Akkus halten bei Kälte nicht so lange durch wie bei warmen Außentemperaturen. Das gilt für Smartphones genauso wie für Elektroautos. Ihre Besitzer sollten sich deshalb Gedanken machen, denn aktuell hat der Winter Teile Deutschlands mit Schnee und Eis im Griff. 

Diese E-Autos haben laut WLTP die größte Reichweite

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Mercedes EQS (WLTP-Reichweite bis zu 785 km)
UVP ab 107.327 EUR, Ersparnis: bis zu 6235  EUR
2.
Tesla Model S Long Range (WLTP-Reichweite bis zu 663 km)
UVP ab 101.990,00 EUR
3.
BMW iX (WLTP-Reichweite bis zu 630 km)
UVP ab 77.300 EUR, Ersparnis: bis zu 13.386  EUR
4.
Ford Mustang Mach-E (WLTP-Reichweite bis zu 610 km)
UVP ab 56.500 EUR, Ersparnis: bis zu 10.291  EUR
5.
BMW i4 (WLTP-Reichweite bis zu 591 km)
UVP ab 59.200 EUR, Ersparnis: bis zu 12.090  EUR

Das Hauptproblem ist nicht, dass sich die Akkus von E-Autos bei kalten Temperaturen schneller entladen. Es sind die zahlreichen Nebenaggregate und Verbraucher, die massiv an der Reichweite knabbern. Da die Abwärme eines Verbrennungsmotors nach dem Start fehlt, müssen Wärmepumpe und elektrischer Zuheizer bei Kälte energiezehrende Kraft aufwenden, um den Innenraum für die Insassen aufzuwärmen.
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So viel Reichweite verloren E-Autos in Winter-Tests

Der ADAC stellte in einem Test eine 10 bis 30 Prozent kürzere Fahrstrecke bei Kälte fest, im Extremfall auch mehr. Im Test der American Automobile Association (kurz "AAA", das US-Pendant zum ADAC) büßten E-Autos im Winter bis zu 41 Prozent der Reichweite ein. Im Test mit fünf Autos errechnete die AAA 2019 den Durchschnitt des Reichweitenverlustes von BMW i3, Chevrolet Bolt (hierzulande Opel Ampera-e), Nissan Leaf, Tesla Model S 75D und VW e-Golf. Sie alle mussten sich auf einem Rollenprüfstand bei unterschiedlichen Wintertemperaturen beweisen. Bei minus sieben Grad Celsius zeigte sich die nachlassende Kapazität besonders. 
Nissan Leaf
Der Nissan Leaf schnitt im Test noch am besten ab. Er verlor bei Minusgraden "nur" 31 Prozent an Reichweite.

Reichweitenkiller Bordheizung

Bei Temperaturen unter null Grad sank die elektrische Reichweite im AAA-Test um durchschnittlich zwölf Prozent, wenn die Innenraumheizung nicht eingeschaltet war. Mit aktivierter Heizung schrumpfte sie im Schnitt um 41 Prozent! Im Vergleich verlor der BMW am meisten Reichweite, bei etwa minus sieben Grad Celsius und eingeschalteter Heizung kam er nur noch halb so weit (50 Prozent). Am besten schnitten Nissan Leaf und VW e-Golf ab, die nur 31 bzw. 36 Prozent verloren. Hier kommen Tipps, mit denen E-Auto-Fahrer dem Reichweitenverlust entgegenwirken können:

Wie heizt man das E-Auto vor der Fahrt auf?

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Am besten wärmt man Batterien und Innenraum schon vor Fahrtantritt am Kabel hängend auf. So senkt das Heizen die Reichweite eines Elektroautos nicht allzu sehr, weil man den Bordakku nicht mit der Heizleistung belastet. Das Auto holt sich dann die benötigte Energie aus dem Stromnetz. Tipp: Das Vorheizen oder Kühlen (im Sommer) am Stecker lässt sich meist per App oder Programmierung steuern. Zudem nehmen die Batteriezellen Energie besser auf, wenn sie auf optimaler Betriebstemperatur sind. Das gilt auch fürs Schnellladen. Immerhin geht das Heizen schnell, weil keine Abwärme von einer Antriebskomponente benötigt wird. Besteht keine Möglichkeit zum Vorheizen, wird das Auto am besten vor dem Laden warmgefahren.

