Wer auf die jüngsten Zulassungszahlen von Elektroautos (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) in Deutschland schaut, sieht weiter kräftige Zuwächse: 52.988 rein elektrisch betriebene Neuwagen wurden laut KBA im Juni 2023 zugelassen, das sind fast zwei Drittel mehr als im Vorjahresmonat und fast ein Fünftel Marktanteil. Innerhalb der ersten sechs Monate zeigte sich bei E-Autos ein Anstieg von 31,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, keine Antriebsart erreichte mehr. 

E-Autos unter 45.000 Euro mit viel Reichweite

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Und so verwundert es auch nicht, dass sich immer mehr Menschen vorstellen könnten, ein E-Auto zu kaufen – obwohl die Förderung durch Staat und Hersteller schrumpft und in absehbarer Zeit ganz enden wird.

Reichweite bleibt Sorge Nummer eins

Die Zögerlichen beschäftigt nach wie vor in erster Linie die überschaubare Reichweite im Vergleich zum Benziner oder Diesel. Hartnäckig hält sich bei ihnen die Meinung, dass die aktuell verfügbare Batteriekapazität nicht ausreicht, um die eigenen Mobilitätsansprüche zu erfüllen. Und das, obwohl der Durchschnittsdeutsche nur gut 35 Kilometer pro Tag fährt und nur ein Prozent aller Autofahrten weiter als 100 Kilometer pro Tag führen. Aufgaben, die jedes E-Auto locker bewältigt.

Reichweitenangst von E-Auto-Fahrern geht zurück

Immerhin: Die Reichweitenangst geht zurück – zumindest unter denjenigen Menschen, die bereits Erfahrungen mit Elektromobilität gesammelt haben. Das ergab der Shell EV-Driver-Report 2023. Für diesen wurden insgesamt 24.771 Fahrerinnen und Fahrer von batteriebetriebenen und Plug-in-Elektrofahrzeugen in Europa interviewt, darunter 8386 aus Deutschland.
Immerhin fast die Hälfte von ihnen (47 Prozent) erklärten, sie hätten nicht das Gefühl, täglich ihr Fahrzeug aufladen zu müssen. 2022 sagten dies nur 22 Prozent. Und: Nicht einmal jeder Sechste (14 Prozent) gab an, aufgrund von Reichweitenangst keine längeren Reisen zu unternehmen.

Reichweite von Elektroautos weiter gestiegen

Und wie steht es in der Realität um die Reichweite von E-Autos? Die gut sortierte Electric Vehicle Database weist bei der realen Reichweite von insgesamt 302 Elektroautos einen Durchschnittswert von 354 Kilometer aus. Es beginnt beim Fiat 500e mit 24 kWh-Batterie und 135 Kilometern und endet mit dem Luxus-Sportler Lucid Air Dream Edition und seinen 685 Kilometern. Realen Kilometern wohlgemerkt.
Lucid Air Dream Edition Performance
Der Lucid Air Dream Edition P beschleunigt nicht nur in unter drei Sekunden auf 100 km/h, sondern besticht auch mit 685 km realer Reichweite.
Bild: Lucid
Allerdings berücksichtigt die Datenbank sämtliche Modellvarianten und Batteriegrößen, wodurch höherklassige E-Autos mit größerer Reichweite bei der Errechnung des Durchschnittswertes mehr Gewicht bekommen.

AUTO BILD testet reale Reichweite

AUTO BILD untersucht ebenfalls regelmäßig auf einer standardisierten Testrunde, wie weit Elektroautos im wirklichen Leben mit einer Akkuladung kommen. Beim Reichweitentest (mit Volumenmodellen) schnitt bislang der chinesische Nio ET5 mit 448 Kilometern am besten ab. Auf der Autobahn bei 130 km/h Dauertempo hatte der Mercedes EQS 450+ mit 482 Kilometern die Nase vorn.
Mercedes EQS 450+
Die elektrische S-Klasse Mercedes EQS 450+ überzeugte im AUTO BILD-Autobahntest bei Tempo 130.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Die Analysten von Jato Dynamics hatten sich bereits vor einigen Jahren die Entwicklung seit 2016 genauer angeschaut. Und festgestellt: Zunächst stieg die offizielle (!) Durchschnittsreichweite der rein batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeuge bis auf 377 Kilometer im Jahr 2019. Danach ging es, trotz weiter steigendem Angebot an Elektro-Modellen, leicht bergab. Die Akkus sind keinesfalls kleiner geworden – und so ist der Rückgang damit zu begründen, dass einige neue Kleinfahrzeuge mit mittlerer Reichweite (200 bis 400 Kilometer) auf den Markt kamen.

Aktionsradius von E-Autos verbessert sich kontinuierlich

Auch der Aktionsradius der einzelnen Fahrzeuge wurde in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Ein Beispiel ist der Renault Zoe: Er kam 2016 durchschnittlich 240 km nach NEFZ weit; heute sind es schon fast 400 Kilometer nach WLTP. Beim Tesla Model S hat sich die Reichweite im Laufe der Jahre von durchschnittlich 480 auf bis zu 650 Kilometer je nach Modellvariante erhöht. Klassenübergreifend nimmt die Reichweite der Elektroautos stetig zu.
Das lang gebrauchte Argument gegen den Kauf eines Elektroautos, man schaffe keine großen Distanzen, könnte in absehbarer Zukunft weiter an Berechtigung verlieren. Sowohl die Reichweiten als auch das Angebot an Elektroautos werden stetig größer. Zudem sorgt die steigende Zahl von Ladesäulen dafür, dass die Angst davor, ohne Lademöglichkeit liegen zu bleiben, kleiner wird. Auch gibt es zunehmend Ladestationen, die das Schnellladen ermöglichen.