Reichweite von E-Autos

Reichweite von E-Autos

E-Autos: Reichweite, Winter, Temperatur, Akku

Wie man im Winter aus E-Autos mehr Reichweite kitzelt

Fahrer von Elektroautos sollten den Wagen im Winter besonders behandeln. Denn E-Autos verlieren laut einer Studie bei kalten Temperaturen bis zu 41 Prozent an Reichweite. So kommen Sie bei Kälte weiter.
Akkus halten bei Kälte nicht so lange durch wie bei warmen Außentemperaturen – das gilt für Smartphones genauso wie für ElektroautosDie American Automobile Association (kurz "AAA", US-Pendant zum ADAC) fand 2019 sogar heraus, dass E-Autos im Winter bis zu 41 Prozent der Reichweite einbüßen! Das Hauptproblem ist dabei nicht, dass Akkus sich bei kalten Temperaturen schneller entladen, sondern die zahlreichen Nebenaggregate und Verbraucher, die massiv an der realen Reichweite knabbern. 
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Das fand die AAA im Test von fünf Autos heraus und errechnete den Durchschnitt des Reichweitenverlustes. BMW i3, Chevrolet Bolt (hierzulande Opel Ampera-e), Nissan Leaf, Tesla Model S 75D und VW e-Golf bewiesen sich auf einem Rollenprüfstand bei unterschiedlichen Wintertemperaturen. Bei minus sieben Grad Celsius zeigte sich die nachlassende Kapazität der E-Autos besonders. 

Reichweitenkiller Bordheizung

Der Nissan Leaf schnitt im Test am besten ab. Er verlor bei Minusgraden 31 Prozent an Reichweite.

©Nissan

Testergebnis: Da die Abwärme eines  Verbrennungsmotors nach dem Start fehlt, müssen Wärmepumpe und elektrischer Zuheizer bei Kälte energiezehrende Kraftanstrengungen vollführen, um den Innenraum für die Insassen aufzuwärmen. Bei Temperaturen unter null Grad sank die elektrische Reichweite im Test um durchschnittlich zwölf Prozent, wenn die Innenraumheizung nicht eingeschaltet war. Mit aktivierter Heizung schrumpfte sie um 41 Prozent im Schnitt! Im Vergleich verlor der BMW am meisten Reichweite, bei etwa Minus sieben Grad Celsius und eingeschalteter Heizung kam er nur noch halb so weit (50 Prozent). Am besten schnitten Nissan Leaf und VW e-Golf ab, die nur 31 bzw. 36 Prozent verloren. Hier kommen Tipps, mit denen man dem Reichweitenverlust entgegenwirken kann:

Tipps zum E-Auto-Fahren im Winter

Tipp 1: Temperaturschwankungen einplanen und früher als normal laden

Das Elektroauto sollte zur kalten Jahreszeit in den Abendstunden wieder aufgeladen werden – auch wenn der Bordcomputer am Ende des Tages eine Restreichweite anzeigt, die für die Strecke am nächsten Morgen ausreicht. Denn die Außentemperatur kann während der Nacht deutlich unter null Grad fallen. Und der hohe Energiebedarf, der morgens zur Erreichung der Standklimatisierung benötigt wird, lässt die Reichweite empfindlich schmelzen.

Tipp 2: Das Auto nach Möglichkeit in einer Garage parken

Wer kann, sollte das E-Auto in der kalten Jahreszeit geschützt abstellen, dann friert er möglicherweise gar nicht oder nicht so stark zu. Das bedeutet, dass das Enteisen der Scheiben und das Heizen des Innentraums durch die Standklimatisierung nicht so lange dauert – das spart Energie.

Tipp 3: Lieber die Sitzheizung als die Autoheizung benutzen

Klimaautomatik, die Heizung für Sitze, Lenkrad, Außenspiegel und Scheiben – in der kalten Jahreszeit schaltet man nur allzu gern alles an, was das Wageninnere warm werden lässt oder für gute Sicht sorgt. Aber: Je mehr Energie-Verbraucher man zuschaltet, desto mehr reduziert sich die Reichweite des E-Autos. Schließlich zieht der Wagen sämtliche Energie aus dem Akkupaket. Bei einem Auto, dass abends noch 150 Kilometer Reichweite angezeigt hat, sind es nach erfolgreicher Klimatisierung schnell nur noch 100 Kilometer oder weniger. Tipp: Wenn Sie alleine fahren, lieber nur die Sitzheizung aktivieren statt die Auto-Heizung voll aufzudrehen.

Tipp 4: Das E-Auto schon vor der Fahrt heizen

Sobald Batterien und Innenraum entsprechend temperiert sind, fällt die Reichweite eines Elektroautos nicht mehr so extrem. Tipp: das Auto vorheizen oder kühlen, solange es noch am Stecker hängt – das lässt sich meist per App oder Vorprogrammierung steuern. Das Auto holt sich dann die benötigte Energie aus dem Stromnetz.

Reichweite von E-Autos

Autoren: Stefan Grundhoff,

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