Stau Angst vor dem Erfrieren haben?

Auch bei einem längeren Stau im Winter besteht für E-Auto-Fahrer kein Grund zur Sorge. Ein ADAC-Versuch bewies, dass die Heizung eines E-Autos auch bei eisiger Kälte problemlos mehrere Stunden auf Wohlfühltemperatur laufen darf. Mit der 52 Kilowattstunden großen Batterie eines Renault Zoe Z.E. konnte man ungefähr  17 Stunden  und mit den 32,3 kWh eines VW e-Up  15 Stunden  ausharren. Tipp: Es ist immer sinnvoll, überflüssige Stromfresser abzuschalten, eine warme Jacke einer voll aufgedrehten Heizung vorzuziehen sowie Türen und Fenster nicht unnötigerweise zu öffnen.

Welche Sonderausstattungen eines E-Autos können helfen?

Manche Elektroautos haben eine Wärmepumpe im Ausstattungspaket. Sie verdichtet Kältemittel unter hohem Druck und produziert so Wärme, ohne die Batterie allzu sehr zu belasten. Und sie heizt beim Ansteuern einer Ladestation den Akku für einen optimalen Ladevorgang vor. Wie viel Reichweite man mit einer Wärmepumpe gewinnen kann, hängt von technischen Details ab. Als Daumenregel gilt: Mit einer Wärmepumpe reicht – gegenüber einer herkömmlichen Heizung – ein Drittel der Elektroenergie zum Heizen des Autos aus. Zudem kann nicht nur in einigen E-Autos die Heizung so reguliert werden, dass bei Alleinfahrten nur ein Platz im Cockpit beheizt wird.

Besteht die Gefahr, dass bei Winterkälte der Akku zusammenbricht?

Man kennt das vom Verbrenner: Nach einer kalten Nacht streikt oft die Starterbatterie. Kaputte Energiespeicher sind laut ADAC Jahr für Jahr die Pannenursache Nummer eins. Bei Fahrakkus von Elektroautos sieht die Sache jedoch ganz anders aus: Sie sind ungleich größer und daher erheblich widerstandsfähiger. Während eine durchschnittliche Starterbatterie weniger als 1 Kilowattstunde Kapazität hat, bringt es der Fahrakku des kleinen Dacia Spring auf 26,8 kWh, also mehr als das 27-Fache! Die Gefahr, dass ein E-Auto nach einer Frostnacht keinen Mucks mehr macht, ist also äußerst gering. Anders verhält es sich bei der Starterbatterie für E-Autos – denn die gibt es auch! Die 12-Volt-Batterie ist für klassische Systeme an Bord zuständig, z. B. für Zentralverriegelung und Innenbeleuchtung. Fällt sie aus, geht nichts mehr. Daher sollte man bei älteren E-Autos im Herbst diese Batterie checken lassen – also genau wie beim Verbrenner.

Wie kann ich außerdem Energie sparen?

Die Winterkälte kann die Akku-Kapazität erheblich kürzen. Umso wichtiger, mit der Energie auch beim Fahren sparsam umzugehen. Das bedeutet: im Verkehr mitschwimmen, indem man unnötige Überholmanöver und Beschleunigung vermeidet. Stattdessen fährt man vorausschauend. Stehen mehrere Fahrmodi zur Verfügung, aktivieren Sie den Eco-Modus. Der spart locker fünf Prozent Energie, indem er Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung begrenzt, die Rekuperation erhöht und die Heizleistung reduziert. Ein weiterer Aspekt: Wer im One-Pedal-Modus fährt, spart noch mehr Energie. Dieser Modus stellt die Rekuperation so hoch ein, dass das Bremspedal nur noch im Notfall bedient werden muss, weil das Auto durch die Rekuperationsbremse bereits stark verzögert wird. Dann fahren Sie nur noch mit dem Gaspedal – und sobald Sie den Fuß wegnehmen, lädt die Batterie per Rekuperation nach.

Wie lange hält mein E-Auto mich im Winter warm?

Es passiert regelmäßig im Winter: Schneechaos führt auch in Deutschland dazu, dass immer wieder Autofahrer für Stunden oder eine ganze Nacht auf der Autobahn ausharren müssen, bis die Straße vor ihnen freigeräumt wird. Für Verbrenner kein Problem, weil ja der Motor automatisch Abwärme erzeugt, die für die Heizung genutzt werden kann. Und E-Autos? Da sieht es nicht schlechter aus. Je nach Fahrzeugtyp liegt der Leistungsbedarf der Heizung bei einem bis zwei Kilowatt, mit einer Wärmepumpe kann es unter 1 kW sein. Hinzu kommen maximal 0,5 kW für die Bordelektronik. Ein VW ID.3 Pro S hat 77 kWh nutzbare Batteriekapazität. Bei pessimistischer Schätzung könnte man also mehr als 30 Stunden im beheizten Auto verbringen, bis der Akku leer ist.
Auch während der Fahrt kann man Heizenergie sparen, ohne zu frieren: Anstatt die Innenraumheizung zu aktivieren, nutzt man die sparsamen Lenkrad- und Sitzheizungen. Die Wärme wird direkt am Körper freigesetzt, sodass die Wärmeleistung der Innenraumheizung deutlich reduziert werden kann.
Und wer in einem E-Auto im Schnee stecken bleibt, braucht auch keine Angst zu haben: Die Heizung hält einen bei winterlichen Verhältnissen länger warm, als man denkt.