Reichweite von E-Autos

Reichweite von E-Autos

E-Autos: Reichweite, Winter, Kälte, Akku, niedrige Temperatur

Wie man bei klirrender Kälte aus E-Autos mehr Reichweite kitzelt

Fahrer von Elektroautos sollten den Wagen bei arktischen Temperaturen besonders behandeln. Denn E-Autos verlieren bei kalten Temperaturen an Reichweite. Mit diesen Tipps kommen Sie im Winter weiter.
Akkus halten bei Kälte nicht so lange durch wie bei warmen Außentemperaturen. Das gilt für Smartphones genauso wie für Elektroautos. Aktuell hat der Winter Teile Deutschlands mit klirrender Kälte im Griff. Das Hauptproblem ist dabei nicht, dass die Akkus sich bei kalten Temperaturen schneller entladen, sondern es sind die zahlreichen Nebenaggregate und Verbraucher, die massiv an der Reichweite knabbern. Am wichtigsten ist das Vorheizen des E-Autos vor der Fahrt. Hier kommen Tipps, mit denen man dem Reichweitenverlust entgegenwirken kann:
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Tipps zum E-Auto-Fahren im Winter

Wie man das E-Auto vor der Fahrt anheizt

Wenn Batterien und Innenraum entsprechend temperiert sind, fällt die Reichweite eines Elektroautos nicht extrem, weil man den Bordakku nicht mit der Heizleistung belastet. Tipp: das Auto vorheizen oder kühlen, solange es noch am Stecker hängt – das lässt sich meist per App oder Vorprogrammierung steuern. Das Auto holt sich dann die benötigte Energie aus dem Stromnetz. Zudem nehmen die Batteriezellen Energie besser auf, wenn sie auf optimaler Betriebstemperatur sind. Das gilt auch fürs Schnellladen. Besteht keine Möglichkeit zum Vorheizen, wird das Auto am besten vor dem Laden "warmgefahren".

Wie man die absinkende Temperatur einplant

Das Elektroauto sollte zur kalten Jahreszeit schon in den Abendstunden aufgeladen werden – auch wenn der Bordcomputer am Ende des Tages eine Restreichweite anzeigt, die für die Strecke am nächsten Morgen ausreicht. Denn die Außentemperatur kann während der Nacht deutlich unter null Grad fallen. Und der hohe Energiebedarf, der morgens zur Erreichung der Standklimatisierung benötigt wird, lässt die Reichweite ebenfalls empfindlich schmelzen.

Was das Parken des E-Auto in einer Garage bringt

Wer kann, sollte das E-Auto in der kalten Jahreszeit geschützt abstellen, dann friert es möglicherweise gar nicht oder zumindest nicht so stark zu. Das bedeutet dann wiederum, dass das Enteisen der Scheiben und das Heizen des Innentraums durch die Standklimatisierung nicht so lange dauert – das spart Energie aus dem Bord-Akku.

Warum die Sitzheizung besser ist als die Autoheizung

Klimaautomatik, die Heizung für Sitze, Lenkrad, Außenspiegel und Scheiben – in der kalten Jahreszeit schaltet man nur allzu gern alles an, was das Wageninnere heizt oder für gute Sicht sorgt. Aber: Je mehr Energie-Verbraucher man zuschaltet, desto mehr reduziert sich die Reichweite des E-Autos. Schließlich zieht der Wagen sämtliche Energie aus dem Akkupaket. Bei einem Auto, dass abends noch 150 Kilometer Reichweite angezeigt hat, sind es nach erfolgreicher Klimatisierung schnell nur noch 100 Kilometer oder weniger. Tipp: Wenn Sie alleine fahren, lieber nur die Lenkradheizung und die Sitzheizung aktivieren statt die Autoheizung voll aufzudrehen. 19 Grad Innentemperatur reichen aus. Kommt die Auto-Heizung doch zum Einsatz, am besten im Umluftmodus.

Wie man mit dem Eco-Modus Energie spart

Während der Fahrt sollte gerade im Winter die Belastung des Akkus durch Energieverbrauch so niedrig wie möglich gehalten werden. Tipp: Dafür ist der Eco-Fahrmodus am besten geeignet, denn durch die geringere Motorleistung reduziert sich der Verbrauch. Außerdem müssen so die Regelsysteme weniger oft eingreifen, was ebenfalls den Energiehunger reduziert.

Soviel verloren E-Autos im AAA-Test

Im Test der American Automobile Association (kurz "AAA", US-Pendant zum ADAC) büßen E-Autos im Winter bis zu 41 Prozent der Reichweite. Im Test von fünf Autos errechnete der AAA 2019 den Durchschnitt des Reichweitenverlustes. BMW i3, Chevrolet Bolt (hierzulande Opel Ampera-e), Nissan Leaf, Tesla Model S 75D und VW e-Golf bewiesen sich auf einem Rollenprüfstand bei unterschiedlichen Wintertemperaturen. Bei minus sieben Grad Celsius zeigte sich die nachlassende Kapazität besonders. 

Reichweitenkiller Bordheizung

Der Nissan Leaf schnitt im Test am besten ab. Er verlor bei Minusgraden 31 Prozent an Reichweite.

©Daimler AG

Testergebnis: Da die Abwärme eines  Verbrennungsmotors nach dem Start fehlt, müssen Wärmepumpe und elektrischer Zuheizer bei Kälte energiezehrende Kraftanstrengungen vollführen, um den Innenraum für die Insassen aufzuwärmen. Bei Temperaturen unter null Grad sank die elektrische Reichweite im AAA-Test um durchschnittlich zwölf Prozent, wenn die Innenraumheizung nicht eingeschaltet war. Mit aktivierter Heizung schrumpfte sie um 41 Prozent im Schnitt! Im Vergleich verlor der BMW am meisten Reichweite, bei etwa Minus sieben Grad Celsius und eingeschalteter Heizung kam er nur noch halb so weit (50 Prozent). Am besten schnitten Nissan Leaf und VW e-Golf ab, die nur 31 bzw. 36 Prozent verloren.

Reichweite von E-Autos

Autoren: Stefan Grundhoff,

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