Wann lädt man bei Minusgraden am besten?

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Das Elektroauto sollte zur kalten Jahreszeit schon in den Abendstunden aufgeladen werden – auch wenn der Bordcomputer am Ende des Tages eine Restreichweite anzeigt, die für die Strecke am nächsten Morgen ausreicht. Denn die Außentemperatur kann während der Nacht deutlich unter null Grad fallen. Der hohe Energiebedarf, der morgens zur Erreichung der Standklimatisierung benötigt wird, lässt die Reichweite ebenfalls empfindlich schmelzen. Und: Eine Batterie auf abendlicher Betriebstemperatur nach dem Heimkommen lädt besser als eine ausgekühlte vor dem Losfahren.

Warum sollte man E-Autos in einer Garage parken?

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Wer kann, sollte das E-Auto in der kalten Jahreszeit geschützt abstellen, dann friert es möglicherweise gar nicht oder zumindest nicht so stark zu. Das bedeutet dann wiederum, dass das Enteisen der Scheiben und das Heizen des Innentraums durch die Standklimatisierung nicht so lange dauern – das spart Energie aus dem Bord-Akku.

Warum ist die Sitzheizung besser als die Autoheizung?

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Klimaautomatik, die Heizung für Sitze, Lenkrad, Außenspiegel und Scheiben – in der kalten Jahreszeit schaltet man nur allzu gern alles an, was das Wageninnere heizt oder für gute Sicht sorgt. Aber: Je mehr Verbraucher man zuschaltet, desto mehr reduziert sich die Reichweite des E-Autos. Schließlich zieht der Wagen die meiste Energie aus der Traktionsbatterie. Bei einem Auto, das abends noch 150 Kilometer Reichweite anzeigt, sind es nach erfolgreicher Klimatisierung schnell nur 100 Kilometer oder weniger. Tipp: Wenn Sie alleine fahren, aktivieren Sie lieber nur die Lenkradheizung und die Sitzheizung, statt die Autoheizung voll aufzudrehen. 19 Grad Innentemperatur reichen aus. Kommt die Auto-Heizung doch zum Einsatz, dann am besten im Umluftmodus.

Wie spart man mit dem Eco-Modus Energie?

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Während der Fahrt sollte gerade im Winter die Belastung des Akkus durch Energieverbrauch so niedrig wie möglich gehalten werden. Tipp: Dafür ist der Eco-Fahrmodus am besten geeignet, denn durch die geringere Motorleistung reduziert sich der Verbrauch. Außerdem müssen so die Regelsysteme weniger oft eingreifen, was ebenfalls den Energiehunger des Autos reduziert.

Muss man im Stau Angst vor dem Erfrieren haben?

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Auch bei einem längeren Stau im Winter besteht für E-Autofahrer kein Grund zur Sorge. Ein ADAC-Versuch bewies, dass die Heizung eines E-Autos auch bei eisiger Kälte problemlos mehrere Stunden auf Wohlfühltemperaturen laufen darf. Mit der 52 Kilowattstunden großen Batterie eines Renaul Zoe Z.E. konnte man ungefähr 17 Stunden und mit den 32,3 kWh eines VW e-Up 15 Stunden ausharren. Tipp: Dennoch kann es natürlich nicht schaden, überflüssige Stromfresser abzuschalten, eine warme Jacke einer voll aufgedrehten Heizung vorzuziehen und Türen und Fenster nicht unnötigerweise zu öffnen.

Welche Sonderausstattungen eines E-Autos können helfen?

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Manche Elektroautos bieten eine Wärmepumpe im Ausstattungspaket an. Sie verdichtet Kältemittel unter hohem Druck und produziert so Wärme, die nicht zulasten der Batterie geht. Und sie heizt beim Ansteuern einer Ladestation den Akku für einen optimalen Ladevorgang vor. Wie viel Reichweite man mit einer Wärmepumpe gewinnen kann, ist umstritten. VW musste bei der offiziellen Angabe von 30 Prozent beim ID.3 und ID.4 jedenfalls zurückrudern. Zudem kann nicht nur in einigen E-Autos die Heizung so reguliert werden, dass bei Alleinfahrten nur ein Platz im Cockpit beheizt wird.

Von

Stefan Grundhoff