Elektroautos und Reichweitenangst
Vertrauen in die Reichweite von E-Autos wird immer größer
Die Reichweite bleibt für E-Auto-Besitzer Thema Nummer eins. Doch die Sorge lässt nach: Fast die Hälfte braucht nicht mehr täglich zu laden, kaum jemand scheut mehr weite Reisen. Darum nimmt die Reichweitenangst ab!
Bild: AUTO BILD
- Stefan Grundhoff
- Christian Jeß
Inhaltsverzeichnis
Wer auf die jüngsten Zulassungszahlen von Elektroautos (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) in Deutschland schaut, sieht weiter kräftige Zuwächse: 52.988 rein elektrisch betriebene Neuwagen wurden laut KBA im Juni 2023 zugelassen, das sind fast zwei Drittel mehr als im Vorjahresmonat und fast ein Fünftel Marktanteil. Innerhalb der ersten sechs Monate zeigte sich bei E-Autos ein Anstieg von 31,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, keine Antriebsart erreichte mehr.
| Aktuelle Angebote | Preis | |
|---|---|---|
UVP ab 37.790 EUR/Ersparnis bis zu 6359 EUR | ||
UVP ab 41.450 EUR/Ersparnis bis zu 6597 EUR | ||
UVP ab 33.330 EUR/Ersparnis bis zu 7516 EUR | ||
UVP ab 34.990/zurzeit keine Ersparnis EUR | ||
UVP ab 33.900 Euro/Ersparnis bis zu 10.267 EUR | ||
UVP ab 42.500 EUR/Ersparnis bis zu 6693 EUR | ||
UVP ab 44.990 EUR/Ersparnis bis zu 6000 EUR |
Die Zögerlichen beschäftigt nach wie vor in erster Linie die überschaubare Reichweite im Vergleich zum Benziner oder Diesel. Hartnäckig hält sich bei ihnen die Meinung, dass die aktuell verfügbare Batteriekapazität nicht ausreicht, um die eigenen Mobilitätsansprüche zu erfüllen. Und das, obwohl der Durchschnittsdeutsche nur gut 35 Kilometer pro Tag fährt und nur ein Prozent aller Autofahrten weiter als 100 Kilometer pro Tag führen. Aufgaben, die jedes E-Auto locker bewältigt.
Immerhin: Die Reichweitenangst geht zurück – zumindest unter denjenigen Menschen, die bereits Erfahrungen mit Elektromobilität gesammelt haben. Das ergab der Shell EV-Driver-Report 2023. Für diesen wurden insgesamt 24.771 Fahrerinnen und Fahrer von batteriebetriebenen und Plug-in-Elektrofahrzeugen in Europa interviewt, darunter 8386 aus Deutschland.
Immerhin fast die Hälfte von ihnen (47 Prozent) erklärten, sie hätten nicht das Gefühl, täglich ihr Fahrzeug aufladen zu müssen. 2022 sagten dies nur 22 Prozent. Und: Nicht einmal jeder Sechste (14 Prozent) gab an, aufgrund von Reichweitenangst keine längeren Reisen zu unternehmen.
Und wie steht es in der Realität um die Reichweite von E-Autos? Die gut sortierte Electric Vehicle Database weist bei der realen Reichweite von insgesamt 302 Elektroautos einen Durchschnittswert von 354 Kilometer aus. Es beginnt beim Fiat 500e mit 24 kWh-Batterie und 135 Kilometern und endet mit dem Luxus-Sportler Lucid Air Dream Edition und seinen 685 Kilometern. Realen Kilometern wohlgemerkt.

Der Lucid Air Dream Edition P beschleunigt nicht nur in unter drei Sekunden auf 100 km/h, sondern besticht auch mit 685 km realer Reichweite.
Bild: Lucid
AUTO BILD untersucht ebenfalls regelmäßig auf einer standardisierten Testrunde, wie weit Elektroautos im wirklichen Leben mit einer Akkuladung kommen. Beim Reichweitentest (mit Volumenmodellen) schnitt bislang der chinesische Nio ET5 mit 448 Kilometern am besten ab. Auf der Autobahn bei 130 km/h Dauertempo hatte der Mercedes EQS 450+ mit 482 Kilometern die Nase vorn.

Die elektrische S-Klasse Mercedes EQS 450+ überzeugte im AUTO BILD-Autobahntest bei Tempo 130.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auch der Aktionsradius der einzelnen Fahrzeuge wurde in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Ein Beispiel ist der Renault Zoe: Er kam 2016 durchschnittlich 240 km nach NEFZ weit; heute sind es schon fast 400 Kilometer nach WLTP. Beim Tesla Model S hat sich die Reichweite im Laufe der Jahre von durchschnittlich 480 auf bis zu 650 Kilometer je nach Modellvariante erhöht. Klassenübergreifend nimmt die Reichweite der Elektroautos stetig zu.
Das lang gebrauchte Argument gegen den Kauf eines Elektroautos, man schaffe keine großen Distanzen, könnte in absehbarer Zukunft weiter an Berechtigung verlieren. Sowohl die Reichweiten als auch das Angebot an Elektroautos werden stetig größer. Zudem sorgt die steigende Zahl von Ladesäulen dafür, dass die Angst davor, ohne Lademöglichkeit liegen zu bleiben, kleiner wird. Auch gibt es zunehmend Ladestationen, die das Schnellladen ermöglichen.
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